Tomatenkrankheiten lassen sich am sichersten erkennen, wenn du Blätter, Blattunterseiten, Stängel und Früchte gemeinsam ansiehst. Braune Flecken allein reichen für eine Diagnose nicht: Hinter ihnen können Kraut- und Braunfäule, Dürrfleckenkrankheit, Grauschimmel oder auch ein nicht ansteckender Stressschaden stecken. Ebenso sind welke Blätter trotz feuchter Erde etwas anderes als eine Pflanze, die an einem heißen Nachmittag kurz schlappmacht. Besonders hilfreich sind Form, Farbe und Ausbreitung der Flecken sowie die Frage, wo das Schadbild zuerst erscheint. Auch Fruchtprobleme wie Blütenendfäule oder aufgeplatzte Tomaten sehen dramatisch aus, sind aber keine klassischen ansteckenden Krankheiten.
Prüfe zuerst, welcher Pflanzenteil betroffen ist und wie sich das Schadbild entwickelt. Ringförmige Blattflecken, samtiger Belag auf der Blattunterseite, grauer Schimmelrasen oder dunkle Stellen an Stängeln liefern deutlich bessere Hinweise als die Farbe „braun“ allein.

Inhalt
- Tomatenkrankheiten nach dem Schadbild erkennen
- Braune und schwarze Flecken auf Tomatenblättern unterscheiden
- Dunkle Stellen am Stängel ernst nehmen
- Tomatenblätter werden gelb: Krankheit oder normaler Alterungsprozess?
- Welke Tomaten trotz Wasser: Nicht automatisch mehr gießen
- Braune Stellen an Tomatenfrüchten richtig einordnen
- Mangelerscheinung oder Tomatenkrankheit?
- Krank oder nur gestresst? Diese Unterschiede helfen
- So gehst du bei einem unbekannten Schadbild vor
- Was du bei einem möglichen Krankheitsbefall sofort tun kannst
Tomatenkrankheiten nach dem Schadbild erkennen
Wenn du nur wenige Minuten für die Diagnose hast, beginne nicht mit Krankheitsnamen. Suche zuerst nach dem auffälligsten Muster.
| Schadbild | Mögliche Ursache | Woran du genauer erkennst, ob es passt |
|---|---|---|
| graugrüne bis braune Flecken auf Blättern, dunkle Stellen an Stängeln und braune feste Fruchtschäden | Kraut- und Braunfäule | breitet sich bei feuchter Witterung oft rasch aus; auf Blattunterseiten kann heller Pilzrasen auftreten |
| rundliche braune Flecken mit sichtbaren konzentrischen Ringen | Dürrfleckenkrankheit | beginnt häufig an älteren unteren Blättern; später können Stängel und Früchte betroffen sein |
| gelbliche unscharfe Flecken oben, brauner samtiger Belag darunter | Samtfleckenkrankheit | vor allem bei Tomaten im Gewächshaus oder Folientunnel und hoher Luftfeuchte |
| graugrüne Stellen mit grauem, staubig-flaumigem Belag | Grauschimmel | häufig an Stängeln, Blattstielen und verletztem Gewebe; hohe Luftfeuchte begünstigt den Befall |
| weißer mehlartiger Belag auf Blättern | Echter Mehltau | Belag sitzt sichtbar auf der Blattoberfläche; Früchte bleiben meist unbefallen |
| schwarze eingesunkene Stelle am Stängel nahe der Bodenoberfläche | Stängelkrankheit möglich | Pflanze kann zusätzlich vergilben oder welken |
| dunkle trockene Stelle ausschließlich am unteren Fruchtende | Blütenendfäule | keine ansteckende Pilzkrankheit; meist Wasser- und Calciumversorgung beteiligt |
| welke oder eingerollte Blätter ohne typische Flecken | Wasser-, Hitze- oder Wurzelstress möglich | Bodenfeuchte, Tageszeit und Wurzeln prüfen, bevor du von einer Krankheit ausgehst |
Diese Übersicht ist eine Vorauswahl, keine endgültige Diagnose. Besonders bei Blattflecken lohnt sich danach ein Blick auf Form, Rand, Blattunterseite und Ausbreitung.
Braune und schwarze Flecken auf Tomatenblättern unterscheiden
„Braune Flecken“ gehören zu den häufigsten Suchanfragen bei kranken Tomaten, sind aber gleichzeitig eines der unspezifischsten Symptome.
