Philodendron pflegen: richtig gießen, Standort wählen und Wachstum fördern

Philodendren sind pflegeleichter, als ihre tropische Erscheinung vermuten lässt, trotzdem entscheidet vor allem die Kombination aus hellem indirektem Licht, kontrolliertem Gießen und einem luftigen Wurzelraum über gesundes Wachstum. Wichtig ist außerdem die Wuchsform: Ein kletternder Philodendron wie Philodendron hederaceum verhält sich anders als kompakt wachsende Sorten wie ‘Birkin’ oder ‘Imperial Red’. Kletternde Arten bilden Luftwurzeln und profitieren von einer Rankhilfe, während selbstständig aufrecht wachsende Formen keine benötigen. Gelbe Blätter, lange kahle Triebe oder braune Spitzen sollten nicht vorschnell einer einzelnen Ursache zugeschrieben werden. Prüfe zunächst Licht, Bodenfeuchte und Wurzeln. Besonders häufig entstehen Probleme, wenn ein Philodendron relativ dunkel steht, dadurch wenig Wasser verbraucht und trotzdem nach einem festen Zeitplan gegossen wird.

Stelle den Philodendron hell bis halbschattig ohne intensive direkte Sommersonne und gieße erst wieder, wenn die obere Substratschicht etwas abgetrocknet ist. Kletternde Arten entwickeln sich mit einer geeigneten Stütze natürlicher, während kompakte Formen frei stehen können. Bei gelben oder hängenden Blättern sollte vor zusätzlichem Wasser immer zuerst die Erde kontrolliert werden.

Kletternder und kompakt wachsender Philodendron mit Hinweisen zu hellem indirektem Licht, kontrolliertem Gießen, luftiger Erde und Rankhilfe.
Philodendron pflegen: richtig gießen, Standort wählen und Wachstum fördern
Inhalt
  1. Welcher Philodendron steht bei dir?
  2. Standort: viel Licht, aber nicht plötzlich in die Mittagssonne
  3. Philodendron richtig gießen: Nicht dauerhaft feucht halten
  4. Luftige Erde ist wichtiger als eine komplizierte Spezialmischung
  5. Kletternde Philodendren brauchen Unterstützung
  6. Gelbe Blätter: erst Erde und Alter des Blattes prüfen
  7. Braune Spitzen, braune Flecken und kleine neue Blätter unterscheiden
  8. Luftfeuchtigkeit: hilfreich, aber tägliches Sprühen ist kein Muss
  9. Philodendron düngen: am Wachstum orientieren
  10. Philodendron schneiden und vermehren
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Welcher Philodendron steht bei dir?

Philodendron ist eine große Gattung aus der Familie der Aronstabgewächse. Die Arten unterscheiden sich stärker voneinander, als es die Bezeichnung „Baumfreund“ zunächst vermuten lässt.

Für die Pflege im Zimmer ist vor allem die Wuchsform wichtig.

Kletternde und rankende Philodendren

Dazu gehören beispielsweise Philodendron hederaceum und viele Formen aus dem Umfeld von Philodendron erubescens. Sie bilden verlängerte Triebe mit deutlich sichtbaren Knoten und häufig Luftwurzeln.

Sie können:

  • an einer Rankhilfe nach oben wachsen,
  • aus einer Ampel herabhängen,
  • auf einem Regal überhängend kultiviert werden.

Wer große, kräftige Blätter möchte, sollte kletternden Formen eine stabile Aufstiegsmöglichkeit bieten.

Kompakte und selbstständig aufrechte Formen

Sorten wie ‘Birkin’, ‘Imperial Green’, ‘Imperial Red’ oder ‘Moonlight’ entwickeln einen deutlich kompakteren Aufbau. Ihre Blätter sitzen eng um einen kurzen Spross und sie benötigen normalerweise keine klassische Rankhilfe.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil ein kletternder Philodendron mit langen Trieben nicht automatisch „vergeilt“ oder falsch gepflegt ist. Bei ihm gehört das Klettern zum natürlichen Wuchs.

