Tomaten platzen, reifen nicht oder faulen: Ursachen erkennen und richtig handeln

Tomaten machen oft genau dann Probleme, wenn man eigentlich auf die Ernte wartet. Die Früchte platzen am Strauch auf, bleiben oben grün, werden nicht richtig rot, bekommen dunkle Stellen oder faulen plötzlich. Das sieht schnell nach einer Krankheit aus, ist aber nicht immer eine Krankheit.

Gerade bei Tomatenfrüchten ist die genaue Unterscheidung wichtig. Eine aufgeplatzte Tomate hat meistens eine andere Ursache als eine Frucht mit einer dunklen Unterseite. Eine grüne Schulter ist etwas anderes als Braunfäule. Und wenn Tomaten am Strauch weich werden, kann das sowohl an fortgeschrittener Reife als auch an einer beginnenden Fäulnis liegen.

Kurzantwort: Tomaten platzen häufig durch ungleichmäßige Wasserversorgung oder starke Wachstumsschübe. Bleiben sie grün oder reifen ungleichmäßig, kommen vor allem ungünstige Temperaturen, Stress und Sorteneigenschaften infrage. Dunkle, trockene Stellen an der Blütenseite sprechen häufig für Blütenendfäule. Entwickeln sich dagegen braune Fruchtflecken und gleichzeitig auffällige Schäden an Blättern oder Stängeln, solltest du eine Tomatenkrankheit ausschließen.

Beitragsbild mit drei Tomaten-Fruchtproblemen: aufgeplatzte Tomate, unreife grüne Tomaten und Tomate mit fauliger dunkler Stelle. Wenig Text zur Einordnung von Wasserstress, Reifeproblemen und möglichen Krankheiten.
Tomaten-Früchte platzen, reifen nicht oder faulen – Ursachen erkennen
Inhalt
  1. Erst einordnen: Welches Fruchtproblem haben deine Tomaten?
  2. Schnelle Entscheidung: Was fehlt deinen Tomaten?
  3. Warum Tomaten am Strauch aufplatzen
  4. Kann man aufgeplatzte Tomaten noch essen?
  5. Warum Tomaten nicht richtig reifen
  6. Grüne Schulter, harte Stellen oder fleckige Reife
  7. Dunkle Stellen an Tomaten: Blütenendfäule oder Krankheit?
  8. Wann du Tomatenfrüchte entfernen solltest
  9. Was du jetzt konkret kontrollieren solltest
  10. Was du sofort verbessern kannst

Erst einordnen: Welches Fruchtproblem haben deine Tomaten?

Bevor du etwas abschneidest, düngst oder entsorgst, solltest du das Schadbild genau betrachten. Bei Tomaten entscheidet häufig nicht allein die Farbe einer Stelle, sondern wo sie sitzt, wie sie aussieht und ob die übrige Pflanze betroffen ist.

Tomaten platzen am Strauch auf

Geplatzte Tomaten erkennst du an Rissen in der Schale. Manchmal entstehen feine Ringe um den Stielansatz, manchmal tiefe Längsrisse an der Frucht.

Besonders häufig passiert das nach starken Wetterwechseln: erst längere Trockenheit, anschließend kräftiger Regen oder reichliches Gießen.

Die Frucht nimmt innerhalb kurzer Zeit Wasser auf und dehnt sich aus. Wenn die Schale nicht ausreichend nachgeben kann, reißt sie.

Das ist ärgerlich, aber nicht automatisch ein Krankheitszeichen. Kleine, frische Risse bedeuten auch nicht zwangsläufig, dass die Tomate ungenießbar ist.

Tomaten bleiben grün oder reifen ungleichmäßig

Manche Tomaten bleiben rund um den Stielansatz grün, färben sich fleckig oder werden nur teilweise rot. Andere hängen lange am Strauch und entwickeln trotz ausreichender Größe keine typische Reifefarbe.

Mögliche Ursachen sind:

  • anhaltend hohe Temperaturen,
  • längere kühle Witterungsphasen,
  • ungünstige Wachstumsbedingungen,
  • eine unausgewogene Nährstoffversorgung,
  • sortentypische Eigenschaften.