Entscheidend ist, wie die Flecken aussehen und wo sie beginnen.
Kraut- und Braunfäule
Bei der Kraut- und Braunfäule entstehen zunächst häufig graugrüne bis bräunliche Flecken. Sie können sich vergrößern, zusammenfließen und schließlich ganze Blätter zerstören.
Weitere Hinweise sind:
- dunkle Flecken an Blattstielen oder Stängeln
- bei hoher Feuchtigkeit heller bis grauweißer Belag auf der Blattunterseite
- braune, etwas eingesunkene und eher feste Stellen an Früchten
- rasche Verschlechterung während feuchter Witterungsphasen
Wichtig ist die Kombination. Ein einzelner trockener Fleck auf einem alten Blatt beweist noch keine Braunfäule.
Wenn mehrere dieser Merkmale zusammenpassen, gehe direkt zur ausführlichen Diagnose:
➡️ Tomaten-Braunfäule erkennen und richtig handeln
Dürrfleckenkrankheit
Die Dürrfleckenkrankheit kann der Braunfäule auf den ersten Blick ähneln.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind rundliche braune Flecken mit ringförmiger Zonierung. Sie erinnern teilweise an eine kleine Zielscheibe.
Typisch ist:
- Beginn häufig an älteren unteren Blättern
- braune bis graubraune Flecken
- deutlich erkennbare konzentrische Ringe
- langsame Ausbreitung auf höhere Blätter
- längliche Flecken an Stängeln möglich
- Fruchtfäule häufig im Bereich des Kelchs
Gerade die Ringe innerhalb der Flecken sind ein besseres Diagnosemerkmal als die braune Farbe allein.
Samtfleckenkrankheit
Diese Krankheit ist besonders bei Tomaten unter Glas oder Folie relevant.
Schau nicht nur auf die Blattoberseite.
Typisch sind:
- blassgelbe, eher unscharf begrenzte Flecken auf der Oberseite
- an denselben Stellen ein brauner bis olivbrauner samtiger Belag auf der Unterseite
- zunehmendes Absterben stärker befallener Blätter
Wenn du gelbe Flecken siehst, drehe deshalb immer ein betroffenes Blatt um. Der Belag auf der Unterseite kann für die Einordnung entscheidend sein.
Hohe Luftfeuchtigkeit und langsam abtrocknende Bestände begünstigen solche Blattkrankheiten. Im Gewächshaus ist regelmäßiges Lüften deshalb besonders wichtig.
Grauschimmel
Grauschimmel kann Blätter, Blattstiele, Stängel und Früchte betreffen.
Verdächtig sind graugrüne bis braune Stellen, auf denen sich später ein grauer, deutlich sichtbarer Schimmelrasen bildet.
Besonders anfällig sind verletzte oder länger feuchte Pflanzenteile.
Bei starkem Befall eines Stängels kann der darüberliegende Pflanzenteil welken oder absterben. Auf noch unreifen Früchten können außerdem helle ringartige sogenannte Geisterflecken entstehen.
Echter Mehltau
Weiße Flecken auf Tomatenblättern müssen nicht immer Spritzwasserreste oder Kalk sein.
Beim Echten Mehltau entsteht ein weißer, mehlartiger Belag auf Blättern und teilweise Blattstielen. Die Flecken können zusammenfließen, während die Blätter später gelblich-braun werden und vertrocknen.
Die Früchte selbst werden dabei normalerweise nicht direkt befallen.

Dunkle Stellen am Stängel ernst nehmen
Blattschäden fallen schneller auf, doch der Stängel liefert bei mehreren Tomatenkrankheiten wichtige Hinweise.
Prüfe ihn deshalb vom Boden bis zur Triebspitze.
Dunkle Flecken zusammen mit Blatt- und Fruchtschäden
Sind gleichzeitig dunkle Blattflecken und braune Fruchtstellen vorhanden, passt das eher zu einem Krankheitsbild wie Kraut- und Braunfäule als zu einem einfachen Wasser- oder Nährstoffproblem.
Schwarze eingesunkene Stelle nahe der Bodenoberfläche
Eine schwarze, eingesunkene Schädigung direkt über dem Boden kann auf eine Stängelerkrankung hindeuten.
Wird die Leitfähigkeit des Stängels beeinträchtigt, können darüberliegende Blätter vergilben oder die ganze Pflanze welken.
Grauer Belag an verletzten Stellen
Entsteht an Schnittstellen, Blattansätzen oder verletztem Stängelgewebe ein grauer Schimmelrasen, kommt Grauschimmel als Ursache infrage.
