Helle, unregelmäßige Fraßflächen auf Tomatenblättern, dunkle Krümel im Blattinneren und kleine Löcher an den Früchten können auf die Tomatenminiermotte hinweisen. Der Schädling ist besonders im Gewächshaus gefährlich, weil sich dort bei günstigen Temperaturen mehrere Generationen rasch hintereinander entwickeln können. Allerdings stammt nicht jeder Miniergang von dieser Motte. Auch Minierfliegen beschädigen das Blattgewebe, während Braunfäule dunkle Flecken und absterbende Blätter verursacht. Entscheidend ist deshalb, ob du in den Fraßstellen kleine Raupen findest und ob bereits Triebspitzen oder Früchte betroffen sind. Kontrolliere besonders junge Blätter, Blattunterseiten und den Bereich unmittelbar unter den Fruchtkelchen. Einzelne Blattminen lassen sich häufig noch gezielt entfernen. Breitet sich der Befall dagegen über mehrere Pflanzen aus, reicht das Abschneiden einzelner Blätter meist nicht mehr aus.
Die Tomatenminiermotte bekämpfst du am wirksamsten, wenn du frische Blattminen früh erkennst, befallene Blätter und Früchte konsequent entfernst und weiteren Zuflug begrenzt. Pheromonfallen helfen bei der Überwachung, beseitigen einen bestehenden Befall aber nicht zuverlässig. Bei stärkerem Befall können ergänzende biologische Maßnahmen sinnvoll sein, sofern sie für die konkrete Anwendung geeignet und gegebenenfalls zugelassen sind.

Inhalt
- Tomatenminiermotte erkennen: So sieht ein Befall aus
- Tomatenminiermotte oder Minierfliege? Die wichtigsten Unterschiede
- Tomatenminiermotte bekämpfen: Was du zuerst tun solltest
- Welche biologischen Maßnahmen helfen zusätzlich?
- Gewächshaus und Freiland: Wo ist der Befall besonders gefährlich?
- Wann tritt die Tomatenminiermotte auf?
- Befallene Tomaten essen oder entsorgen?
- So erkennst du, ob die Bekämpfung funktioniert
Tomatenminiermotte erkennen: So sieht ein Befall aus
Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta, auch Phthorimaea absoluta) ist ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Palpenmotten. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika. Inzwischen kommt sie auch in Europa und Deutschland vor.
Die erwachsenen Falter verursachen keine direkten Fraßschäden an Tomaten. Verantwortlich sind ihre Raupen, die sich in Blätter, junge Triebe und Früchte hineinbohren.
Flächige, durchscheinende Minen in den Blättern
Das auffälligste Merkmal sind unregelmäßige Fraßflächen, sogenannte Blattminen.
Die Raupen fressen zwischen der oberen und unteren Blatthaut das grüne Pflanzengewebe heraus. Die äußeren Zellschichten bleiben zunächst erhalten.
Dadurch entstehen helle, teilweise durchscheinende Stellen. Im Laufe der Entwicklung werden diese Minen größer, unregelmäßiger und häufig bräunlich.
Charakteristisch sind:
- Helle bis weißliche, zunächst durchscheinende Fraßflächen.
- Unregelmäßig verbreiterte, teilweise eichenblattähnliche Minen.
- Dunkle Kotkrümel innerhalb der beschädigten Bereiche.
- Später braun werdende oder vertrocknende Blattpartien.
- Bei stärkerem Befall mehrere Minen an einem Blatt.
Die dunklen Ausscheidungen sind ein hilfreicher Hinweis. Sie können sich innerhalb der Mine in einem Bereich ansammeln.
Wichtig: Eine alte, braune Mine bedeutet nicht automatisch, dass sich darin noch eine lebende Raupe befindet. Nach abgeschlossener Entwicklung können die Tiere das Blatt bereits verlassen haben.
Halte ein verdächtiges Blatt vorsichtig gegen das Licht. Frische Minen werden dadurch besser sichtbar. Mit einer Lupe kannst du möglicherweise die Raupe oder ihre Ausscheidungen erkennen.
Raupen, Eier und Falter unterscheiden
Die ausgewachsenen Falter sind ungefähr sechs bis sieben Millimeter lang. Ihre Flügel wirken grau bis graubraun und besitzen dunkle Sprenkel. Die Flügelspannweite liegt ungefähr bei zehn Millimetern.
