Borkenkäfer erkennen und bekämpfen: So schützt du Fichten, Obstbäume und Thuja

Deine Fichte bekommt plötzlich braune Nadeln, am Stamm liegt feines braunes Bohrmehl oder die Rinde beginnt sich abzulösen? Dahinter können Borkenkäfer stecken. Besonders der Buchdrucker und der Kupferstecher können Fichten innerhalb kurzer Zeit so stark schädigen, dass sie absterben. Doch Borkenkäfer befallen nicht nur Nadelbäume: Auch an Obstbäumen, Thuja, Wacholder und anderen Gehölzen kommen verschiedene Arten vor. Entscheidend ist, einen aktiven Befall früh zu erkennen, denn wenn die Krone bereits vollständig braun ist, haben viele Käfer den Baum möglicherweise längst verlassen. Nicht jedes Bohrloch bedeutet allerdings, dass noch Schädlinge vorhanden sind. Auch Trockenheit, Pilzkrankheiten und andere holzbewohnende Insekten können ähnliche Symptome verursachen. Bevor du zur Säge greifst, solltest du deshalb Baumart, Bohrmehl, Rindenzustand und mögliche Fraßgänge sorgfältig prüfen.

Borkenkäfer erkennst du bei Fichten besonders früh an frischem, braunem Bohrmehl in Rindenschuppen, Spinnweben oder am Stammfuß. Ist der Baum erfolgreich vom Buchdrucker besiedelt und die Brut bereits angelegt, lässt er sich normalerweise nicht mehr retten. Wichtig ist dann, befallenes Holz vor dem Ausflug der nächsten Käfergeneration fachgerecht entfernen oder unschädlich machen zu lassen. Bei Obstbäumen und Thuja hängt die richtige Maßnahme dagegen von der Käferart und dem Umfang des Befalls ab.

Borkenkäfer-Schäden an einer Fichte mit frischem braunem Bohrmehl, kleinen Bohrlöchern und Fraßgängen unter der Rinde. Zusätzlich sind geschädigte Obstbaumzweige und braune Thuja-Triebe abgebildet.
Borkenkäfer erkennen und bekämpfen: So schützt du Fichten, Obstbäume und Thuja
Inhalt
  1. Borkenkäfer erkennen: Diese Anzeichen verraten einen Befall
  2. Buchdrucker, Kupferstecher und andere Borkenkäfer unterscheiden
  3. Borkenkäferbefall oder Trockenheit? So findest du die tatsächliche Ursache
  4. Borkenkäfer bekämpfen: Was du jetzt konkret tun solltest
  5. Befallenes Holz entsorgen: Warum der Zeitpunkt entscheidend ist
  6. Wann sind Borkenkäfer aktiv? Flugzeit und Jahresverlauf
  7. Helfen Pheromonfallen gegen Borkenkäfer?
  8. Können Spritzmittel, Nematoden oder Hausmittel Borkenkäfer bekämpfen?
  9. Borkenkäfer vorbeugen: So machst du deine Bäume widerstandsfähiger
  10. Muss ein Baum mit Borkenkäferbefall gefällt werden?

Borkenkäfer erkennen: Diese Anzeichen verraten einen Befall

Borkenkäfer sind kleine Käfer aus der Unterfamilie der Borkenkäfer (Scolytinae) innerhalb der Rüsselkäfer.

Viele Arten leben unter der Rinde von Bäumen. Andere bohren sich in das Holz und nutzen dort Pilze als Nahrungsgrundlage.

Die Käfer selbst sind häufig nur wenige Millimeter groß. Ihre Spuren lassen sich deshalb oft leichter entdecken als die Tiere.

Braunes Bohrmehl: Der wichtigste frühe Hinweis

Bei einem frischen Buchdruckerbefall bohren sich erwachsene Käfer durch die Rinde.

Dabei werfen sie feines, bräunliches Bohrmehl aus den Einbohröffnungen.

Dieses sammelt sich besonders häufig:

  • Zwischen den Schuppen der Fichtenrinde.
  • In kleinen Spinnweben am Stamm.
  • Auf Ästen und Astgabeln.
  • Auf Blättern und Gräsern unmittelbar unter dem Baum.
  • Am Stammfuß und zwischen oberflächlichen Wurzeln.

Das Bohrmehl sieht häufig aus wie sehr feiner, rostbrauner Staub oder gemahlener Kaffee.

Frisches Bohrmehl ist bei Fichten eines der wichtigsten Frühwarnzeichen, weil die Krone zu diesem Zeitpunkt noch vollständig grün sein kann.

Nach Regen oder starkem Wind lässt es sich allerdings schlechter finden. Ein fehlender Bohrmehlbelag schließt einen Befall daher nicht aus.

Beim Kupferstecher ist die Früherkennung besonders schwierig, weil die winzigen Käfer häufig hoch oben in der Krone oder in dünnrindigen Zweigen brüten.