Nicht jede schlecht reifende Tomate ist krank. Wenn Blätter und Stängel gesund aussehen und die Früchte keine ungewöhnlichen Schadstellen aufweisen, solltest du zunächst Temperatur, Pflege und Sorte berücksichtigen.

Tomaten bekommen dunkle Stellen an der Unterseite

Sitzt die dunkle Stelle an der Blütenseite, also gegenüber dem Stielansatz, und wirkt sie trocken, fest oder eingesunken, passt das häufig zu Blütenendfäule.

Dabei handelt es sich um eine physiologische Störung, nicht um eine klassische Pilzkrankheit.

Entscheidend ist eine unzureichende Calciumversorgung innerhalb der sich entwickelnden Frucht. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass deinem Gartenboden Calcium fehlt.

➡️ Tomaten-Blütenendfäule erkennen und die Ursachen richtig beheben

Tomaten werden weich oder faulen am Strauch

Eine weiche Tomate muss nicht zwangsläufig krank sein. Vollständig ausgereifte und überreife Früchte verlieren mit der Zeit an Festigkeit.

Anders sieht es aus, wenn einzelne Stellen ungewöhnlich weich, wässrig, matschig oder schimmelig werden.

Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn gleichzeitig braune Blattflecken, Schäden an Stängeln oder weitere auffällige Früchte auftreten.

Allerdings beginnt nicht jede Tomatenkrankheit mit weichen Fruchtstellen. Braunfäule kann beispielsweise zunächst feste, braune Bereiche an den Früchten verursachen.

➡️ Tomaten-Braunfäule erkennen und richtig handeln


Schnelle Entscheidung: Was fehlt deinen Tomaten?

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Die folgende Übersicht hilft dir, das auffälligste Schadbild einzuordnen und den nächsten sinnvollen Schritt auszuwählen.

BeobachtungMögliche UrsacheWas du jetzt tun solltest
Tomaten platzen am Strauch aufSchwankende Wasserversorgung, schnelles FruchtwachstumRisse kontrollieren, reife Früchte ernten und gleichmäßiger gießen
Tomaten bleiben grün oder reifen fleckigHitze, Kälte, Sorteneigenschaften oder WachstumsstressTemperatur, Standort und Pflege prüfen
Dunkle, trockene Stelle an der BlütenseiteBlütenendfäuleWasserversorgung stabilisieren und Ursachen der Calciumstörung prüfen
Früchte bekommen braune Flecken und Blätter werden krankMöglicherweise Braunfäule oder eine andere KrankheitGanze Pflanze kontrollieren und Krankheit genauer bestimmen
Tomaten werden ungewöhnlich weich oder matschigÜberreife, Verletzung oder beginnende FäulnisFrüchte einzeln prüfen und faulige Exemplare entfernen

Treten mehrere Probleme gleichzeitig auf, solltest du auch die allgemeinen Wachstumsbedingungen überprüfen.

Stark wechselnde Bodenfeuchtigkeit, Hitze, Wurzelstress oder eine unausgewogene Düngung können verschiedene Fruchtprobleme begünstigen.

Du solltest jedoch nicht automatisch davon ausgehen, dass alle Symptome dieselbe Ursache haben. Eine aufgeplatzte Frucht und eine gleichzeitig auftretende Blattkrankheit können auch zwei unterschiedliche Probleme sein.

Viergeteiltes querformatiges Beitragsbild mit typischen Tomaten-Fruchtproblemen: aufgeplatzte Tomate, grüne unreife Tomaten, Tomate mit dunkler eingesunkener Stelle und faulende Tomate. Wenig Text zur schnellen Einordnung der Fruchtsymptome.
Häufige Fruchtprobleme bei Tomaten im Überblick

Warum Tomaten am Strauch aufplatzen

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Tomaten platzen meistens nicht auf, weil sie krank sind. Häufig wächst das Innere der Frucht schneller, als sich die Schale ausdehnen kann.

Besonders anfällig sind reifende Früchte. Allerdings können auch unreife grüne Tomaten bereits aufplatzen.

