SF-Nematoden sind eine gezielte Möglichkeit, Trauermückenlarven direkt in der Blumenerde zu bekämpfen. Entscheidend für die Wirkung ist aber die richtige Anwendung: Die Nützlinge müssen passend dosiert, mit Wasser ausgebracht und anschließend vor dem Austrocknen geschützt werden. Auch die Temperatur des Substrats und die richtige Lagerung vor der Anwendung spielen eine Rolle. Gelbsticker können parallel die erwachsenen Trauermücken abfangen, ersetzen die Behandlung der Larven aber nicht.
Kurz gesagt: SF-Nematoden gegen Trauermücken nach Packungsanleitung mit Wasser anmischen und gleichmäßig auf leicht feuchte Erde gießen. Die angesetzte Lösung sofort verbrauchen und während des Gießens regelmäßig umrühren. Das Substrat danach etwa 10 bis 14 Tage leicht feucht halten, ohne Staunässe zu erzeugen. Temperaturgrenzen und Dosierung des konkreten Produkts haben immer Vorrang.

Inhalt
- Wann SF-Nematoden gegen Trauermücken sinnvoll sind
- So wirken SF-Nematoden gegen Trauermücken
- Nematoden vor der Anwendung richtig lagern
- Welche Temperatur brauchen Nematoden gegen Trauermücken?
- Die Blumenerde vor der Anwendung vorbereiten
- SF-Nematoden gegen Trauermücken richtig anwenden
- Nach der Anwendung: Erde feucht halten, aber nicht vernässen
- Wie lange dauert es, bis Nematoden gegen Trauermücken wirken?
- Muss man SF-Nematoden zweimal anwenden?
- Häufige Fehler bei der Anwendung von Nematoden
Wann SF-Nematoden gegen Trauermücken sinnvoll sind
SF-Nematoden eignen sich besonders, wenn sich Trauermücken bereits in der Blumenerde vermehren. Ständig neu auftauchende Fliegen, mehrere betroffene Töpfe oder immer wieder gefüllte Gelbsticker sprechen dafür, dass im Substrat fortlaufend Larven vorhanden sind.
Einzelne kleine Fliegen am Fenster reichen dagegen nicht für eine sichere Diagnose. Fruchtfliegen, Abflussfliegen und Trauermücken werden leicht verwechselt. Steigen kleine dunkle Mücken beim Gießen direkt aus der Blumenerde auf, passt das deutlich besser zu Trauermücken.
➡️ Trauermücken sicher erkennen und von anderen kleinen Fliegen unterscheiden
Besonders sinnvoll ist die Behandlung bei:
- mehreren befallenen Zimmerpflanzen
- ständig neu schlüpfenden Trauermücken
- Anzuchtschalen, Keimlingen und Stecklingen
- empfindlichen Jungpflanzen
- wiederkehrendem Befall trotz Gelbstickern
- mehreren verdächtigen Töpfen im selben Pflanzenbestand
| Situation | Nematoden sinnvoll? | Was jetzt wichtig ist |
|---|---|---|
| Einzelne Fliege ohne klare Quelle | noch nicht zwingend | zuerst sicher bestimmen |
| Ständig neue Fliegen aus der Blumenerde | ja | Larven im Substrat gezielt bekämpfen |
| Mehrere Pflanzen im selben Bereich betroffen | ja | alle plausiblen Befallsquellen kontrollieren und gemeinsam behandeln |
| Keimlinge oder Stecklinge betroffen | frühzeitig sinnvoll | Nematoden und Gelbsticker kombinieren |
| Substrat ist sehr trocken | noch nicht sofort | vor der Anwendung leicht anfeuchten |
| Substrat ist kalt oder vernässt | Bedingungen korrigieren | Temperatur und Feuchtigkeit prüfen |
| Nach etwa zwei Wochen weiterhin starker Befall | erneut prüfen | Anwendung, Quellen und ggf. Wiederholung kontrollieren |
Wenn bereits sehr viele erwachsene Tiere unterwegs sind, kannst du parallel deren Zahl reduzieren. Die Maßnahmen dafür findest du im ➡️ Sofortplan gegen Trauermücken.