Monstera ist kein Philodendron

Monstera und Philodendron gehören zwar beide zu den Aronstabgewächsen und ähneln sich in manchen Wachstumsformen, botanisch sind es jedoch unterschiedliche Gattungen.

Eine Monstera deliciosa sollte deshalb nicht einfach als Philodendron behandelt oder bezeichnet werden.

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Standort: viel Licht, aber nicht plötzlich in die Mittagssonne

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Die meisten Philodendren wachsen am besten bei hellem, indirektem Licht. Ein halbschattiger Platz kann ebenfalls funktionieren. Dauerhaft sehr wenig Licht führt dagegen häufig zu schwächerem Wachstum.

➡️ Den Lichtbedarf von Zimmerpflanzen richtig einschätzen

So erkennst du einen zu dunklen Standort

Typische Hinweise sind:

  • auffallend lange Abstände zwischen den Blättern,
  • kleine neue Blätter,
  • lange schwache Triebe,
  • deutliches Wachstum Richtung Fenster,
  • wenig neuer Austrieb,
  • bei panaschierten Sorten zunehmend grünere Blätter.

Besonders der letzte Punkt ist wichtig. Weiße, gelbe oder rosafarbene Blattbereiche besitzen weniger Chlorophyll. Buntlaubige Sorten benötigen deshalb meist mehr Licht als vollständig grüne Formen.

Mehr Licht bedeutet aber nicht automatisch intensive Mittagssonne.

Eine Pflanze, die lange einige Meter vom Fenster entfernt stand, sollte nicht plötzlich direkt hinter ein heißes Südfenster gestellt werden. Starke ungewohnte Sonne kann aufgehellte und später trockene Blattflächen verursachen.

Was tun bei einem dauerhaft dunklen Raum?

Rücke den Philodendron zunächst näher an ein helles Fenster. Reicht natürliches Licht dort trotzdem nicht aus, kann Zusatzbeleuchtung sinnvoll sein.

➡️ Pflanzenlampen für Zimmerpflanzen richtig auswählen

Philodendren mögen außerdem Wärme und reagieren empfindlicher auf kalte Zugluft. Ein Standort unmittelbar an einer regelmäßig geöffneten kalten Balkontür oder an einer stark auskühlenden Fensterscheibe ist im Winter ungünstig. Die Royal Horticultural Society empfiehlt für Philodendren Temperaturen oberhalb von etwa 15 °C.


Philodendron richtig gießen: Nicht dauerhaft feucht halten

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Philodendren benötigen Wasser, ihre Wurzeln brauchen aber gleichzeitig Luft. Deshalb ist weder völliges Austrocknen über lange Zeit noch dauerhaft nasse Erde optimal.

Die obere Substratschicht darf zwischen zwei Wassergaben etwas antrocknen.

➡️ Zimmerpflanzen richtig gießen

Prüfe vor dem Gießen:

  1. Ist nur die Oberfläche trocken oder auch der Bereich darunter?
  2. Fühlt sich der Topf noch auffallend schwer an?
  3. Wie hell steht die Pflanze?
  4. Ist gerade Sommer oder lichtarmer Winter?
  5. Befindet sich Wasser im Übertopf?

Wird gegossen, sollte der gesamte Wurzelballen gleichmäßig befeuchtet werden. Überschüssiges Wasser muss anschließend ablaufen können.

Wasser im Untersetzer oder geschlossenen Übertopf sollte nicht dauerhaft stehen bleiben.

Warum ein fester Wochenrhythmus problematisch ist

Ein Philodendron am hellen Sommerfenster verbraucht wesentlich mehr Wasser als dieselbe Pflanze während eines dunklen Winters.

