Schädlinge an Zimmerpflanzen erkennst du am zuverlässigsten nicht nur an den Tieren selbst, sondern an Schadbild, Aufenthaltsort und typischen Spuren. Kleine schwarze Fliegen aus der Blumenerde sprechen eher für Trauermücken, silbrige Blattstellen mit schwarzen Punkten für Thripse, feine Gespinste für Spinnmilben und weiße watteartige Ansammlungen für Wollläuse. Klebrige Blätter passen dagegen zu mehreren saugenden Schädlingen und reichen allein für eine Bestimmung nicht aus.
Entdeckst du einen möglichen Befall, stelle die betroffene Pflanze zunächst getrennt und untersuche Blattoberseiten, Blattunterseiten, junge Triebe, Blattachseln und Erde. Behandle nicht auf Verdacht: Thripse, Trauermücken, Schildläuse oder Spinnmilben benötigen unterschiedliche Maßnahmen. Ist das Schadbild nicht eindeutig, hilft zuerst die Bestimmung des Schädlings.
Kurzantwort: Bestimme Zimmerpflanzen-Schädlinge zuerst nach ihren charakteristischen Spuren. Gespinste, silbrige Saugschäden, klebriger Honigtau, weiße Wachswolle oder kleine Fliegen aus der Erde führen jeweils in eine andere Richtung. Trenne eine verdächtige Pflanze von den übrigen und beginne erst mit der Bekämpfung, wenn der Schädling möglichst sicher feststeht.

Inhalt
- Welcher Schädling ist es? Schnelltest nach Schadbild
- Die häufigsten Schädlinge an Zimmerpflanzen sicher unterscheiden
- Nicht jedes kleine Tier im Blumentopf ist ein Pflanzenschädling
- Bei einem Schädlingsbefall zuerst die Ausbreitung stoppen
- Die Bekämpfung muss zum Schädling passen
- Monstera, Orchidee, Efeutute und Bogenhanf gründlich kontrollieren
- So kommen Schädlinge nicht unbemerkt in den Pflanzenbestand
Welcher Schädling ist es? Schnelltest nach Schadbild
Bei einem frühen Befall sind die Tiere häufig schwerer zu erkennen als ihre Spuren. Eine Lupe und eine helle Taschenlampe helfen besonders bei Thripsen, Spinnmilben und jungen Schildläusen.
| Auffälligkeit an der Zimmerpflanze | Wahrscheinlicher Schädling | Wo genauer suchen? |
|---|---|---|
| Kleine schwarze Fliegen über der Erde | Trauermücken | Blumenerde, Topfrand |
| Silberne Stellen + schwarze Punkte | Thripse | Blattunterseiten, junge Blätter |
| Feine Gespinste + helle Sprenkel | Spinnmilben | Blattunterseiten, Blattachseln |
| Weiße watteartige Stellen | Wollläuse | Blattachseln, Triebe, Topfrand |
| Braune oder helle feste „Schilde“ | Schildläuse | Blattadern, Stängel, Blattunterseiten |
| Kleine grüne, schwarze oder helle Tiere in Gruppen | Blattläuse | junge Triebe, Knospen |
| Kleine weiße Tiere fliegen beim Berühren auf | Weiße Fliege | Blattunterseiten |
| Klebrige Blätter ohne gut sichtbare Tiere | saugende Schädlinge möglich | Blattunterseiten und Triebe |
Kein eindeutiger Treffer? Dann solltest du nicht irgendein Mittel ausprobieren. Nutze stattdessen den ➡️ Schädlings-Check zur Bestimmung.
Wirkt die Pflanze krank, du findest aber weder Tiere noch typische Befallsspuren, kann auch ein Pflege- oder Wurzelproblem dahinterstecken. Dafür führt die ➡️ Übersicht zu Problemen bei Zimmerpflanzen durch die wichtigsten Schadbilder.