So wirken SF-Nematoden gegen Trauermücken
Bei SF-Nematoden handelt es sich um Nützlinge der Art Steinernema feltiae. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer bewegen sich in den Feuchtigkeitsfilmen zwischen den Substratteilchen und suchen dort nach Trauermückenlarven.
Sie dringen in geeignete Larven ein und geben dort symbiotische Bakterien ab. Die befallenen Larven sterben innerhalb kurzer Zeit. Die Nematoden können sich im Wirt vermehren und anschließend weitere Larven aufsuchen.
Erwachsene Trauermücken verschwinden nicht sofort
SF-Nematoden richten sich vor allem gegen die Larven in der Erde. Bereits fliegende Trauermücken werden durch die Behandlung nicht direkt erfasst.
Deshalb können auch nach einer korrekten Anwendung zunächst noch erwachsene Tiere sichtbar sein. Zusätzlich befinden sich nicht alle Trauermücken gleichzeitig im gleichen Entwicklungsstadium.
Beobachte deshalb nicht nur, ob noch eine einzelne Fliege auftaucht, sondern die Entwicklung über mehrere Tage:
- Steigen beim Gießen weniger Trauermücken auf?
- Füllen sich die Gelbsticker langsamer?
- Kommen deutlich weniger neue Tiere nach?
- Bleibt eine weitere starke Befallswelle aus?
Einzelne Trauermücken wenige Tage nach der Anwendung sind noch kein Beleg dafür, dass die Nematoden nicht wirken.
Gelbsticker und Nematoden haben unterschiedliche Aufgaben
Gelbsticker fangen erwachsene Trauermücken oberhalb der Erde. SF-Nematoden bekämpfen die Larven im Substrat.
Die Kombination ist deshalb sinnvoll: Die Gelbsticker reduzieren beziehungsweise erfassen einen Teil der fliegenden Tiere und machen gleichzeitig sichtbar, ob der Befallsdruck zurückgeht. Die Nematoden setzen dagegen dort an, wo der Nachwuchs entsteht.
Stelle Gelbsticker möglichst nahe an der Substratoberfläche auf.
Nematoden vor der Anwendung richtig lagern
SF-Nematoden sind lebende Organismen. Behandle eine Packung deshalb nicht wie ein unbegrenzt lagerfähiges Pulver.
Verwende die Nematoden möglichst zeitnah nach der Lieferung. Kannst du sie nicht sofort ausbringen, lagerst du die ungeöffnete Packung genau nach den Herstellerangaben – bei vielen Produkten gekühlt.
Wichtig:
- nicht einfrieren
- nicht in der Sonne liegen lassen
- nicht längere Zeit warm aufbewahren
- Verbrauchsdatum beachten
- Packung erst zum Anmischen öffnen
- angesetzte Nematodenlösung nicht bis zum nächsten Tag aufheben
Nematoden solltest du nicht einfrieren. Frost kann die lebenden Nützlinge schädigen. Die konkrete Lagertemperatur findest du auf der Packung; sie kann sich je nach Produkt unterscheiden.
Auch die Haltbarkeit ist nicht bei allen Produkten gleich. Deshalb gilt bei Lagerung und Verbrauchsdatum immer die Anleitung des gekauften Produkts.
Welche Packungsgröße beziehungsweise welches Produkt für deinen Pflanzenbestand sinnvoll ist, gehört dagegen zur ➡️ Kaufhilfe für Nematoden gegen Trauermücken.
Welche Temperatur brauchen Nematoden gegen Trauermücken?
Die Temperatur ist wichtig, weil Steinernema feltiae nur in einem geeigneten Bereich ausreichend aktiv ist.
Je nach Produkt werden unterschiedliche untere Temperaturgrenzen angegeben. Bei SF-Nematoden gegen Trauermücken beginnen die empfohlenen Bereiche häufig ungefähr zwischen 8 und 12 °C Substrattemperatur. Entscheidend ist deshalb nicht eine pauschale Zahl aus dem Internet, sondern die Temperaturangabe auf deiner Packung.
