Das Einblatt (Spathiphyllum) braucht mehr Feuchtigkeit als viele robuste Zimmerpflanzen, verträgt aber trotzdem keine dauerhaft nasse Erde. Am besten wächst es warm und hell bis halbschattig ohne intensive direkte Sonne. Genau hier entstehen viele Pflegefehler: Weil das Einblatt bei Wassermangel seine Blätter auffällig hängen lässt, wird anschließend oft zu häufig gegossen. Umgekehrt werden braune Blattspitzen vorschnell allein trockener Luft zugeschrieben, obwohl auch unregelmäßiges Gießen, Salzansammlungen oder zu starke Düngung beteiligt sein können. Gelbe Blätter, ausbleibende Blüten und hängendes Laub sollten deshalb immer zusammen mit Substratfeuchte, Licht, Wurzeln und bisheriger Pflege beurteilt werden. Das Einblatt mag gleichmäßigere Bedingungen als Glücksfeder oder Bogenhanf, braucht aber zwischen „feucht halten“ und „vernässen“ eine klare Grenze.
Halte das Substrat leicht bis mäßig feucht, lasse den oberen Bereich vor dem erneuten Gießen etwas abtrocknen und entferne überschüssiges Wasser aus dem Übertopf. Ein heller Platz ohne starke Mittagssonne fördert Wachstum und Blüten besser als eine sehr dunkle Ecke. Bei hängenden oder gelben Blättern sollte vor der nächsten Wassergabe zuerst die tatsächliche Bodenfeuchte geprüft werden.

Inhalt
- Der beste Standort: schattenverträglich bedeutet nicht lichtunabhängig
- Einblatt richtig gießen: feucht halten, aber Staunässe vermeiden
- Gelbe Blätter: Alterung, zu viel Wasser oder etwas anderes?
- Braune Blattspitzen haben nicht nur eine Ursache
- Erde und Umtopfen: gleichmäßige Feuchtigkeit braucht trotzdem Luft
- Einblatt düngen: Wachstum und Blüten versorgen, nicht erzwingen
- Warum blüht das Einblatt nicht?
- Schneiden und Vermehren
- Schädlinge: Auch ein Einblatt sollte regelmäßig kontrolliert werden
- Pflege im Winter: weniger Licht verändert vor allem den Wasserbedarf
Der beste Standort: schattenverträglich bedeutet nicht lichtunabhängig
Einblätter stammen aus tropischen Regionen und wachsen natürlicherweise unter dem Blätterdach anderer Pflanzen. Sie kommen deshalb mit weniger Licht zurecht als viele andere blühende Zimmerpflanzen.
Das wird allerdings häufig missverstanden: Einblatt kann einen dunkleren Standort tolerieren, wächst und blüht bei geeignetem hellem, indirektem Licht aber meist besser. Intensive direkte Sonne ist dagegen ungünstig und kann Blattgewebe schädigen.
Ideal ist ein heller bis halbschattiger Platz, an dem keine kräftige Mittagssonne direkt auf die Blätter fällt.
➡️ Licht und Standort bei Zimmerpflanzen richtig einschätzen
So erkennst du, dass es zu dunkel steht
Wenig Licht muss nicht sofort gelbe oder braune Blätter verursachen. Typischer ist eine schleichende Veränderung:
Das Einblatt wächst kaum noch, bildet nur wenige neue Blätter und blüht deutlich seltener oder überhaupt nicht. Gleichzeitig sinkt der Wasserverbrauch, sodass die Erde länger feucht bleibt.
Gerade diese Kombination kann zum Folgeproblem werden. Wer trotz dunklerem Standort weiterhin genauso häufig gießt wie im Sommer an einem hellen Platz, hält den Wurzelballen möglicherweise dauerhaft zu nass.
Falls am vorhandenen Standort dauerhaft sehr wenig Tageslicht ankommt:
➡️ Pflanzenlampen für Zimmerpflanzen richtig auswählen
Warm und vor kalter Zugluft geschützt
Normale warme Wohnräume eignen sich gut. Temperaturen im Bereich üblicher Raumtemperatur passen zur tropischen Herkunft; kalte Zugluft und stark auskühlende Standorte sollte das Einblatt dagegen meiden. Deutsche Fachinformationen nennen etwa 18 bis 25 °C als günstigen Bereich.
