Löcher in Blättern, klebrige Triebe, feine Gespinste oder plötzlich welke Pflanzen können auf einen Schädlingsbefall hinweisen. Häufig bleibt der Verursacher jedoch unsichtbar, weil er nachts frisst, unter den Blättern sitzt oder sich im Boden versteckt. Wer nur nach einem ähnlichen Bild sucht, landet deshalb schnell bei der falschen Ursache.
Gartenschädlinge erkennst du am sichersten aus der Kombination von Schadenbild, Pflanzenbereich, Zeitpunkt und zusätzlichen Spuren. Große Fraßlöcher mit Schleim passen eher zu Schnecken, klebrige Triebe mit Kolonien zu Blattläusen, helle Sprenkel mit feinen Gespinsten zu Spinnmilben und eine welke Pflanze trotz feuchter Erde zu Wurzelfraß oder einem Bodenproblem. Bekämpft wird erst, wenn der Verursacher ausreichend sicher feststeht und der Schaden tatsächlich zunimmt.
Diese Übersicht führt dich vom sichtbaren Symptom zur wahrscheinlichsten Schädlingsgruppe. Die einzelnen Arten werden hier nur so weit eingeordnet, wie es für die erste Entscheidung nötig ist. Genaue Erkennungsmerkmale, Sofortmaßnahmen und passende Mittel findest du anschließend in den verlinkten Spezialratgebern.

Inhalt
- Schädlinge nach dem Schadenbild bestimmen
- Die häufigsten Gartenschädlinge nach Pflanzenbereich
- Schädlinge richtig bekämpfen: vom Fund zur passenden Maßnahme
- Schädling, Krankheit oder Pflegefehler?
- Schädlinge im Garten bestimmen: So kommst du schneller zum richtigen Ergebnis
- Einen erneuten Schädlingsbefall verhindern
Schädlinge nach dem Schadenbild bestimmen
Du musst den Schädling nicht unbedingt direkt sehen. Viele Arten verraten sich durch Fraßform, Ausscheidungen, Gespinste, Häutungsreste oder den Ort, an dem die Pflanze geschädigt wird.
Kontrolliere immer zuerst:
- Ober- und Unterseite der Blätter
- junge Triebspitzen und Knospen
- Blattachseln und eingerollte Blätter
- Erde unmittelbar am Pflanzenfuß
- Wurzeln auffällig welker Pflanzen
- angrenzende Töpfe und Nachbarpflanzen
- die Pflanze am Abend oder nach Einbruch der Dunkelheit
| Schaden oder auffällige Spur | Wahrscheinliche Ursache | Nächster sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Große Löcher, Schleimspuren | Schnecken | Abends kontrollieren |
| Löcher mit Kotkrümeln | Raupen | Blattunterseiten absuchen |
| Klebrige, verkrümmte Triebe | Blattläuse | Kolonien und Ameisen prüfen |
| Helle Sprenkel, feine Gespinste | Spinnmilben | Unterseiten mit Lupe prüfen |
| Silberne Stellen, schwarze Punkte | Thripse | Junge Blätter untersuchen |
| Weiße Tiere fliegen auf | Weiße Fliegen | Unterseiten kontrollieren |
| Helle Gänge im Blatt | Minierfliegen oder andere Minierer | Blatt genauer untersuchen |
| Kleine Fliegen aus Topferde | Trauermücken | Feuchtigkeit der Erde prüfen |
| Welke trotz feuchter Erde | Larven, Wurzelschaden oder Bodenproblem | Wurzelballen ansehen |
| Gänge, Hügel, fehlende Wurzeln | Wühlmaus oder Maulwurf prüfen | Gangbild unterscheiden |
Fraßlöcher und abgefressene Blätter
Große, unregelmäßige Löcher entstehen häufig durch Schnecken oder Raupen. Die Zusatzspuren trennen beide Gruppen besser als die Form des Lochs allein.
Schnecken fressen bevorzugt nachts und bei feuchter Witterung. Silbrig glänzende Schleimspuren, ausgefranste Fraßränder und feuchte Verstecke in unmittelbarer Nähe sind starke Hinweise. Eine sichere Zuordnung gelingt über ➡️ Schneckenspuren und Fraßbilder erkennen.
