Löcher in Blättern, klebrige Triebe, feine Gespinste oder plötzlich welke Pflanzen können auf einen Schädlingsbefall hinweisen. Häufig bleibt der Verursacher jedoch unsichtbar, weil er nachts frisst, unter den Blättern sitzt oder sich im Boden versteckt. Wer nur nach einem ähnlichen Bild sucht, landet deshalb schnell bei der falschen Ursache.
Kurzantwort: Gartenschädlinge erkennst du am sichersten aus der Kombination von Schadenbild, Pflanzenbereich, Zeitpunkt und zusätzlichen Spuren. Große Fraßlöcher mit Schleim passen eher zu Schnecken, klebrige Triebe mit Kolonien zu Blattläusen, helle Sprenkel mit feinen Gespinsten zu Spinnmilben und eine welke Pflanze trotz feuchter Erde zu Wurzelfraß oder einem Bodenproblem. Bekämpft wird erst, wenn der Verursacher ausreichend sicher feststeht und der Schaden tatsächlich zunimmt.
Diese Übersicht führt dich vom sichtbaren Symptom zur wahrscheinlichsten Schädlingsgruppe. Die einzelnen Arten werden hier nur so weit eingeordnet, wie es für die erste Entscheidung nötig ist. Genaue Erkennungsmerkmale, Sofortmaßnahmen und passende Mittel findest du anschließend in den verlinkten Spezialratgebern.

Inhalt
Schädlinge nach dem Schadenbild bestimmen
Du musst den Schädling nicht unbedingt direkt sehen. Viele Arten verraten sich durch Fraßform, Ausscheidungen, Gespinste, Häutungsreste oder den Ort, an dem die Pflanze geschädigt wird.
Kontrolliere immer zuerst:
- Ober- und Unterseite der Blätter
- junge Triebspitzen und Knospen
- Blattachseln und eingerollte Blätter
- Erde unmittelbar am Pflanzenfuß
- Wurzeln auffällig welker Pflanzen
- angrenzende Töpfe und Nachbarpflanzen
- die Pflanze am Abend oder nach Einbruch der Dunkelheit
| Schaden oder auffällige Spur | Wahrscheinliche Ursache | Nächster sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Große Löcher, Schleimspuren | Schnecken | Abends kontrollieren |
| Löcher mit Kotkrümeln | Raupen | Blattunterseiten absuchen |
| Klebrige, verkrümmte Triebe | Blattläuse | Kolonien und Ameisen prüfen |
| Helle Sprenkel, feine Gespinste | Spinnmilben | Unterseiten mit Lupe prüfen |
| Silberne Stellen, schwarze Punkte | Thripse | Junge Blätter untersuchen |
| Weiße Tiere fliegen auf | Weiße Fliegen | Unterseiten kontrollieren |
| Helle Gänge im Blatt | Minierfliegen | Befallene Blätter entfernen |
| Kleine Fliegen aus Topferde | Trauermücken | Feuchtigkeit der Erde prüfen |
| Welke trotz feuchter Erde | Larven oder Wurzelschaden | Wurzelballen ansehen |
| Gänge, Hügel, fehlende Wurzeln | Wühlmaus oder Maulwurf | Gangbild unterscheiden |
Fraßlöcher und abgefressene Blätter
Große, unregelmäßige Löcher entstehen häufig durch Schnecken oder Raupen. Die Zusatzspuren trennen beide Gruppen besser als die Form des Lochs allein.
Schnecken fressen bevorzugt nachts und bei feuchter Witterung. Silbrig glänzende Schleimspuren, ausgefranste Fraßränder und feuchte Verstecke in unmittelbarer Nähe sind starke Hinweise. Eine sichere Zuordnung gelingt über ➡️ Schneckenspuren und Fraßbilder erkennen.
Raupen hinterlassen neben Löchern häufig kleine dunkle Kotkrümel. Viele sitzen tagsüber an Blattunterseiten, in zusammengesponnenen Blättern oder tief im Inneren der Pflanze. Der Überblick ➡️ Raupen im Garten erkennen führt zu Kohlweißling, Buchsbaumzünsler und weiteren Raupentypen.
