Unkraut im Rasen lässt sich am zuverlässigsten über Blattform, Wuchsform, Blüte und Wurzelsystem bestimmen. Eine einzelne Wildpflanze bedeutet dabei nicht automatisch, dass mit dem Boden etwas nicht stimmt. Auffällig wird es vor allem, wenn bestimmte Arten größere Flächen besetzen, immer wieder an denselben Stellen auftauchen oder der Rasen gleichzeitig dünn und lückig wird. Dann lohnt es sich, nicht einfach wahllos zu jäten oder zu sprühen, sondern zuerst die Art zu bestimmen. Löwenzahn braucht beispielsweise eine andere Strategie als Gundermann, Quecke oder Hirse. Besonders bei kriechenden Pflanzen und Ungräsern entscheidet die richtige Zuordnung darüber, ob du sie wirklich schwächst oder beim Entfernen ungewollt weiter verteilst.
Schau zuerst auf die Blätter und darauf, wie die Pflanze wächst. Rosetten, kriechende Teppiche, dreiteilige Blätter und grasartige Büschel lassen sich bereits grob unterschiedlichen Gruppen zuordnen. Anschließend findest du unten für die häufigsten Rasenunkräuter die passende Detailseite mit Erkennungsmerkmalen und Vorgehensweise.
Wenn mehrere Arten gleichzeitig auftreten und der Rasen insgesamt dünn oder stark durchsetzt ist, geht es weniger um eine einzelne Pflanze als um die Fläche als Ganzes. Dann hilft dir ➡️ der Gesamtplan bei vielen Unkräutern im Rasen.

Inhalt
- Unkraut im Rasen bestimmen: zuerst Blattform und Wuchs ansehen
- Rasenunkräuter im Überblick: Welche Art wächst bei dir?
- Kriechendes Unkraut im Rasen bestimmen
- Wenn das Unkraut wie Gras aussieht
- Rosetten im Rasen unterscheiden
- Der richtige erste Schritt hängt von der Art ab
- Entfernen und danach die Lücke schließen
- Wann lässt sich Unkraut am besten entfernen?
- Viele verschiedene Unkräuter gleichzeitig: nicht jede Pflanze einzeln verfolgen
- Wenn der Standort den Rasen ausbremst
Unkraut im Rasen bestimmen: zuerst Blattform und Wuchs ansehen
Du musst eine unbekannte Pflanze nicht sofort botanisch exakt benennen können. Für die erste Einordnung reichen meist einige gut sichtbare Merkmale.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Bildet die Pflanze eine Rosette?
Liegen die Blätter sternförmig dicht am Boden, kommen unter anderem Löwenzahn, Spitzwegerich oder Breitwegerich infrage. - Besteht jedes Blatt aus drei Teilblättchen?
Dann prüfe Klee und Sauerklee genauer. Die Form der einzelnen Blättchen und die Blüten unterscheiden beide deutlich. - Kriecht die Pflanze durch den Rasen?
Gundermann, Ehrenpreis, Kriechender Hahnenfuß, Kriechendes Fingerkraut und Pfennigkraut können flache Bestände oder Teppiche bilden. - Sieht das vermeintliche Unkraut eigentlich wie Gras aus?
Dann können Hirse, Quecke oder Einjähriges Rispengras dahinterstecken. Hier solltest du nicht nur auf die Farbe, sondern auch auf Wuchs, Halme und Ausbreitungsform achten. - Sind die Blätter groß und kräftig?
Breite Blätter in einer Rosette sprechen eher für Breitwegerich oder Ampfer als für die typischen kriechenden Arten. - Sind die Blätter sehr fein geteilt oder gefiedert?
Das passt unter anderem zur Schafgarbe. - Siehst du gegliederte grüne Triebe statt normaler Blätter?
Dann solltest du Ackerschachtelhalm prüfen.
Blüten helfen bei der Bestimmung zusätzlich, sollten aber nicht das einzige Merkmal sein. Viele Rasenunkräuter bleiben durch regelmäßiges Mähen lange ohne auffällige Blüte.
Wenn du nicht nur eine fremde Pflanze, sondern mehrere Rasenprobleme gleichzeitig einordnen möchtest, kannst du auch die ➡️ Rasen-Diagnose nutzen.