Die häufigsten Schädlinge an Zimmerpflanzen sicher unterscheiden
Die meisten typischen Zimmerpflanzen-Schädlinge lassen sich mit bloßem Auge oder einer einfachen Lupe ausreichend eingrenzen. Entscheidend ist, nicht nur nach kleinen Tieren zu suchen, sondern gleichzeitig das Blattbild, klebrige Ausscheidungen, Gespinste und den Aufenthaltsort zu beachten.
Trauermücken: kleine schwarze Fliegen aus der Blumenerde
Wenn beim Gießen oder Bewegen eines Topfes mehrere kleine dunkle Fliegen auffliegen, sind Trauermücken ein naheliegender Verdacht.
Die erwachsenen Tiere halten sich überwiegend in der Nähe feuchter Erde auf. Ihre Larven entwickeln sich im Substrat. Besonders bei jungen Pflanzen und Stecklingen kann ein stärkerer Larvenbefall die feinen Wurzeln beeinträchtigen.
Ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Zimmerpflanzen-Schädlingen: Das eigentliche Problem befindet sich überwiegend im Topf und nicht auf den Blättern.
Typisch sind:
- kleine dunkel gefärbte Fliegen dicht über der Blumenerde,
- vermehrtes Auffliegen beim Gießen,
- wiederholtes Auftreten trotz Entfernen einzelner erwachsener Tiere,
- dauerhaft feuchtes Substrat als günstige Entwicklungsbedingung.
Trauermücken werden leicht mit Fruchtfliegen verwechselt. Fruchtfliegen interessieren sich vor allem für gärende Lebensmittel und organische Küchenreste. Trauermücken halten sich dagegen auffällig an den Pflanzentöpfen und der Erde auf.
➡️ Trauermücken sicher erkennen
Steht der Befall bereits fest:
➡️ Trauermücken gezielt loswerden
Thripse: silbrige Blätter und kleine schwarze Punkte
Thripse sind schlanke, sehr kleine Insekten. Bei einem leichten Befall werden deshalb häufig zuerst die Schäden sichtbar.
Charakteristisch sind helle bis silbrig wirkende Stellen im Blattgewebe. Zusätzlich können winzige schwarze Punkte auftreten. Dabei handelt es sich um Ausscheidungen der Tiere.
Schau besonders auf junge Blätter und die Blattunterseiten. Je nach Entwicklungsstadium können Thripse dunkel, hellbraun oder die Larven deutlich heller erscheinen.
Weitere Hinweise sind:
- unregelmäßige silbrige oder vernarbt wirkende Blattflächen,
- schwarze punktförmige Ausscheidungen,
- verformte junge Blätter,
- geschädigte neue Triebe,
- schmale, längliche Tiere auf oder unter den Blättern.
Ein häufiger Irrtum besteht darin, jeden schwarzen Punkt als Thrips zu deuten. Schwarze Punkte zusammen mit den typischen silbrigen Saugschäden sind wesentlich aussagekräftiger.
➡️ Thripse anhand von Tier und Schadbild erkennen
Ist die Bestimmung eindeutig:
Spinnmilben: feine Gespinste und punktförmige Aufhellungen
Spinnmilben gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren. Sie sind so klein, dass ein Befall leicht übersehen wird.
Ein charakteristischer Hinweis sind sehr feine Gespinste zwischen Blättern, Blattstielen und Trieben. Gleichzeitig entstehen durch die Saugtätigkeit zahlreiche kleine helle Punkte auf den Blättern. Bei stärkerem Befall können größere Blattbereiche matt, grau-grün oder gelblich erscheinen.
Nicht jedes Spinnmilbenproblem beginnt allerdings sofort mit deutlich sichtbaren Gespinsten. Kontrolliere deshalb schon bei ungewöhnlich fein gesprenkelten Blättern die Blattunterseiten.
Ein einfacher Blick von oben reicht nicht.