Gerade im Gewächshaus solltest du dann die Luftfeuchtigkeit senken und dafür sorgen, dass Pflanzenoberflächen schneller abtrocknen.
Tomatenblätter werden gelb: Krankheit oder normaler Alterungsprozess?
Gelbe Blätter allein sind kein zuverlässiger Hinweis auf eine Tomatenkrankheit.
Einzelne ältere Blätter am unteren Teil der Pflanze können im Laufe der Saison natürlicherweise vergilben.
Genauer hinschauen solltest du, wenn:
- viele Blätter gleichzeitig gelb werden
- zusätzlich Flecken auftreten
- die Vergilbung schnell nach oben wandert
- die Pflanze gleichzeitig welkt
- Stängel auffällig werden
- das Wachstum deutlich nachlässt
Fehlen typische Flecken oder Beläge, kommen ebenso Nährstoffversorgung, Wurzelprobleme, Wasserstress und Standortbedingungen infrage.
Deshalb solltest du gelbe Blätter nicht automatisch abschneiden und anschließend stärker düngen. Erst das Muster entscheidet.
Welke Tomaten trotz Wasser: Nicht automatisch mehr gießen
Eine welke Tomate wird häufig reflexartig gegossen. Das kann richtig sein – bei bereits nassem Boden aber auch genau der falsche Schritt.
Welke an heißen Tagen
Hängen die Blätter nur während großer Hitze und richten sich am Abend oder nach Abkühlung wieder auf, kann vorübergehender Wasserstress dahinterstecken.
Welke trotz dauerhaft feuchter Erde
Bleibt die Pflanze schlaff, obwohl der Boden ausreichend oder sogar sehr feucht ist, solltest du die Wurzeln und den Wasserabfluss prüfen.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- Staunässe
- geschädigte Wurzeln
- stark verdichtetes Substrat
- Wurzelkrankheiten
- erhebliche Stängelschäden
Mehr Wasser verschärft eine Staunässesituation.
Wenn eingerollte oder welke Blätter das eigentliche Hauptproblem deiner Pflanze sind, findest du die genauere Abgrenzung hier:
➡️ Tomatenblätter rollen sich ein oder hängen schlaff
Braune Stellen an Tomatenfrüchten richtig einordnen
Nicht jede braune Tomate hat eine ansteckende Krankheit.
Die Position und Beschaffenheit des Schadens helfen bei der Unterscheidung.
Unten an der Frucht: Blütenendfäule
Eine braune bis schwarze, meist trockene und eingesunkene Stelle am Blütenende gegenüber dem Stiel ist typisch für Blütenendfäule.
Dabei handelt es sich um eine physiologische Störung der Calciumversorgung innerhalb der Frucht und nicht um eine ansteckende Tomatenkrankheit.
Ungleichmäßige Wasserversorgung, Hitze, Wurzelstress und weitere Faktoren können die Calciumversorgung der Frucht beeinträchtigen.
➡️ Tomaten-Blütenendfäule erkennen und die Ursache richtig einordnen
Braune feste Flecken zusammen mit kranken Blättern
Zeigen gleichzeitig Blätter und Stängel typische dunkle Flecken und entstehen an den Früchten braune, feste und teilweise eingesunkene Schäden, muss Kraut- und Braunfäule stärker in Betracht gezogen werden.
Weiche Fäulnis
Wird eine Frucht weich, nass oder matschig, unterscheidet sich das deutlich von der trockenen Blütenendfäule.
Dann solltest du zusätzlich prüfen:
- Beginnt die Fäulnis am Kelch?
- Gibt es Verletzungen oder Risse?
- Sind andere Früchte ebenfalls betroffen?
- Zeigen Blätter oder Stängel ein ähnliches Krankheitsbild?
Aufgeplatzte Tomaten
Risse entstehen häufig nach starken Schwankungen bei der Wasserversorgung.
Nach trockenen Phasen können Früchte bei plötzlicher starker Wasseraufnahme schnell an Volumen gewinnen und aufplatzen.
Der Riss selbst ist zunächst keine Infektionskrankheit. Offene Stellen können jedoch Eintrittspforten für Fäulniserreger werden.
➡️ Tomaten platzen, reifen nicht oder faulen
Mangelerscheinung oder Tomatenkrankheit?
Auch ein Nährstoffproblem kann wie eine Krankheit aussehen.