Raupen hinterlassen neben Löchern häufig kleine dunkle Kotkrümel. Viele sitzen tagsüber an Blattunterseiten, in zusammengesponnenen Blättern oder tief im Inneren der Pflanze. Der Überblick ➡️ Raupen im Garten erkennen führt zu Kohlweißling, Buchsbaumzünsler und weiteren Raupentypen.
Regelmäßig halbkreisförmig ausgestanzte Buchten am Blattrand passen eher zum erwachsenen Dickmaulrüssler. Welkt die Pflanze gleichzeitig, können seine Larven bereits an den Wurzeln fressen. In diesem Fall hilft ➡️ Dickmaulrüssler und seine typischen Schäden erkennen.



Klebrige Blätter und verformte Triebe
Klebrige Blätter entstehen häufig durch Honigtau. Dabei handelt es sich um eine zuckerhaltige Ausscheidung pflanzensaugender Insekten. Typische Verursacher sind Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen.
Blattläuse sitzen meist in Kolonien an weichen Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten. Zusätzlich können weiße Häutungsreste und zahlreiche Ameisen auffallen. Unter ➡️ Blattläuse erkennen und Arten einordnen findest du die genaue Abgrenzung.
Feste braune oder helle Erhebungen entlang der Blattadern und Triebe passen eher zu Schildläusen. Weiße, watteartige Beläge in Blattachseln sprechen dagegen für Wollläuse. Beide Schädlingsgruppen werden häufig übersehen, weil sie sich kaum bewegen und nicht sofort wie Tiere aussehen.
Fliegen beim Berühren der Pflanze zahlreiche kleine weiße Insekten auf, solltest du die Blattunterseiten auf Weiße Fliegen und ihre Entwicklungsstadien prüfen. Besonders häufig kann dieses Problem an Gemüse- und Zierpflanzen im Gewächshaus auftreten.
Helle Sprenkel, silbrige Flächen und Gespinste
Viele kleine helle Punkte auf den Blättern entstehen durch ausgesaugte Pflanzenzellen. Bei warmer, trockener Witterung können Spinnmilben stark auftreten. Sie sitzen überwiegend auf der Blattunterseite und können feine Gespinste zwischen Blattstielen und Trieben bilden.
Eine Lupe erleichtert die Kontrolle. Unter ➡️ Spinnmilben sicher erkennen werden Tiere, Eier und typische Schäden genauer gezeigt.
Silbrig wirkende, unregelmäßige Saugstellen zusammen mit kleinen schwarzen Kottropfen passen eher zu Thripsen. Die Tiere sind schmal und bewegen sich bei Störung schnell. Mehrere Entwicklungsstadien können gleichzeitig auf derselben Pflanze vorkommen. Die passende Abgrenzung findest du unter ➡️ Thripse erkennen.
Große Gespinste zwischen Zweigen haben eine andere Ursache. Sie können von Gespinstmotten oder anderen Raupen stammen. Über ➡️ Gespinstmottenbefall erkennen kannst du das Schadbild genauer einordnen.
Helle Linien und Flecken innerhalb des Blattes
Verlaufen helle, geschlängelte Gänge durch das Blatt, sitzt die Larve nicht auf der Oberfläche, sondern zwischen den Blattschichten. Typisch ist dieses Schadbild für Minierfliegen und andere Minierer.
Anfangs sind nur feine Linien sichtbar. Später können größere helle Flächen entstehen, während in den Gängen teilweise dunkle Kotspuren zu erkennen sind.
Eine genauere Zuordnung ermöglicht ➡️ Minierfliegenbefall sicher erkennen.
Die häufigsten Gartenschädlinge nach Pflanzenbereich
Der Standort grenzt die möglichen Verursacher zusätzlich ein. Eine kleine schwarze Fliege über einem Blumentopf verlangt eine andere Prüfung als ein welker Salat im Beet oder eine geschädigte Grasnarbe.
