Lange braune Luftwurzeln an der Monstera sind normalerweise kein Pflegefehler, sondern Teil ihrer natürlichen Wuchsweise. Monstera deliciosa ist eine Kletterpflanze: Aus den Knoten ihres Sprosses entstehen Luftwurzeln, mit denen sie sich in der Natur an Baumstämmen und anderen Unterlagen verankert. Treffen diese Wurzeln auf feuchtes Substrat oder eine geeignete Kletterhilfe, können sie sich weiterentwickeln und zusätzlich Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Du musst gesunde Luftwurzeln deshalb nicht entfernen. Werden sie im Zimmer zu lang oder wachsen störend in den Raum, kannst du flexible Wurzeln zum Topf oder zu einer Rankhilfe führen. Einzelne störende Luftwurzeln lassen sich notfalls auch kürzen. Wichtig ist dabei, den Hauptspross nicht zu verletzen und braune, aber noch feste Luftwurzeln nicht vorschnell für abgestorben zu halten.
Gesunde Monstera-Luftwurzeln lässt du am besten wachsen oder führst sie zu Substrat beziehungsweise einer geeigneten Rankhilfe. Abschneiden ist für einzelne störende Wurzeln möglich, aber normalerweise nicht notwendig. Eine braune Luftwurzel ist außerdem nicht automatisch tot – entscheidend sind Festigkeit und Zustand der Wurzelspitze.

Inhalt
- Warum bildet die Monstera Luftwurzeln?
- Was soll man mit Monstera-Luftwurzeln machen?
- Darf man Monstera-Luftwurzeln abschneiden?
- Braune Luftwurzeln sind nicht automatisch abgestorben
- Luftwurzeln in die Erde stecken
- Luftwurzeln an eine Rankhilfe führen
- Soll man Monstera-Luftwurzeln in Wasser stellen?
- Muss man Luftwurzeln besprühen?
- Warum wachsen die Luftwurzeln plötzlich so lang?
- Können Luftwurzeln Wand oder Möbel beschädigen?
Warum bildet die Monstera Luftwurzeln?
Luftwurzeln gehören zur normalen Biologie von Monstera deliciosa.
Die Pflanze wächst in ihrer natürlichen Umgebung als kräftige Kletterpflanze. Ihre langen Sprosse nutzen Bäume und andere Strukturen als Stütze. Entlang dieser Sprosse entstehen an den Knoten zahlreiche Luftwurzeln.
Sie können unterschiedliche Aufgaben übernehmen:
- die Pflanze an einer Unterlage verankern,
- den langen und schweren Spross stabilisieren,
- bei Kontakt mit feuchtem Material Wasser aufnehmen,
- nach Kontakt mit Erde weiterwachsen und sich dort wie unterirdische Wurzeln verzweigen.
Dass eine ältere Monstera lange Luftwurzeln bildet, bedeutet deshalb nicht, dass ihr etwas fehlt.
Im Gegenteil: Mit zunehmender Größe und längerem Spross werden Luftwurzeln häufig immer auffälliger.
Viele Luftwurzeln bedeuten nicht automatisch zu wenig Wasser
Die Anzahl der Luftwurzeln ist kein zuverlässiger Feuchtigkeitsmesser.
Eine Monstera bildet sie aufgrund ihrer natürlichen Wuchsform. Du solltest eine Pflanze mit vielen Luftwurzeln deshalb nicht automatisch häufiger gießen.
Ob der Wurzelballen Wasser benötigt, entscheidest du weiterhin anhand der Feuchtigkeit des Substrats.
Was soll man mit Monstera-Luftwurzeln machen?
Bei einer gesunden Luftwurzel hast du mehrere Möglichkeiten.
| Situation | Sinnvolle Lösung |
|---|---|
| Luftwurzel stört nicht | wachsen lassen |
| junge, flexible Wurzel wächst nach unten | vorsichtig zum Substrat führen |
| Luftwurzel liegt nahe an der Rankhilfe | zur Rankhilfe führen |
| sehr lange Wurzel wächst quer durch den Raum | umleiten oder bei Bedarf kürzen |
| ältere Wurzel ist braun, aber fest | normalerweise belassen |
| Wurzel ist vollständig trocken und brüchig | kann entfernt werden |
| Luftwurzel ist weich oder faulig | Ursache prüfen und geschädigten Bereich entfernen |
| Monstera soll vermehrt werden | Luftwurzel am geeigneten Steckling möglichst erhalten |
Die beste Lösung ist also nicht automatisch „abschneiden“.