Ein wichtiger Unterschied: Mangelerscheinungen folgen häufig einem regelmäßigeren Muster, während infektiöse Blattkrankheiten eher einzelne Flecken, Nekrosen, Beläge oder fortschreitende Befallsherde bilden.
Mögliche Hinweise auf eine Versorgungsstörung sind:
- gleichmäßige Vergilbung vieler Blätter
- Verfärbungen zwischen den Blattadern
- auffälliges Auftreten hauptsächlich an jungen oder hauptsächlich an alten Blättern
- schwacher Wuchs ohne typische Pilzflecken
- keine fauligen Stellen und kein Pilzbelag
Trotzdem lässt sich ein Nährstoffmangel anhand der Blattfarbe allein nicht sicher bestimmen.
Übermäßiges Düngen auf Verdacht kann neue Probleme verursachen. Prüfe deshalb zuerst Wasser, Wurzeln, Boden beziehungsweise Substrat und die bisherige Düngung.
Krank oder nur gestresst? Diese Unterschiede helfen
Viele Symptome an Tomaten entstehen durch Standort und Pflege.
Blattrollen
Rollen sich die Blätter ein, während neue Triebe, Stängel und Früchte ansonsten gesund aussehen, liegt häufig eher eine Stressreaktion als eine schwere Infektionskrankheit vor.
Hitze, starkes Wachstum und Wasserschwankungen können daran beteiligt sein.
Sonnen- und Hitzeschäden
Starke Sonneneinstrahlung kann vor allem an plötzlich freigestellten Früchten helle bis später geschädigte Stellen verursachen.
Das Muster unterscheidet sich von einer Krankheit, die sich unabhängig von der Sonnenseite weiter durch den Pflanzenbestand ausbreitet.
Grün- oder Gelbkragen
Bleibt der Bereich um den Stielansatz einer eigentlich reifen Frucht gelblich oder grün und hart, ist das ebenfalls nicht automatisch ein Pilzbefall.
Hitze, starke Sonneneinstrahlung, Sorteneigenschaften und die Nährstoffversorgung können daran beteiligt sein.
Wasserschwankungen
Stark wechselnde Bodenfeuchte kann zu:
- Fruchtrissen
- Blattstress
- Wachstumsstörungen
- erhöhtem Risiko für Blütenendfäule
beitragen.
Deshalb ist gleichmäßiges Gießen oft sinnvoller als seltene sehr große Wassergaben.
So gehst du bei einem unbekannten Schadbild vor
Statt sofort nach einem Mittel zu suchen, kannst du deine Tomate in wenigen Schritten systematisch prüfen.
1. Gesamte Pflanze ansehen
Steht nur ein einzelnes Blatt schlecht da oder verändert sich die ganze Pflanze?
Ein lokaler Schaden hat andere Ursachen als ein Problem, das sich durch mehrere Pflanzenteile zieht.
2. Älteste und jüngste Blätter vergleichen
Viele Krankheiten beginnen bevorzugt an bestimmten Bereichen.
Bei der Dürrfleckenkrankheit sind beispielsweise häufig zuerst ältere untere Blätter betroffen.
3. Blattunterseite prüfen
Dieser Schritt wird häufig vergessen.
Achte auf:
- hellen Pilzrasen
- braunen samtigen Belag
- Schädlinge
- Saugschäden
- ungewöhnliche Verfärbungen
4. Stängel kontrollieren
Suche nach:
- dunklen länglichen Flecken
- schwarzen eingesunkenen Bereichen
- grauem Schimmelbelag
- Verletzungen
- ungewöhnlich weichem Gewebe
5. Früchte getrennt beurteilen
Schau genau, wo der Schaden beginnt.
Blütenende, Kelchbereich, sonnige Fruchtseite oder Risskante führen in unterschiedliche Richtungen.
6. Entwicklung beobachten
Ein Foto am ersten Tag und ein zweites ein oder zwei Tage später kann wertvoller sein als eine sofortige Behandlung.
Breitet sich ein Fleck sichtbar aus? Kommen neue Pflanzenteile hinzu? Oder bleibt der Schaden unverändert?
Die Geschwindigkeit der Veränderung ist ein wichtiges Diagnosemerkmal.
Was du bei einem möglichen Krankheitsbefall sofort tun kannst
Auch ohne endgültigen Krankheitsnamen kannst du einige sinnvolle Schritte einleiten.