Kleine Bohrlöcher in der Rinde

Borkenkäfer hinterlassen je nach Art kleine, überwiegend runde Öffnungen.

Beim Buchdrucker sind die Einbohrlöcher ungefähr zwei bis drei Millimeter groß. Kleinere Arten erzeugen entsprechend kleinere Öffnungen.

Allerdings musst du zwischen zwei Arten von Löchern unterscheiden:

  • Einbohrlöcher entstehen, wenn erwachsene Käfer in die Rinde eindringen.
  • Ausfluglöcher entstehen, wenn sich fertig entwickelte Jungkäfer aus dem Brutbaum herausarbeiten.

Viele sichtbare Löcher können deshalb bedeuten, dass ein großer Teil der Käfer bereits ausgeflogen ist.

Ein einzelnes Loch ist noch kein Beweis für einen gefährlichen Befall. Auch andere Insekten können ähnliche Öffnungen verursachen.

Harztropfen, abplatzende Rinde und braune Nadeln

Eine Fichte versucht, eindringende Borkenkäfer durch Harzbildung abzuwehren.

Deshalb können kleine Harztropfen oder harzverklebte Einbohrstellen ein frühes Zeichen sein.

Die Abwehr funktioniert jedoch nur, solange der Baum ausreichend vital ist und genügend Harz bilden kann.

Bei Trockenstress oder massenhaftem Käferangriff kann diese Abwehr versagen.

Im weiteren Verlauf zeigen sich häufig:

  • Einzelne aufgehellte oder fahlgrüne Kronenbereiche.
  • Gelblich bis rötlich-braun verfärbte Nadeln.
  • Abfallende Nadeln.
  • Von Spechten abgeschlagene Rindenteile.
  • Größere sich ablösende Rindenplatten.

Wenn die gesamte Fichtenkrone bereits rotbraun ist oder die Rinde großflächig abfällt, kommt eine Bekämpfung der ursprünglichen Käfergeneration häufig zu spät.

Die Käfer können den Baum dann bereits verlassen haben. Deshalb sollte das weitere Vorgehen nicht allein von der Nadelfarbe abhängen.

Fraßgänge unter der Rinde

Unter der Rinde legen die Käfer charakteristische Gangsysteme an.

Die Weibchen schaffen sogenannte Muttergänge, in denen sie ihre Eier ablegen. Von diesen zweigen später die Fraßgänge der Larven ab.

Die Larven fressen hauptsächlich im Bastbereich, also in Geweben, die für den Transport von Assimilaten innerhalb des Baumes wichtig sind.

Wird dieser Bereich großflächig zerstört, bricht die Versorgung der Wurzeln zusammen. Gleichzeitig können mit dem Befall verbundene Pilze den Schaden verstärken.

Die Gangmuster helfen bei der Artbestimmung. An lebenden, möglicherweise noch gesunden Bäumen solltest du dafür aber nicht großflächig die Rinde ablösen. Solche Verletzungen können zusätzlichen Schaden verursachen.

Nahaufnahme eines braunen Borkenkäfers auf freigelegtem Fichtenholz mit deutlich sichtbaren Fraßgängen unter der abgelösten Baumrinde.
Borkenkäfer an einer Fichte: Käfer und Fraßgänge unter der Rinde erkennen

Buchdrucker, Kupferstecher und andere Borkenkäfer unterscheiden

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Nicht jede Borkenkäferart befällt dieselben Bäume oder verursacht denselben Schaden.

Für Gartenbesitzer ist besonders wichtig, ob eine Fichte, ein Obstbaum oder eine Thuja betroffen ist.

BorkenkäferHauptwirtTypischer Befallsbereich
Buchdrucker (Ips typographus)Vor allem FichteStammabschnitte mit dickerer Rinde
Kupferstecher (Pityogenes chalcographus)Besonders FichteDünnrindige Stammteile, Äste, Kronen
Obstbaumsplintkäfer (Scolytus-Arten)Apfel, Pflaume, andere LaubgehölzeStamm und stärkere Äste
Thuja- und Wacholderborkenkäfer (Phloeosinus-Arten)Thuja, Wacholder, ScheinzypresseJunge Triebe, Äste und Stamm
Kleiner Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor)Vor allem BucheRinden- und Bastbereich

Buchdrucker: Der gefährlichste Fichtenborkenkäfer

Der Buchdrucker (Ips typographus) erreicht ungefähr 4,2 bis 5,5 Millimeter Länge.

Sein Körper ist dunkelbraun bis schwarzbraun und walzenförmig.

Die Art befällt bevorzugt Fichten mit ausreichend dicker Rinde, besonders am Stamm älterer Bäume.

Bei einem erfolgreichen Angriff legen die Käfer meist ein bis drei längs verlaufende Muttergänge an. Seitlich zweigen zahlreiche Larvengänge ab.

Dadurch entsteht ein charakteristisches Brutbild, das entfernt an ein aufgeschlagenes Buch erinnern kann.