Wird trotzdem jeden Sonntag dieselbe Menge gegossen, kann der Wurzelballen im Winter dauerhaft nass bleiben.

Bei Unsicherheit:

➡️ Zimmerpflanzen-Gieß-Check nutzen

Hängende Blätter bedeuten nicht automatisch Durst

Bei trockener Erde kann ein Philodendron tatsächlich an Spannung verlieren.

Hängt die Pflanze jedoch bei bereits nassem Substrat, darf nicht einfach nachgegossen werden. Geschädigte Wurzeln können ebenfalls nicht mehr ausreichend Wasser aufnehmen.

➡️ Hängende Blätter bei Zimmerpflanzen richtig einordnen


Luftige Erde ist wichtiger als eine komplizierte Spezialmischung

Philodendren mögen ein Substrat, das Feuchtigkeit speichern kann und trotzdem ausreichend grobe Struktur besitzt, damit Luft an die Wurzeln gelangt.

➡️ Das richtige Substrat für Zimmerpflanzen auswählen

Entscheidend sind:

  • gute Wasseraufnahme,
  • ausreichende Struktur,
  • funktionierende Drainage,
  • keine dauerhaft schlammige Konsistenz.

Ein lockeres Zimmerpflanzensubstrat kann dafür völlig ausreichen. Grobe Bestandteile wie geeignete Rinde oder mineralische Strukturgeber können die Durchlüftung verbessern, sind aber kein Selbstzweck.

Der Topf sollte unbedingt Abzugslöcher besitzen.

Eine Schicht Blähton in einem komplett geschlossenen Gefäß ersetzt keinen Wasserabfluss.

Wann sollte ein Philodendron umgetopft werden?

Ein neuer Topf wird sinnvoll, wenn:

  • der Wurzelballen das Gefäß stark ausfüllt,
  • zahlreiche Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen,
  • der Topf ungewöhnlich schnell austrocknet,
  • Wasser kaum noch gleichmäßig in den Ballen gelangt,
  • das Substrat stark verdichtet ist.

➡️ Zimmerpflanzen richtig umtopfen

Wähle nur ein moderat größeres Gefäß. Ein wesentlich zu großer Topf enthält viel noch nicht durchwurzelte Erde, die nach dem Gießen entsprechend lange nass bleiben kann.

➡️ Zimmerpflanzenerde richtig auswählen


Kletternde Philodendren brauchen Unterstützung

Viele Philodendren wachsen in ihrer natürlichen Umgebung an Bäumen empor. Ihre Luftwurzeln dienen dabei unter anderem der Verankerung.

Bei solchen Arten ist eine Rankhilfe deshalb mehr als Dekoration.

Geeignet sind beispielsweise:

  • stabile Pflanzenstäbe,
  • mit geeignetem Material ummantelte Rankhilfen,
  • Kork- oder Holzstrukturen,
  • andere feste Kletterhilfen.

Luftwurzeln können an die Stütze geführt oder teilweise ins Substrat geleitet werden. Sie müssen nicht grundsätzlich abgeschnitten werden. Auch ein Entfernen einzelner störender Luftwurzeln ist möglich, solange der eigentliche Stamm nicht verletzt wird.

Warum die Wuchsrichtung einen Unterschied macht

Ein kletternder Philodendron kann zwar auch herabhängen, doch eine aufsteigende Pflanze entwickelt sich anders als ein ständig frei herabhängender Trieb.

Wer einen großblättrigen, kräftigen Baumfreund möchte, sollte deshalb zunächst prüfen, ob es sich tatsächlich um eine kletternde Art handelt und dieser eine geeignete Stütze geben.

Kompakte selbstständig wachsende Sorten benötigen dagegen keinen Moosstab nur deshalb, weil sie Philodendron heißen.


Gelbe Blätter: erst Erde und Alter des Blattes prüfen

Ein einzelnes altes Blatt, das unten an der Pflanze langsam gelb wird, kann normal altern.