➡️ Spinnmilben und typische Saugschäden erkennen
Wenn du Spinnmilben eindeutig festgestellt hast:
➡️ Geeignete Maßnahmen gegen Spinnmilben einordnen
Wollläuse: weiße Watte in Blattachseln und an Trieben
Wollläuse werden auch Schmierläuse genannt. Auffällig sind die weißen, wachsartigen Ausscheidungen beziehungsweise Wachshüllen, durch die ein Befall wie kleine Watteflocken aussehen kann.
Besonders gründlich solltest du schwer einsehbare Bereiche kontrollieren:
Blattachseln, Blattstiele, Verzweigungen und geschützte Stellen am Pflanzenkörper.
Auch am Topfrand und in der Nähe des Wurzelbereichs können sich Tiere verstecken.
Bei einem stärkeren Befall können Blätter vergilben, das Wachstum kann nachlassen und klebrige Ausscheidungen können auftreten.
Nach sicherer Bestimmung:
➡️ Wollläuse gezielt bekämpfen
Schildläuse: kleine feste Erhebungen auf Blatt und Stängel
Schildläuse gehören zu den Schädlingen, die leicht übersehen werden, weil erwachsene Tiere teilweise kaum wie Insekten aussehen.
Sie sitzen fest an Blättern, Blattadern, Stängeln oder Trieben und erscheinen je nach Art als kleine braune, beige oder hellere Erhebungen.
Ein zusätzlicher Hinweis kann eine klebrige Oberfläche auf Pflanzen, Fensterbank oder Boden sein. Einige Schildlausgruppen scheiden Honigtau aus.
Kontrolliere bei Verdacht auch die Blattunterseiten und die Stellen entlang größerer Blattadern.
Da Schild- und Wollläuse auf den ersten Blick verwechselt werden können, lohnt sich bei Unsicherheit der direkte Vergleich:
➡️ Schildläuse und Wollläuse unterscheiden
Für Pflanzen im Wohnraum gibt es außerdem die passende Vertiefung:
➡️ Schildläuse an Zimmerpflanzen erkennen und bekämpfen
Blattläuse: Kolonien an jungen Trieben und Blättern
Blattläuse sind im Vergleich zu Thripsen oder Spinnmilben meist leichter zu entdecken. Sie sammeln sich bevorzugt an weichem Pflanzengewebe wie jungen Trieben, Blattunterseiten und Knospen.
Je nach Art können die Tiere grün, schwarz, gelblich, braun oder rötlich aussehen. Häufig treten viele Tiere dicht nebeneinander auf.
Typische Begleiterscheinungen sind:
verformte junge Blätter, eingerollte Blattbereiche, schwächere Triebe und klebriger Honigtau.
Auf dem zuckerhaltigen Honigtau können sich später dunkle Rußtaupilze ansiedeln. Der schwarze Belag ist dann eine Folge des Befalls und nicht der Schädling selbst.
➡️ Blattläuse erkennen und Arten einordnen
Weiße Fliege: kleine weiße Tiere fliegen beim Berühren auf
Die Weiße Fliege gehört trotz ihres Namens nicht zu den echten Fliegen. Die Tiere sitzen bevorzugt an den Blattunterseiten.
Ein sehr auffälliges Merkmal zeigt sich, wenn du ein befallenes Blatt vorsichtig bewegst: Kleine weiße Insekten fliegen plötzlich auf und setzen sich anschließend wieder an Pflanzen ab.
Zusätzlich können helle Sprenkelungen, Vergilbungen und klebriger Honigtau auftreten.
Bei einem einzelnen weißen fliegenden Tier ist eine sichere Bestimmung noch schwierig. Steigen dagegen wiederholt zahlreiche kleine weiße Tiere von Blattunterseiten auf, wird die Zuordnung deutlich wahrscheinlicher.
➡️ Weiße Fliegen erkennen und richtig einordnen
Nicht jedes kleine Tier im Blumentopf ist ein Pflanzenschädling
Sobald etwas über die Erde krabbelt, entsteht schnell der Verdacht auf einen Schädlingsbefall. Das ist nicht immer gerechtfertigt.