Tagsüber verstecken sich die nachtaktiven Tiere häufig zwischen den Blättern. Ein herumfliegender kleiner Schmetterling ist deshalb allein kein sicherer Nachweis.
Die winzigen Eier sind zunächst hell und später gelblich. Sie werden unter anderem an Blättern, Blattstielen, jungen Trieben und im Bereich der Fruchtkelche abgelegt.
Die Raupen sind anfangs sehr klein und hell. Später werden sie gelblich-grün bis grünlich und erreichen ausgewachsen ungefähr neun Millimeter.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der dunkle Streifen unmittelbar hinter der bräunlichen Kopfkapsel. Anders als Fliegenmaden besitzen die Raupen erkennbare Beine.
Zur Verpuppung können sie das Blatt verlassen. Puppen finden sich unter anderem im Boden, zwischen Pflanzenresten oder an geschützten Stellen der Pflanzen.
Kleine Löcher und dunkler Kot an Tomatenfrüchten
Die Tomatenminiermotte beschränkt sich nicht auf Blätter.
Ihre Raupen können auch in unreife oder reifende Früchte eindringen. Häufig liegen die Eintrittsstellen im Bereich des Kelchs und werden deshalb zunächst übersehen.
Achte auf kleine Löcher, dunkle Kotkrümel und Verfärbungen rund um die Eintrittsstelle. Bei stärkerem Schaden entstehen Fraßgänge im Fruchtfleisch.
Durch die Verletzungen können zusätzlich Fäulniserreger eindringen.
Ein einzelnes Loch beweist allerdings noch keinen Befall durch diese Art. Andere Raupen können ebenfalls Früchte anfressen.
Für die Bestimmung ist die Kombination aus typischen Blattminen, einer passenden Raupe und gegebenenfalls Fruchtschäden wesentlich aussagekräftiger.
Tomatenminiermotte oder Minierfliege? Die wichtigsten Unterschiede
Der Name führt leicht zu Missverständnissen: Die Tomatenminiermotte ist ein Schmetterling und keine Minierfliege.
Gewöhnliche Minierfliegen gehören zu einer anderen Insektengruppe. Ihre Larven sind beinlose Maden, während die Tomatenminiermotte kleine Raupen besitzt.
Beide können Fraßgänge im Blattgewebe hinterlassen.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Entscheidender Hinweis |
|---|---|---|
| Breite, unregelmäßige Blattminen mit dunklen Kotansammlungen | Tomatenminiermotte | Raupe mit deutlich erkennbarem Kopf und Beinen |
| Schmale, oft geschlängelte Miniergänge | Minierfliegen, beispielsweise Liriomyza | Beinlose Made im Blatt |
| Dunkle Blattflecken, die sich bei feuchter Witterung ausbreiten | Kraut- und Braunfäule | Kein Fraßgang mit Raupe, sondern erkranktes Gewebe |
| Kleine Löcher und Kotkrümel an Früchten | Tomatenminiermotte oder andere Raupen | Fraßstelle und gegebenenfalls Larve untersuchen |
| Dunkle, eingesunkene Stellen an der Blütenansatzseite | Blütenendfäule | Typischerweise kein Loch mit Fraßgang |
Warum die Form der Blattmine wichtig ist
Die Raupen der Tomatenminiermotte erzeugen häufig größere, flächige Minen. Sie können zunächst schmal beginnen und sich anschließend deutlich verbreitern.
Minierfliegen der Gattung Liriomyza hinterlassen dagegen oft schmale, gewundene Fraßgänge. Ihre dunklen Ausscheidungen liegen häufig als unterbrochene Linie entlang des Gangs.
Diese Unterschiede helfen bei der Einordnung, sind aber keine unfehlbare Artbestimmung. Auch andere Minierer können ungewöhnliche Gangformen erzeugen.
Am sichersten ist der Vergleich der Larven: Eine erkennbare Raupe mit Kopf und Beinen spricht für einen Schmetterling. Eine kopflos wirkende, beinlose Made spricht für eine Fliege.
Wenn du vor allem schmale Fraßgänge findest, hilft dir ➡️ Minierfliegenbefall erkennen und unterscheiden weiter.
Braunfäule verursacht keine Raupengänge
Bei der Kraut- und Braunfäule entstehen dunkle Blatt- und Stängelveränderungen durch den Krankheitserreger Phytophthora infestans.