Rasenunkräuter im Überblick: Welche Art wächst bei dir?
Die folgende Übersicht führt direkt zu den inzwischen vorhandenen GartenDiagnose-Seiten für die einzelnen Arten.
| Rasenunkraut | Typische Merkmale zur ersten Einordnung | Ausführliche Hilfe |
|---|---|---|
| Klee | meist dreiteilige Blätter, flacher Wuchs, kann größere Teppiche bilden | ➡️ Klee im Rasen |
| Löwenzahn | gezähnte Blattrosette, gelbe Blüten, kräftige Pfahlwurzel | ➡️ Löwenzahn im Rasen |
| Gundermann | rundliche bis nierenförmige Blätter, kriechende Triebe, violette Blüten | ➡️ Gundermann im Rasen |
| Hirse | grasartig, häufig heller und grober als der Rasen, auffällig in warmen Sommerphasen | ➡️ Hirse im Rasen |
| Ehrenpreis | niedrig wachsend, kleine Blätter, häufig flache Teppiche und kleine blaue Blüten | ➡️ Ehrenpreis im Rasen |
| Gänseblümchen | flache Blattrosette, weiße Blüten mit gelber Mitte, bleibt unter dem Mäher niedrig | ➡️ Gänseblümchen im Rasen |
| Spitzwegerich | schmale, lanzettliche Blätter mit deutlichen Längsnerven in einer Rosette | ➡️ Spitzwegerich im Rasen |
| Kriechender Hahnenfuß | kriechende Ausläufer, gelbe Blüten, deutlich gelappte Blätter | ➡️ Kriechender Hahnenfuß im Rasen |
| Pfennigkraut | runde, paarweise sitzende Blätter, kriechende Triebe, gelbe Einzelblüten | ➡️ Pfennigkraut im Rasen |
| Breitwegerich | breite, kräftig geaderte Blätter als flache Rosette, häufig in belasteten Bereichen | ➡️ Breitwegerich im Rasen |
| Horn-Sauerklee | dreiteilige herzförmige Blätter, häufig rötlich-grün, kleine gelbe Blüten | ➡️ Sauerklee im Rasen |
| Quecke | gröberes Gras, breitet sich über unterirdische Rhizome seitlich aus | ➡️ Quecke im Rasen |
| Einjähriges Rispengras | hellere, weiche Grasbüschel, bildet schon bei geringer Höhe kleine Rispen | ➡️ Rispengras im Rasen |
| Vogelmiere | weiche, hellgrüne Polster, kleine Blätter und winzige weiße Blüten | ➡️ Vogelmiere im Rasen |
| Kriechendes Fingerkraut | gefingerte Blätter, gelbe Blüten, lange kriechende und an Knoten wurzelnde Triebe | ➡️ Kriechendes Fingerkraut im Rasen |
| Kleine Braunelle | niedriger Wuchs, gegenständige Blätter, im Sommer violett-blaue Blütenstände | ➡️ Kleine Braunelle im Rasen |
| Ackerschachtelhalm | gegliederte grüne Triebe mit quirlig angeordneten Seitenzweigen, keine typischen Blätter | ➡️ Ackerschachtelhalm im Rasen |
| Ampfer | kräftige, größere Blätter, später oft hohe Blüten- und rötlich-braune Samenstände | ➡️ Ampfer im Rasen |
| Schafgarbe | fein gefiederte Blätter, flacher Austrieb, später meist weiße Blütenstände | ➡️ Schafgarbe im Rasen |



Kriechendes Unkraut im Rasen bestimmen
Kriechende Rasenunkräuter sind besonders leicht zu verwechseln, weil sie alle niedrig bleiben und sich zwischen den Gräsern ausbreiten. Der Blick auf Blattform und Ausläufer bringt dich meistens weiter.
Rundliche Blätter und violette Blüten
Das passt besonders gut zu Gundermann. Die Triebe laufen flach über den Boden und können an mehreren Stellen Wurzeln bilden.
Kleine Blätter und sehr flacher Teppich
Hier kommt Ehrenpreis infrage. Vor allem niedrig wachsende Arten können sich so eng in die Grasnarbe legen, dass sie beim Mähen kaum erfasst werden.