Regelmäßig halbkreisförmig ausgestanzte Buchten am Blattrand passen eher zum erwachsenen Dickmaulrüssler. Welkt die Pflanze gleichzeitig, können seine Larven bereits an den Wurzeln fressen. In diesem Fall hilft ➡️ Dickmaulrüssler und seine typischen Schäden erkennen.



Klebrige Blätter und verformte Triebe
Klebrige Blätter entstehen häufig durch Honigtau. Dabei handelt es sich um eine zuckerhaltige Ausscheidung pflanzensaugender Insekten. Typische Verursacher sind Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen.
Blattläuse sitzen meist in Kolonien an weichen Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten. Zusätzlich können weiße Häutungsreste und zahlreiche Ameisen auffallen. Unter ➡️ Blattläuse erkennen und Arten einordnen findest du die genaue Abgrenzung.
Feste braune oder helle Erhebungen entlang der Blattadern und Triebe passen eher zu Schildläusen. Weiße, watteartige Beläge in Blattachseln sprechen dagegen für Wollläuse. Beide Schädlingsgruppen werden häufig übersehen, weil sie sich kaum bewegen und nicht sofort wie Tiere aussehen.
Fliegen beim Berühren der Pflanze zahlreiche kleine weiße Insekten auf, solltest du die Blattunterseiten auf Weiße Fliegen und ihre flachen Larvenstadien prüfen. Besonders häufig tritt dieses Problem an Gemüse- und Zierpflanzen im Gewächshaus auf.
Helle Sprenkel, silbrige Flächen und Gespinste
Viele kleine helle Punkte auf den Blättern entstehen durch ausgesaugte Pflanzenzellen. Bei warmer, trockener Luft sind Spinnmilben eine häufige Ursache. Sie sitzen überwiegend auf der Blattunterseite und können feine Gespinste zwischen Blattstielen und Trieben bilden.
Eine Lupe erleichtert die Kontrolle. Unter ➡️ Spinnmilben sicher erkennen werden Tiere, Eier und typische Schäden genauer gezeigt.
Silbrig wirkende, unregelmäßige Saugstellen zusammen mit kleinen schwarzen Kottropfen passen eher zu Thripsen. Die Tiere sind schmal und bewegen sich bei Störung schnell. Mehrere Entwicklungsstadien können gleichzeitig auf derselben Pflanze vorkommen. Die passende Abgrenzung findest du unter ➡️ Thripse erkennen.
Große Gespinste zwischen Zweigen haben eine andere Ursache. Sie können von Gespinstmotten oder bestimmten Raupen stammen. Bei einem frühen Befall lassen sich kleine Gespinste meist leichter entfernen als später vollständig eingesponnene Äste. Über ➡️ Gespinstmottenbefall erkennen kannst du harmlose und problematische Fälle besser unterscheiden.
Helle Linien und Flecken innerhalb des Blattes
Verlaufen helle, geschlängelte Gänge durch das Blatt, sitzt die Larve nicht auf der Oberfläche, sondern zwischen den Blattschichten. Typisch ist dieses Schadbild für Minierfliegen und andere Minierer.
Anfangs sind nur feine Linien sichtbar. Später können größere helle Flächen entstehen, während in den Gängen dunkle Kotspuren zu erkennen sind. Stark befallene Blätter werden frühzeitig entfernt, bevor sich die Larven weiterentwickeln.
Eine genauere Zuordnung ermöglicht ➡️ Minierfliegenbefall sicher erkennen.
Die häufigsten Gartenschädlinge nach Pflanzenbereich
Der Standort grenzt die möglichen Verursacher zusätzlich ein. Eine kleine schwarze Fliege über einem Blumentopf verlangt eine andere Prüfung als ein welker Salat im Beet oder ein abziehbarer Rasen.
Gemüsebeet und Hochbeet
Im Gemüsebeet treten besonders häufig Schnecken, Blattläuse und verschiedene Raupen auf. Hinzu kommen spezialisierte Arten wie Kohlmotte, Möhrenfliege, Zwiebelfliege und Erdraupen.
Bei jungen Pflanzen ist der Zeitpunkt wichtig:
- Kahlfraß über Nacht spricht häufig für Schnecken.
- Bodennah abgetrennte Setzlinge können auf Erdraupen hinweisen.
- Kleine Löcher und Kotkrümel an Kohl passen zu Raupen.
- Welke Möhren oder Zwiebeln können durch im Pflanzengewebe fressende Larven entstehen.