Typische Auslöser sind:

  • längere Trockenheit und anschließend viel Wasser,
  • starker Regen nach heißen Tagen,
  • unregelmäßiges Gießen im Kübel,
  • große Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit,
  • sortenbedingt empfindliche Fruchtschalen,
  • ungünstige Wachstums- und Witterungsbedingungen.

Dabei entstehen unterschiedliche Rissformen.

Ringförmige Risse verlaufen häufig kreisförmig um den Stielansatz. Längsrisse beginnen ebenfalls oft im oberen Fruchtbereich und können sich seitlich über die Tomate erstrecken.

Beide Formen können durch ungünstige Wachstumsbedingungen begünstigt werden.

Warum Tomaten nach Regen aufplatzen

Nach einer längeren Trockenphase kann die Pflanze bei plötzlich reichlicher Wasserversorgung innerhalb kurzer Zeit viel Wasser aufnehmen.

Dadurch steigt der Druck in den Früchten. Wenn die Schale nicht ausreichend elastisch ist, entstehen Risse.

Besonders deutlich kann dieser Effekt bei großen, bereits weit entwickelten Tomaten ausfallen.

Eine gleichmäßige Wasserversorgung hilft dabei, starke Schwankungen zu vermeiden. Allerdings lassen sich wetterbedingte Risse auch bei guter Pflege nicht vollständig ausschließen.

Warum Tomaten im Gewächshaus platzen

Im Gewächshaus schützt du die Früchte zwar vor unmittelbarem Regen, trotzdem können Tomaten aufplatzen.

Häufig spielen hier unregelmäßiges Gießen, starke Temperaturwechsel oder ungünstige Wachstumsbedingungen eine Rolle.

Besonders bei Tomaten in Pflanzkübeln kann das Substrat an warmen Tagen schnell austrocknen.

Wird anschließend sehr reichlich gegossen, steigt das Risiko für starke Feuchtigkeitsschwankungen.

Kontrolliere deshalb regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit und vermeide ausgeprägte Trocken-Nass-Wechsel.

Was du gegen aufgeplatzte Tomaten tun kannst

Halte die Erde möglichst gleichmäßig feucht. Gieße so, dass auch der Wurzelbereich ausreichend versorgt wird, statt ständig nur die Bodenoberfläche anzufeuchten.

Bei Kübeltomaten ist eine besonders regelmäßige Kontrolle sinnvoll.

Eine geeignete Mulchschicht kann helfen, die Verdunstung zu reduzieren und starke Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit abzumildern.

Entferne außerdem nicht unnötig viele gesunde Blätter. Die Belaubung schützt die Früchte vor direkter Sonneneinstrahlung und starken Temperaturschwankungen.

Ernte reife Tomaten rechtzeitig. Wenn nach längerer Trockenheit kräftiger Regen angekündigt ist, kann es sinnvoll sein, bereits ausreichend entwickelte, beginnende reifende Früchte abzunehmen.


Kann man aufgeplatzte Tomaten noch essen?

Frisch aufgeplatzte Tomaten musst du nicht automatisch entsorgen.

Entscheidend sind die Größe und der Zustand des Risses sowie die Frage, wie lange die Frucht bereits beschädigt ist.

Kleine, frische Risse an einer ansonsten gesunden Tomate sind weniger problematisch als tiefe, schon länger offene Verletzungen.

Kontrolliere die Frucht gründlich und wasche sie vor der Verarbeitung. Beschädigte Bereiche solltest du großzügig entfernen.

Verwende solche Tomaten möglichst zeitnah und lagere sie nicht über längere Zeit.

Für die weitere Verarbeitung eignen sich beispielsweise Tomatensoßen oder Suppen.

Entsorgen solltest du Tomaten, wenn:

  • sichtbarer Schimmel vorhanden ist,
  • die Frucht unangenehm riecht,
  • beschädigte Stellen weich oder schleimig werden,
  • sich eine Fäulnis deutlich ausbreitet,
  • tiefe Risse längere Zeit offen und Feuchtigkeit oder Verunreinigungen ausgesetzt waren.

Bei Schimmel oder deutlicher Fäulnis reicht es nicht aus, einfach nur die sichtbar betroffene Stelle herauszuschneiden.