Gelbe Blüten und gelappte Blätter
Dann solltest du Kriechenden Hahnenfuß prüfen. Seine oberirdischen Ausläufer können neue Pflanzen bilden und eine Fläche schrittweise besiedeln.
Gelbe Blüten und gefingerte Blätter
Das spricht eher für Kriechendes Fingerkraut. Seine flachen Triebe wurzeln an den Knoten und lassen sich deshalb nicht sinnvoll nur an einer Stelle abreißen.
Runde Blätter wie kleine Münzen
Pfennigkraut lässt sich an den nahezu runden, paarweise angeordneten Blättern gut von den anderen kriechenden Arten unterscheiden.
Kleine dreiteilige Blätter
Bei drei Teilblättchen solltest du genauer zwischen Klee und Horn-Sauerklee unterscheiden. Sauerklee besitzt typischerweise herzförmige Teilblättchen und kleine gelbe Blüten, während die bekannten Kleearten anders geformte Blätter und Blütenstände bilden.
Gerade bei kriechenden Arten ist die Bestimmung wichtig, bevor du kräftig harkst oder vertikutierst. Pflanzen mit Ausläufern und bewurzelten Knoten verlangen eine andere Vorgehensweise als einzelne Rosetten.
Wenn das Unkraut wie Gras aussieht
Eine der schwierigsten Gruppen sind unerwünschte Gräser. Sie fallen oft erst auf, wenn einzelne Stellen heller, gröber, weicher oder schneller wachsend wirken als die restliche Fläche.
Hirse
Hirse fällt häufig im Sommer auf. Die Pflanzen können gröbere und breitere Blätter als die Rasengräser bilden und breiten sich besonders dort aus, wo offene Stellen vorhanden sind.
Quecke
Quecke ist mehrjährig und breitet sich über unterirdische Rhizome aus. Ziehst du nur an den sichtbaren Halmen, bleibt das eigentliche Ausbreitungssystem im Boden.
Einjähriges Rispengras
Einjähriges Rispengras fällt häufig durch hellere, weiche Büschel und eine frühe Samenbildung auf. Kleine Rispen können selbst in sehr kurz gehaltenem Rasen erscheinen.
Bei einem grasartigen Fremdbestand solltest du deshalb nicht einfach davon ausgehen, dass es sich um „Hirse“ handelt. Prüfe zuerst, ob die Pflanze büschelig wächst, unterirdische Ausläufer besitzt oder bereits kleine Rispen bildet.
Rosetten im Rasen unterscheiden
Nicht jedes breitblättrige Unkraut bildet Ausläufer. Mehrere häufige Arten sitzen stattdessen als Rosette direkt auf dem Boden und überstehen regelmäßiges Mähen erstaunlich gut.
Löwenzahn erkennst du an den tief gezähnten Blättern und seiner kräftigen Pfahlwurzel.
Spitzwegerich besitzt deutlich schmalere, längliche Blätter mit kräftigen Längsnerven.
Breitwegerich bildet dagegen eine flache Rosette aus breiten Blättern und fällt häufig in stark betretenen Rasenbereichen auf.
Auch Gänseblümchen bildet eine bodennahe Rosette. Die Art lässt sich spätestens an den bekannten weißen Blüten mit gelber Mitte leicht erkennen.
Bei Ampfer sind die Blätter normalerweise deutlich größer und kräftiger. Lässt man die Pflanze wachsen, entstehen je nach Art markante aufrechte Blüten- und Samenstände.
Der richtige erste Schritt hängt von der Art ab
„Unkraut entfernen“ kann sehr unterschiedliche Dinge bedeuten. Entscheidend ist, wie die Pflanze wächst und sich vermehrt.
Pflanzen mit kräftiger Einzelwurzel
Löwenzahn und verschiedene andere tief wurzelnde Rosetten solltest du so ausstechen, dass möglichst viel der entscheidenden Wurzel mit entfernt wird. Nur die Blätter abzureißen bringt meist wenig.
Pflanzen mit oberirdischen Kriechtrieben
Bei Gundermann, Kriechendem Fingerkraut oder Kriechendem Hahnenfuß solltest du den Verlauf der Triebe verfolgen und möglichst zusammenhängend herausnehmen. Einzelne bewurzelte Abschnitte können sonst zurückbleiben.