Gemüsebeet und Hochbeet
Im Gemüsebeet treten besonders häufig Schnecken, Blattläuse und verschiedene Raupen auf. Hinzu kommen spezialisierte Arten wie Kohlmotte, Möhrenfliege, Zwiebelfliege und Erdraupen.
Bei jungen Pflanzen ist der Zeitpunkt wichtig:
- Kahlfraß über Nacht spricht häufig für Schnecken.
- Bodennah abgetrennte Setzlinge können auf Erdraupen hinweisen.
- Kleine Löcher und Kotkrümel an Kohl passen zu Raupen.
- Welke Möhren oder Zwiebeln können durch im Pflanzengewebe fressende Larven entstehen.
- Verkrümmte Triebspitzen mit Kolonien passen eher zu Blattläusen.
Wenn eine frisch gesetzte Pflanze morgens bodennah abgefressen oder abgetrennt ist, führt ➡️ Erdraupenbefall erkennen gezielter weiter.
Im Gemüsebeet lässt sich einem starken Schädlingsbefall häufig besser durch rechtzeitige Schutznetze, Fruchtfolge, regelmäßige Kontrollen und mechanische Maßnahmen vorbeugen als durch eine vorsorgliche Behandlung. Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem standortgerechte Kulturen, wechselnde Anbauflächen, Nützlingsförderung und engmaschige Schutznetze.
➡️ Umweltbundesamt: Pflanzenschutz im Gemüsegarten
Kübel- und Zimmerpflanzen
Kleine schwarze Fliegen, die beim Gießen aus der Erde aufsteigen, sind häufig Trauermücken. Die erwachsenen Tiere sind vor allem lästig; bei starkem Befall können die Larven im Substrat junge Wurzeln schädigen.
Der erste Schritt ist deshalb keine wahllose Sprühbehandlung. Prüfe, wie lange die Erde feucht bleibt und ob sich im oberen Substrat kleine Larven finden. Der Ratgeber ➡️ Trauermücken erkennen und richtig einordnen zeigt die Merkmale.
An den oberirdischen Pflanzenteilen kommen besonders Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, Weiße Fliegen, Schildläuse und Wollläuse vor. Neue Pflanzen solltest du gründlich kontrollieren und bei Verdacht zunächst getrennt vom übrigen Pflanzenbestand aufstellen.



Obstbäume und Beerensträucher
An Obstgehölzen können Blattläuse, Wickler, Gespinstmotten, Gallmilben und verschiedene Fruchtfliegen auftreten. Häufig zeigt nicht das Blatt, sondern die Frucht den entscheidenden Hinweis.
Ein kleines Bohrloch mit braunen Kotkrümeln am Apfel kann zum Apfelwickler passen. Madige Kirschen können dagegen durch die Kirschfruchtfliege verursacht werden. Bei diesen spezialisierten Schädlingen spielen Entwicklungsstadium und Zeitpunkt eine wichtige Rolle.
Bei wurmigen Äpfeln hilft ➡️ Apfelwickler erkennen und einordnen. Für Kirschen führt ➡️ Kirschfruchtfliegenbefall erkennen gezielt weiter.
Nicht jeder Blattfraß am Obstbaum rechtfertigt eine Behandlung. Ein kräftiger Baum kann einen begrenzten Schaden oft verkraften, während Jungbäume oder wiederholt stark geschädigte Pflanzen genauer beobachtet werden sollten.
Schädlinge im Boden und an den Wurzeln
Welkt eine Pflanze trotz feuchter Erde, wird häufig noch mehr gegossen. Das kann die Lage verschlechtern, wenn nicht Trockenheit, sondern Wurzelfraß, Staunässe oder Fäulnis dahintersteckt.
Ziehe eine stark geschädigte Pflanze vorsichtig aus der Erde oder öffne den Wurzelballen am Rand. Achte auf:
- fehlende oder abgefressene Feinwurzeln
- weiße, braune oder graue Larven
- weiche, dunkle Wurzeln
- fauligen Geruch
- ungewöhnlich lockeren Boden
- Fraßstellen an Knollen und Zwiebeln
Nicht jede gefundene Larve ist schädlich. Engerlinge verschiedener Käferarten sehen ähnlich aus, können aber sehr unterschiedliche Rollen im Boden haben. Der Einstieg ➡️ Larven im Boden bestimmen verhindert, dass harmlose Bodenbewohner vorschnell bekämpft werden.