- Verkrümmte Triebspitzen mit Kolonien passen eher zu Blattläusen.
Wenn eine frisch gesetzte Pflanze morgens abgeschnitten auf dem Boden liegt, führt ➡️ Erdraupenbefall erkennen gezielter weiter.
Pflanzen im Gemüsebeet lassen sich häufig besser durch rechtzeitige Netze, Fruchtfolge, Kontrollen und mechanische Maßnahmen schützen als durch eine vorsorgliche Behandlung. Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem standortgerechte Kulturen, wechselnde Anbauflächen, Nützlingsförderung und engmaschige Schutznetze. ➡️ Umweltbundesamt: Pflanzenschutz im Gemüsegarten
Kübel- und Zimmerpflanzen
Kleine schwarze Fliegen, die beim Gießen aus der Erde aufsteigen, sind häufig Trauermücken. Die erwachsenen Tiere sind vor allem lästig; problematisch sind bei starkem Befall die Larven im dauerhaft feuchten Substrat.
Der erste Schritt ist deshalb keine wahllose Sprühbehandlung. Prüfe, wie lange die Erde feucht bleibt und ob sich im oberen Substrat kleine glasig-weiße Larven finden. Der Ratgeber ➡️ Trauermücken erkennen und richtig einordnen zeigt die Merkmale.
An den oberirdischen Pflanzenteilen kommen besonders Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, Weiße Fliegen, Schildläuse und Wollläuse vor. Neue Pflanzen solltest du zunächst getrennt aufstellen und gründlich kontrollieren. So lässt sich verhindern, dass ein zunächst unbemerkter Befall auf den ganzen Pflanzenbestand übergeht.



Obstbäume und Beerensträucher
An Obstgehölzen können Blattläuse, Wickler, Gespinstmotten, Gallmilben und verschiedene Fruchtfliegen auftreten. Häufig zeigt nicht das Blatt, sondern die Frucht den entscheidenden Hinweis.
Ein kleines Bohrloch mit braunen Kotkrümeln am Apfel kann zum Apfelwickler passen. Madige Kirschen entstehen dagegen häufig durch die Kirschfruchtfliege. Diese spezialisierten Schädlinge benötigen eine genau abgestimmte Kontrolle und einen passenden Zeitpunkt.
Bei wurmigen Äpfeln hilft ➡️ Apfelwickler erkennen und einordnen. Für Kirschen führt ➡️ Kirschfruchtfliegenbefall erkennen gezielt weiter.
Nicht jeder Blattfraß am Obstbaum rechtfertigt eine Behandlung. Ein kräftiger Baum kann einen begrenzten Verlust verkraften, während Jungbäume oder wiederholt stark befallene Pflanzen früher geschützt werden müssen.
Schädlinge im Boden und an den Wurzeln
Welkt eine Pflanze trotz feuchter Erde, wird häufig noch mehr gegossen. Das kann die Lage verschlechtern, wenn nicht Trockenheit, sondern Wurzelfraß, Staunässe oder Fäulnis dahintersteckt.
Ziehe eine stark geschädigte Pflanze vorsichtig aus der Erde oder öffne den Wurzelballen am Rand. Achte auf:
- fehlende oder abgebissene Feinwurzeln
- weiße, braune oder graue Larven
- weiche, dunkle Wurzeln
- fauligen Geruch
- ungewöhnlich lockeren Boden
- Fraßstellen an Knollen und Zwiebeln
Nicht jede gefundene Larve ist schädlich. Engerlinge verschiedener Käferarten sehen ähnlich aus, können aber Pflanzenwurzeln unterschiedlich stark schädigen. Der Einstieg ➡️ Larven im Boden bestimmen verhindert, dass harmlose Bodenbewohner mit dem falschen Mittel behandelt werden.
Rasen
Schäden im Rasen folgen anderen Mustern als Schädlinge an Gemüse- oder Zimmerpflanzen. Abziehbare Grasnarben, kahle Flächen mit Larven, kleine Erdhügel, unterirdische Gänge und vermehrter Vogelfraß müssen getrennt beurteilt werden.
Für diesen Bereich gibt es deshalb die eigene Übersicht ➡️ Rasen-Schädlinge nach ihren Spuren erkennen. Bei unklarem Befund führt der ➡️ Rasen-Schädlings-Check durch die typischen Rasenfälle.