Beschädigte Tomaten solltest du außerdem nicht unnötig lange am Strauch hängen lassen. Offene Risse können Eintrittsstellen für Mikroorganismen bilden.


Warum Tomaten nicht richtig reifen

Wenn Tomaten nicht rot werden oder ungewöhnlich lange grün bleiben, liegt das häufig an den Wachstumsbedingungen.

Eine gesunde Tomatenpflanze kann zahlreiche grüne Früchte tragen, deren Reife sich durch ungünstige Temperaturen deutlich verzögert.

Mehr Dünger oder das Entfernen möglichst vieler Blätter sind dann nicht automatisch die richtige Lösung.

Zu hohe Temperaturen

Viele Hobbygärtner vermuten, dass Tomaten bei besonders großer Hitze schneller reifen.

Tatsächlich können anhaltend hohe Temperaturen die Bildung der Farbstoffe beeinträchtigen, die für die typische rote Fruchtfarbe verantwortlich sind.

Besonders im Gewächshaus oder unmittelbar vor stark aufgeheizten Hauswänden kann das zum Problem werden.

Typische Anzeichen sind Früchte, die trotz ausreichender Größe ungewöhnlich lange grün bleiben oder eine ungleichmäßige Färbung entwickeln.

Kontrolliere deshalb die Temperatur und vermeide anhaltenden Hitzestau.

Im Gewächshaus sind ausreichende Lüftungsmöglichkeiten besonders wichtig.

Zu kühle Temperaturen

Auch niedrige Temperaturen können die Reife verzögern.

Gegen Ende der Gartensaison bleiben deshalb häufig zahlreiche grüne Tomaten am Strauch hängen, obwohl sie bereits weit entwickelt sind.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du einen Pflegefehler gemacht hast.

Wenn die Temperaturen dauerhaft zu niedrig werden, kannst du ausreichend entwickelte und gesunde Früchte ernten und unter geeigneten Bedingungen im Haus nachreifen lassen.

Nicht jede kleine, unreife Tomate ist dafür allerdings geeignet.

➡️ Grüne Tomaten nachreifen lassen: So funktioniert es im Haus

Zu dichter Wuchs und ungünstige Standortbedingungen

Eine dicht gewachsene Tomatenpflanze ist nicht automatisch die Ursache für eine schlechte Fruchtfärbung.

Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen.

In einem stark verdichteten Pflanzenbestand können sich Hitze und Feuchtigkeit stauen. Gleichzeitig trocknen die Pflanzen möglicherweise schlechter ab.

Das kann die Entwicklung von Krankheiten begünstigen.

Entferne deshalb bei Bedarf einzelne störende oder kranke Blätter und verbessere die Luftzirkulation.

Vermeide jedoch radikales Entblättern. Tomaten benötigen ihre gesunden Blätter für die Photosynthese und als Schutz der Früchte vor übermäßiger Sonneneinstrahlung.

Wenn die Blätter zusätzlich ungewöhnlich hängen oder sich stark einrollen, solltest du dieses Problem unabhängig von der Fruchtreife untersuchen.

➡️ Tomatenblätter rollen sich ein oder hängen schlaff: Ursachen erkennen

Zu viel Stickstoff

Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann dazu führen, dass Tomaten besonders kräftig wachsen und viel Blattmasse entwickeln.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Pflanze mit zahlreichen Blättern automatisch überdüngt ist.

Berücksichtige die bisherige Düngung, das Wachstum und den allgemeinen Zustand der Pflanze.

Wenn deine Tomaten sehr stark wachsen, solltest du nicht vorschnell noch mehr Dünger verabreichen.

Wichtig ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung, die zum Entwicklungsstadium und zu den vorhandenen Bodenbedingungen passt.


Grüne Schulter, harte Stellen oder fleckige Reife

Bleiben Tomaten im oberen Bereich rund um den Stielansatz grün oder gelblich, während sich der übrige Fruchtkörper bereits normal färbt, kann eine sogenannte grüne beziehungsweise gelbe Schulter vorliegen.