Rasen
Schäden im Rasen folgen anderen Mustern als Schädlinge an Gemüse- oder Zimmerpflanzen. Abziehbare Grasnarben, kahle Flächen mit Larven, kleine Erdhügel, unterirdische Gänge und vermehrte Aktivität von Vögeln müssen getrennt beurteilt werden.
Für diesen Bereich gibt es deshalb die eigene Übersicht ➡️ Rasen-Schädlinge nach ihren Spuren erkennen. Bei unklarem Befund führt der ➡️ Rasen-Schädlings-Check durch typische Schadbilder im Rasen.
Ameisen, Wühlmäuse und andere Gartenbewohner
Ameisen sind nicht automatisch Pflanzenschädlinge. Problematisch werden sie beispielsweise, wenn sie Blattlauskolonien fördern und verteidigen, Erde aus Pflanzgefäßen tragen oder ihre Nester an störenden Stellen liegen.
Der Bereich ➡️ Ameisen im Garten richtig einordnen trennt Beet, Rasen, Terrasse und Blattlausprobleme.
Bei unterirdischen Gängen muss zuerst zwischen Wühlmaus und Maulwurf unterschieden werden. Wühlmäuse können Wurzeln, Knollen und Rinde anfressen. Maulwürfe ernähren sich dagegen von tierischer Nahrung und schädigen Pflanzen nicht durch Wurzelfraß. Außerdem ist der Maulwurf in Deutschland besonders geschützt. Die Merkmale findest du unter ➡️ Wühlmaus und Maulwurf unterscheiden.
Wespen, Mücken, Zecken und Bremsen schädigen normalerweise keine Pflanzen. Sie betreffen Aufenthalt, Gesundheit oder Nutzung des Gartens und werden deshalb im eigenen Bereich ➡️ Wespen, Mücken und Zecken im Garten behandelt.



Schädlinge richtig bekämpfen: vom Fund zur passenden Maßnahme
Ein Mittel ist erst der letzte Schritt. In vielen Fällen lässt sich ein beginnender Befall bereits durch Absammeln, Abspülen, Rückschnitt, Schutzbarrieren oder eine Verbesserung der Bedingungen deutlich reduzieren.
1. Den Befund sichern
Fotografiere Tier, Schaden und die gesamte Pflanze. Ein stark vergrößertes Bild ohne Umgebung reicht häufig nicht. Notiere außerdem, wann der Schaden erstmals aufgetreten ist und ob er beispielsweise über Nacht zunimmt.
Siehst du kein Tier, prüfe Zusatzspuren:
- Schleim
- Kotkrümel
- Häutungsreste
- Eier
- Gespinste
- klebrigen Honigtau
- Bohrmehl
- kleine Fluginsekten
- angefressene Wurzeln
Wenn du den Verursacher noch nicht eingrenzen kannst, führt dich der ➡️ Schädlings-Check anhand der sichtbaren Merkmale weiter.
2. Befall begrenzen
Isoliere befallene Topfpflanzen, wenn eine Ausbreitung auf andere Pflanzen droht, und entferne stark geschädigte Pflanzenteile, sofern die jeweilige Pflanze den Rückschnitt verträgt.
Bei Blattläusen kann ein kräftiger Wasserstrahl einen Teil der Kolonie entfernen. Schnecken lassen sich abends absammeln. Befallene Früchte oder Pflanzenteile mit darin sitzenden Larven sollten nicht direkt neben der betroffenen Pflanze liegen bleiben.
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt allerdings immer vom tatsächlich festgestellten Schädling ab.
3. Entwicklung beobachten
Kontrolliere nach der ersten Maßnahme regelmäßig, ob neue Schäden entstehen. Alte Blätter werden nach einem Saug- oder Fraßschaden nicht wieder makellos. Entscheidend ist deshalb, ob neuer Austrieb gesund bleibt und frische Spuren hinzukommen.