Das Badezimmer kann wegen der höheren Luftfeuchtigkeit geeignet sein – aber nur, wenn dort auch genügend Licht vorhanden ist. Ein fensterloses Bad wird nicht allein durch hohe Luftfeuchte zu einem guten Pflanzenstandort.
➡️ Grundlagen der Zimmerpflanzen-Pflege
Einblatt richtig gießen: feucht halten, aber Staunässe vermeiden
Beim Gießen unterscheidet sich das Einblatt deutlich von trockenheitsverträglichen Arten. Der Wurzelballen sollte nicht über lange Zeit vollständig austrocknen. Gleichzeitig darf er nicht permanent nass und sauerstoffarm bleiben.
Die praktisch sinnvollste Regel lautet deshalb:
Die Erde leicht feucht halten, den oberen Bereich zwischen den Wassergaben aber etwas abtrocknen lassen.
➡️ Zimmerpflanzen richtig gießen
Statt einen festen Wochentag einzuhalten, prüfst du:
- ob die obere Erdschicht bereits etwas abgetrocknet ist,
- ob tiefer im Topf noch deutlich Feuchtigkeit vorhanden ist,
- wie schwer sich der Topf anfühlt,
- wie hell und warm die Pflanze aktuell steht.
Wenn Wasser benötigt wird, gieße den Wurzelballen gleichmäßig. Überschüssiges Wasser muss durch die Abzugslöcher abfließen können. Wasser im Übertopf oder Untersetzer sollte nicht dauerhaft stehen bleiben.
Bei Unsicherheit:
➡️ Zimmerpflanzen-Gieß-Check nutzen
Hängende Blätter: Das Einblatt reagiert auffällig auf Trockenheit
Einblätter lassen ihre Blätter bei stark sinkender Wasserversorgung oft deutlich hängen. Nach rechtzeitigem Gießen kann sich das Laub wieder aufrichten.
Daraus sollte aber keine automatische Regel „hängende Blätter = gießen“ werden.
Auch geschädigte Wurzeln können eine Pflanze daran hindern, ausreichend Wasser aufzunehmen. Das sichtbare Ergebnis kann ähnlich aussehen, obwohl die Erde bereits nass ist.
➡️ Hängende Blätter bei Zimmerpflanzen richtig beurteilen
Hängende Blätter + trockener Wurzelballen: Wassermangel ist wahrscheinlich.
Hängende Blätter + dauerhaft nasse Erde: Nicht erneut gießen. Jetzt Wurzeln, Topf und Drainage kontrollieren.
Ständiges Welken ist keine gute Gießmethode
Manchmal wird empfohlen, einfach zu warten, bis das Einblatt sichtbar schlapp macht, und erst dann zu gießen. Die Pflanze macht Wassermangel zwar gut sichtbar, wiederholtes starkes Austrocknen ist aber keine optimale Dauerpflege.
Besser ist es, den Feuchtigkeitszustand rechtzeitig zu prüfen und stärkeren Trockenstress zu vermeiden.
Gelbe Blätter: Alterung, zu viel Wasser oder etwas anderes?
Ein einzelnes älteres Blatt, das langsam vergilbt und schließlich abstirbt, muss kein Pflegeproblem sein.
Werden dagegen mehrere Blätter gleichzeitig gelb oder nimmt die Vergilbung innerhalb kurzer Zeit zu, solltest du systematisch suchen.
➡️ Gelbe Blätter bei Zimmerpflanzen richtig einordnen
Eine hilfreiche erste Unterscheidung ist die Bodenfeuchtigkeit:
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Zuerst prüfen |
|---|---|---|
| einzelnes älteres gelbes Blatt | natürliche Alterung möglich | entwickelt sich der Rest normal? |
| mehrere gelbe Blätter, Erde sehr nass | Wurzelstress durch zu viel Wasser | Abfluss und Wurzeln |
| gelbliche Pflanze, sehr wenig Wachstum | Lichtmangel oder Nährstoffproblem möglich | zuerst Standort |
| gelbe Blätter nach langer Trockenphase | Trockenstress möglich | Wurzelballen |
| gelbe Blätter plus Schädlinge oder klebrige Stellen | Schädlingsbefall möglich | Blattunterseiten und Blattstiele |
Bei nasser Erde nicht mit Dünger reagieren
Gelbe Blätter werden häufig mit einem Nährstoffmangel gleichgesetzt. Das kann vorkommen, ist aber keine sichere Diagnose.