Besonders bestimmte Tomatensorten neigen zu solchen Farbunterschieden.

Auch ungünstige Temperaturen und starke direkte Sonneneinstrahlung können eine Rolle spielen.

Der betroffene Bereich bleibt häufig fester und entwickelt nicht denselben Geschmack wie das normal ausgereifte Fruchtfleisch.

Wichtig ist die Position der Verfärbung.

Eine grüne Schulter befindet sich am Stielansatz. Blütenendfäule entsteht dagegen typischerweise an der gegenüberliegenden Blütenseite.

Wenn eine Tomate ansonsten gesund und vollständig ausgereift ist, kannst du harte beziehungsweise unreife Bereiche bei Bedarf entfernen.

Treten ausgeprägte Reifeprobleme regelmäßig auf, solltest du insbesondere Standort, Hitzebelastung, Wasserversorgung und Nährstoffversorgung kontrollieren.


Dunkle Stellen an Tomaten: Blütenendfäule oder Krankheit?

Dunkle Fruchtstellen sind besonders wichtig für die richtige Diagnose.

Sie können unterschiedliche Ursachen haben. Eine sichere Einordnung gelingt deshalb nicht allein anhand der Farbe.

Kontrolliere, wo die Stelle beginnt, wie sich das betroffene Gewebe anfühlt und ob zusätzlich Veränderungen an Blättern oder Stängeln vorhanden sind.

Dunkle, trockene und eingesunkene Stelle unten an der Frucht

Eine braune bis schwarze Stelle an der Blütenseite, die trocken, ledrig und häufig eingesunken wirkt, ist typisch für Blütenendfäule.

Dabei handelt es sich um eine physiologische Störung der Fruchtentwicklung.

Entscheidend ist, dass die wachsende Frucht nicht ausreichend mit Calcium versorgt wird.

Das kann auch dann passieren, wenn im Boden grundsätzlich genügend Calcium vorhanden ist. Beispielsweise können starke Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit die Aufnahme und den Transport innerhalb der Pflanze beeinträchtigen.

Deshalb solltest du bei Blütenendfäule nicht automatisch Kalk oder zusätzliche Calciumpräparate einsetzen.

Überprüfe zuerst die Wasserversorgung, den Zustand des Wurzelbereichs und die bisherige Düngung.

Bereits entstandene Fruchtschäden verschwinden nicht wieder. Mit einer verbesserten Kulturführung kannst du jedoch die Bedingungen für nachfolgende Früchte verbessern.

Dunkle, weiche oder schimmelige Stellen

Wenn sich eine dunkle Stelle weich oder wässrig anfühlt, matschig wird oder sichtbaren Schimmel entwickelt, solltest du die betroffene Frucht entfernen.

Mögliche Ursachen sind unter anderem Verletzungen, bereits vorhandene Risse oder unterschiedliche Krankheitserreger.

Eine weiche Fruchtstelle allein beweist jedoch keine bestimmte Tomatenkrankheit.

Prüfe deshalb immer auch die übrigen Früchte und die gesamte Pflanze.

Braune Fruchtflecken zusammen mit kranken Blättern

Entwickeln mehrere Tomaten braune Stellen und zeigen gleichzeitig Blätter oder Stängel auffällige Schäden, solltest du eine Krankheit in Betracht ziehen.

Bei Braunfäule können sich auf den Früchten zunächst feste, bräunliche Verfärbungen bilden. Sie müssen am Anfang keineswegs weich oder matschig sein.

Hinzu kommen möglicherweise braune Blattflecken und dunkle Veränderungen an den Stängeln.

Nicht jede Kombination dieser Symptome bedeutet allerdings automatisch Braunfäule.

Wenn das Schadbild unklar bleibt, ist eine genauere Untersuchung sinnvoll.

➡️ Tomaten-Krankheiten erkennen und typische Symptome unterscheiden


Wann du Tomatenfrüchte entfernen solltest

Nicht jede beschädigte Tomate muss sofort entsorgt werden.

Bei kleinen, frischen Rissen kannst du prüfen, ob sich die Frucht noch zeitnah verwenden lässt.