In normal beheizten Wohnräumen ist die Temperatur häufig ausreichend. Problematisch können dagegen sein:
- kalte Fensterbänke
- Töpfe direkt an schlecht isolierten Fenstern
- ungeheizte Wintergärten
- kühle Keller oder Treppenhäuser
- draußen stehende Kübel bei niedrigen Temperaturen
Miss im Zweifel die Temperatur in der Blumenerde und nicht nur die Raumtemperatur. Ein feuchter Topf direkt am Fenster kann deutlich kälter sein als die Luft im Zimmer.
Zu hohe Temperaturen sind ebenfalls ungünstig. Halte dich auch hier an den zugelassenen beziehungsweise empfohlenen Temperaturbereich des konkreten Produkts.
Die Blumenerde vor der Anwendung vorbereiten
Nematoden brauchen Feuchtigkeit, um sich im Substrat bewegen zu können. Auf vollständig trockener Erde können sie sich schlecht verteilen.
Die Blumenerde sollte vor der Anwendung deshalb gleichmäßig leicht feucht, aber nicht vernässt sein.
Geeignet ist ein Substrat, das:
- leicht feucht ist
- Wasser noch aufnehmen kann
- nicht staubtrocken vom Topfrand absteht
- keine Pfützen an der Oberfläche bildet
- nicht dauerhaft im Wasser steht
Ist der Wurzelballen stark ausgetrocknet, gieße die Pflanze vor der eigentlichen Behandlung vorsichtig an. Lasse überschüssiges Wasser aus Untersetzern und Übertöpfen ablaufen.
Nicht nur den auffälligsten Topf kontrollieren
Bei mehreren Zimmerpflanzen solltest du nicht automatisch davon ausgehen, dass nur der Topf mit den meisten sichtbaren Trauermücken betroffen ist.
Erwachsene Tiere können zwischen benachbarten Pflanzen wechseln. Kontrolliere deshalb besonders:
- Pflanzen direkt neben dem befallenen Topf
- Kräutertöpfe
- Anzuchtschalen
- Stecklinge
- frisch gekaufte Pflanzen
- dauerhaft feuchte große Töpfe
- offene feuchte Blumenerde
Nicht jeder Topf muss zwangsläufig behandelt werden. Bei einem zusammenstehenden Pflanzenbestand sollten aber alle plausiblen Befallsquellen berücksichtigt werden.
SF-Nematoden gegen Trauermücken richtig anwenden
Bereite Gießkanne, Wasser und alle zu behandelnden Pflanzen vor, bevor du die Packung öffnest. Sobald die Nematodenlösung angesetzt ist, solltest du sie ohne unnötige Verzögerung verteilen.
1. Packungsanleitung lesen und Mischungsverhältnis prüfen
Es gibt kein universelles Mischungsverhältnis für alle Nematodenprodukte.
Packungsgröße, Konzentration und vorgesehene Reichweite unterscheiden sich. Übernimm deshalb keine beliebige Angabe wie „eine Packung auf zehn Liter Wasser“, wenn auf deinem Produkt etwas anderes steht.
Prüfe:
- Wie viel Fläche oder Substrat ist vorgesehen?
- Wie viel Wasser soll verwendet werden?
- Wird zunächst eine Stammlösung angesetzt?
- Welche Temperaturgrenzen gelten?
- Wie lange soll die Erde feucht bleiben?
- Wird eine zweite Behandlung empfohlen?
Die Dosierung der Packung sollte nicht eigenmächtig reduziert werden, nur weil du weniger Wasser verwenden möchtest.
2. Wasser mit geeigneter Temperatur verwenden
Zum Anmischen eignet sich Wasser ohne extreme Temperaturen. Sehr heißes Wasser kann die Nützlinge schädigen.
Bei verschiedenen professionellen SF-Nematoden-Produkten wird zum Ansetzen Wasser im Bereich von etwa 15 bis 20 °C verwendet. Für den Hausgebrauch gilt dennoch: Die Anleitung deines Produkts hat Vorrang.