Der Buchdrucker gilt als besonders gefährlich, weil er sich bei geeigneter Witterung stark vermehren und bei hohen Populationsdichten auch bisher vitale Fichten erfolgreich angreifen kann.

Kupferstecher: Besonders an jungen Fichten und in Baumkronen

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) ist mit ungefähr 1,8 bis 2,5 Millimetern deutlich kleiner.

Er bevorzugt dünnrindige Bereiche:

  • Junge Fichten.
  • Dünne Stammabschnitte.
  • Äste und Zweige.
  • Obere Kronenbereiche älterer Fichten.
  • Frisches, geeignetes Fichtenrestholz.

Sein Brutbild besteht häufig aus mehreren sternförmig angeordneten Muttergängen.

Der Käfer befällt bevorzugt bereits gestresste Gehölze. Bei starkem Populationsdruck kann er jedoch ebenfalls erhebliche Schäden verursachen.

Ein Kupferstecherbefall ist von außen oft erst spät zu erkennen, weil die ersten Fraßstellen weit oben in der Krone liegen.

Borkenkäfer an Obstbäumen

Auch Apfel-, Pflaumen- und andere Obstbäume können von Borkenkäfern befallen werden.

Eine wichtige Art ist der Große Obstbaumsplintkäfer (Scolytus mali).

Seine erwachsenen Käfer werden ungefähr drei bis viereinhalb Millimeter lang. Sie besiedeln besonders geschwächte Obstgehölze.

Unter der Rinde entstehen längliche Muttergänge, von denen zahlreiche Larvengänge abzweigen.

Auch der kleinere Runzelige Obstbaumsplintkäfer (Scolytus rugulosus) kann Obstgehölze schädigen.

Typische Hinweise sind viele kleine Ausfluglöcher, geschädigte Rindenbereiche und absterbende Äste.

Anders als beim massiven Buchdruckerbefall einer Fichte steht hier häufig eine bereits vorhandene Schwächung des Baumes im Vordergrund.

Trockenheit, Wurzelschäden, Pilzkrankheiten oder ungünstige Bodenverhältnisse sollten deshalb mituntersucht werden.

Borkenkäfer an Thuja und Wacholder

An Lebensbäumen und Wacholder treten unter anderem Borkenkäfer der Gattung Phloeosinus auf.

Sie können zwei unterschiedliche Schadbilder verursachen.

Beim sogenannten Reifungsfraß höhlen junge Käfer kurze Triebstücke aus. Diese knicken ab, werden braun und hängen häufig noch an der Pflanze.

Typisch sind etwa fünf bis zwanzig Zentimeter lange, vertrocknete Seitentriebe.

Beim späteren Brutbefall befinden sich die Fraßgänge dagegen unter der Rinde stärkerer Äste oder Stämme.

Dann können ganze Äste und bei starkem Befall auch vollständige Heckenpflanzen absterben.

Der Pflanzenschutzdienst Hessen beschreibt diese beiden Schadbilder besonders anschaulich.


Borkenkäferbefall oder Trockenheit? So findest du die tatsächliche Ursache

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Braune Nadeln, absterbende Äste oder kleine Löcher im Holz beweisen für sich allein noch keinen Borkenkäferbefall.

Deshalb solltest du verschiedene Ursachen miteinander vergleichen.

BeobachtungMögliche UrsacheEntscheidend für die Diagnose
Frisches braunes Bohrmehl an FichteBuchdruckerEinbohrstellen und aktuelle Brut
Braune Fichtenkrone ohne BohrmehlAlter Käferbefall oder TrockenheitRinde und weitere Befallsmerkmale
Abgeknickte braune ThujatriebePhloeosinus-ArtenAusgehöhlte Triebansätze
Ganze Thuja welkt, Wurzelhals verfärbtWurzel- oder WurzelhalsfäuleSchäden im Wurzelbereich
Obstbaum mit kleinen LöchernObstbaumsplintkäfer oder andere InsektenGangbild unter der Rinde
Große runde Löcher und grobes BohrmehlMöglicherweise BockkäferKäfer- oder Larvenbestimmung
Länglicher Markkanal in dünnem ZweigHolzbohrende SchmetterlingsraupeRaupe mit erkennbaren Beinchen

Borkenkäfer oder Asiatischer Laubholzbockkäfer?

Eine besonders wichtige Verwechslung betrifft den Asiatischen Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis).

Dieser Käfer befällt verschiedene Laubbäume und kann tiefe Fraßgänge im Holz verursachen.

Im Gegensatz zu den kleinen Ein- und Ausfluglöchern vieler Borkenkäfer können seine Ausfluglöcher ungefähr einen Zentimeter Durchmesser erreichen.

Weitere Verdachtsmerkmale sind auffällig grobes Bohrmehl und große cremeweiße Käferlarven.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist in der EU ein geregelter Quarantäneschädling.

Bei begründetem Verdacht darfst du befallenes Holz nicht einfach eigenständig abtransportieren oder entsorgen. Informiere den zuständigen Pflanzenschutzdienst.