Werden mehrere Blätter gleichzeitig gelb, sollte die Ursache gesucht werden.

➡️ Gelbe Blätter bei Zimmerpflanzen richtig diagnostizieren

BeobachtungMögliche UrsacheZuerst prüfen
einzelnes altes unteres Blattnormale Alterung möglichweitere Entwicklung
mehrere gelbe Blätter bei nasser ErdeWurzelstress durch zu viel WasserWurzelballen
blasse Pflanze mit langen TriebenLichtmangel möglichStandort
gelbe Blätter nach starkem AustrocknenTrockenstress möglichBodenfeuchte
Vergilbung mit klebrigen Stellen oder SprenkelnSchädlingsbefall möglichBlattunterseiten

Gelbe Blätter plus nasse Erde

Diese Kombination sollte ernst genommen werden.

Bleibt der Topf über lange Zeit feucht, prüfe zunächst Abfluss und Wurzeln.

➡️ Staunässe bei Zimmerpflanzen erkennen

Weiche, dunkle und unangenehm riechende Wurzeln passen eher zu einem fortgeschrittenen Wurzelschaden.

➡️ Wurzelfäule bei Zimmerpflanzen erkennen

Gelbe Blätter allein beweisen dagegen keinen Nährstoffmangel. Das sofortige Nachdüngen einer Pflanze mit geschädigten Wurzeln löst das eigentliche Problem nicht. Auch allgemeine Diagnoseleitfäden für Zimmerpflanzen betonen, dass Vergilbung nur ein unspezifisches Symptom ist und unter anderem durch zu viel Wasser, Lichtprobleme oder Wurzelschäden entstehen kann.


Braune Spitzen, braune Flecken und kleine neue Blätter unterscheiden

Nicht jede braune Stelle hat dieselbe Ursache.

Trockene braune Spitzen

Mögliche Auslöser sind:

  • starke Trockenphasen,
  • niedrige Luftfeuchtigkeit,
  • hohe Salzbelastung durch starke Düngung,
  • geschädigte Wurzeln.

➡️ Braune Blattspitzen bei Zimmerpflanzen richtig einordnen

Braune Spitzen sind kein Grund, automatisch mehr zu gießen. Ist das Substrat bereits feucht, sollte zunächst nach einer anderen Ursache gesucht werden.

Größere braune Blattflächen

Treten trockene helle bis braune Flächen kurz nach dem Wechsel an ein sehr sonniges Fenster auf, kommt Sonnenstress infrage.

Dunkle Schäden zusammen mit dauerhaft nasser Erde sprechen dagegen eher dafür, auch den Wurzelbereich zu kontrollieren.

➡️ Braune Flecken bei Zimmerpflanzen unterscheiden

Neue Blätter bleiben klein

Kleine neue Blätter können mehrere Gründe haben.

Bei einem kletternden Philodendron sollte zuerst gefragt werden:

  • Bekommt die Pflanze genug Licht?
  • Besitzt sie eine geeignete Kletterhilfe?
  • Sind die Wurzeln gesund?
  • Befindet sie sich überhaupt in einer aktiven Wachstumsphase?

Mehr Dünger ist erst danach eine sinnvolle Überlegung.

➡️ Wenn eine Zimmerpflanze kaum noch wächst


Luftfeuchtigkeit: hilfreich, aber tägliches Sprühen ist kein Muss

Philodendren stammen aus tropischen Lebensräumen und profitieren von mäßig erhöhter Luftfeuchtigkeit. Trotzdem kommen viele verbreitete Arten mit normaler Raumluft erstaunlich gut zurecht.

Das unterscheidet sie beispielsweise von besonders empfindlichen Calathea-Arten.

Die Royal Horticultural Society weist ausdrücklich darauf hin, dass Philodendren zwar mäßig feuchte Luft mögen, aber auch mit der geringeren Luftfeuchtigkeit vieler Wohnungen zurechtkommen.