Ameisen, Wühlmäuse und andere Gartenbewohner
Ameisen sind nicht automatisch Pflanzenschädlinge. Problematisch werden sie beispielsweise, wenn sie Blattlauskolonien schützen, Erde aus Pflanzgefäßen tragen oder Nester an störenden Stellen anlegen.
Der Bereich ➡️ Ameisen im Garten richtig einordnen trennt Beet, Rasen, Terrasse und Blattlausprobleme.
Bei unterirdischen Gängen muss zuerst zwischen Wühlmaus und Maulwurf unterschieden werden. Wühlmäuse können Wurzeln, Knollen und Rinde anfressen. Maulwürfe ernähren sich dagegen nicht von Pflanzen und stehen unter besonderem Schutz. Die Merkmale findest du unter ➡️ Wühlmaus und Maulwurf unterscheiden.
Wespen, Mücken, Zecken und Bremsen schädigen normalerweise keine Pflanzen. Sie betreffen Aufenthalt, Gesundheit oder Nutzung des Gartens und werden deshalb im eigenen Bereich ➡️ Wespen, Mücken und Zecken im Garten behandelt.



Schädlinge richtig bekämpfen: vom Fund zur passenden Maßnahme
Ein Mittel ist erst der letzte Schritt. In vielen Fällen lässt sich ein beginnender Befall durch Absammeln, Abspülen, Rückschnitt oder eine Veränderung der Bedingungen ausreichend reduzieren.
1. Den Befund sichern
Fotografiere Tier, Schaden und die gesamte Pflanze. Ein stark vergrößertes Bild ohne Umgebung reicht häufig nicht. Notiere außerdem, wann der Schaden erstmals aufgetreten ist und ob er über Nacht zunimmt.
Siehst du kein Tier, prüfe Zusatzspuren:
- Schleim
- Kotkrümel
- Häutungsreste
- Eier
- Gespinste
- klebrigen Honigtau
- Bohrmehl
- kleine Fliegen
- angefressene Wurzeln
Mit diesen Angaben kannst du den ➡️ Schädlings-Check wesentlich genauer nutzen.
2. Befall begrenzen
Isoliere befallene Topfpflanzen und entferne stark geschädigte Pflanzenteile, sofern die Pflanze den Rückschnitt verträgt. Abgesammelte Raupen, befallene Früchte oder larvenhaltige Blätter dürfen nicht unmittelbar neben der Pflanze liegen bleiben.
Bei Blattläusen kann ein kräftiger Wasserstrahl bereits einen großen Teil der Kolonie entfernen. Schnecken werden abends abgesammelt. Kleine Gespinste lassen sich früh ausschneiden, bevor sie ganze Äste umfassen.
3. Entwicklung beobachten
Kontrolliere nach zwei bis drei Tagen, ob neue Schäden entstehen. Alte Blätter werden nach einem Saug- oder Fraßschaden nicht wieder makellos. Entscheidend ist deshalb, ob neuer Austrieb gesund bleibt und keine frischen Spuren hinzukommen.
Ein einzelnes Tier bedeutet nicht automatisch eine Massenvermehrung. Das Umweltbundesamt empfiehlt, einen begrenzten Schädlingsbesatz zu tolerieren, weil er Nützlingen als Nahrungsgrundlage dient. Erst ein starker oder anhaltender Befall schwächt die Pflanzen erheblich. ➡️ Umweltbundesamt: Mit Nützlingen gärtnern
4. Biologische oder mechanische Lösung wählen
Welche Maßnahme passt, hängt vom Aufenthaltsort des Schädlings ab:
- Sichtbare Läuse: abspülen oder passende Nützlinge einsetzen
- Raupen auf Blättern: absammeln, Netze oder ein zugelassenes Raupenmittel prüfen
- Larven im Boden: Art und Bodentemperatur vor einem Nematodeneinsatz klären
- Trauermücken: Erde trockener führen und Larven behandeln
- Schnecken: absammeln, Verstecke reduzieren und Jungpflanzen schützen
- Fruchtfliegen und Wickler: Flugzeit, Eiablage und Erntehygiene beachten
- Wühlmäuse: Gangbild bestätigen und erst dann gezielt handeln
Nützlinge funktionieren nicht wie ein Kontaktspray. Sie benötigen passende Temperaturen, einen erreichbaren Schädling und Zeit. Bereits eingesetzte Spritzmittel können den späteren Nützlingseinsatz erschweren.