Ein einzelnes Tier bedeutet nicht automatisch eine Massenvermehrung. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt, einen begrenzten Schädlingsbesatz zu tolerieren, weil Schädlinge gleichzeitig Teil der Nahrungskette für Nützlinge sind.
➡️ Umweltbundesamt: Mit Nützlingen gärtnern
4. Mechanische oder biologische Lösung wählen
Welche Maßnahme passt, hängt vom Aufenthaltsort und der Art des Schädlings ab:
- sichtbare Läuse: je nach Pflanze abspülen oder passende Nützlinge prüfen
- Raupen auf Blättern: absammeln, Kulturschutznetze oder bei Bedarf eine passende zugelassene Maßnahme prüfen
- Larven im Boden: Art bestimmen und bei einem geplanten Nematodeneinsatz auf geeignete Art, Bodentemperatur und Anwendungsbedingungen achten
- Trauermücken: Feuchtigkeit des Substrats anpassen und bei Bedarf gezielt gegen die Larven vorgehen
- Schnecken: absammeln, Verstecke reduzieren und empfindliche Jungpflanzen schützen
- Fruchtfliegen und Wickler: Flugzeit, Entwicklungszyklus und Erntehygiene berücksichtigen
- Wühlmäuse: Gangbild sicher bestätigen und erst danach gezielt handeln
Nützlinge funktionieren nicht wie ein Kontaktspray. Sie benötigen passende Bedingungen, einen geeigneten Zielschädling und Zeit. Bereits eingesetzte Pflanzenschutzmittel können je nach Wirkstoff auch Nützlinge beeinträchtigen.
5. Pflanzenschutzmittel nur gezielt einsetzen
Ein Pflanzenschutzmittel darf nicht allein deshalb verwendet werden, weil sein Name zum vermuteten Problem zu passen scheint. Entscheidend sind die aktuell zugelassenen Anwendungen und die Gebrauchsanweisung.
Für Haus- und Kleingarten muss die jeweilige Anwendung auch für diesen Bereich zugelassen sein. Ebenso müssen Kultur, Schadorganismus und Anwendungsbereich zur Zulassung passen.
Die aktuell geltenden Anwendungen kannst du über die ➡️ BVL-Datenbank zugelassener Pflanzenschutzmittel prüfen.
Behandle nicht vorsorglich den gesamten Garten, nur weil an einer Pflanze ein mögliches Schadbild auftritt. Erst bestimmen, Befallsstärke einschätzen und dann eine möglichst gezielte Maßnahme wählen.
Schädling, Krankheit oder Pflegefehler?
Nicht jeder Pflanzenschaden wird durch Tiere verursacht. Pilzkrankheiten, Sonnenbrand, Nährstoffprobleme, Frost, Staunässe und Trockenheit können ähnliche Symptome hervorrufen.
Löcher ohne typische Fraßspuren
Löcher entstehen nicht ausschließlich durch Tiere. Bei manchen Blattkrankheiten stirbt Gewebe ab und fällt später heraus. Fehlen Schleim, Kot, Fraßränder und sichtbare Tiere vollständig, solltest du deshalb auch eine Krankheit oder einen anderen Schaden in Betracht ziehen.
Kräuselnde Blätter ohne Läuse
Verformter Austrieb kann durch Blattläuse entstehen. Findest du jedoch keine Tiere, keinen Honigtau und keine Häutungsreste, kommen auch andere Ursachen infrage. Dazu gehören je nach Pflanze unter anderem Temperaturstress, Pflanzenschäden und Krankheiten.
Welke bei nasser Erde
Eine welke Pflanze wird häufig automatisch stärker gegossen. Ist die Erde bereits nass, können geschädigte oder faulende Wurzeln die Wasseraufnahme einschränken. Erst ein Blick auf Wurzelballen und Boden zeigt, ob Larven, Fäulnis, Staunässe oder tatsächlich Wassermangel dahinterstecken.
Gespinste ohne Spinnmilben
Spinnmilbengespinste sind meist sehr fein und liegen dicht an Blättern, Blattstielen und Trieben. Größere Gespinste zwischen Ästen können dagegen von Raupen oder Gespinstmotten stammen. Auch normale Spinnen legen Netze an Pflanzen an, ohne Pflanzengewebe zu fressen.