➡️ Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen richtig einschätzen

Tägliches Besprühen ist deshalb keine Voraussetzung für einen gesunden Philodendron.

Bei besonders empfindlichen Arten mit samtigen Blättern oder in sehr trockener Heizungsluft können höhere Werte dennoch hilfreich sein.

Wichtiger als einige Sprühstöße sind stabile Raumbedingungen.


Philodendron düngen: am Wachstum orientieren

Während einer hellen Wachstumsphase bildet ein gesunder Philodendron oft regelmäßig neue Blätter und benötigt dafür Nährstoffe.

Ein geeigneter Zimmer- oder Grünpflanzendünger kann entsprechend der Herstellerangabe verwendet werden.

➡️ Zimmerpflanzen richtig düngen

Im Winter sinkt der Bedarf häufig deutlich.

Wächst die Pflanze wegen des geringeren Lichtangebots kaum, sollte die Düngung reduziert beziehungsweise pausiert werden.

Zu viel Dünger kann den Salzgehalt im Substrat erhöhen und die Wurzeln belasten.

➡️ Zimmerpflanzendünger richtig auswählen

Eine Pflanze mit akut faulenden Wurzeln, dauerhaft nasser Erde oder starkem Lichtmangel sollte nicht durch zusätzliche Nährstoffe „angeschoben“ werden.


Philodendron schneiden und vermehren

Kletternde Philodendren lassen sich gut zurückschneiden, wenn ihre Triebe zu lang werden oder die Pflanze dichter wachsen soll.

Schneide mit einem sauberen Werkzeug in der Nähe eines Blattknotens. Aus vorhandenen Knoten können anschließend neue Triebe entstehen.

Kompakte selbstständig wachsende Formen benötigen dagegen normalerweise keinen regelmäßigen Formschnitt. Entferne dort vor allem abgestorbene oder stark beschädigte Blätter.

Vermehrung über Stecklinge

Kletternde Philodendren lassen sich besonders leicht durch Sprossstecklinge vermehren.

Wichtig ist ein Knoten am Steckling. Dort befinden sich die Gewebe, aus denen neue Wurzeln und Triebe entstehen können.

Ein geeigneter Steckling kann:

  • zunächst in Wasser bewurzelt,
  • direkt in ein geeignetes lockeres Substrat gesetzt werden.

Ein einzelnes Blatt ohne geeigneten Sprossknoten ist keine verlässliche Grundlage für eine neue vollständige Philodendronpflanze.

Während der Bewurzelung sind Wärme, helles indirektes Licht und kontrollierte Feuchtigkeit günstiger als ein dauerhaft nasses Substrat.


Schädlinge am Philodendron erkennen

Philodendren sind insgesamt robuste Zimmerpflanzen, können aber von saugenden Schädlingen befallen werden.

Kontrolliere vor allem:

  • Blattunterseiten,
  • Blattstiele,
  • junge Triebe,
  • Blattachseln,
  • Bereiche um Luftwurzeln und Stützen.

➡️ Zimmerpflanzen-Schädlinge sicherer unterscheiden

Spinnmilben

Feine helle Sprenkel und später sehr dünne Gespinste können auf Spinnmilben hindeuten.

➡️ Spinnmilben erkennen

Wollläuse

Weiße watteartige Ablagerungen in Blattachseln und anderen geschützten Bereichen passen eher zu Wollläusen.

➡️ Wollläuse sicher erkennen

Schildläuse

Feste kleine Erhebungen auf Blattstielen oder Trieben zusammen mit klebrigen Ausscheidungen können Schildläuse sein.

➡️ Schildläuse an Zimmerpflanzen erkennen

Thripse

Silbrige bis bronzene Blattverletzungen, kleine dunkle Kotpunkte und schmale bewegliche Tiere passen eher zu Thripsen.