Vor allem junge Luftwurzeln lassen sich häufig noch gut führen, bevor sie länger, dicker und steifer werden.
Darf man Monstera-Luftwurzeln abschneiden?
Ja, eine einzelne Luftwurzel kann bei einer ansonsten gesunden und gut bewurzelten Monstera gekürzt oder entfernt werden.
Die Pflanze stirbt dadurch nicht.
Trotzdem solltest du gesunde Luftwurzeln nicht routinemäßig alle abschneiden. Sie erfüllen eine natürliche Funktion und können insbesondere an einer Rankhilfe oder nach dem Einwurzeln im Substrat zur Stabilisierung und Versorgung beitragen.
Sinnvoll kann das Kürzen sein, wenn eine Luftwurzel:
- zur Stolperfalle wird,
- hinter Möbel oder Fußleisten wächst,
- sich an einer ungeeigneten Stelle festsetzt,
- nicht mehr sinnvoll umgeleitet werden kann,
- vollständig vertrocknet oder beschädigt ist.
So kürzt du eine Luftwurzel
Verwende eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer.
Schneide ausschließlich die Wurzel und nicht versehentlich den Knoten oder den Hauptspross.
Wenn nur die Länge stört, reicht es aus, die Luftwurzel an einer geeigneten Stelle zu kürzen. Sie muss nicht zwingend direkt am Spross entfernt werden.
Beim Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Monstera enthält Calciumoxalat-Kristalle; austretender Pflanzensaft kann Haut, Augen und Schleimhäute reizen.
Nicht alle Luftwurzeln auf einmal entfernen
Eine große Monstera, die bereits an einer Kletterhilfe wächst, kann einen Teil ihrer Stabilität über diese Wurzeln erhalten.
Schneidest du sämtliche verankerten Luftwurzeln gleichzeitig ab, beseitigst du damit genau die Strukturen, die den Spross an der Unterlage halten.
Bei stark störenden Wurzeln ist deshalb meist sinnvoller:
führen statt radikal entfernen.

Braune Luftwurzeln sind nicht automatisch abgestorben
Dieser Punkt sorgt besonders häufig für unnötige Schnitte.
Junge Monstera-Luftwurzeln können anfangs heller erscheinen. Mit zunehmendem Alter werden sie häufig braun, fester und korkiger.
Eine braune Farbe allein bedeutet daher nicht, dass die Wurzel tot ist.
So erkennst du eine lebende ältere Luftwurzel
Sie ist meist:
- fest,
- stabil,
- nicht hohl,
- nicht matschig,
- fest mit dem Spross verbunden.
Bei einer aktiv wachsenden Luftwurzel kann die Spitze anders aussehen als der ältere hintere Teil.
Eher abgestorben ist eine Luftwurzel, wenn sie
- vollständig ausgetrocknet ist,
- sehr brüchig wird,
- hohl oder stark geschrumpft wirkt,
- ohne Widerstand zerfällt.
Weiches, nasses und dunkel faulendes Gewebe ist dagegen kein normaler trockener Alterungsprozess und sollte gesondert betrachtet werden.
Schneide also nicht allein aufgrund der Farbe.
Luftwurzeln in die Erde stecken
Eine lange Luftwurzel nach unten in den Topf zu führen, ist eine sehr praktische Lösung.
Erreicht die Luftwurzel geeignetes feuchtes Substrat, kann sie dort weiterwachsen, sich verzweigen und zusätzliche unterirdische Wurzeln bilden.
So gehst du vor
Bei einer noch flexiblen Wurzel kannst du sie:
- vorsichtig in Richtung Topf führen,
- auf die Substratoberfläche legen oder leicht hineinführen,
- dort wachsen lassen,
- beim normalen Gießen zusammen mit dem restlichen Substrat versorgen.
Du musst die Luftwurzel nicht tief vergraben.
Besonders die Spitze sollte nicht mit Gewalt in verdichtete Erde gedrückt werden.
Starre Luftwurzeln nicht biegen
Ältere Luftwurzeln können ziemlich fest werden.