Gerade in feuchtem, organischem Substrat können sehr kleine Bodenbewohner auftreten, die sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial, Pilzen oder anderen organischen Bestandteilen ernähren.
Springschwänze springen bei Berührung weg
Sehr kleine helle bis graue Tierchen, die auf feuchter Blumenerde sitzen und bei Störung plötzlich wegspringen, können Springschwänze sein.
Sie sind in erster Linie Zersetzer organischer Substanz und bei normalem Auftreten kein Grund, eine Zimmerpflanze mit einem Schädlingsmittel zu behandeln.
Sehr viele Springschwänze können allerdings ein Hinweis darauf sein, dass das Substrat dauerhaft ausgesprochen feucht ist. Dann sollte die Bewässerung zur Pflanzenart passen und überschüssiges Wasser zuverlässig ablaufen können.
Fruchtfliegen kommen nicht aus den Pflanzenwurzeln
Fruchtfliegen und Trauermücken werden regelmäßig verwechselt.
Sitzen die Fliegen hauptsächlich an Obst, Biomüll, Getränkeresten oder anderen gärenden Stoffen, spricht das eher gegen Trauermücken. Konzentrieren sich dunkle schlanke Fliegen dagegen direkt um Pflanzentöpfe und Blumenerde, sollte gezielt auf Trauermücken geprüft werden.
Weißer Belag ist nicht automatisch Wolllaus
Auch Mineralrückstände oder ein pilzlicher Belag können weiß aussehen.
Wollläuse bilden dagegen charakteristische watteartige Strukturen, in denen sich bei genauer Betrachtung Tiere erkennen lassen. Ein flächig pudriger Belag auf dem Blatt gehört deshalb nicht automatisch in dieselbe Kategorie.
Wenn du überhaupt keine Tiere findest und das Schadbild nicht zu einem Befall passt, hilft die ➡️ Diagnose typischer Zimmerpflanzen-Probleme weiter.
Bei einem Schädlingsbefall zuerst die Ausbreitung stoppen
Ist der Befall wahrscheinlich oder bereits bestätigt, muss nicht sofort das stärkste verfügbare Mittel eingesetzt werden. Der erste Schritt besteht darin, zu verhindern, dass weitere Pflanzen befallen werden.
Befallene Pflanze getrennt stellen
Stehen mehrere Zimmerpflanzen dicht zusammen, können mobile Schädlinge leicht auf Nachbarpflanzen gelangen.
Stelle die verdächtige Pflanze deshalb zunächst separat. Kontrolliere gleichzeitig alle Pflanzen, die unmittelbar daneben standen.
Bei Thripsen oder anderen sehr mobilen Schädlingen sollte die Kontrolle nicht auf den direkt angrenzenden Topf beschränkt bleiben.
Nachbarpflanzen untersuchen, auch wenn sie gesund aussehen
Ein früher Befall kann vorhanden sein, bevor deutlich sichtbare Schäden auftreten.
Untersuche besonders:
- junge Blätter,
- Blattunterseiten,
- Blattachseln,
- Knospen und Triebspitzen,
- Stängel und größere Blattadern,
- bei Trauermücken zusätzlich die Erde.
Wer erst kontrolliert, wenn die nächste Pflanze deutliche Blattveränderungen zeigt, verliert wertvolle Zeit.
Stark befallene Pflanzenteile nur gezielt entfernen
Einzelne stark geschädigte Blätter oder Triebe können je nach Schädling entfernt werden. Die Pflanze komplett zurückzuschneiden ist dagegen nicht automatisch sinnvoll.
Bei ohnehin geschwächten Zimmerpflanzen bedeutet ein radikaler Rückschnitt zusätzlichen Stress und beseitigt Schädlinge nicht zuverlässig, wenn sich weitere Entwicklungsstadien an anderen Pflanzenteilen oder im Substrat befinden.