➡️ Thripse sicher erkennen

Bleibt unklar, ob ein Pflegefehler oder Schädling vorliegt:

➡️ Zimmerpflanzen-Diagnose starten


Philodendron im Winter richtig pflegen

Eine klassische kalte Winterruhe benötigt ein Philodendron nicht. Die Pflanze bleibt warm im Haus.

Der wichtigste Unterschied besteht im deutlich geringeren Lichtangebot.

Dadurch:

  • wächst die Pflanze langsamer,
  • verbraucht sie weniger Wasser,
  • bleibt Erde länger feucht,
  • sinkt der Nährstoffbedarf.

Passe besonders das Gießen an.

➡️ Zimmerpflanzen richtig überwintern

Gerade eine Pflanze, die im Sommer problemlos jede Woche Wasser gebraucht hat, kann im Winter wesentlich längere Abstände benötigen.

Ein möglichst heller Standort und Schutz vor kalter Zugluft sind jetzt besonders wichtig.


Ist Philodendron giftig?

Philodendren gehören zu den Aronstabgewächsen und enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Pflanzenteile sollten deshalb nicht gegessen werden.

Besonders beim Kauen können Mund und Schleimhäute gereizt werden.

Für Katzen und Hunde führt die ASPCA Philodendron als giftig. Mögliche Beschwerden nach dem Kauen sind unter anderem Reizungen im Maul, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen und Schluckbeschwerden.

Stelle die Pflanze deshalb so auf, dass Tiere und kleine Kinder nicht an ihr kauen.

Beim Schneiden kann außerdem Pflanzensaft austreten. Bei empfindlicher Haut sind Handschuhe sinnvoll. Kontakt mit Augen und Mund sollte vermieden werden.

Hat ein Haustier Pflanzenteile aufgenommen und zeigt Beschwerden, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.


Die häufigsten Pflegefehler beim Philodendron

Jeden Philodendron gleich behandeln

Eine kletternde Art hat andere Anforderungen an ihren Aufbau als eine kompakte selbstständig wachsende Sorte. Prüfe deshalb zuerst die Wuchsform.

Zu dunkel stellen

Philodendren tolerieren weniger Licht, entwickeln sich aber bei ausreichend hellem indirektem Licht meist kräftiger.

Nach Kalender gießen

Wie schnell die Erde trocknet, verändert sich mit Jahreszeit, Licht, Topfgröße und Pflanzenwachstum.

Hängende Blätter automatisch als Durst deuten

Ist die Erde bereits nass, kann weiteres Wasser Wurzelschäden verschärfen.

Einen riesigen Topf verwenden

Zu viel unbewurzeltes Substrat bleibt länger feucht und erhöht dadurch das Risiko von Wurzelproblemen.

Jeden Philodendron täglich besprühen

Viele verbreitete Formen kommen mit normaler Wohnraumluft zurecht. Sprühen ersetzt außerdem weder richtiges Gießen noch gesunde Wurzeln.

Kleine Blätter sofort mit Dünger behandeln

Bei kletternden Formen sind Licht und Wachstumsweise mindestens genauso wichtig.

Luftwurzeln grundsätzlich abschneiden

Sie gehören zum natürlichen Wuchs vieler Arten und können bei kletternden Pflanzen zur Stabilisierung genutzt werden.


So erkennst du, ob die Pflege passt

Alte Schäden verschwinden nicht. Ein gelbes Blatt wird normalerweise nicht wieder grün und vertrocknetes Gewebe regeneriert sich nicht.

Beurteile deshalb vor allem den neuen Austrieb.

Gute Zeichen sind:

  • neue Blätter werden regelmäßig größer,
  • die Abstände zwischen den Blättern bleiben kompakt,
  • keine neuen gelben oder braunen Schäden entstehen,
  • das Substrat trocknet kontrolliert ab,
  • kletternde Pflanzen entwickeln stabile neue Triebe,
  • es treten keine neuen Schädlingssymptome auf.