5. Pflanzenschutzmittel nur gezielt einsetzen
Ein Pflanzenschutzmittel darf nicht allein deshalb verwendet werden, weil der Handelsname zum Problem zu passen scheint. Die aktuelle Gebrauchsanweisung muss die betreffende Pflanzenart, den Schädling und den Anwendungsbereich nennen.
Private Anwender dürfen nur Präparate einsetzen, die für Haus und Kleingarten zugelassen sind. Die geltenden Anwendungen können über die ➡️ BVL-Datenbank zugelassener Pflanzenschutzmittel geprüft werden.
Behandle nur die tatsächlich befallenen Pflanzen. Eine vorsorgliche großflächige Anwendung kann Nützlinge und andere Nichtzielorganismen treffen, ohne die eigentliche Ursache zu lösen.
Schädling, Krankheit oder Pflegefehler?
Nicht jeder Pflanzenschaden wird durch Tiere verursacht. Pilzkrankheiten, Sonnenbrand, Nährstoffmangel, Frost, Staunässe und Trockenheit können sehr ähnliche Symptome hervorrufen.
Löcher ohne Fraßspuren
Runde oder unregelmäßige Löcher entstehen nicht nur durch Tiere. Bei der sogenannten Schrotschusskrankheit stirbt Blattgewebe ab und fällt später heraus. Es fehlen dann meist Schleim, Kot und sichtbare Fraßränder.
Kräuselnde Blätter ohne Läuse
Verformter Austrieb kann durch Blattläuse entstehen. Findest du jedoch keine Tiere, keinen Honigtau und keine Häutungsreste, kommen auch Kälte, Hitze, Spritzschäden, Viruskrankheiten oder ein unausgewogenes Wachstum infrage.
Welke bei nasser Erde
Eine welke Pflanze wird häufig automatisch stärker gegossen. Ist die Erde bereits nass, können Sauerstoffmangel und Wurzelfäule die Wasseraufnahme blockieren. Erst ein Blick auf die Wurzeln zeigt, ob Larven, Fäulnis oder tatsächlich Trockenheit dahinterstecken.
Gespinste ohne Spinnmilben
Spinnmilbengespinste sind meist fein und liegen dicht an Blättern und Blattstielen. Größere stabile Gespinste zwischen Ästen stammen eher von Raupen oder Gespinstmotten. Normale Spinnen können ebenfalls Netze an einer Pflanze anlegen, ohne sie zu schädigen.
Kleine Tiere sind nicht automatisch Schädlinge
Marienkäferlarven, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven, Schlupfwespen und räuberische Milben werden häufig mit Schädlingen verwechselt. Bevor du ein unbekanntes Tier entfernst, solltest du prüfen, ob es direkt an der Pflanze frisst oder andere Insekten jagt.
Einen erneuten Schädlingsbefall verhindern
Vollständig schädlingsfreie Gärten sind weder realistisch noch wünschenswert. Ziel ist ein Gleichgewicht, bei dem Pflanzen kleinere Schäden verkraften und natürliche Gegenspieler eine Massenvermehrung begrenzen.
Pflanzen passend zum Standort wählen
Eine Pflanze, die dauerhaft zu dunkel, zu nass oder zu trocken steht, bildet schwächeres Gewebe und erholt sich langsamer. Kontrolliere deshalb nicht nur den Schädling, sondern auch Licht, Boden und Wasserversorgung.
Einseitige Bestände vermeiden
Große Flächen mit nur einer Pflanzenart bieten spezialisierten Schädlingen viel Nahrung auf engem Raum. Mischkulturen, wechselnde Gemüsearten und räumliche Abstände zwischen verwandten Pflanzen können die Ausbreitung bremsen.
Neue Pflanzen kontrollieren
Prüfe vor dem Kauf und vor dem Einräumen ins Winterquartier:
- Blattunterseiten
- Triebspitzen
- Blattachseln
- Topfrand und Abzugslöcher
- klebrige Stellen
- Gespinste
- kleine Fluginsekten
Eine kurze getrennte Aufstellung schützt den vorhandenen Pflanzenbestand.