Versuchst du eine lange, bereits verholzt beziehungsweise korkig wirkende Wurzel abrupt um 90 Grad zu biegen, kann sie brechen.
Wenn sie nicht freiwillig in Richtung Topf geführt werden kann, lass sie lieber in ihrer bisherigen Position oder kürze sie bei echtem Platzproblem.
Nicht zusätzlich viel mehr gießen
Eine eingeleitete Luftwurzel ist kein Grund, das gesamte Substrat dauerhaft nass zu halten.
Die normalen Bodenwurzeln reagieren weiterhin empfindlich auf Staunässe.
➡️ Staunässe bei Zimmerpflanzen erkennen
Luftwurzeln an eine Rankhilfe führen
Für eine große Monstera ist das häufig die sinnvollste Nutzung der Luftwurzeln.
Die Pflanze ist natürlicherweise darauf ausgelegt, nach oben zu klettern und ihre Luftwurzeln an einer Unterlage zu verankern.
Eine geeignete Rankhilfe unterstützt deshalb nicht nur den Hauptspross. Sie gibt auch den Luftwurzeln ein Ziel.
Besonders gut lassen sich junge Luftwurzeln führen.
Positioniere den Spross so, dass die Seite mit den Luftwurzeln zur Rankhilfe zeigt.
Nicht die Blattstiele festbinden
An der Rankhilfe wird bei Bedarf der eigentliche Spross locker befestigt.
Die beweglichen Blattstiele sollten nicht fest an einen Stab gezwungen werden. Sie müssen ihre Blätter weiterhin zum Licht ausrichten können.
Feuchte Rankhilfe oder trockene Stütze?
Eine stabile trockene Stütze kann den Hauptspross mechanisch halten.
Soll die Luftwurzel dagegen tatsächlich in die Oberfläche hineinwachsen, eignet sich eine strukturierte und bei entsprechender Bauart leicht feucht gehaltene Oberfläche besser.
Eine Monstera kann mit ihren Luftwurzeln beispielsweise in feuchtes Moos einwurzeln. Dann können die dort entwickelten Wurzeln zusätzlich Wasser und Nährstoffe aufnehmen.
Die Rankhilfe darf jedoch nicht so nass gehalten werden, dass ständig große Wassermengen in den Pflanztopf laufen und dort Staunässe verursachen.
➡️ Rankhilfe für Monstera richtig auswählen
Soll man Monstera-Luftwurzeln in Wasser stellen?
Eine Monstera-Luftwurzel kann bei dauerhaftem Wasserkontakt weitere wasserangepasste Wurzeln bilden und über diese Wasser aufnehmen.
Deshalb funktioniert es grundsätzlich, eine Luftwurzel in ein Gefäß mit Wasser zu leiten.
Notwendig ist das für eine normal gepflegte Monstera aber nicht.
Die regulären Wurzeln im Pflanztopf bleiben das zentrale Wurzelsystem, und die Pflanze sollte weiterhin über ein passend gegossenes Substrat versorgt werden.
Ein dauerhaftes Glas Wasser neben dem Topf bringt zudem praktische Nachteile:
- Wasser muss sauber gehalten werden,
- ein Gefäß kann umkippen,
- Algen und Biofilm können entstehen,
- die Luftwurzel entwickelt sich an das ständig feuchte Milieu angepasst,
- der tatsächliche Wasserverbrauch des Topfes kann sich verändern.
Wer eine Luftwurzel gezielt in Wasser kultiviert, sollte deshalb das normale Gießen besonders sorgfältig nach der tatsächlichen Substratfeuchtigkeit ausrichten.
Kein Ersatz für Urlaubsbewässerung
Eine einzelne Luftwurzel im Wasserglas ist kein verlässlicher Ersatz für die normale Versorgung des gesamten Wurzelballens.
Wenn eine Monstera über längere Zeit unbeaufsichtigt bleiben soll, sollte nicht davon ausgegangen werden, dass eine Luftwurzel in einem Glas automatisch die komplette Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt.
Für den normalen Alltag ist es einfacher, Luftwurzeln zum Substrat oder zu einer geeigneten Rankhilfe zu führen.
Muss man Luftwurzeln besprühen?
Nein.