Wenn die Ursache eines Problems korrigiert wurde, sollte die Pflanze anschließend nicht ständig wieder umgestellt, umgetopft oder anders gegossen werden.

➡️ Zimmerpflanzen-Probleme systematisch eingrenzen

➡️ Grundlagen der Zimmerpflanzen-Pflege


Häufige Fragen zur Philodendron-Pflege

Wie oft muss man einen Philodendron gießen?
Nicht nach einem festen Wochenrhythmus. Lasse die obere Substratschicht etwas antrocknen und prüfe vor jeder Wassergabe, ob tiefer im Topf noch deutliche Feuchtigkeit vorhanden ist.

Wo sollte ein Philodendron stehen?
Hell bis halbschattig mit überwiegend indirektem Licht. Intensive direkte Sommersonne kann Blattschäden verursachen.

Kann ein Philodendron dunkel stehen?
Viele Arten tolerieren schwächeres Licht, wachsen dort aber langsamer und häufig mit kleineren Blättern oder längeren Trieben. Für kräftiges Wachstum ist ein hellerer Platz besser.

Warum bekommt mein Philodendron gelbe Blätter?
Ein einzelnes älteres Blatt kann normal altern. Mehrere gelbe Blätter können unter anderem durch dauerhaft nasse Erde, Wurzelschäden, Lichtprobleme oder andere Stressfaktoren entstehen.

Warum bekommt mein Philodendron braune Spitzen?
Mögliche Ursachen sind Trockenstress, niedrige Luftfeuchtigkeit, hohe Salzbelastung durch Dünger oder Probleme im Wurzelbereich. Prüfe deshalb die gesamte Pflege.

Warum bekommt mein Philodendron kleine Blätter?
Zu wenig Licht kann eine Ursache sein. Bei kletternden Arten sollte außerdem geprüft werden, ob die Pflanze eine geeignete Aufstiegsmöglichkeit besitzt.

Braucht ein Philodendron einen Moosstab?
Nicht jeder. Kletternde Philodendren profitieren von einer stabilen Rankhilfe. Kompakte selbstständig aufrecht wachsende Sorten benötigen normalerweise keine.

Was macht man mit den Luftwurzeln eines Philodendrons?
Sie können bleiben, an eine Rankhilfe geleitet oder teilweise ins Substrat geführt werden. Einzelne störende Luftwurzeln können auch entfernt werden.

Kann man einen Philodendron zurückschneiden?
Ja. Besonders kletternde Arten vertragen einen Rückschnitt gut. Schneide mit einem sauberen Werkzeug in der Nähe eines Blattknotens.

Wie kann man Philodendron vermehren?
Kletternde Arten lassen sich leicht durch Sprossstecklinge vermehren. Entscheidend ist, dass der Steckling mindestens einen geeigneten Knoten besitzt.

Wann muss ein Philodendron umgetopft werden?
Wenn der Topf stark durchwurzelt ist, viele Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder das alte Substrat seine Struktur verloren hat. Der neue Topf sollte nur moderat größer sein.

Muss man Philodendron besprühen?
Nein. Eine mäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit ist günstig, aber viele verbreitete Arten kommen auch mit normaler Wohnraumluft zurecht. Tägliches Besprühen ist keine Voraussetzung.

Warum wächst mein Philodendron nicht?
Prüfe zuerst Licht, Jahreszeit und Wurzelzustand. Im Winter oder bei einem dunklen Standort kann das Wachstum deutlich langsamer sein.

Ist Philodendron giftig für Katzen?
Ja. Philodendren enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen Mund und Schleimhäute reizen können. Katzen sollten deshalb keinen Zugang zum Fressen der Pflanze haben.

Ist Philodendron giftig für Hunde?
Ja. Auch bei Hunden können nach dem Kauen Reizungen im Maul, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden auftreten. Bei Beschwerden sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.