Die Unterscheidung und das richtige Vorgehen beschreibt ➡️ Asiatische Bockkäfer erkennen und richtig melden.

Borkenkäfer oder holzbohrende Raupe?

Auch Schmetterlingsraupen können Fraßgänge in Ästen und Stämmen hinterlassen.

Der Weidenbohrer und das Blausieb gehören zu den bekanntesten Beispielen.

Während Borkenkäferlarven häufig klein, hell und beinlos sind, besitzen Schmetterlingsraupen erkennbare Brustbeine und Bauchfüße.

Außerdem fressen Weidenbohrer- und Blausiebraupen teilweise tief im Holz, während Buchdrucker und Kupferstecher hauptsächlich im Bast unter der Rinde brüten.

Ein weiterer Sonderfall ist der ➡️ Johannisbeerglasflügler mit seinen typischen Fraßgängen im Zweigmark.

Wenn am Obstbaum keine Bohrlöcher vorhanden sind

Vertrocknende Obstbaumtriebe können auch durch andere Schädlinge geschwächt werden.

Findest du beispielsweise auffällige weiße, watteartige Beläge an Rindenverletzungen oder jungen Trieben, solltest du die ➡️ Blutlaus am Obstbaum als mögliche Ursache prüfen.

Kleine, fest sitzende Höcker auf Zweigen sprechen eher für saugende Schildläuse. Die Unterscheidungsmerkmale findest du unter ➡️ Schildläuse sicher erkennen.

Solche Schäden rechtfertigen nicht automatisch eine Borkenkäferbekämpfung.


Borkenkäfer bekämpfen: Was du jetzt konkret tun solltest

Bei einem bestätigten Befall ist entscheidend, ob sich noch Käfer oder Larven im Baum befinden und welche Baumart betroffen ist.

Eine abgestorbene Fichte mit bereits ausgeflogenen Käfern erfordert eine andere Maßnahme als ein frisch befallener Baum mit aktiver Brut.

1. Bei Fichten: Frischen Befall sofort fachkundig beurteilen lassen

Entdeckst du frisches braunes Bohrmehl an einer Fichte, solltest du möglichst schnell handeln.

Bei erfolgreich angelegtem Buchdruckerbefall lässt sich der Baum normalerweise nicht mehr retten.

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, das bruttaugliche beziehungsweise bereits besiedelte Holz rechtzeitig fachgerecht aufzuarbeiten, bevor eine neue Käfergeneration ausfliegt.

Gehe folgendermaßen vor:

  1. Fotografiere Bohrmehl, Stamm und gesamte Krone.
  2. Kontrolliere erreichbare Stammstellen auf weitere Befallsmerkmale.
  3. Lasse den Befall bei Unsicherheit fachkundig bestätigen.
  4. Kläre, ob eine zeitnahe Entnahme erforderlich ist.
  5. Beauftrage bei größeren Gartenbäumen eine qualifizierte Baumpflegefirma.
  6. Lasse befallenes Holz rechtzeitig abtransportieren oder fachgerecht behandeln.
  7. Kontrolliere anschließend benachbarte Fichten auf frisches Bohrmehl.

Fälle eine größere Fichte niemals eigenständig, wenn sie in der Nähe von Gebäuden, Wegen, Leitungen oder Nachbargrundstücken steht.

Auch eine bereits abgestorbene Fichte kann durch geschädigte Äste und veränderte Holzfestigkeit besonders gefährlich sein.

2. Bei Thuja: Befallene Triebe oder ganze Pflanzen entfernen

Sind nur einzelne kurze Triebspitzen betroffen, kannst du diese bei sicher erreichbaren Heckenabschnitten gezielt zurückschneiden.

Entferne den ausgehöhlten Trieb vollständig und möglichst einen kleinen Abschnitt des noch gesunden Ansatzes.

Kontrolliere anschließend die übrige Pflanze.

Wenn dagegen bereits zahlreiche Bohrlöcher im Stamm vorhanden sind und große Bereiche der Thuja absterben, ist ein Erhalt häufig kaum noch möglich.

Dann sollte die betroffene Pflanze entfernt werden, damit sich noch vorhandene Käfer nicht weiterentwickeln und auf andere geeignete Gehölze ausbreiten können.

Bei Hecken ist dabei besonders darauf zu achten, benachbarte gesunde Pflanzen und deren Wurzeln nicht unnötig zu beschädigen.

3. Bei Obstbäumen: Nicht vorschnell den ganzen Baum entfernen

Beim Obstbaumsplintkäfer sind häufig bereits geschwächte Gehölze betroffen.

Deshalb solltest du nicht allein aufgrund einzelner kleiner Ausfluglöcher eine Fällung veranlassen.

Prüfe zunächst:

  • Welche Äste tatsächlich abgestorben sind.
  • Ob sich noch aktive Brut unter der Rinde befindet.
  • Ob der Stamm großflächig befallen ist.
  • Ob Trockenheit oder Wurzelschäden vorliegen.
  • Ob Pilzkrankheiten den Baum zusätzlich schwächen.