Du musst einzelne Luftwurzeln nicht regelmäßig mit einer Sprühflasche befeuchten, damit eine Monstera gesund bleibt.
In der Wohnung übernimmt der Wurzelballen im Topf die Hauptversorgung. Eine passende allgemeine Luftfeuchtigkeit ist wichtiger als das wiederholte Benetzen einzelner Luftwurzeln.
Bei einer echten feucht gehaltenen Moos-Rankhilfe ist das anders: Dort wird die Oberfläche als Bewurzelungsmedium feucht gehalten.
Das sollte aber nicht mit dem gelegentlichen Besprühen frei in der Luft hängender Wurzeln verwechselt werden.
➡️ Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen richtig einordnen
Warum wachsen die Luftwurzeln plötzlich so lang?
Lange Luftwurzeln sind vor allem bei größeren und weiter entwickelten Monsteras normal.
Sie entstehen entlang des Sprosses und wachsen auf der Suche nach einer geeigneten Oberfläche weiter.
Besonders auffällig werden sie, wenn die Monstera:
- bereits einen langen kletternden Spross besitzt,
- keine Oberfläche zum Anhaften findet,
- frei im Raum steht,
- seitlich aus dem Topf herauswächst.
Eine meterlang werdende Luftwurzel bedeutet daher nicht automatisch, dass die Pflanze verzweifelt nach Wasser sucht.
Oft fehlt ihr schlicht eine geeignete Struktur, an der sie ihr natürliches Kletterverhalten ausleben kann.
Wenn Spross und Luftwurzeln zunehmend quer in den Raum wachsen, ist deshalb eine Rankhilfe meist nachhaltiger als ständig neue Luftwurzeln abzuschneiden.
Können Luftwurzeln Wand oder Möbel beschädigen?
Das ist möglich.
Aktiv wachsende Luftwurzeln suchen Kontakt zu geeigneten Oberflächen und können sich in:
- rauen Wänden,
- Fugen,
- Ritzen,
- Fußleisten,
- porösen Materialien
festsetzen.
Lass eine große Monstera deshalb nicht unbeobachtet direkt an empfindlichen Wandflächen wachsen.
Hat sich eine Luftwurzel bereits festgesetzt, reiße sie nicht abrupt von einer empfindlichen Oberfläche ab. Dabei können sowohl Wurzel als auch Untergrund beschädigt werden.
Besser ist, junge Luftwurzeln frühzeitig umzulenken.
Luftwurzeln beim Umtopfen richtig behandeln
Beim Umtopfen werden Luftwurzeln häufig unnötig abgeschnitten, weil sie im Weg erscheinen.
Gesunde Wurzeln können aber erhalten werden.
Flexible lange Luftwurzeln lassen sich beim Umtopfen besonders gut:
- zum neuen Substrat führen,
- an einer neu eingesetzten Rankhilfe ausrichten,
- oder unverändert außerhalb des Topfes belassen.
Das Umtopfen ist auch der günstigste Zeitpunkt, eine stabile Rankhilfe tief im Topf zu befestigen, ohne sie später durch einen dicht durchwurzelten Ballen drücken zu müssen.
Bei steifen älteren Luftwurzeln gilt weiterhin: nicht mit Gewalt in den neuen Topf biegen.
Luftwurzeln bei der Vermehrung der Monstera
Eine vorhandene Luftwurzel kann bei einem Monstera-Steckling sehr nützlich sein.
Sie ist jedoch nicht das entscheidende Merkmal eines vermehrungsfähigen Stecklings.
Für einen neuen Spross benötigt das abgeschnittene Stück mindestens einen vollständigen Sprossknoten mit Austriebspotenzial.
Eine einzelne Luftwurzel ohne entsprechenden Sprossknoten kann keine neue Monstera mit Blättern hervorbringen.
Wenn du einen Steckling schneidest, ist eine vorhandene Luftwurzel trotzdem vorteilhaft. Sie kann nach Kontakt mit Wasser oder einem geeigneten Bewurzelungsmedium weitere Wurzeln entwickeln und dem Steckling den Start erleichtern.
Eine Luftwurzel allein ist kein Ableger
Schneidest du nur eine Luftwurzel von der Mutterpflanze ab und stellst sie ins Wasser, entsteht daraus keine neue vollständige Monstera.