Nicht mehrere Mittel gleichzeitig ausprobieren
Seifen, Öle, Alkoholmischungen, Neemprodukte und andere Empfehlungen werden im Internet häufig nebeneinander genannt. Nicht jede Mischung ist für jede Pflanzenart verträglich und nicht jede Maßnahme wirkt gegen jedes Entwicklungsstadium eines Schädlings.
Deshalb gilt:
Schädling bestimmen → passende Methode auswählen → Wirkung kontrollieren → bei Bedarf entsprechend der Methode wiederholen.
Ein wahlloser Mix verschiedener Mittel erschwert dagegen die Beurteilung und kann empfindliches Blattgewebe zusätzlich schädigen.
Die Bekämpfung muss zum Schädling passen
Es gibt keine einzelne Maßnahme, die Trauermücken, Thripse, Spinnmilben, Wollläuse, Schildläuse und Weiße Fliegen gleichermaßen zuverlässig beseitigt.
Der Aufenthaltsort und die Entwicklung des jeweiligen Schädlings bestimmen, wo eine Bekämpfung überhaupt ansetzen muss.
Trauermücken müssen im Substrat unterbrochen werden
Das Entfernen erwachsener Trauermücken reduziert zwar die Zahl herumfliegender Tiere, erreicht aber nicht automatisch die Larven im Topf.
Deshalb reicht es bei einem etablierten Befall nicht, ausschließlich die erwachsenen Fliegen abzufangen.
Für die Larven können geeignete Nematoden eine biologische Möglichkeit sein.
➡️ Nematoden gegen Trauermücken richtig anwenden
Wenn du entsprechende Nützlinge auswählen möchtest:
➡️ Nematoden gegen Trauermücken passend auswählen
Thripse haben verschiedene Entwicklungsstadien
Bei Thripsen ist eine einmalige Behandlung häufig nicht ausreichend, weil nicht alle Entwicklungsstadien gleichzeitig an derselben Stelle auf der Pflanze sitzen.
Deshalb gehört die anschließende Kontrolle immer zur Bekämpfung.
Welche Maßnahmen und Mittel wann sinnvoll sind, ist im eigenen Ratgeber abgegrenzt:
➡️ Passende Maßnahmen gegen Thripse auswählen
Gegen Spinnmilben können Nützlinge gezielt eingesetzt werden
Bestimmte Raubmilben werden als natürliche Gegenspieler von Spinnmilben eingesetzt. Dabei ist entscheidend, welche Nützlingsart verwendet wird und ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit für ihren Einsatz passen.
➡️ Nützlinge gegen Spinnmilben richtig einsetzen
Schild- und Wollläuse brauchen eine andere Strategie
Durch die geschützte Lebensweise von Schild- und Wollläusen unterscheiden sich sinnvolle Maßnahmen von denen gegen frei sitzende Blattläuse.
Deshalb sollten die Tiere zuerst sicher voneinander unterschieden werden, bevor ein Mittel ausgewählt wird.
➡️ Mittel gegen Schildläuse richtig auswählen
➡️ Mittel gegen Wollläuse richtig auswählen
Pflanzenschutzmittel nicht allein nach dem Wirkstoffnamen auswählen
Wenn ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden soll, muss es für den vorgesehenen Einsatz geeignet und zugelassen sein. Hinweise zu nichtberuflichen Anwendungen im Haus- und Kleingartenbereich sowie eine Datenbank zugelassener Mittel stellt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereit.
➡️ BVL: Pflanzenschutzmittel für Haus und Kleingarten
Für die sichere Anwendung sind immer die aktuelle Kennzeichnung und die dort genannten Anwendungsbestimmungen maßgeblich.
Monstera, Orchidee, Efeutute und Bogenhanf gründlich kontrollieren
Schädlinge sind nicht auf eine einzige Zimmerpflanzenart beschränkt. Einige Stellen solltest du je nach Wuchsform aber besonders aufmerksam kontrollieren.