Einzelne, deutlich geschädigte Äste lassen sich gegebenenfalls fachgerecht entfernen.

Bei starkem Stammbefall kann dagegen eine Rodung erforderlich sein.

Entscheidend ist die verbleibende Vitalität und Standsicherheit des Baumes.

4. Was tun, wenn die Borkenkäfer bereits ausgeflogen sind?

Eine Fichte mit vollständig brauner Krone und großflächig abgefallener Rinde ist häufig bereits verlassen.

Eine Fällung kann dann aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig sein. Für die Bekämpfung der bereits ausgeflogenen Käfer bringt sie jedoch keinen unmittelbaren Nutzen mehr.

Bei einem solchen Baum sollten vor allem zwei Fragen geklärt werden:

  • Geht von abgestorbenen Ästen oder dem Stamm eine Gefahr aus?
  • Sind benachbarte, noch grüne Fichten möglicherweise frisch befallen?

Gerade die zweite Frage wird häufig übersehen.

Ein abgestorbener Baum kann ein Hinweis auf eine bereits weitergezogene Käferpopulation sein.


Befallenes Holz entsorgen: Warum der Zeitpunkt entscheidend ist

Frisch befallene Stämme, Äste und Holzreste können noch lebende Borkenkäfer, Larven oder Puppen enthalten.

Werden solche Holzstücke mit anhaftender Rinde im Garten gelagert, können sich die Tiere unter geeigneten Bedingungen weiterentwickeln.

Deshalb reicht es nicht immer aus, einen befallenen Baum lediglich zu fällen.

Das Holz muss auch fachgerecht behandelt oder rechtzeitig aus dem gefährdeten Bereich entfernt werden.

Was ist bei der Entsorgung sinnvoll?

Je nach Art und Entwicklungsstadium kommen unterschiedliche Verfahren infrage:

  • Rechtzeitiger Abtransport zur geeigneten Verarbeitung.
  • Fachgerechtes Entrinden, solange dadurch die vorhandenen Brutstadien noch wirksam erfasst werden.
  • Geeignete mechanische Aufarbeitung beziehungsweise Zerkleinerung durch Fachbetriebe.
  • Fachgerechte Entsorgung kleiner befallener Äste entsprechend den örtlichen Vorschriften.

Wichtig ist, dass die gewählte Behandlung tatsächlich verhindert, dass neue Käfer ausfliegen.

Einfaches Zersägen und Stapeln befallener Stämme ist keine ausreichende Bekämpfung.

Bleibt die Rinde am Holz und befinden sich noch entwicklungsfähige Käfer darin, können diese weiterhin ausfliegen.

Auch ein gewöhnlicher Gartenkompost ist kein verlässliches Verfahren zur Abtötung der Tiere.

Ergänzende Hinweise zur Behandlung problematischer Pflanzenreste findest du unter ➡️ Kranke Pflanzen und befallenes Material richtig entsorgen.

Für größere Mengen befallenen Fichtenholzes sollte eine fachkundige Entsorgung organisiert werden.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erläutert geeignete technische Bekämpfungsverfahren.


Wann sind Borkenkäfer aktiv? Flugzeit und Jahresverlauf

Die Flugzeit hängt von Art, Temperatur, Höhenlage und Witterung ab.

Der Buchdrucker beginnt seinen Schwärmflug in Deutschland häufig im April.

Für einen intensiveren Flug sind Lufttemperaturen von ungefähr 16,5 bis 17 Grad Celsius oder mehr erforderlich. Zusätzlich muss die jahreszeitliche Entwicklung ausreichend fortgeschritten sein.

Bei günstigen warmen Bedingungen können sich weitere Generationen entwickeln.

Borkenkäfer-Kalender

ZeitraumTypische EntwicklungSinnvolle Maßnahme
März–AprilBeginn der Aktivität nach der ÜberwinterungGefährdete Fichten kontrollieren
April–MaiErster SchwärmflugBesonders auf frisches Bohrmehl achten
Juni–JuliEntwicklung und Ausflug weiterer KäferBefallskontrolle intensivieren
August–SeptemberWeitere Brut bei warmer Witterung möglichFrisch befallene Bäume erkennen
Oktober–FebruarÜberwinterung verschiedener EntwicklungsstadienBefallenes Holz vor der nächsten Saison aufarbeiten

Die Zeiträume sind Orientierungshilfen.

In warmen Jahren kann der Buchdrucker unter günstigen Bedingungen bis zu drei Generationen entwickeln. In kühleren Jahren oder höheren Lagen sind es entsprechend weniger.

Wie oft sollte man gefährdete Fichten kontrollieren?

Während der Schwärmzeit empfehlen forstliche Fachstellen regelmäßige Kontrollen, bei entsprechendem Befallsdruck beispielsweise im Abstand von ein bis zwei Wochen.