Blattwerk möglichst trocken halten
Gieße Tomaten direkt im Wurzelbereich.
Dauerhaft feuchte Blätter und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen mehrere Pilzkrankheiten. Unter einem Regenschutz oder im Gewächshaus ist deshalb nicht nur das Dach, sondern auch ausreichende Luftbewegung wichtig.
Im Gewächshaus konsequent lüften
Nachts und morgens kann sich sehr hohe Luftfeuchtigkeit bilden.
Regelmäßiges Lüften hilft, Blätter und Stängel schneller abtrocknen zu lassen.
Stark befallene Pflanzenteile entfernen
Deutlich kranke, abgestorbene oder mit starkem Pilzbelag bedeckte Pflanzenteile sollten nicht an der Pflanze bleiben.
Schneide jedoch nicht vorsorglich sämtliche Blätter ab. Gesunde Blattfläche wird weiterhin für Photosynthese und Fruchtreife benötigt.
Werkzeug sauber halten
Wenn du erkrankte Pflanzen zurückschneidest, solltest du Krankheitsreste nicht von Pflanze zu Pflanze verschleppen.
Reinige verwendete Scheren entsprechend, bevor du an gesunden Pflanzen weiterarbeitest.
Krankes Material nicht als Mulch liegen lassen
Befallene Blätter und faulende Früchte gehören nicht direkt unter dieselben Tomatenpflanzen.
Entferne sie aus dem Bestand.
Nicht automatisch stärker düngen
Ein Pilzbefall, Wurzelschaden oder Wasserproblem wird durch eine zusätzliche Düngergabe nicht beseitigt.
Erst die Diagnose, dann die Maßnahme.



Wann eine Tomatenpflanze besonders kritisch geprüft werden sollte
Ein einzelnes schlechtes Blatt ist selten Grund zur Panik.
Deutlich dringender wird die Situation, wenn mehrere dieser Punkte zusammen auftreten:
- neue Flecken entstehen innerhalb weniger Tage
- Schäden wandern von unteren zu oberen Blättern
- Stängel werden gleichzeitig dunkel oder weich
- Früchte entwickeln ebenfalls braune oder faulige Stellen
- sichtbarer Pilzbelag entsteht
- die gesamte Pflanze beginnt trotz passender Wasserversorgung zu welken
- mehrere benachbarte Tomaten entwickeln ein ähnliches Schadbild
Dann sollte die Pflanze nicht einfach weiterbehandelt werden, als handele es sich nur um Trockenstress oder Nährstoffmangel.
Gerade bei Verdacht auf Kraut- und Braunfäule lohnt sich eine schnelle genaue Einordnung.
Was du besser nicht machst
Jeden braunen Fleck als Braunfäule behandeln
Dürrfleckenkrankheit, Blütenendfäule, Sonnen- oder mechanische Schäden können ebenfalls braun aussehen.
Welke Pflanzen automatisch stärker gießen
Ist der Boden bereits nass, kann zusätzliches Wasser Wurzelprobleme verschärfen.
Alle Blätter vorsorglich entfernen
Tomaten benötigen ausreichend gesunde Blattfläche. Entferne gezielt kranke oder problematisch dichte Blätter, nicht die komplette Krone.
Fruchtprobleme und Blattkrankheiten gleich behandeln
Blütenendfäule oder Fruchtrisse verlangen andere Maßnahmen als eine Pilzkrankheit der Blätter.
Nur auf die Blattoberseite schauen
Mehrere wichtige Schadbilder lassen sich erst an der Unterseite sinnvoll unterscheiden.
Mehrere Mittel auf Verdacht kombinieren
Ohne Diagnose weißt du anschließend weder, was geholfen hat, noch ob die Maßnahme überhaupt zum Problem passte.
Welche Tomatenseite passt zu deinem Schadbild?
Diese Seite hilft dir bei der ersten Diagnose. Ist das Hauptproblem eingegrenzt, solltest du dort weitermachen, wo das konkrete Schadbild ausführlich behandelt wird.
➡️ Tomaten-Braunfäule erkennen und richtig handeln – wenn sich dunkle Blatt-, Stängel- und Fruchtschäden ausbreiten.
➡️ Tomaten-Blütenendfäule erkennen – wenn die Unterseite der Frucht dunkel und eingesunken wird.
➡️ Tomatenblätter rollen sich ein oder hängen schlaff – wenn Welke oder Blattrollen das Hauptproblem sind.