Die Flecken können sich bei feuchter Witterung rasch ausbreiten. Teilweise zeigt sich an Blattunterseiten ein heller Pilzrasen.
Das Schadbild unterscheidet sich damit von einem abgegrenzten Fraßgang, in dem Pflanzengewebe herausgefressen wurde.
Trotzdem können beide Probleme gleichzeitig auftreten.
Wenn ganze Blattbereiche ohne erkennbare Minen schwarz werden oder Triebe ungewöhnlich rasch absterben, solltest du auch ➡️ Kraut- und Braunfäule an Tomaten erkennen prüfen.
Bei Schäden an den Früchten gilt derselbe Grundsatz: Löcher, Risse, Fäulnis und eingesunkene Flecken haben unterschiedliche Ursachen. Weitere typische Veränderungen findest du unter ➡️ Tomatenfrüchte platzen, faulen oder reifen nicht.
Tomatenminiermotte bekämpfen: Was du zuerst tun solltest
Bei einem bestätigten Befall ist schnelles, aber gezieltes Handeln sinnvoll.
Ein einzelnes beschädigtes Blatt verlangt nicht automatisch eine Behandlung sämtlicher Tomatenpflanzen. Findest du dagegen mehrere frische Minen, lebende Raupen und beschädigte Früchte, besteht ein deutlich größeres Risiko.
1. Befallene Blätter frühzeitig entfernen
Untersuche zunächst die betroffene Pflanze und ihre unmittelbaren Nachbarn.
Suche nach frischen, noch hellen Minen. Darin können sich Raupen befinden, die ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen haben.
Entferne solche Blätter möglichst vollständig, ohne unnötig gesunde Pflanzenteile zu beschädigen.
Dabei solltest du nicht nur das braune Ende einer Mine abschneiden. Die Raupe kann sich an einer anderen Stelle innerhalb des beschädigten Blatts befinden.
Sammle das entfernte Material unmittelbar in einem verschließbaren Behälter oder Beutel.
Lasse es nicht unter den Pflanzen liegen.
Bei wenigen frischen Minen kann diese Maßnahme einen großen Unterschied machen. Sind bereits zahlreiche Blätter betroffen, reicht sie allein häufig nicht mehr aus.
Entferne nicht vorsorglich sämtliche Blätter. Tomaten benötigen ausreichend gesundes Laub für die Versorgung ihrer Früchte. Eine starke Entlaubung kann zusätzlich Sonnenbrandschäden fördern.
2. Fruchtstände sorgfältig kontrollieren
Prüfe anschließend die Früchte, besonders unter den Kelchblättern.
Suche nach kleinen Einbohrlöchern, dunklem Kot und ungewöhnlich weichen oder eingesunkenen Bereichen.
Früchte mit bestätigten Fraßgängen solltest du vollständig entfernen. Sie können weiterhin lebende Raupen enthalten, die sich später zur Verpuppung zurückziehen.
Unbeschädigte Früchte müssen dagegen nicht pauschal entsorgt werden.
Kontrolliere außerdem die Stiele und jungen Triebspitzen. Die Raupen können auch dort fressen und Wachstumsstörungen verursachen.
3. Befallenes Pflanzenmaterial sicher entsorgen
Bei der Tomatenminiermotte ist Pflanzenhygiene besonders wichtig.
Die Raupen können das Pflanzenmaterial verlassen und sich an geschützten Stellen verpuppen. Deshalb ist es ungünstig, beschädigte Früchte oder Blätter längere Zeit offen neben dem Gewächshaus liegen zu lassen.
Sammle bestätigtes Befallsmaterial möglichst unmittelbar ein und verschließe den Behälter.
Stark befallene Pflanzenreste lassen sich entsprechend den örtlichen Entsorgungsvorgaben beispielsweise über den Restmüll beseitigen.
Ein gewöhnlicher, nicht ausreichend heiß werdender Gartenkompost bietet keine verlässliche Abtötung sämtlicher Entwicklungsstadien.
Auch nach dem Abräumen der Tomaten solltest du darauf achten, dass keine größeren Mengen befallenen Pflanzenmaterials im Gewächshaus zurückbleiben.
4. Den übrigen Bestand weiter beobachten
Die vorhandenen Raupen sind nur ein Teil des Problems. Bereits abgelegte Eier können später schlüpfen.
Deshalb ist eine einmalige Kontrolle nicht ausreichend.