Nützlingen Nahrung und Rückzugsorte bieten
Blühende Pflanzen, ungefüllte Blüten, Laubbereiche, Totholz und ein zurückhaltender Einsatz von Spritzmitteln fördern Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Vögel und weitere Gegenspieler.
Ganz ohne Schädlinge können sich diese Helfer jedoch nicht halten. Ein kleiner Blattlausbestand ist deshalb nicht automatisch ein Grund zur Behandlung.
Zeitpunkt und Jahreszeit berücksichtigen
Viele Schädlingsarten treten nur während bestimmter Entwicklungsphasen auf. Blattläuse werden besonders am jungen Austrieb sichtbar, Spinnmilben profitieren von warmer trockener Witterung und Schnecken werden nach feuchten Perioden aktiver.
Der ➡️ Schädlingskalender für den Garten hilft dir einzuschätzen, welche Arten zur jeweiligen Jahreszeit besonders wahrscheinlich sind.
Häufige Fragen zu Schädlingen im Garten
Welche Schädlinge kommen im Garten am häufigsten vor?
Zu den häufigsten Gartenschädlingen gehören Schnecken, Blattläuse, Raupen, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen und verschiedene Larven im Boden. Welche Art wahrscheinlich ist, hängt von Pflanze, Standort, Jahreszeit und Schadenbild ab.
Wie kann ich einen unbekannten Schädling bestimmen?
Prüfe zuerst den auffälligsten Schaden und anschließend Blattunterseiten, Triebspitzen, Erde und Wurzeln. Fotografiere nicht nur das Tier, sondern auch die gesamte Pflanze und die Fraß- oder Saugspuren. Zeitpunkt und Zusatzspuren sind häufig wichtiger als die Farbe des Schädlings.
Welche Schädlinge verursachen Löcher in Blättern?
Löcher können durch Schnecken, Raupen, Käfer und Blattwespenlarven entstehen. Schleimspuren sprechen eher für Schnecken, kleine Kotkrümel für Raupen und regelmäßig ausgebuchtete Blattränder für Dickmaulrüssler.
Welcher Schädling macht Blätter klebrig?
Klebrige Blätter entstehen häufig durch Honigtau von Blattläusen, Schildläusen, Wollläusen oder Weißen Fliegen. Kontrolliere besonders junge Triebe, Blattunterseiten und Blattachseln. Ameisen an der Pflanze sind ein zusätzlicher Hinweis auf Honigtauproduzenten.
Was sind kleine schwarze Fliegen an Pflanzen?
Steigen sie aus feuchter Topferde auf, handelt es sich häufig um Trauermücken. Sitzen die Tiere direkt an Blättern oder Früchten, kommen andere Fliegenarten infrage. Entscheidend ist, ob das Problem im Substrat oder an der Pflanze beginnt.
Wie erkenne ich Schädlinge im Boden?
Typische Hinweise sind Welke trotz feuchter Erde, fehlende Feinwurzeln, leicht herausziehbare Pflanzen und sichtbare Larven im Wurzelbereich. Nicht jede Larve ist schädlich, deshalb sollte sie vor einer Behandlung möglichst genau bestimmt werden.
Muss ich jeden Schädling sofort bekämpfen?
Nein. Einzelne Tiere und begrenzte Fraßstellen verkraften gesunde Pflanzen meist. Handeln solltest du, wenn der Befall deutlich zunimmt, junge Pflanzen gefährdet sind oder Früchte und Wurzeln erheblich geschädigt werden.
Was hilft ohne Gift gegen Gartenschädlinge?
Je nach Schädling helfen Absammeln, Wasserstrahl, Rückschnitt, Kulturschutznetze, das Entfernen befallener Früchte oder der Einsatz passender Nützlinge. Die Maßnahme muss zum Aufenthaltsort und Entwicklungsstadium des Schädlings passen.
Was ist der häufigste Fehler bei der Schädlingsbekämpfung?
Der häufigste Fehler ist eine Behandlung ohne ausreichend sichere Diagnose. Dadurch werden falsche Produkte eingesetzt, Nützlinge getroffen oder Pflegefehler übersehen. Erst bestimmen, dann Befallsstärke einschätzen und anschließend gezielt handeln.