Steht die Pflanze gleichzeitig in dauerhaft feuchter Erde, sollte zuerst der Wurzelraum kontrolliert werden. Geschädigte Wurzeln können Nährstoffe ebenfalls schlechter aufnehmen. Zusätzlicher Dünger löst dieses Problem nicht.
➡️ Staunässe bei Zimmerpflanzen erkennen
Braune Blattspitzen haben nicht nur eine Ursache
Braune Spitzen und Blattränder gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Einblatt. Häufig wird dafür ausschließlich trockene Raumluft verantwortlich gemacht. Tatsächlich kommen mehrere Ursachen infrage.
Fachquellen nennen unter anderem zu intensive Sonne, Wassermangel, niedrige Luftfeuchtigkeit sowie Überdüngung beziehungsweise Salzansammlungen im Substrat. Auch ungünstiges Gießverhalten kann beteiligt sein.
➡️ Braune Blattspitzen bei Zimmerpflanzen richtig unterscheiden
Trockene Luft
Einblatt bevorzugt eine höhere Luftfeuchtigkeit als viele trockenheitsverträgliche Zimmerpflanzen. Besonders während der Heizperiode können trockene Bedingungen braune Spitzen begünstigen.
➡️ Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen richtig einschätzen
Gelegentliches Besprühen kann die Blätter kurzfristig befeuchten, verändert die Luftfeuchtigkeit eines ganzen Raums aber nicht dauerhaft. Bei sehr trockener Raumluft ist eine Verbesserung der Umgebungsbedingungen wirkungsvoller.
Zu starke Düngung
Braune Spitzen können ebenfalls auftreten, wenn sich zu viele lösliche Salze im Wurzelraum ansammeln. Besonders problematisch ist starkes Düngen in Erde, die gleichzeitig immer wieder nur mit kleinen Wassermengen angefeuchtet wird.
Das Einblatt benötigt Nährstoffe, aber keine hoch konzentrierte Dauerfütterung.
Ungeeignetes Gießwasser
Auch salzreiches Wasser kann langfristig zur Belastung beitragen. Besonders Wasser aus Enthärtungsanlagen, die Natrium eintragen, kann für Zimmerpflanzen ungeeignet sein. Die University of Florida nennt Salzansammlungen ausdrücklich als mögliche Ursache brauner Blattränder bei Einblättern.
Wenn sich zusätzlich weißliche Ablagerungen auf der Erdoberfläche oder am Topfrand bilden, sollte neben dem Dünger auch das verwendete Wasser überprüft werden.
Alte braune Spitzen werden nicht wieder grün
Beschädigtes Blattgewebe regeneriert sich nicht. Eine alte braune Spitze bleibt daher sichtbar, auch wenn die Ursache längst behoben wurde.
Entscheidend ist, ob neue Blätter gesund erscheinen und keine weiteren Spitzen braun werden.



Erde und Umtopfen: gleichmäßige Feuchtigkeit braucht trotzdem Luft
Das Einblatt bevorzugt eine humose, strukturstabile Zimmerpflanzenerde, die Wasser halten kann, aber nicht dauerhaft vernässt.
➡️ Das passende Substrat für Zimmerpflanzen finden
Der Topf sollte Abzugslöcher besitzen. Das ist wichtiger als eine dekorative Drainageschicht in einem geschlossenen Gefäß, denn überschüssiges Wasser muss den Wurzelraum tatsächlich verlassen können.
Wann muss ein Einblatt umgetopft werden?
Umtopfen wird sinnvoll, wenn:
- viele Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen,
- der Wurzelballen den vorhandenen Topf sehr stark ausfüllt,
- Wasser kaum noch gleichmäßig in die Erde eindringt,
- das Substrat stark verdichtet oder verbraucht ist,
- die Pflanze im Verhältnis zum Gefäß instabil wird.