Untersuche während der warmen Wachstumszeit regelmäßig junge Blätter, ausgewählte ältere Blätter und Fruchtstände.
Bei bestätigtem Befall kann es sinnvoll sein, alle zwei bis drei Tage nach neuen Minen zu suchen.
Dieser Abstand ist eine praktische Kontrollhilfe und keine festgelegte biologische Schadschwelle.
Findest du nach einigen Kontrollen keine neuen Schäden, ist das ein positives Zeichen. Eine vollständige Beseitigung des Schädlings lässt sich daraus jedoch noch nicht sicher ableiten.
Welche biologischen Maßnahmen helfen zusätzlich?
Sind zahlreiche Pflanzen betroffen, kann die reine Handentfernung an ihre Grenzen kommen.
Für die Tomatenminiermotte gibt es verschiedene biologische und biotechnische Ansätze. Allerdings stammen viele Verfahren aus dem professionellen Gewächshausanbau und lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein kleines Hobbygewächshaus übertragen.
Pheromonfallen: Frühwarnung statt vollständiger Bekämpfung
Pheromonfallen verwenden einen artspezifischen Lockstoff, der männliche Tomatenminiermotten anzieht.
Damit können sie helfen, die Anwesenheit und Flugaktivität der Falter früh zu erkennen.
Das ist besonders nützlich, weil die erwachsenen Motten tagsüber häufig verborgen bleiben.
Ein Fang bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Tomaten bereits geschädigt sind. Ebenso wenig garantiert eine leere Falle vollständige Befallsfreiheit.
Wichtige Einschränkungen:
- Die Fallen locken hauptsächlich männliche Tiere an.
- Bereits befruchtete Weibchen können weiterhin Eier ablegen.
- Vorhandene Raupen und Puppen werden nicht erreicht.
- Die Fangzahl ist keine direkte Messung der Anzahl lebender Raupen.
- Der Lockstoff muss ausdrücklich für die betreffende Art geeignet sein.
Eine gewöhnliche Pheromonfalle ersetzt keine Bekämpfung des vorhandenen Befalls.
Spezielle Verfahren zur Massenfalle oder Paarungsstörung können im professionellen Anbau eingesetzt werden. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch von der konkreten Technik, der Anlagengröße und weiteren Bedingungen ab.
Die Ergebnisse solcher Verfahren lassen sich nicht automatisch auf eine einzelne Klebefalle im Garten übertragen.
Raubwanzen gegen die Tomatenminiermotte
Zu den wichtigen natürlichen Gegenspielern gehört die Raubwanze Macrolophus pygmaeus.
Sie kann Eier und junge Entwicklungsstadien verschiedener Gewächshausschädlinge erbeuten, darunter auch die Tomatenminiermotte.
Im professionellen Tomatenanbau wird sie gezielt eingesetzt.
Allerdings braucht eine wirksame Population Zeit, um sich aufzubauen. Eine kleine Anzahl kurz vor einem massiven Befall ausgesetzter Tiere ist deshalb keine Garantie für eine schnelle Lösung.
Auch Temperatur, vorhandene Beutetiere und der Einsatz anderer Pflanzenschutzmittel beeinflussen ihren Erfolg.
Für ein kleines Hobbygewächshaus sollte der Einsatz daher nur nach fachlicher Prüfung erfolgen.
Nicht jede Schlupfwespe oder Raubmilbe, die gegen andere Gewächshausschädlinge angeboten wird, ist automatisch gegen die Tomatenminiermotte geeignet.
Bacillus thuringiensis: Nicht jede Raupe ist erreichbar
Bestimmte zugelassene Präparate mit Bacillus thuringiensis werden gegen Schmetterlingsraupen eingesetzt.
Die Bakterien beziehungsweise ihre Wirkstoffe müssen von den empfindlichen Raupen aufgenommen werden.
Bei der Tomatenminiermotte ist der Zeitpunkt besonders wichtig. Junge Raupen sind leichter zu erreichen, bevor sie sich tief in das Blattgewebe zurückziehen.
Bereits geschützte Larven können einer oberflächlichen Behandlung weitgehend entgehen.
Zudem gelten in Deutschland konkrete Zulassungsbedingungen.
Ein im professionellen Tomatenanbau zugelassenes Präparat darf nicht automatisch von Hobbygärtnern verwendet werden.