Pflanzen mit unterirdischen Rhizomen
Quecke und Ackerschachtelhalm sind deutlich hartnäckiger. Hier ist es besonders wichtig zu wissen, was unter der Oberfläche passiert. Starkes Zerkleinern des Bodens kann die Entfernung zusätzlich erschweren, wenn zahlreiche vitale Teile zurückbleiben.
Flache, leicht entfernbare Bestände
Vogelmiere lässt sich bei kleinen Nestern vergleichsweise gut aufnehmen. Wichtig ist hier vor allem, nicht erst zu handeln, wenn die Pflanze bereits große offene Bereiche besetzt und reichlich Samen gebildet hat.
Wenn du eine bestimmte Art erkannt hast, findest du auf der jeweiligen Detailseite die passende Methode. Für ein allgemeines Vorgehen ohne unnötige Mittel gibt es außerdem ➡️ Unkraut im Rasen entfernen ohne Gift.
Entfernen und danach die Lücke schließen
Der zweite Schritt wird häufig vergessen. Eine entfernte Pflanze hinterlässt Platz, Licht und teilweise offene Erde. Genau diese Stelle kann anschließend erneut von unerwünschten Pflanzen besiedelt werden.
Bei kleinen Einzelpflanzen reicht es häufig, die entstandene Stelle sauber zu schließen und den angrenzenden Rasen wieder hineinwachsen zu lassen. Größere Lücken solltest du gezielt nachsäen.
➡️ Nachsäen gegen Unkraut: Lücken richtig schließen
Ist die gesamte Grasnarbe dünn, bringt es wenig, nur Loch für Loch zu reparieren. Dann geht es darum, den vorhandenen Rasen insgesamt konkurrenzfähiger zu machen.
➡️ Rasen dicht machen gegen Unkraut



Wann lässt sich Unkraut am besten entfernen?
Für viele mechanische Arbeiten ist ein leicht feuchter, aber nicht völlig nasser Boden günstig. Wurzeln lösen sich dann meist besser als aus ausgetrockneter, harter Erde.
Warte bei tief wurzelnden Rosetten deshalb lieber auf passende Bodenbedingungen, statt die Blätter abzureißen und den Großteil der Wurzel zurückzulassen.
Auch der Zustand des Rasens spielt eine Rolle. Während extremer Hitze oder Trockenheit solltest du keine große Sanierungsaktion starten, nach der zahlreiche offene Stellen zurückbleiben und der Rasen kaum nachwachsen kann.
Bei Arten, die sich stark über Samen verbreiten, ist zusätzlich ein früher Zeitpunkt sinnvoll: Werden Blüten und Samenstände rechtzeitig entfernt, gelangt weniger neues Saatgut in die Fläche.
Viele verschiedene Unkräuter gleichzeitig: nicht jede Pflanze einzeln verfolgen
Stehen nur zwei Löwenzahn-Rosetten im Rasen, kannst du dich auf diese Pflanzen konzentrieren. Besteht die Fläche dagegen aus zahlreichen Arten, großen Teppichen und vielen offenen Stellen, liegt das Hauptproblem nicht mehr bei einer einzelnen Unkrautart.
Dann lohnt sich zunächst ein Blick auf das Muster:
- Ist der Rasen großflächig dünn?
- Gibt es viele kahle oder offene Stellen?
- Treten die Pflanzen hauptsächlich in Laufwegen auf?
- Sind bestimmte Bereiche dauerhaft feucht?
- Ist nur der Schatten betroffen?
- Kam der starke Bewuchs nach Trockenheit oder einer anderen Belastung?
- Wurde der Rasen sehr kurz gemäht?
- Gibt es zusätzlich Moos oder starken Rasenfilz?
Eine einzelne Pflanze beweist dabei noch keinen bestimmten Bodenmangel. Erst das Zusammenspiel aus Art, Verteilung und Zustand des Rasens liefert einen brauchbaren Hinweis.
Wenn du verstehen möchtest, warum die Fläche insgesamt verunkrautet, findest du die ausführliche Einordnung unter ➡️ Unkräuter im Rasen: Ursachen erkennen und richtig handeln.