Einblätter können einen eher gut durchwurzelten Topf vertragen. Deshalb ist nicht automatisch jedes Jahr ein deutlich größeres Gefäß nötig. Fachliche Empfehlungen raten dazu, beim Umtopfen nur moderat größer zu wählen, weil zu viel dauerhaft feuchtes Substrat Wurzelfäule fördern kann.
➡️ Zimmerpflanzen richtig umtopfen
➡️ Zimmerpflanzenerde passend auswählen
Wurzeln beim Umtopfen kontrollieren
Gesunde Wurzeln sollten fest wirken.
Sind größere Bereiche dunkel, weich oder riechen unangenehm, spricht dies eher für einen Schaden im Wurzelraum. Dann ist nicht allein ein größerer Topf erforderlich, sondern vor allem eine Korrektur der Wasserversorgung.
➡️ Wurzelfäule bei Zimmerpflanzen erkennen
Einblatt düngen: Wachstum und Blüten versorgen, nicht erzwingen
Ein gesund wachsendes Einblatt benötigt während der Wachstumsphase regelmäßig Nährstoffe. Wie häufig gedüngt werden sollte, hängt allerdings vom verwendeten Dünger, dessen Konzentration, Substrat und Wachstum ab.
Deshalb ist die Herstellerdosierung die bessere Grundlage als ein pauschaler universeller Wochenplan.
➡️ Zimmerpflanzen richtig düngen
Bei schwachem Winterwachstum wird weniger gedüngt oder pausiert. Eine Pflanze, die wegen Lichtmangel kaum wächst, benötigt nicht automatisch mehr Nährstoffe.
Überdüngung kann Wurzeln und Blattspitzen schädigen. Fachinformationen empfehlen beim Einblatt deshalb eher eine zurückhaltende Versorgung als hohe Konzentrationen.
➡️ Zimmerpflanzendünger richtig auswählen
Warum blüht das Einblatt nicht?
Die weißen „Blüten“, wegen denen Spathiphyllum so beliebt ist, sind botanisch etwas Besonderes: Der auffällige weiße Teil ist ein Hochblatt, die sogenannte Spatha. Die eigentlichen kleinen Blüten sitzen auf dem kolbenförmigen Blütenstand in der Mitte.
Wenn ein Einblatt lange keine neuen Blütenstände bildet, solltest du nicht sofort stärkeren Blütendünger verwenden.
Prüfe zuerst diese Punkte:
Licht
Ein sehr dunkler Standort reicht möglicherweise zum Überleben und für langsames Blattwachstum, bietet aber schlechtere Voraussetzungen für reichliche Blütenbildung.
Ein hellerer Platz ohne kräftige direkte Sonne ist deshalb der erste sinnvolle Ansatz.
Pflanzenzustand
Ein Einblatt mit geschädigten Wurzeln, starkem Schädlingsbefall oder wiederholtem Trockenstress sollte zunächst stabilisiert werden.
Nährstoffversorgung
Hat die Pflanze lange in demselben ausgelaugten Substrat gestanden und wurde während des Wachstums überhaupt nicht versorgt, können fehlende Nährstoffe eine Rolle spielen. Mehr Dünger als vorgesehen erzeugt jedoch nicht automatisch mehr Blüten.
Alternde Blüten erkennen
Weiße Hochblätter können im Verlauf ihrer Entwicklung grünlicher werden. Das ist nicht zwangsläufig ein Pflegefehler. Ist der Blütenstand vollständig verblüht, kann er tief an der Basis entfernt werden.
Schneiden und Vermehren
Ein Einblatt benötigt keinen regelmäßigen Formschnitt.
Gelbe, vollständig braune oder abgestorbene Blätter können mit einer sauberen Schere möglichst tief an ihrer Basis entfernt werden. Gleiches gilt für alte Blütenstiele.
Gesunde Blätter sollten nicht ohne Grund gekürzt werden.
Vermehrung durch Teilung
Ein großes Einblatt lässt sich beim Umtopfen teilen. Dazu wird der Wurzelballen vorsichtig auseinandergenommen und in mehrere ausreichend kräftige Teilstücke getrennt.
Jedes Teilstück sollte eigene Wurzeln und mehrere gesunde Blätter beziehungsweise Austriebspunkte besitzen.