➡️ Tomaten platzen, reifen nicht oder faulen – wenn vor allem die Früchte auffällig sind.
➡️ Tomaten im Garten: Probleme erkennen und richtig handeln – wenn noch unklar ist, ob Krankheit, Pflege oder Standort dahintersteckt.



Häufige Fragen zu Tomatenkrankheiten
Welche Tomatenkrankheiten verursachen braune Flecken auf den Blättern?
Dazu gehören unter anderem Kraut- und Braunfäule sowie Dürrfleckenkrankheit. Bei der Dürrfleckenkrankheit sind oft konzentrische Ringe innerhalb der braunen Flecken erkennbar. Bei Kraut- und Braunfäule kommen häufig weitere Schäden an Stängeln oder Früchten hinzu.
Wie erkenne ich Kraut- und Braunfäule bei Tomaten?
Typisch sind graugrüne bis braune Blattflecken, dunkle Stängelbereiche und braune, feste bis leicht eingesunkene Fruchtstellen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann auf der Blattunterseite heller Pilzrasen auftreten. Das Schadbild kann sich bei feuchter Witterung schnell ausbreiten.
Wie sieht die Dürrfleckenkrankheit bei Tomaten aus?
Sie beginnt häufig auf älteren unteren Blättern mit rundlichen braunen Flecken. Besonders charakteristisch sind ringförmige Strukturen innerhalb der Flecken. Später können höhere Blätter, Stängel und Früchte betroffen sein.
Was sind gelbe Flecken mit braunem Belag auf der Blattunterseite?
Das passt unter anderem zur Samtfleckenkrankheit. Auf der Blattoberseite entstehen dabei gelbliche unscharfe Flecken, während sich auf der Unterseite ein samtiger brauner Belag bildet. Besonders häufig ist das Problem bei Tomaten unter Glas oder Folie.
Warum haben meine Tomaten einen grauen Schimmelbelag?
Grauer flaumiger oder staubiger Belag an Blättern, Stängeln oder verletztem Gewebe kann auf Grauschimmel hinweisen. Hohe Luftfeuchtigkeit und langsam abtrocknende Pflanzen begünstigen den Befall.
Sind weiße Flecken auf Tomatenblättern Mehltau?
Ein weißer mehlartiger Belag auf Blättern und Blattstielen passt zu Echtem Mehltau. Weiße Flecken können allerdings auch andere Ursachen haben. Prüfe deshalb, ob sich tatsächlich ein sichtbarer pilzartiger Belag entwickelt.
Warum welken Tomaten trotz Wasser?
Ist der Boden bereits feucht, kommen unter anderem Staunässe, Wurzelprobleme, Stängelschäden oder Krankheiten infrage. Mehr Wasser ist dann nicht automatisch hilfreich. Prüfe zuerst Bodenfeuchtigkeit, Wurzeln und Stängel.
Sind gelbe Tomatenblätter immer ein Zeichen für Krankheit?
Nein. Alte untere Blätter können natürlicherweise vergilben. Auch Wasserstress, Nährstoffversorgung und Wurzelprobleme sind mögliche Ursachen. Verdächtiger wird es, wenn Flecken, Welke, Beläge oder eine schnelle Ausbreitung hinzukommen.
Was bedeutet eine schwarze Stelle unten an der Tomate?
Eine dunkle, trockene und eingesunkene Stelle am Blütenende der Frucht ist typisch für Blütenendfäule. Sie ist keine ansteckende Pilzkrankheit, sondern hängt mit einer gestörten Calciumversorgung der Frucht zusammen.
Sind aufgeplatzte Tomaten krank?
Nicht automatisch. Risse entstehen häufig nach starken Schwankungen der Wasserversorgung. Offene Risse können später jedoch von Fäulniserregern besiedelt werden.
Soll ich kranke Tomatenblätter abschneiden?
Deutlich befallene, abgestorbene oder faulige Blätter solltest du entfernen. Schneide aber nicht vorsorglich sämtliche Blätter ab. Gesunde Blattfläche ist für Wachstum und Fruchtreife wichtig.
Was mache ich zuerst, wenn ich die Tomatenkrankheit nicht bestimmen kann?
Fotografiere das Schadbild, prüfe Blattober- und Blattunterseite, Stängel und Früchte und beobachte, ob sich die Veränderung ausbreitet. Halte das Laub möglichst trocken und vermeide Spritz- oder Düngeaktionen auf Verdacht, bis das Muster besser eingeordnet ist.