3. Nematoden gründlich mit Wasser vermischen
Gib den Packungsinhalt entsprechend der Anleitung in das Wasser. Manche Produkte werden zunächst in einer kleineren Wassermenge aufgelöst und anschließend weiter verdünnt.
Rühre gründlich um.
Die Nematoden sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und können sich zusammen mit dem Trägermaterial absetzen. Deshalb solltest du die Mischung nicht einfach längere Zeit unbewegt stehen lassen.
4. Lösung gleichmäßig auf die Blumenerde gießen
Verteile die Nematodenlösung langsam über die gesamte Substratoberfläche.
Bei großen Töpfen gießt du rund um die Pflanze, statt die gesamte Flüssigkeit an einer Stelle auszubringen. Kleine Töpfe und Anzuchtschalen behandelst du mit einem sanften Gießstrahl.
Die Lösung soll in die Erde gelangen, denn dort sitzen die Trauermückenlarven.
Ein Besprühen der Blätter ist für die Bekämpfung der Larven in der Blumenerde nicht erforderlich.
5. Während des Gießens regelmäßig umrühren
Wenn du mehrere Pflanzen behandelst, können sich Nematoden währenddessen in der Gießkanne absetzen.
Rühre deshalb immer wieder bis zum Boden oder halte die Mischung auf andere Weise in Bewegung.
So verhinderst du, dass die ersten Pflanzen nur wenig und die letzten einen stark konzentrierten Rest erhalten.
6. Angesetzte Lösung sofort verbrauchen
Bewahre eine fertige Nematodenlösung nicht für den nächsten Tag auf.
Verteile sie während der vorgesehenen Anwendung vollständig. Ein verbleibender kleiner Rest kann auf bereits behandelte Töpfe verteilt werden, sofern du dadurch keine Staunässe erzeugst und die Produktanleitung dem nicht entgegensteht.
Nach der Anwendung: Erde feucht halten, aber nicht vernässen
Hier entsteht einer der häufigsten Fehler bei der Trauermückenbekämpfung.
Normalerweise hilft es gegen Trauermücken, Blumenerde nicht dauerhaft feucht zu halten. Direkt nach der Nematodenbehandlung brauchen die Nützlinge jedoch genügend Feuchtigkeit, um sich im Substrat bewegen zu können.
Trocknet die behandelte Erde unmittelbar vollständig aus, kann die Wirkung deutlich schlechter ausfallen.
Als praktische Orientierung sollte das Substrat nach der Behandlung etwa 10 bis 14 Tage leicht feucht bleiben, sofern der Hersteller keinen anderen Zeitraum vorgibt.
Das bedeutet nicht, dass du jeden Tag gießen musst.
Achte stattdessen darauf:
- kleine Töpfe regelmäßig zu kontrollieren
- Anzuchtschalen nicht austrocknen zu lassen
- Pflanzen über Heizkörpern besonders zu beobachten
- stehendes Wasser aus Übertöpfen zu entfernen
- keine Staunässe zu erzeugen
- den Topf während der Wirkphase nicht absichtlich komplett austrocknen zu lassen
Die Erde soll feucht, nicht nass sein.
Sobald die Behandlung abgeschlossen ist und der Befallsdruck deutlich nachlässt, stellst du wieder auf einen pflanzengerechten Gießrhythmus um. Dauerhaft zu feuchte Blumenerde begünstigt neue Trauermücken.
➡️ Trauermücken durch passende Erde und richtiges Gießen vorbeugen
Wie lange dauert es, bis Nematoden gegen Trauermücken wirken?
Die Nematoden beginnen nach der Ausbringung mit der Suche nach Larven. Befallene Trauermückenlarven sterben innerhalb weniger Tage.
Bis du oberhalb der Erde deutlich weniger erwachsene Trauermücken bemerkst, dauert es länger. Bereits vorhandene fliegende Tiere verschwinden nicht durch die Nematoden und weitere Entwicklungsstadien können zunächst noch nachkommen.