Monstera: große Blattunterseiten und neue Blätter ansehen
Bei einer Monstera bieten die großen Blätter viel Fläche für Saugschäden. Kontrolliere bei silbrigen Stellen oder schwarzen Punkten besonders Blattunterseiten und frisch entfaltete Blätter auf Thripse.
Auch Blattachseln und der Ansatz der Blattstiele gehören zur Kontrolle.
➡️ Monstera pflegen und Auffälligkeiten richtig einordnen
Orchideen: Blattachseln und geschützte Stellen prüfen
Bei Orchideen können sich Wollläuse und Schildläuse an schwer einsehbaren Bereichen verstecken. Kontrolliere deshalb nicht nur die Oberseiten der Blätter, sondern auch Blattunterseiten, Blattachseln und den Bereich um den Pflanzenansatz.
➡️ Orchideen pflegen und Probleme erkennen
Efeutute: lange Triebe vollständig kontrollieren
Bei einer dicht gewachsenen oder rankenden Efeutute reicht es nicht, nur einige Blätter nahe dem Topf anzusehen.
Kontrolliere neue Triebspitzen und die Unterseiten auffälliger Blätter entlang der gesamten Pflanze.
➡️ Efeutute pflegen und Probleme einordnen



Bogenhanf: Blattbasis und Erde nicht vergessen
Beim Bogenhanf sind die langen aufrechten Blätter übersichtlich, dafür sollte bei einem Verdacht auch die Blattbasis und der Übergang zum Substrat angesehen werden.
Nicht jede Verfärbung am Bogenhanf ist ein Schädlingsproblem. Gerade weiche oder faulig wirkende Veränderungen können auch mit zu nassem Substrat zusammenhängen.
➡️ Bogenhanf pflegen und Probleme erkennen
So kommen Schädlinge nicht unbemerkt in den Pflanzenbestand
Ein vollständig schädlingsfreier Pflanzenbestand lässt sich nicht garantieren. Das Risiko einer starken Ausbreitung kannst du aber deutlich reduzieren, wenn ein Befall früh auffällt.
Neue Pflanzen nicht sofort zwischen bestehende Zimmerpflanzen stellen
Untersuche eine neu gekaufte oder geschenkte Pflanze gründlich.
Schau auf Blattunterseiten, neue Triebe, Blattachseln und die Erdoberfläche. Steht sie zunächst mit etwas Abstand zu deinen übrigen Pflanzen, lässt sich ein unbemerkter Befall leichter entdecken, bevor zahlreiche Pflanzen betroffen sind.
Beim Gießen gleichzeitig kontrollieren
Du musst keine gesonderte umfangreiche Pflanzenkontrolle planen.
Wenn du ohnehin prüfst, ob eine Pflanze Wasser braucht, reichen zusätzliche Sekunden für einen Blick unter einige Blätter und auf junge Triebe.
Besonders auffällig sind:
frische silbrige Flecken, schwarze Punkte, klebrige Stellen, feine Gespinste und plötzlich auftretende kleine Fliegen.
Die Pflanzenbedingungen zur Art passend halten
Ungünstige Pflege verursacht keinen Schädlingsbefall aus dem Nichts. Der Zustand der Pflanze und bestimmte Umweltbedingungen können aber beeinflussen, wie gut sich einzelne Schädlinge entwickeln.
Spinnmilben können beispielsweise unter warmen und trockenen Bedingungen stark auftreten, während Trauermücken von dauerhaft feuchtem organischem Substrat profitieren.
Statt pauschal die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen oder alle Pflanzen trockener zu halten, sollte die Pflege deshalb immer zur Pflanzenart passen.
➡️ Zimmerpflanzen richtig pflegen
Bleibt Blumenerde über lange Zeit sehr nass und verdichtet, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Substratwahl.