Kleine Tiere sind nicht automatisch Schädlinge
Marienkäferlarven, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven, Schlupfwespen und räuberische Milben können leicht falsch eingeordnet werden. Bevor du ein unbekanntes Tier bekämpfst, solltest du deshalb prüfen, ob überhaupt ein dazu passender Pflanzenschaden vorhanden ist.
Schädlinge im Garten bestimmen: So kommst du schneller zum richtigen Ergebnis
Wenn du nicht weißt, welcher Schädling vor dir sitzt, versuche nicht zuerst jede denkbare Art miteinander zu vergleichen. Grenze den Fall Schritt für Schritt ein.
Du siehst Fraß am Blatt
Prüfe Fraßform, Kot, Schleim und Blattunterseite. Bei großen Löchern stehen Schnecken und Raupen weit oben auf der Liste, während regelmäßige Buchten am Blattrand beispielsweise zum Dickmaulrüssler passen können.
Die Pflanze ist klebrig
Suche nach Honigtauproduzenten wie Blattläusen, Schildläusen, Wollläusen oder Weißen Fliegen. Kontrolliere insbesondere Blattunterseiten, junge Triebe und Blattachseln.
Das Blatt ist hell gesprenkelt oder silbrig
Prüfe mit einer Lupe auf Spinnmilben und Thripse. Gespinste beziehungsweise schwarze Kotpunkte helfen bei der weiteren Unterscheidung.
Die Pflanze welkt ohne erkennbaren Grund
Kontrolliere zuerst die Bodenfeuchtigkeit. Ist ausreichend Wasser vorhanden, prüfe anschließend den Wurzelbereich auf Fäulnis, Fraß und Larven.
Der Schaden sitzt im Rasen oder Boden
Dann ist die allgemeine Blattschädlings-Suche meist der falsche Einstieg. Nutze je nach Fall ➡️ Larven im Boden bestimmen oder die Übersicht ➡️ Rasen-Schädlinge erkennen.
Du kommst trotzdem nicht weiter
Dann nutzt du am besten den ➡️ Schädlings-Check. Er ist für Fälle gedacht, bei denen der konkrete Verursacher aus dem sichtbaren Schadbild noch nicht sicher feststeht.
Einen erneuten Schädlingsbefall verhindern
Ein vollständig schädlingsfreier Garten ist weder realistisch noch notwendig. Ziel ist ein widerstandsfähiger Pflanzenbestand, in dem kleinere Schäden verkraftet werden und sich einzelne Schädlingsarten möglichst nicht massenhaft vermehren.
Pflanzen passend zum Standort wählen
Eine Pflanze, die dauerhaft zu dunkel, zu nass oder zu trocken steht, erholt sich von Schäden schlechter. Kontrolliere deshalb nicht nur den Schädling, sondern auch Licht, Boden und Wasserversorgung.
Einseitige Bestände vermeiden
Fruchtfolge, räumliche Trennung verwandter Gemüsekulturen und ein vielfältiger Garten können helfen, den dauerhaften Aufbau spezialisierter Schädlingspopulationen zu erschweren.
Neue Pflanzen kontrollieren
Prüfe vor dem Kauf und vor dem Einräumen ins Winterquartier:
- Blattunterseiten
- Triebspitzen
- Blattachseln
- Topfrand und Abzugslöcher
- klebrige Stellen
- Gespinste
- kleine Fluginsekten
Bei verdächtigen Pflanzen ist eine vorübergehend getrennte Aufstellung sinnvoll, bevor sie direkt zwischen vorhandene Pflanzen gestellt werden.
Nützlingen Nahrung und Rückzugsorte bieten
Ein vielfältiger und naturnaher Garten bietet Marienkäfern, Florfliegen, Schwebfliegen, Vögeln und anderen Gegenspielern Nahrung und Lebensraum.
Ganz ohne Beutetiere können sich viele dieser Helfer jedoch nicht dauerhaft halten. Ein kleiner Schädlingsbestand ist deshalb nicht automatisch ein Grund zur Behandlung.