Typisch ist deshalb:
- erste Tage: weiterhin Trauermücken sichtbar
- nach einigen Tagen: weniger neu auftretende Tiere möglich
- nach etwa 7 bis 10 Tagen: eine deutliche Reduktion kann erkennbar werden
- nach ungefähr 10 bis 14 Tagen: Wirkung wesentlich besser beurteilbar
Die Entwicklung hängt vom Ausgangsbefall, der Temperatur, der Feuchtigkeit und davon ab, ob alle Befallsquellen erfasst wurden.
Gelbsticker helfen bei der Kontrolle. Verwende möglichst frische Tafeln oder markiere das Datum, damit du siehst, ob täglich weniger neue Tiere hängen bleiben.
Muss man SF-Nematoden zweimal anwenden?
Eine Wiederholung kann sinnvoll sein und wird bei verschiedenen Produkten ausdrücklich empfohlen.
Häufig liegt der empfohlene Abstand bei etwa 10 bis 14 Tagen. Ob du grundsätzlich zweimal behandeln solltest oder nur bei weiter bestehendem Befall, richtet sich nach deinem konkreten Produkt.
Vor einer erneuten Anwendung kontrollierst du:
- Wurden alle befallenen oder verdächtigen Töpfe berücksichtigt?
- Waren die Nematoden richtig gelagert?
- Wurde die Lösung direkt verbraucht?
- Wurde während des Gießens umgerührt?
- Blieb das Substrat ausreichend feucht?
- Lag die Temperatur im empfohlenen Bereich?
- Gibt es neue oder unbehandelte Pflanzen als Befallsquelle?
- Handelt es sich tatsächlich um Trauermücken?
Eine zweite Behandlung kann Anwendungsfehler oder eine ständig neue Befallsquelle nicht dauerhaft ausgleichen.
Häufige Fehler bei der Anwendung von Nematoden
Die Erde wird direkt danach trocken gehalten
Dieser Fehler entsteht aus einer eigentlich richtigen Empfehlung: Trockeneres Substrat erschwert Trauermücken die Vermehrung.
Während der aktiven Nematodenbehandlung ist vollständiges Austrocknen aber kontraproduktiv. Die Nützlinge brauchen Feuchtigkeit, um sich im Substrat bewegen zu können.
Erst nach der Wirkphase stellst du wieder auf einen pflanzengerechten, tendenziell trockeneren Rhythmus um.
Die Pflanzen stehen dauerhaft im Wasser
Das Gegenteil ist ebenfalls falsch.
Mehr Wasser bedeutet nicht mehr Wirkung. Stark vernässte Erde belastet die Wurzeln und schafft gleichzeitig günstige Bedingungen für Trauermücken.
Feucht reicht. Staunässe vermeiden.
Nur ein Topf wird behandelt
Wenn Trauermücken aus mehreren Pflanzen stammen, kann ein unbehandelter Topf den Befall weiter aufrechterhalten.
Betrachte deshalb den gesamten betroffenen Pflanzenbereich und nicht ausschließlich den Topf mit den meisten sichtbaren Fliegen.
Die Nematoden wurden falsch gelagert
SF-Nematoden sind lebende Nützlinge.
Eine längere Lagerung im warmen Raum, direkte Sonne oder Einfrieren kann die Qualität beeinträchtigen. Nach Erhalt entweder zeitnah verwenden oder entsprechend der Packungsangabe lagern.
Die Lösung wird nicht umgerührt
Nematoden und Trägermaterial können sich während der Anwendung absetzen.
Wer eine große Gießkanne anmischt und danach zehn Minuten ohne erneutes Rühren gießt, verteilt möglicherweise sehr unterschiedliche Mengen auf die einzelnen Pflanzen.
Die fertige Mischung bleibt lange stehen
Setze die Lösung erst an, wenn du tatsächlich mit dem Gießen beginnen kannst.
Bereite Pflanzen und Arbeitsmaterial vorher vor und verbrauche die Mischung direkt.
Dünger oder andere Mittel werden einfach beigemischt
Nematoden solltest du nicht automatisch zusammen mit Dünger, Pflanzenschutzmitteln, Wasserstoffperoxid, Neempräparaten oder anderen Wirkstoffen in dieselbe Gießkanne geben.