Bei einzelnen Fichten im Garten lohnt sich vor allem nach längeren warmen Phasen ein genauer Blick auf die Rinde.

Kontrolliere zusätzlich nach Stürmen und längerer Trockenheit.

Frisch gebrochene oder geworfene Fichten können geeignete Bruträume bieten.

Woran erkennst du, dass eine Behandlung noch rechtzeitig ist?

Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob der Baum bereits geschädigt wurde.

Wichtig ist vielmehr, ob sich noch entwicklungsfähige Borkenkäfer unter der Rinde befinden.

Frisches Bohrmehl und aktuelle Brutbilder können dafür sprechen.

Ist die Rinde bereits großflächig abgefallen und sind zahlreiche Ausfluglöcher vorhanden, können viele Käfer den Baum schon verlassen haben.

Eine fachkundige Kontrolle des Entwicklungsstadiums hilft, die Dringlichkeit richtig einzuschätzen.


Helfen Pheromonfallen gegen Borkenkäfer?

Pheromonfallen werden häufig als mögliche Bekämpfungsmethode genannt.

Sie enthalten artspezifische Lockstoffe, die bestimmte Borkenkäfer anziehen.

Im professionellen Waldschutz werden solche Fallen hauptsächlich eingesetzt, um den Schwärmflug und die Entwicklung der Käferpopulation zu überwachen.

Für eine zuverlässige Bekämpfung an einzelnen Gartenfichten sind Pheromonfallen jedoch nicht geeignet.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft weist darauf hin, dass selbst bei hoher Fallendichte nur ein begrenzter Teil der vorhandenen Käferpopulation gefangen wird.

Außerdem können falsch aufgestellte Fallen unerwünschte Folgen haben.

Können Pheromonfallen zusätzliche Borkenkäfer anlocken?

Ja. Bei ungeeigneter Platzierung können anfliegende Käfer auf benachbarte Fichten übergehen.

Deshalb müssen forstwirtschaftliche Buchdruckerfallen mit ausreichendem Abstand zu gefährdeten Fichtenbeständen aufgestellt werden.

Die LWF empfiehlt für ihre entsprechenden Überwachungsverfahren mindestens ungefähr 30 Meter Abstand zum nächsten Fichtenbestandesrand.

In einem kleinen Garten lässt sich ein geeigneter Abstand häufig gar nicht einhalten.

Stelle deshalb nicht einfach eine Buchdrucker-Pheromonfalle direkt neben deine Fichte.

Eine solche Falle ersetzt weder die Kontrolle des Baumes noch die rechtzeitige Entfernung tatsächlich befallenen Brutmaterials.


Können Spritzmittel, Nematoden oder Hausmittel Borkenkäfer bekämpfen?

Ein bereits unter der Rinde lebender Borkenkäfer ist schwer erreichbar.

Die meisten einfachen Behandlungsversuche scheitern daran, dass Wirkstoffe nicht zuverlässig zu den Larven und erwachsenen Käfern gelangen.

Insektizide am stehenden Baum

Eine gewöhnliche Spritzbehandlung kann einen erfolgreich vom Buchdrucker besiedelten Fichtenstamm nicht wieder gesund machen.

Im professionellen Waldschutz gibt es für bestimmte Situationen rechtlich geregelte Anwendungen an aufgearbeitetem Holz.

Diese Verfahren sind jedoch nicht mit einer allgemeinen Spritzbehandlung im privaten Garten gleichzusetzen.

Verwende deshalb keine beliebigen Insektizide am Baumstamm.

Pflanzenschutzmittel dürfen nur entsprechend ihrer aktuellen Zulassung und den jeweiligen Anwendungsbestimmungen eingesetzt werden.

Helfen Nematoden oder Schlupfwespen?

Borkenkäfer besitzen natürliche Gegenspieler.

Dazu gehören unter anderem räuberische Käfer, parasitische Wespen und verschiedene Pilze.

Der Ameisenbuntkäfer (Thanasimus formicarius) ist beispielsweise ein natürlicher Feind verschiedener Borkenkäfer.

Auch Spechte können Käfer und Larven unter der Rinde erbeuten.

Daraus ergibt sich jedoch keine einfache, allgemein wirksame Nützlingsbehandlung für bereits stark befallene Gartenbäume.

Handelsübliche Nematoden gegen Dickmaulrüssler oder andere Bodenschädlinge sind nicht automatisch zur Bekämpfung von Borkenkäfern geeignet.

Helfen Essig, Öl oder Seifenlösungen?

Für das Einspritzen von Essig, Speiseöl, Alkohol oder Spülmittellösungen in Borkenkäferlöcher gibt es keine belastbare Grundlage als zuverlässige Bekämpfung.

Solche Anwendungen können zusätzlich lebendes Pflanzengewebe schädigen.

Auch das Verschließen einzelner Bohrlöcher mit Wachs oder Silikon beseitigt kein vorhandenes Gangsystem und verhindert nicht zuverlässig die weitere Entwicklung der Tiere.