Nach der Teilung wird nicht versucht, die Pflanzen durch dauerhaft nasse Erde besonders schnell „anwachsen“ zu lassen. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist sinnvoll, Vernässung bleibt problematisch.
Schädlinge: Auch ein Einblatt sollte regelmäßig kontrolliert werden
Einblätter gelten insgesamt als relativ robuste Zimmerpflanzen. Trotzdem können saugende Schädlinge auftreten.
Kontrolliere besonders:
- Blattunterseiten,
- Blattstiele,
- Übergänge dicht über der Erde,
- junge Blätter,
- Pflanzen, die im Winter warm und trocken stehen.
➡️ Schädlinge an Zimmerpflanzen erkennen
Feine helle Sprenkel und Gespinste können auf Spinnmilben hindeuten:
➡️ Spinnmilben sicher erkennen
Watteartige weiße Ansammlungen passen eher zu Wollläusen:
Klebrige Blätter und fest haftende kleine Erhebungen können auf Schildläuse hindeuten:
➡️ Schildläuse an Zimmerpflanzen erkennen
Bleibt das Schadbild unklar:
➡️ Zimmerpflanzen-Diagnose starten
Pflege im Winter: weniger Licht verändert vor allem den Wasserbedarf
Das Einblatt bleibt im Winter eine wärmeliebende Zimmerpflanze. Eine ausgeprägte kalte Winterruhe ist nicht erforderlich.
Trotzdem verändert sich die Pflege, weil in Deutschland wesentlich weniger natürliches Licht zur Verfügung steht.
Dadurch kann:
- das Wachstum langsamer werden,
- die Blütenbildung nachlassen,
- der Wasserverbrauch sinken,
- die Erde länger feucht bleiben.
Passe insbesondere die Wassergaben an. Das Einblatt sollte nicht austrocknen, aber im Winter genauso häufig zu gießen wie während einer hellen warmen Sommerphase kann zu nasser Erde führen.
➡️ Zimmerpflanzen im Winter richtig pflegen
Ein möglichst heller Platz ohne kalte Zugluft ist jetzt besonders hilfreich.
Einblatt und Haustiere: Friedenslilie ist keine echte Lilie
Das Einblatt wird auch Friedenslilie genannt. Botanisch gehört es jedoch nicht zu den echten Lilien (Lilium), sondern zu den Aronstabgewächsen.
Das ist insbesondere bei Katzen eine wichtige Unterscheidung: Echte Lilien können bei Katzen schwere Nierenschäden verursachen. Spathiphyllum besitzt dieses typische Lilien-Giftrisiko nicht, ist aber trotzdem nicht ungiftig.
Einblätter enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Beim Kauen können diese Mund, Zunge und Lippen stark reizen und unter anderem Speicheln, Erbrechen oder Schluckbeschwerden verursachen. Das gilt für Katzen und Hunde.
Stelle die Pflanze deshalb außerhalb der Reichweite von Tieren auf, die Zimmerpflanzen anknabbern.
Hat ein Haustier Teile gefressen und zeigt Beschwerden, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Auch kleine Kinder sollten keine Pflanzenteile in den Mund nehmen.
Die häufigsten Pflegefehler beim Einblatt
Jeden Tag ein bisschen gießen
Dadurch bleibt besonders der untere Wurzelballen leicht dauerhaft nass. Besser ist es, die Feuchtigkeit vorher zu prüfen und anschließend so zu gießen, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Warten, bis jedes Mal alle Blätter hängen
Das Einblatt zeigt Trockenheit zwar eindrucksvoll an. Dauernder starker Trockenstress ist trotzdem keine optimale Pflege.
Einen sehr dunklen Standort als ideal ansehen
Schattenverträglichkeit bedeutet nicht, dass Licht unwichtig ist. Für kräftiges Wachstum und Blüten ist ein heller Platz ohne intensive direkte Sonne günstiger.
Braune Spitzen ausschließlich auf trockene Luft schieben
Auch Wasserversorgung, Dünger, Salzansammlungen und starke Sonneneinstrahlung sollten geprüft werden.
Gelbe Blätter sofort düngen
Ist die Erde gleichzeitig dauerhaft nass, steht zunächst der Wurzelbereich im Verdacht.