Für eine bereits stark durchsetzte Fläche führt dich ➡️ der Gesamtplan bei vielen Unkräutern im Rasen durch die passende Reihenfolge.
Wenn der Standort den Rasen ausbremst
Bestimmte Stellen im Garten sind für Rasengräser schwieriger als andere. Genau dort können sich Pflanzen halten, die mit den Bedingungen besser zurechtkommen.
Verdichteter oder stark belasteter Boden
Trittflächen, Laufwege, Spielbereiche und häufig befahrene Stellen können verdichten. Breitwegerich und Spitzwegerich fallen dort häufiger auf, aber eine einzelne Pflanze reicht nicht als Beweis.
Ist der Boden tatsächlich hart und schlecht durchlässig, hilft dir ➡️ Boden im Rasen richtig lockern.
Schatten
Im Schatten wächst Rasengras häufig schwächer und kann Lücken schlechter schließen. Statt nur die dort auftretenden Pflanzen zu entfernen, solltest du prüfen, ob Rasentyp und Pflege überhaupt zum Standort passen.
➡️ Schattenrasen richtig auswählen und pflegen
Rasenfilz und schwacher Bestand
Starker Filz kann die Bedingungen in Bodennähe verändern und die Regeneration des Rasens erschweren. Ob eine Bearbeitung notwendig ist, solltest du deshalb am tatsächlichen Filz beurteilen und nicht allein daran, dass Unkraut vorhanden ist.
➡️ Rasenfilz erkennen und entfernen
Sehr große offene oder geschädigte Flächen
Wenn nur noch wenig brauchbarer Rasen vorhanden ist, kann die Reparatur jeder einzelnen Stelle unverhältnismäßig aufwendig werden. Dann ist zu prüfen, ob eine Teil- oder komplette Erneuerung sinnvoller ist.



Häufige Fehler bei Unkraut im Rasen
Jede unbekannte Pflanze für Klee halten
Dreiteilige Blätter kommen nicht nur bei klassischem Klee vor. Besonders Horn-Sauerklee wird schnell verwechselt. Schau auf Blattform, Blüte und Wuchs.
Jedes grasartige Unkraut als Hirse einordnen
Hirse, Quecke und Einjähriges Rispengras verlangen unterschiedliche Maßnahmen. Prüfe die Pflanze deshalb genauer, bevor du größere Bereiche entfernst.
Kriechende Pflanzen nur oberflächlich abrechen
Bei Pflanzen mit Ausläufern bleibt dann ein großer Teil des Bestands erhalten. Verfolge die Triebe und kontrolliere, wo sie bereits neu angewurzelt sind.
Nach dem Ausstechen offene Stellen lassen
Die entfernte Pflanze ist weg, die freie Stelle bleibt. Ohne Nachsaat oder schnellen Lückenschluss entsteht dort leicht die nächste Besiedlungsfläche.
Alle Unkräuter automatisch als Bodentest betrachten
Manche Arten passen zu bestimmten Standortbedingungen, doch einzelne Pflanzen beweisen weder einen bestimmten pH-Wert noch einen konkreten Nährstoffmangel. Behandle gemessene Probleme – keine Vermutungen.
Zu kurz mähen
Ein dauerhaft sehr kurzer Schnitt schwächt den Rasen, wenn Schnitthöhe und Rasentyp nicht dazu passen. Gleichzeitig gelangt mehr Licht bis in lückige Bereiche.
Sofort vertikutieren
Vertikutieren ist keine Universalbehandlung gegen jede Unkrautart. Bei einigen Pflanzen löst es das eigentliche Problem nicht, während der Rasen anschließend erst wieder offene Stellen schließen muss.
Entfernen oder stehen lassen?
„Unkraut“ beschreibt zunächst eine Pflanze, die an dieser Stelle nicht erwünscht ist. Ein Gänseblümchen, Klee oder die Kleine Braunelle muss deshalb nicht automatisch entfernt werden.
In einem naturnäheren Rasen können einzelne Wildkräuter durchaus gewollt sein. In einem gleichmäßigen Spiel- oder Zierrasen werden dieselben Pflanzen dagegen häufig als störend empfunden.