Ob eine Kombination verträglich ist, hängt vom jeweiligen Produkt und Wirkstoff ab.
Am einfachsten und sichersten ist die Anwendung der Nematoden mit geeignetem Wasser nach Packungsanleitung. Andere Behandlungen werden bei Bedarf getrennt durchgeführt.
Es wird sofort eine mückenfreie Wohnung erwartet
SF-Nematoden sind kein Sofortspray gegen erwachsene Trauermücken.
Dass nach zwei oder drei Tagen noch Tiere fliegen, sagt wenig über den Behandlungserfolg aus. Entscheidend ist, ob der Nachschub aus der Erde im weiteren Verlauf zurückgeht.
Wenn die Nematoden scheinbar nicht wirken
Bleibt der Befall nach rund zwei Wochen unverändert stark, solltest du nicht sofort zu einem anderen Mittel wechseln.
Prüfe zuerst die Diagnose. Fruchtfliegen oder Abflussfliegen haben andere Brutquellen und verschwinden nicht, weil Nematoden in die Blumenerde gegossen wurden.
Stimmt die Bestimmung, kontrolliere anschließend die Anwendung:
War die Erde zu trocken?
Ein vollständig ausgetrockneter Topf kann die Wirkung stark beeinträchtigen.
War das Substrat zu kalt?
Gerade im Winter kann die Blumenerde auf einer kalten Fensterbank unter der empfohlenen Mindesttemperatur liegen.
Wurde die Mischung korrekt verteilt?
Nicht umgerührte Lösung oder nur punktuelles Gießen kann zu einer ungleichmäßigen Verteilung führen.
Wurden alle Befallsquellen erfasst?
Ein einziger unbehandelter Topf, eine Anzuchtschale oder eine neu gekaufte Pflanze kann weiterhin Trauermücken hervorbringen.
Waren die Nematoden noch frisch?
Prüfe Lieferzeit, Lagerung und Verbrauchsdatum.
Sind die Gelbsticker wirklich unverändert stark belegt?
Vergleiche nicht einen alten, bereits vollen Sticker mit deiner Erinnerung. Tausche ihn aus oder markiere einen Kontrollzeitraum. So erkennst du besser, ob der tägliche Neuzugang tatsächlich zurückgeht.
Erst nach dieser Prüfung entscheidest du über eine erneute Anwendung.
Nematoden gegen Trauermücken in der Wohnung
SF-Nematoden lassen sich auch bei Zimmerpflanzen einsetzen. In beheizten Innenräumen ist die Anwendung grundsätzlich nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, solange das Substrat innerhalb des für das Produkt vorgesehenen Temperaturbereichs liegt.
Gerade im Winter solltest du aber kalte Fensterplätze berücksichtigen. Die Raumluft kann 20 °C haben, während ein nasser Topf direkt an einer kalten Scheibe deutlich niedrigere Temperaturen erreicht.
Nach erfolgreicher Behandlung bleibt die langfristige Vorbeugung wichtig: Trauermücken vermehren sich besonders gut in dauerhaft feuchtem Substrat.
➡️ Trauermücken dauerhaft vorbeugen
Fazit: Bei SF-Nematoden entscheidet die Anwendung über den Erfolg
SF-Nematoden gegen Trauermücken sind einfach anzuwenden, wenn einige Punkte stimmen: Die Nützlinge müssen frisch sein, das Substrat braucht die passende Temperatur und Feuchtigkeit, die Lösung muss gleichmäßig verteilt und anschließend vor dem vollständigen Austrocknen geschützt werden.