➡️ Passende Erde für Zimmerpflanzen auswählen
Nach der Bekämpfung weiter kontrollieren
Dass keine erwachsenen Tiere mehr sichtbar sind, bedeutet nicht automatisch, dass der Befall beendet ist.
Eier, Larven, Nymphen oder Puppen können abhängig vom Schädling an anderen Pflanzenteilen oder im Substrat vorhanden sein.
Kontrolliere deshalb über einen längeren Zeitraum dieselben Stellen weiter. Erst wenn keine neuen Tiere und keine neuen typischen Schäden mehr auftreten, spricht das dafür, dass die Maßnahme erfolgreich war.
Eine ausführliche amtliche Übersicht über verschiedene Schädlinge in Innenräumen und deren Schadbilder bietet auch das Pflanzenschutzamt Berlin:
➡️ Pflanzenschutzamt Berlin: Schädlinge im Innenraum
Häufige Fragen zu Zimmerpflanzen-Schädlingen
Was sind die häufigsten Schädlinge an Zimmerpflanzen?
Zu den typischen Schädlingen gehören Trauermücken, Thripse, Spinnmilben, Wollläuse, Schildläuse, Blattläuse und Weiße Fliegen. Welcher Schädling vorliegt, lässt sich am besten aus Aussehen, Aufenthaltsort und Schadbild gemeinsam ableiten.
Wie erkenne ich, welcher Schädling meine Zimmerpflanze befallen hat?
Kontrolliere Blattoberseiten, Blattunterseiten, Triebe, Blattachseln und die Blumenerde. Silbrige Schäden mit schwarzen Punkten passen eher zu Thripsen, Gespinste zu Spinnmilben, weiße watteartige Stellen zu Wollläusen und kleine schwarze Fliegen aus der Erde zu Trauermücken.
Welche Schädlinge machen Zimmerpflanzen klebrig?
Klebrige Beläge können durch Honigtau entstehen, den unter anderem Blattläuse, verschiedene Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen ausscheiden. Die klebrige Oberfläche allein reicht deshalb nicht aus, um den genauen Schädling zu bestimmen.
Was sind kleine schwarze Tiere auf meiner Zimmerpflanze?
Schmale kleine Tiere auf Blättern können Thripse sein, während kleine schwarze Fliegen direkt über der Blumenerde eher zu Trauermücken passen. Kleine dunkle Blattläuse sitzen dagegen meist in Gruppen an jungen Trieben oder Blättern.
Was sind kleine weiße Tiere auf Zimmerpflanzen?
Weiße watteartige Tiere können Wollläuse sein. Fliegen viele kleine weiße Insekten beim Berühren der Blätter auf, kommt eher die Weiße Fliege infrage. Kleine helle Tiere, die auf der Blumenerde springen, können dagegen Springschwänze und damit keine typischen Pflanzenschädlinge sein.
Soll ich eine befallene Zimmerpflanze sofort wegwerfen?
Nein. Viele Schädlingsbefälle lassen sich behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Stelle die Pflanze zunächst getrennt, bestimme den Schädling und prüfe, wie stark der Befall tatsächlich ist.
Muss ich bei Schädlingen alle Zimmerpflanzen behandeln?
Nicht automatisch. Kontrolliere jedoch alle Pflanzen in der Umgebung gründlich. Eine vorbeugende Behandlung gesunder Pflanzen mit irgendeinem Mittel ist nicht grundsätzlich sinnvoll; entscheidend ist, ob dort tatsächlich derselbe Schädling gefunden wird.
Warum kommen Schädlinge an Zimmerpflanzen immer wieder?
Häufig sind noch Entwicklungsstadien des Schädlings vorhanden oder benachbarte Pflanzen wurden beim ersten Durchgang übersehen. Auch neu eingebrachte Pflanzen können einen erneuten Befall verursachen. Nach einer Behandlung ist deshalb eine längere Nachkontrolle wichtiger als eine einmalige Maßnahme.