Dafür fehlt ihr ein Sprossknoten mit einem Wachstumspunkt für einen neuen Trieb.
Das ist derselbe Grund, warum auch ein einzelnes Blatt ohne passenden Knoten keine neue weiterwachsende Monstera ergibt.
Abgebrochene Luftwurzel: Ist das schlimm?
Eine versehentlich abgebrochene einzelne Luftwurzel ist bei einer gesunden Monstera normalerweise kein Notfall.
Die Pflanze besitzt weiterhin ihre Bodenwurzeln und kann neue Luftwurzeln bilden.
Ist die Luftwurzel nur teilweise eingerissen, kannst du die beschädigte Stelle mit einem sauberen Werkzeug glatt zurückschneiden.
Kontrolliere anschließend lediglich, dass:
- die Schnittstelle trocken bleibt,
- keine Fäulnis entsteht,
- der Hauptspross unverletzt geblieben ist.
Zusätzlicher Dünger oder besonders häufiges Gießen ist nicht nötig.
Weiche oder faulende Luftwurzeln richtig einordnen
Eine intakte ältere Luftwurzel darf braun sein.
Sie sollte jedoch nicht:
- matschig,
- schleimig,
- stark unangenehm riechend,
- weich zerfallend
sein.
Tritt das besonders bei einer Luftwurzel auf, die dauerhaft im nassen Substrat oder Wasser steckt, entferne abgestorbenes Gewebe und prüfe die Feuchtigkeit.
Sind gleichzeitig die normalen Wurzeln im Topf betroffen oder werden Blätter gelb, solltest du den gesamten Wurzelbereich kontrollieren.
➡️ Wurzelfäule bei Zimmerpflanzen erkennen
Eine einzelne trockene Luftwurzel und eine faulende Bodenwurzel sind also zwei unterschiedliche Situationen.
Luftwurzeln oder normale Wurzeln: Was ist der Unterschied?
Bei Monstera ist die Grenze weniger starr, als es die Begriffe zunächst vermuten lassen.
Eine Luftwurzel entsteht oberirdisch am Spross. Wächst sie frei durch die Luft, bleibt sie zunächst an diese Umgebung angepasst.
Erreicht sie jedoch Erde oder ein dauerhaft geeignetes feuchtes Medium, kann sie dort weiterwachsen und zusätzliche verzweigte Wurzeln bilden.
Botanische Untersuchungen an Monstera deliciosa unterscheiden entsprechend zwischen eigentlichen Luftwurzeln sowie Luftwurzeln, die nach Bodenkontakt zu unterirdisch weiterwachsenden Wurzelsystemen werden.
Für die Zimmerkultur bedeutet das ganz praktisch:
Eine Luftwurzel kann mehr werden als nur ein brauner Strang neben dem Topf, wenn sie eine geeignete Wurzelumgebung erreicht.
Monstera ohne Luftwurzeln – stimmt etwas nicht?
Eine junge Monstera kann noch kaum sichtbare Luftwurzeln besitzen.
Das ist zunächst kein Grund zur Sorge.
Mit zunehmender Entwicklung und längerem kletterndem Spross werden sie typischerweise deutlicher.
Fehlende lange Luftwurzeln sind allein deshalb kein Beweis für:
- falsche Luftfeuchtigkeit,
- Nährstoffmangel,
- falsches Gießen,
- schlechte Erde.
Beurteile die Gesundheit der Pflanze stattdessen anhand des gesamten Wachstums, der Blätter und des Wurzelzustands.
➡️ Monstera-Pflege im Überblick
Die häufigsten Fehler bei Monstera-Luftwurzeln
Jede braune Luftwurzel abschneiden
Braun ist bei älteren Luftwurzeln häufig normal.
Besser: Festigkeit und Wurzelspitze prüfen.
Die Wurzeln mit Gewalt in den Topf biegen
Ältere Luftwurzeln können steif werden und brechen.
Besser: nur flexible Wurzeln vorsichtig führen.
Alle Luftwurzeln entfernen, obwohl die Pflanze daran klettert
Damit verliert die Monstera natürliche Verankerungspunkte.
Besser: verankerte Wurzeln erhalten und nur tatsächlich problematische Exemplare kürzen.
Die Luftwurzeln als Zeichen für Wassermangel interpretieren
Ihre Bildung gehört zum natürlichen Kletterwuchs.