Anders sieht es aus, wenn eine Tomate sichtbaren Schimmel, unangenehmen Geruch oder deutliche Fäulnis entwickelt.

Solche Früchte solltest du entfernen und nicht mehr verzehren.

Auch bei ausgeprägter Blütenendfäule kann es sinnvoll sein, stark beschädigte Früchte abzunehmen.

Einzelne betroffene Früchte bedeuten jedoch nicht, dass die gesamte Tomatenpflanze verloren ist.

Wenn mehrere Früchte innerhalb kurzer Zeit ungewöhnliche Flecken entwickeln, solltest du nicht ausschließlich die betroffenen Tomaten entfernen. Kontrolliere zusätzlich die übrige Pflanze und kläre, ob möglicherweise eine Krankheit vorliegt.


Was du jetzt konkret kontrollieren solltest

Wenn du die Ursache noch nicht eindeutig kennst, helfen dir fünf einfache Prüfungen.

1. Wo befindet sich der Schaden?
Liegt die auffällige Stelle am Stielansatz, seitlich an der Frucht oder unten an der Blütenseite? Die genaue Position kann wichtige Hinweise liefern.

2. Wie fühlt sich die betroffene Stelle an?
Trockene, ledrige und eingesunkene Bereiche passen häufig zu Blütenendfäule. Ungewöhnlich weiche, matschige oder schimmelige Bereiche können dagegen auf eine beginnende Fäulnis hindeuten.

3. Sind Blätter und Stängel ebenfalls betroffen?
Wenn ausschließlich die Früchte auffällig sind, kommen verschiedene physiologische Störungen infrage. Zeigt die gesamte Pflanze deutliche Veränderungen, solltest du zusätzlich nach Krankheiten und anderen Ursachen suchen.

4. Gab es starke Schwankungen bei der Wasserversorgung?
Längere Trockenheit, anschließend kräftiger Regen oder unregelmäßiges Gießen können insbesondere das Aufplatzen der Früchte begünstigen.

5. Welche Temperaturen und Wachstumsbedingungen herrschen?
Starke Hitze, längere Kälteperioden, Wurzelstress und ungünstige Standortbedingungen können unterschiedliche Fruchtprobleme verursachen oder verstärken.

Bewerte die Beobachtungen möglichst gemeinsam. Ein einzelnes Symptom genügt nicht immer, um eine Ursache sicher zu bestimmen.


Was du sofort verbessern kannst

Unabhängig vom genauen Fruchtproblem gibt es einige Pflegemaßnahmen, die für viele Tomatenpflanzen sinnvoll sind.

Gleichmäßiger gießen: Vermeide starke Trocken-Nass-Wechsel. Kontrolliere besonders bei Kübeltomaten regelmäßig, wie feucht das Substrat tatsächlich ist.

Bodenfeuchtigkeit stabilisieren: Eine geeignete Mulchschicht kann die Verdunstung reduzieren. Achte darauf, dass der Boden trotzdem nicht dauerhaft vernässt.

Reife Früchte rechtzeitig ernten: Besonders vor angekündigten längeren Regenperioden kann es sinnvoll sein, bereits reifende Tomaten abzunehmen.

Für ausreichende Luftzirkulation sorgen: Vermeide zu dicht stehende Pflanzen und anhaltenden Hitzestau. Im Gewächshaus ist eine geeignete Lüftung besonders wichtig.

Gesunde Blätter erhalten: Entferne kranke oder tatsächlich störende Pflanzenteile gezielt. Ein radikaler Rückschnitt ist keine allgemeine Lösung gegen schlecht reifende oder aufplatzende Tomaten.

Düngung überprüfen: Zusätzlicher Dünger ist nicht automatisch hilfreich. Besonders bei Blütenendfäule solltest du zuerst die Wasserversorgung und die bisherigen Wachstumsbedingungen berücksichtigen.

Wenn du deine vorhandene Ausstattung verbessern möchtest, solltest du ein Produkt nach dem tatsächlichen Problem auswählen, statt vorsorglich verschiedene Mittel zu kaufen.