Zeitpunkt und Jahreszeit berücksichtigen
Viele Schädlingsarten treten in bestimmten Entwicklungsphasen oder unter bestimmten Witterungsbedingungen verstärkt auf. Blattläuse fallen häufig am jungen Austrieb auf, Spinnmilben können bei warmem und trockenem Wetter stark zunehmen und Schnecken werden bei feuchten Bedingungen besonders aktiv.
Der ➡️ Schädlingskalender für den Garten hilft dir einzuschätzen, welche Arten zur jeweiligen Jahreszeit besonders wahrscheinlich sind.
Häufige Fragen zu Schädlingen im Garten
Welche Schädlinge kommen im Garten häufig vor?
Häufig anzutreffen sind unter anderem Schnecken, Blattläuse, Raupen, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen und verschiedene im Boden lebende Larven. Welche Art wahrscheinlich ist, hängt von Pflanze, Standort, Jahreszeit und Schadenbild ab.
Wie kann ich einen unbekannten Schädling bestimmen?
Prüfe zuerst den auffälligsten Schaden und anschließend Blattunterseiten, Triebspitzen, Erde und gegebenenfalls Wurzeln. Fotografiere nicht nur das Tier, sondern auch die gesamte Pflanze und die Fraß- oder Saugspuren. Zusatzspuren wie Kot, Schleim, Honigtau oder Gespinste sind für die Bestimmung oft besonders hilfreich.
Welche Schädlinge verursachen Löcher in Blättern?
Löcher können unter anderem durch Schnecken, Raupen, Käfer und Blattwespenlarven entstehen. Schleimspuren sprechen eher für Schnecken, Kotkrümel können auf Raupen hinweisen und regelmäßig ausgebuchtete Blattränder passen beispielsweise zum Dickmaulrüssler.
Welcher Schädling macht Blätter klebrig?
Klebrige Blätter entstehen häufig durch Honigtau von Blattläusen, Schildläusen, Wollläusen oder Weißen Fliegen. Kontrolliere besonders junge Triebe, Blattunterseiten und Blattachseln. Viele Ameisen an der Pflanze können ein zusätzlicher Hinweis auf Honigtauproduzenten sein.
Was sind kleine schwarze Fliegen an Pflanzen?
Steigen sie aus feuchter Topferde auf, handelt es sich häufig um Trauermücken. Sitzen die Tiere direkt an Blättern oder Früchten, kommen andere Fliegenarten infrage. Entscheidend ist deshalb, wo die Tiere auftreten und welches Schadbild gleichzeitig vorhanden ist.
Wie erkenne ich Schädlinge im Boden?
Mögliche Hinweise sind Welke trotz feuchter Erde, geschädigte Feinwurzeln, leicht herausziehbare Pflanzen und sichtbare Larven im Wurzelbereich. Nicht jede Larve ist ein Schädling, deshalb sollte sie vor einer Behandlung möglichst genau eingeordnet werden.
Muss ich jeden Schädling sofort bekämpfen?
Nein. Einzelne Tiere und begrenzte Fraßstellen können kräftige Pflanzen häufig verkraften. Handeln solltest du vor allem dann, wenn der Befall deutlich zunimmt, empfindliche Jungpflanzen gefährdet sind oder Wurzeln, Früchte beziehungsweise größere Teile der Pflanze ernsthaft geschädigt werden.
Was hilft ohne chemische Pflanzenschutzmittel gegen Gartenschädlinge?
Je nach Schädling kommen Absammeln, Abspülen, Kulturschutznetze, das Entfernen befallener Pflanzenteile, angepasste Kulturbedingungen oder geeignete Nützlinge infrage. Die Maßnahme muss zum tatsächlichen Schädling und dessen Entwicklungsstadium passen.
Was ist der häufigste Fehler bei der Schädlingsbekämpfung?
Ein häufiger Fehler ist eine Behandlung ohne ausreichend sichere Diagnose. Dadurch kann die falsche Maßnahme gewählt, ein Nützling getroffen oder eine Krankheit beziehungsweise ein Pflegeproblem übersehen werden. Deshalb gilt: erst bestimmen, dann Befallsstärke einschätzen und anschließend gezielt handeln.