Besser: Wasserbedarf über das Substrat beurteilen.
Eine Luftwurzel als eigenen Ableger behandeln
Eine Wurzel allein besitzt keinen Sprossknoten, aus dem ein neues Blatt entstehen könnte.
Besser: für die Vermehrung einen geeigneten Sprosssteckling schneiden.
Ständig Wassergläser neben den Topf stellen
Eine Luftwurzel kann darin weiterwurzeln, notwendig ist diese Kulturform aber nicht.
Besser: für eine unkomplizierte Zimmerkultur zum Substrat oder einer geeigneten Rankhilfe führen.
Häufige Fragen zu Monstera-Luftwurzeln
Was macht man mit den Luftwurzeln einer Monstera?
Gesunde Luftwurzeln kannst du wachsen lassen, vorsichtig zum Substrat führen oder an einer geeigneten Rankhilfe entlangführen. Nur wenn sie wirklich stören, beschädigt oder abgestorben sind, ist ein Kürzen notwendig.
Darf man Monstera-Luftwurzeln abschneiden?
Einzelne störende Luftwurzeln können bei einer gesunden Monstera mit sauberem Werkzeug gekürzt werden. Sinnvoller ist häufig, sie umzuleiten, weil sie der natürlichen Stabilisierung und bei Kontakt mit feuchtem Material auch der zusätzlichen Wasser- und Nährstoffaufnahme dienen.
Sind braune Luftwurzeln an der Monstera tot?
Nein. Ältere Luftwurzeln werden häufig braun und fest. Abgestorben sind sie eher dann, wenn sie vollständig trocken, stark geschrumpft, brüchig oder hohl geworden sind.
Kann man Monstera-Luftwurzeln in die Erde stecken?
Ja. Flexible Luftwurzeln können vorsichtig in Richtung Substrat geführt werden. Dort können sie weiterwachsen und zusätzliche unterirdische Wurzeln bilden.
Soll man Monstera-Luftwurzeln in Wasser stellen?
Das ist möglich, aber für eine normal gepflegte Monstera nicht notwendig. Die Luftwurzel kann im Wasser zusätzliche Wurzeln bilden; die regulären Wurzeln im Pflanztopf bleiben trotzdem das zentrale Versorgungssystem.
Muss man Luftwurzeln einer Monstera besprühen?
Nein. Frei wachsende Luftwurzeln müssen nicht regelmäßig besprüht werden. Anders ist es bei einer bewusst feucht gehaltenen Moos-Rankhilfe, in die die Luftwurzeln einwurzeln sollen.
Warum hat meine Monstera so viele Luftwurzeln?
Weil Luftwurzeln zu ihrer natürlichen Kletterstrategie gehören. Besonders ältere und größere Monsteras entwickeln entlang ihrer Sprosse zahlreiche lange Luftwurzeln. Viele Luftwurzeln bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze zu wenig Wasser bekommt.
Kann eine Monstera aus einer Luftwurzel vermehrt werden?
Eine Luftwurzel allein reicht nicht. Für eine neue Monstera wird ein Sprossstück mit mindestens einem geeigneten Knoten und Austriebspunkt benötigt. Eine vorhandene Luftwurzel am Steckling kann die Bewurzelung jedoch erleichtern.
Was passiert, wenn eine Luftwurzel abbricht?
Eine einzelne abgebrochene Luftwurzel gefährdet eine gesunde Monstera normalerweise nicht. Entferne bei Bedarf ausgefranstes Gewebe sauber und lass die Schnittstelle abtrocknen.
Braucht eine Monstera eine Rankhilfe für ihre Luftwurzeln?
Nicht zwingend zum Überleben, aber eine Rankhilfe entspricht ihrem natürlichen Kletterwuchs. Besonders größere Monsteras lassen sich dadurch stabiler und aufrechter führen, und ihre Luftwurzeln bekommen eine geeignete Oberfläche zum Anhaften.
Kann ich alle Luftwurzeln meiner Monstera abschneiden?
Das ist nicht empfehlenswert. Einzelne störende Wurzeln lassen sich kürzen, aber ein vollständiges Entfernen nimmt der Pflanze sämtliche oberirdischen Verankerungspunkte und bringt keinen pflegerischen Vorteil.