Einen viel zu großen Topf verwenden
Mehr Erde hält entsprechend mehr Wasser. Das kann die Kontrolle der Feuchtigkeit erschweren und Wurzelprobleme fördern.
Eine gestresste Pflanze gleichzeitig umtopfen, düngen und umstellen
Mehrere Änderungen auf einmal erhöhen den Stress und machen es schwer zu erkennen, welche Ursache tatsächlich vorlag.
So erkennst du, ob sich das Einblatt wieder erholt
Alte Schäden verschwinden nicht. Eine bereits braune Blattspitze wird nicht wieder grün.
Entscheidend ist daher die weitere Entwicklung.
Nach einer korrigierten Pflege sollten keine neuen Schäden in gleicher Weise hinzukommen. Neue Blätter sollten gesund erscheinen, der Wurzelballen sollte sich zwischen den Wassergaben normal entwickeln und die Pflanze bei ausreichendem Licht wieder Wachstum zeigen.
Sind dagegen immer neue Blätter betroffen, obwohl die offensichtliche Ursache behoben wurde, solltest du erneut systematisch prüfen.
➡️ Zimmerpflanzen-Probleme nach Symptomen eingrenzen
Häufige Fragen zur Einblatt-Pflege
Wie oft muss man ein Einblatt gießen?
Nicht nach einem starren Kalender. Die Erde sollte leicht feucht bleiben, der obere Bereich darf vor der nächsten Wassergabe etwas abtrocknen. Im Winter und an dunkleren Standorten wird meist seltener gegossen.
Wo sollte ein Einblatt stehen?
Hell bis halbschattig ohne intensive direkte Sonne ist günstig. Es verträgt auch dunklere Plätze, wächst und blüht dort jedoch meist weniger kräftig.
Warum lässt das Einblatt die Blätter hängen?
Häufig fehlt Wasser. Prüfe trotzdem zuerst die Erde: Hängende Blätter bei bereits nassem Wurzelballen können auch auf geschädigte Wurzeln hinweisen.
Wie schnell richtet sich ein trockenes Einblatt nach dem Gießen wieder auf?
War nur vorübergehender Wassermangel die Ursache und sind die Wurzeln gesund, kann sich die Pflanze vergleichsweise schnell erholen. Starkes oder wiederholtes Austrocknen kann jedoch dauerhafte Blattschäden verursachen.
Warum bekommt mein Einblatt braune Spitzen?
Mögliche Ursachen sind Trockenstress, trockene Luft, zu starke Sonne, übermäßige Düngung oder Salzansammlungen im Substrat. Das Schadbild allein reicht deshalb nicht für eine sichere Diagnose.
Warum werden die Blätter des Einblatts gelb?
Einzelne alte Blätter können normal altern. Werden mehrere Blätter gelb, solltest du besonders Bodenfeuchte, Wurzeln, Licht und Nährstoffversorgung prüfen.
Warum blüht mein Einblatt nicht?
Sehr wenig Licht ist eine häufige mögliche Ursache. Prüfe außerdem Pflanzenzustand, Wurzeln und Nährstoffversorgung. Mehr Dünger allein kann einen ungeeigneten Standort nicht ausgleichen.
Soll man ein Einblatt besprühen?
Eine höhere Luftfeuchtigkeit ist günstig, gelegentliches Besprühen ersetzt aber keine passende Raumluft oder richtige Wurzelbewässerung. Es ist keine notwendige tägliche Pflegemaßnahme.
Wann sollte man ein Einblatt umtopfen?
Wenn der Topf stark durchwurzelt ist, Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder das Substrat stark verdichtet ist. Der neue Topf sollte nur moderat größer sein.
Kann man ein Einblatt teilen?
Ja. Größere Pflanzen lassen sich beim Umtopfen teilen, wenn jedes Teilstück ausreichend gesunde Wurzeln und Austriebe besitzt.
Ist das Einblatt giftig für Katzen?
Ja. Spathiphyllum enthält unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen Mund und Schleimhäute reizen können. Es ist jedoch keine echte Lilie und verursacht nicht dieselbe typische schwere Nierentoxizität wie Arten der Gattung Lilium.
Ist das Einblatt für Hunde giftig?
Ja. Auch bei Hunden kann das Kauen Mundreizungen, starkes Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden verursachen.