Die wichtigsten Regeln sind:
- Packungsanleitung und Dosierung einhalten
- Nematoden nicht einfrieren
- trockene Erde vor der Anwendung leicht anfeuchten
- Lösung gründlich anmischen
- während des Gießens regelmäßig umrühren
- gleichmäßig auf das Substrat verteilen
- fertige Lösung sofort verbrauchen
- Erde anschließend etwa 10 bis 14 Tage leicht feucht halten
- Gelbsticker parallel für erwachsene Trauermücken verwenden
- Wirkung nicht bereits nach wenigen Tagen vorschnell beurteilen
- eine empfohlene Wiederholung nach 10 bis 14 Tagen beachten
Wenn diese Bedingungen stimmen, bekämpfst du nicht nur die sichtbaren Trauermücken, sondern gezielt deren Larven in der Blumenerde.
Häufige Fragen zu Nematoden gegen Trauermücken
Wie wende ich Nematoden gegen Trauermücken richtig an?
Mische die SF-Nematoden nach Packungsanleitung mit Wasser, rühre die Lösung gründlich um und gieße sie gleichmäßig auf die leicht feuchte Blumenerde. Rühre während der Anwendung immer wieder nach und verbrauche die Mischung direkt.
Wie lange dauert es, bis Nematoden gegen Trauermücken wirken?
Die Nematoden beginnen nach der Anwendung mit der Suche nach Larven. Die Zahl der sichtbaren erwachsenen Trauermücken sinkt zeitversetzt. Eine deutliche Veränderung kann sich nach etwa 7 bis 10 Tagen zeigen; nach ungefähr zwei Wochen lässt sich der Erfolg besser beurteilen.
Welche Temperatur brauchen SF-Nematoden?
Die genaue Mindesttemperatur hängt vom Produkt ab. Bei Steinernema feltiae werden je nach Produkt Bereiche genannt, die ungefähr ab 8 bis 12 °C Substrattemperatur beginnen. Maßgeblich ist die Temperaturangabe auf deiner Packung.
Wie lange muss die Erde nach den Nematoden feucht bleiben?
Als praktische Orientierung sollte die behandelte Blumenerde etwa 10 bis 14 Tage leicht feucht bleiben, sofern das Produkt nichts anderes vorgibt. Die Erde darf dabei nicht dauerhaft vernässt sein.
Kann man Nematoden einfrieren?
Nein. SF-Nematoden sind lebende Organismen und sollten nicht eingefroren werden. Lagere die ungeöffnete Packung nur in dem auf dem Produkt angegebenen Temperaturbereich.
Welches Mischungsverhältnis brauche ich für Nematoden?
Es gibt kein einheitliches Mischungsverhältnis für alle Produkte. Verwende die auf deiner Packung angegebene Menge Wasser und Dosierung. Unterschiedliche Konzentrationen und Packungsgrößen dürfen nicht einfach gleich behandelt werden.
Kann ich Nematoden und Gelbsticker gleichzeitig verwenden?
Ja. Gelbsticker fangen erwachsene Trauermücken, während SF-Nematoden die Larven in der Erde bekämpfen. Beide Maßnahmen ergänzen sich.
Wie oft sollte ich Nematoden gegen Trauermücken anwenden?
Das hängt vom Produkt und Befallsdruck ab. Bei verschiedenen SF-Nematoden-Produkten wird eine Wiederholung nach etwa 10 bis 14 Tagen empfohlen. Halte dich an die Anleitung deiner Packung.
Kann ich nach der Anwendung normal düngen?
Mische Dünger nicht automatisch mit den Nematoden in derselben Gießkanne. Verwende für die Nematodenbehandlung am besten Wasser nach Produktanleitung und führe andere Anwendungen getrennt durch, sofern der Hersteller nichts anderes ausdrücklich freigibt.
Sind SF-Nematoden für Pflanzen, Menschen und Haustiere gefährlich?
Die gegen Trauermücken eingesetzten Steinernema feltiae sind insektenpathogene Nützlinge und keine pflanzenparasitären Nematoden. Verwende das jeweilige Produkt trotzdem ausschließlich nach den vorgesehenen Anwendungshinweisen.
Warum fliegen nach der Behandlung noch Trauermücken herum?
Weil die Nematoden die Larven im Substrat bekämpfen und bereits erwachsene Trauermücken nicht unmittelbar beseitigen. Entscheidend ist deshalb, ob in den folgenden Tagen immer weniger neue Tiere nachkommen.