➡️ Tomaten-Zubehör kaufen: Was für Topf, Beet und Gewächshaus sinnvoll ist


Was du bei Fruchtproblemen besser nicht tun solltest

  • Behandle nicht jede dunkle Stelle automatisch als Braunfäule. Die genaue Position und Beschaffenheit des Schadens sind entscheidend.
  • Entsorge nicht jede frisch aufgeplatzte Tomate. Prüfe zunächst den Zustand der Frucht und verwende geeignete Exemplare zeitnah.
  • Versuche nicht, jede Reifestörung durch zusätzliche Düngergaben zu beheben. Ungeeignete Düngung kann weitere Probleme verursachen.
  • Entferne nicht wahllos gesunde Blätter, um mehr Sonne an die Früchte zu lassen.
  • Ignoriere keine faulenden Früchte. Entferne sie zeitnah und kontrolliere bei mehreren betroffenen Tomaten die gesamte Pflanze.
  • Gehe nicht automatisch von einem Calciummangel des Bodens aus, wenn deine Tomaten Blütenendfäule zeigen.

Entscheidend ist immer die Kombination aus Schadbild, Pflanzenzustand und bisherigen Wachstumsbedingungen.


Häufige Fragen zu Tomatenfrüchten

Warum platzen Tomaten am Strauch auf?
Tomaten platzen häufig durch starke Schwankungen bei der Wasserversorgung. Nach längerer Trockenheit können kräftiger Regen oder reichliches Gießen dazu führen, dass sich die Früchte schnell ausdehnen und die Schale reißt. Auch die Sorte und weitere Wachstumsbedingungen beeinflussen das Risiko.

Warum platzen Tomaten auf, bevor sie reif sind?
Auch unreife Tomaten können aufplatzen, wenn sie sich zu schnell ausdehnen oder ungünstigen Wachstumsbedingungen ausgesetzt sind. Besonders starke Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit können das Risiko erhöhen. Einige Sorten reagieren empfindlicher als andere.

Kann man aufgeplatzte Tomaten noch essen?
Kleine, frische Risse machen eine ansonsten gesunde Tomate nicht automatisch ungenießbar. Kontrolliere die Frucht sorgfältig, entferne beschädigte Bereiche und verwende geeignete Exemplare zeitnah. Tomaten mit Schimmel, Fäulnis oder länger offen stehenden tiefen Rissen solltest du entsorgen.

Warum reifen Tomaten nicht richtig rot?
Häufige Ursachen sind anhaltend hohe Temperaturen, längere kühle Witterungsphasen, ungünstige Wachstumsbedingungen und Sorteneigenschaften. Besonders große Hitze kann die Bildung der roten Farbstoffe beeinträchtigen. Nicht jede grün bleibende Tomate ist deshalb krank.

Warum bleiben Tomaten oben grün?
Bleibt der Bereich rund um den Stielansatz grün oder gelblich, kann eine sogenannte grüne beziehungsweise gelbe Schulter vorliegen. Bestimmte Sorten neigen dazu. Auch hohe Temperaturen und starke direkte Sonneneinstrahlung können eine Rolle spielen.

Ist jede faulige Tomate von Braunfäule betroffen?
Nein. Weiche oder faulige Stellen können unterschiedliche Ursachen haben. Braunfäule wird besonders dann zu einer möglichen Erklärung, wenn gleichzeitig auffällige Blatt- und Stängelschäden auftreten. Die Fruchtstellen können dabei zunächst auch fest sein.

Soll ich Tomaten mit Blütenendfäule abschneiden?
Stark geschädigte Früchte kannst du entfernen. Die eigentliche Ursache solltest du jedoch ebenfalls angehen. Wichtig sind eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung, gesunde Wurzeln und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Zusätzliches Calcium ist nicht grundsätzlich erforderlich.

Was mache ich, wenn mehrere Tomaten gleichzeitig faulen?
Entferne deutlich faulige Früchte und kontrolliere anschließend die gesamte Pflanze. Achte besonders auf braune Blattflecken, Veränderungen an den Stängeln und weitere auffällige Früchte. Wenn mehrere Pflanzenteile betroffen sind, solltest du mögliche Tomatenkrankheiten genauer überprüfen.