Handlungsbedarf besteht vor allem dann, wenn eine Art:
- große Flächen übernimmt,
- andere gewünschte Pflanzen deutlich verdrängt,
- sich schnell in offene Bereiche ausbreitet,
- die Nutzung der Fläche stört,
- oder immer wieder auftritt, weil der Rasen an dieser Stelle dauerhaft geschwächt ist.
Du musst also nicht jede fremde Pflanze bekämpfen. Entscheidend ist, welchen Rasen du möchtest und wie stark sich die betreffende Art tatsächlich ausbreitet.
Häufige Fragen zu Unkräutern im Rasen
Wie kann ich Unkraut im Rasen bestimmen?
Achte zuerst auf Blattform, Wuchsform und Blüte. Besonders hilfreich ist die Unterscheidung zwischen Rosetten, kriechenden Pflanzen, dreiteiligen Blättern und grasartigen Fremdbeständen. Anschließend kannst du die Merkmale mit der Artenübersicht vergleichen.
Welche Unkräuter kommen häufig im Rasen vor?
Typische Arten sind unter anderem Klee, Löwenzahn, Gundermann, Ehrenpreis, Gänseblümchen, Wegerich, Kriechender Hahnenfuß, Vogelmiere und verschiedene Ungräser. Je nach Standort können außerdem Sauerklee, Pfennigkraut, Fingerkraut, Braunelle, Ampfer, Schafgarbe oder Ackerschachtelhalm auftreten.
Wie bestimme ich Unkraut im Rasen anhand der Blätter?
Dreiteilige Blätter sprechen beispielsweise für Klee oder Sauerklee, eine gezähnte Rosette für Löwenzahn und schmale Blätter mit deutlichen Längsnerven für Spitzwegerich. Runde oder nierenförmige Blätter an kriechenden Trieben passen eher zu Gundermann oder Pfennigkraut.
Welches Unkraut kriecht durch den Rasen?
Zu den typischen kriechenden Arten gehören Gundermann, Ehrenpreis, Kriechender Hahnenfuß, Kriechendes Fingerkraut und Pfennigkraut. Da mehrere dieser Pflanzen Ausläufer bilden, solltest du sie vor dem Entfernen möglichst genau bestimmen.
Welches Unkraut sieht aus wie Gras?
Hirse, Quecke und Einjähriges Rispengras können zunächst wie normaler Rasen wirken. Hirse fällt häufig durch gröberen Sommerwuchs auf, Quecke durch ihre unterirdischen Rhizome und Einjähriges Rispengras durch helle, weiche Büschel mit früher Rispenbildung.
Muss Unkraut im Rasen immer entfernt werden?
Nein. Einzelne Wildkräuter können in einem naturnahen Rasen problemlos toleriert werden. Entfernen solltest du sie vor allem, wenn sie sich stark ausbreiten oder du eine möglichst gleichmäßige Rasenfläche erhalten möchtest.
Warum kommt Unkraut nach dem Entfernen wieder?
Häufig bleiben Wurzeln, Rhizome oder bewurzelte Ausläufer zurück. Zusätzlich kann eine offene Stelle erneut von Samen besiedelt werden. Deshalb gehört zum Entfernen fast immer auch die Kontrolle der Wurzeln und anschließend der Lückenschluss.
Was mache ich, wenn der ganze Rasen voller Unkraut ist?
Bei vielen verschiedenen Arten solltest du nicht jede Pflanze einzeln verfolgen. Prüfe zuerst, warum die Grasnarbe insgesamt schwach oder lückig ist, reduziere den stärksten Bewuchs und baue den Rasen anschließend wieder dicht auf.
Wann sollte ich Unkraut im Rasen ausstechen?
Am angenehmsten funktioniert das meist bei leicht feuchtem Boden. Besonders tief wurzelnde Pflanzen lassen sich dann besser lösen, ohne dass die Wurzel direkt unter der Oberfläche abreißt.
Hilft Vertikutieren gegen jedes Rasenunkraut?
Nein. Vertikutieren ist keine allgemeine Unkrautbehandlung. Ob es sinnvoll ist, hängt von der Pflanzenart und vom Zustand der Grasnarbe ab. Bei tief wurzelnden oder über Rhizome wachsenden Arten löst es die eigentliche Ursache häufig nicht.