Verzichte deshalb auf solche Behandlungen.


Borkenkäfer vorbeugen: So machst du deine Bäume widerstandsfähiger

Viele Borkenkäferarten besiedeln bevorzugt bereits geschwächte Gehölze.

Besonders problematisch sind lange Trockenperioden, Hitzestress, ungeeignete Standorte und mechanische Verletzungen.

Die wichtigste Vorbeugung besteht deshalb darin, die Vitalität deiner Bäume möglichst gut zu erhalten.

Gefährdete Bäume bei Trockenheit richtig wässern

Ältere Fichten besitzen häufig ein vergleichsweise flaches Wurzelsystem.

Auf trockenen Standorten können sie deshalb unter längeren Hitzeperioden leiden.

Ist der Boden im Wurzelbereich deutlich ausgetrocknet, kann eine langsame, durchdringende Bewässerung sinnvoll sein.

Dabei sollte das Wasser großflächig im durchwurzelten Boden ankommen, statt unmittelbar am Stamm abzulaufen.

Vermeide häufige kleine Wassergaben, die nur die oberste Bodenschicht befeuchten.

Bei bereits starkem Buchdruckerbefall kann zusätzliches Gießen den eingetretenen Schaden allerdings nicht rückgängig machen.

Rindenverletzungen vermeiden

Unnötige Verletzungen am Stamm schwächen einen Baum und können Eintrittspforten für weitere Schadorganismen schaffen.

Schütze deshalb besonders jüngere Gehölze vor:

  • Beschädigungen durch Rasenmäher und Freischneider.
  • Unnötigen Schnitten am Stamm.
  • Aufgerissener Rinde.
  • Unsachgemäßer Befestigung von Seilen oder Draht.
  • Schäden durch Bauarbeiten und Bodenverdichtung.

Bei Obstbäumen ist außerdem eine fachgerechte Schnittführung wichtig.

Für die zeitliche Planung regulärer Pflegemaßnahmen kannst du den ➡️ Schnittkalender für Gartenpflanzen nutzen. Akute Maßnahmen an bestätigtem Käferholz müssen sich dagegen nach dem Entwicklungsstand des Schädlings richten.

Standortgerechte Baumarten wählen

Eine Fichte ist nicht auf jedem Gartenstandort langfristig gut aufgehoben.

Besonders warme, trockene und stark versiegelte Standorte können die Wasserversorgung erschweren.

Wenn du einen abgestorbenen Baum ersetzen möchtest, solltest du deshalb prüfen, welche Baumart langfristig zu Boden, Klima und verfügbarem Wurzelraum passt.

Eine erneute Fichtenpflanzung am selben problematischen Standort ist nicht automatisch die beste Lösung.

Frisches Nadelholz nicht unnötig lagern

Frisch geschlagene Fichtenstämme und geeignete Äste können bei passender Witterung Brutmaterial für Borkenkäfer bieten.

Lasse deshalb größere Mengen frischen, berindeten Fichtenholzes nicht unnötig lange neben gefährdeten Nadelbäumen liegen.

Bereits stark ausgetrocknetes, altes Holz eignet sich für viele wichtige Schadarten dagegen nicht mehr als Brutmaterial.

Nicht jeder Käfer in Totholz ist ein Schädling. Zahlreiche holzbewohnende Arten sind wichtige Bestandteile eines naturnahen Gartens.


Muss ein Baum mit Borkenkäferbefall gefällt werden?

Nicht grundsätzlich.

Die richtige Entscheidung hängt von Baumart, Befallsstärke und aktuellem Entwicklungsstadium ab.

Bei erfolgreich befallenen Fichten

Hat der Buchdrucker eine Fichte massenhaft und erfolgreich besiedelt, ist ihr Absterben normalerweise nicht mehr zu verhindern.

Eine rechtzeitige Entnahme dient dann hauptsächlich dazu, den Ausflug weiterer Käfer zu begrenzen.

Bei Obstbäumen und Thuja

Einzelne befallene Zweige lassen sich unter Umständen entfernen, ohne die gesamte Pflanze zu verlieren.

Bei großflächigem Stamm- oder Rindenbefall kann eine Rodung erforderlich sein.

Hier ist besonders wichtig, ob der Baum noch ausreichend vital und standsicher ist.

Bei bereits verlassenem, abgestorbenem Holz

Hat der Borkenkäfer den Baum verlassen, dient eine spätere Fällung nicht mehr der unmittelbaren Bekämpfung dieser Käfergeneration.

Ein abgestorbener Baum kann jedoch weiterhin eine Gefahr durch herabfallende Äste oder mangelnde Standfestigkeit darstellen.

Ist keine Gefahr vorhanden und sind rechtliche sowie naturschutzfachliche Voraussetzungen erfüllt, kann verbleibendes Totholz ökologisch wertvoll sein.

Rechtliche Vorgaben beachten

Vor größeren Schnittarbeiten oder Baumfällungen müssen örtliche Baumschutzsatzungen und artenschutzrechtliche Bestimmungen berücksichtigt werden.

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz gelten insbesondere für Hecken und bestimmte andere Gehölze zeitliche Beschränkungen zwischen dem 1. März und 30. September. Für Bäume auf gärtnerisch genutzten Grundflächen bestehen im allgemeinen Schnittverbot Ausnahmen; örtliche Schutzvorschriften und der besondere Artenschutz bleiben dennoch relevant.

Besetzte Vogelnester, Fledermausquartiere und andere geschützte Lebensstätten dürfen nicht einfach beschädigt oder zerstört werden.

Bei dringendem Handlungsbedarf sollte das rechtlich zulässige Vorgehen mit der zuständigen Stelle geklärt werden.


Häufige Fragen zu Borkenkäfern

Wie erkenne ich Borkenkäfer an einer Fichte?
Ein frühes Anzeichen ist feines braunes Bohrmehl, das sich in Rindenschuppen, Spinnweben oder am Stammfuß sammelt. Weitere Hinweise sind Einbohrlöcher, Harztropfen und Fraßgänge unter der Rinde. Braune Nadeln und abfallende Rinde treten häufig erst später auf.

Kann man einen Baum mit Borkenkäferbefall noch retten?
Eine erfolgreich und massiv vom Buchdrucker besiedelte Fichte lässt sich normalerweise nicht mehr retten. Bei anderen Borkenkäferarten und begrenztem Befall einzelner Zweige kann eine gezielte Entfernung geschädigter Pflanzenteile dagegen sinnvoll sein.

Wie schnell stirbt eine Fichte durch Borkenkäfer?
Das hängt von Befallsstärke, Temperatur, Wasserversorgung und Baumzustand ab. Bei massivem Buchdruckerbefall kann eine Fichte innerhalb weniger Wochen erheblich geschädigt werden. Die sichtbare Braunfärbung der Krone kann jedoch erst deutlich später auftreten.

Wann fliegen Borkenkäfer?
Der Buchdrucker beginnt seinen Schwärmflug in Deutschland häufig im April, wenn geeignete Temperaturen erreicht werden. Weitere Flugphasen können im Sommer folgen. In warmen Jahren sind mehrere Generationen möglich.

Sind Borkenkäfer für Menschen gefährlich?
Borkenkäfer gelten nicht als gefährliche Schädlinge für Menschen. Sie stechen nicht und befallen keine Menschen. Eine indirekte Gefahr kann allerdings von stark geschädigten, instabilen oder abgestorbenen Bäumen ausgehen.

Befallen Borkenkäfer auch Obstbäume?
Ja. Besonders Obstbaumsplintkäfer können Apfel-, Pflaumen- und andere Obstbäume besiedeln. Meist sind bereits geschwächte Bäume betroffen. Ihre Schäden unterscheiden sich von denen des Buchdruckers an Fichten.

Können Borkenkäfer auf Thuja übergehen?
An Thuja treten eigene Borkenkäferarten auf. Der typische Fichtenbuchdrucker ist nicht der übliche Verursacher von Thuja-Schäden. Besonders verdächtig sind abgeknickte, vertrocknete Triebspitzen sowie kleine Bohrlöcher und Fraßgänge an stärkeren Pflanzenteilen.

Helfen Pheromonfallen gegen Borkenkäfer?
Pheromonfallen dienen hauptsächlich zur Überwachung des Schwärmfluges. Sie erfassen nur einen Teil der vorhandenen Käfer. Bei falscher Platzierung in unmittelbarer Nähe gefährdeter Fichten können zusätzliche Risiken entstehen.

Können Borkenkäfer im Brennholz überleben?
Ja, in frischem, berindetem Holz können sich noch Käfer oder deren Entwicklungsstadien befinden. Bei geeigneten Temperaturen können erwachsene Tiere ausfliegen. Trockenes, länger gelagertes Brennholz ist für typische Fichtenborkenkäfer dagegen kein geeigneter Brutraum mehr.

Befallen Borkenkäfer Möbel oder Dachbalken?
Die bekannten Fichtenborkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher entwickeln sich nicht dauerhaft in trockenem Bauholz oder Möbeln. Werden in Gebäuden Holzschädlinge entdeckt, können andere Käferarten dahinterstecken.

Wie überwintert der Borkenkäfer?
Der Buchdrucker kann je nach Entwicklungsverlauf in unterschiedlichen Stadien überwintern, insbesondere als erwachsener Käfer unter der Rinde oder in der Bodenstreu. Andere Borkenkäferarten besitzen abweichende Überwinterungsstrategien.

Ist jeder Borkenkäfer schädlich?
Nein. Zahlreiche Borkenkäferarten besiedeln überwiegend geschwächtes oder bereits abgestorbenes Holz und sind am natürlichen Abbau beteiligt. Besonders problematisch werden Arten wie der Buchdrucker, wenn sie sich stark vermehren und lebende Bäume erfolgreich besiedeln.