Prüfe daher vor jeder Anwendung in der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des BVL, ob das Mittel für Tomaten, den betreffenden Schädling, den vorgesehenen Einsatzort und nichtberufliche Anwender zugelassen ist.
Halte sämtliche Angaben zu Anwendung, Häufigkeit, Aufwandmenge und Wartezeit ein.
Warum wiederholtes Spritzen problematisch sein kann
Die Raupen verbringen einen großen Teil ihrer Entwicklung geschützt innerhalb der Pflanze. Reine Kontaktmittel erreichen sie dort nur eingeschränkt.
Außerdem sind bei der Tomatenminiermotte in verschiedenen Ländern Resistenzen gegen bestimmte Insektizidwirkstoffe dokumentiert.
Eine höhere Dosierung oder häufigere Anwendung ist deshalb keine geeignete Antwort auf ausbleibende Wirkung.
Auch selbst gemischte Neem-, Öl- oder Seifenlösungen sind keine zuverlässig belegte Standardbekämpfung der versteckt lebenden Raupen.
Bei fortgeschrittenem Befall solltest du zuerst prüfen, ob noch lebende Tiere vorhanden sind und ob die bisherige Maßnahme diese überhaupt erreichen konnte.
Gewächshaus und Freiland: Wo ist der Befall besonders gefährlich?
Die Tomatenminiermotte profitiert von warmen Bedingungen.
In einem geschützten oder beheizten Gewächshaus kann sie sich unter günstigen Voraussetzungen über längere Zeit vermehren.
Im Freiland hängt ihre Entwicklung stärker von Witterung und Jahreszeit ab.
Im Gewächshaus: Einwanderung und Überwinterung beachten
Kontrolliere gekaufte Jungpflanzen vor dem Einsetzen sorgfältig.
Untersuche Blattunterseiten, junge Triebe und vorhandene Fruchtansätze auf Eier, Minen und Fraßspuren.
Auch Verpackungsmaterial und Pflanzentransporte können zur Verschleppung beitragen.
Im Gewächshaus solltest du außerdem:
- Neue Pflanzen möglichst vor dem Kontakt mit dem übrigen Bestand untersuchen.
- Befallene Blätter und Früchte unmittelbar entfernen.
- Pflanzenreste und beschädigte Früchte nicht offen liegen lassen.
- Mögliche Verstecke an Pflanzgefäßen und Konstruktionen kontrollieren.
- Nach Kulturende die Pflanzen vollständig abräumen.
- Geeignete Insektenschutzgitter an Lüftungsöffnungen erwägen.
Ein feinmaschiges Schutzgitter kann den Zuflug verringern. Es muss allerdings ausreichend dicht schließen und darf die notwendige Belüftung nicht unvertretbar einschränken.
Besonders bei hohen Temperaturen kann eine schlechte Luftzirkulation im Gewächshaus zusätzlichen Stress verursachen.
Ein Schutzgitter verhindert außerdem nicht die Entwicklung bereits eingetragener Eier oder Raupen.
Kann die Tomatenminiermotte draußen überwintern?
Die Überwinterung ist nicht ausschließlich auf beheizte Gewächshäuser beschränkt.
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie verweist auf Nachweise, dass Puppen der Tomatenminiermotte auch im deutschen Freiland überwintern können.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede Population jeden Winter übersteht.
Entscheidend sind die örtlichen Temperaturen, vorhandene Verstecke und die Dauer ungünstiger Witterungsbedingungen.
Ein kalter Winter kann die Entwicklung begrenzen, ist aber keine sichere Bekämpfungsmaßnahme.
Verlasse dich deshalb nicht darauf, dass ein unbeheiztes Gewächshaus oder ein offenes Beet im nächsten Frühjahr automatisch frei von dem Schädling ist.
Welche Pflanzen können ebenfalls befallen werden?
Die Tomate ist die wichtigste Wirtspflanze. Daneben können andere Nachtschattengewächse betroffen sein.
Dazu gehören insbesondere:
- Auberginen.
- Kartoffelpflanzen, vor allem das oberirdische Kraut.
- Einige weitere kultivierte Nachtschattengewächse.
- Wildpflanzen wie Schwarzer Nachtschatten.
Auch für Paprika und bestimmte Zierpflanzen gibt es Befallsnachweise. Die Bedeutung als Wirtspflanze ist jedoch nicht bei allen Arten gleich.
Wenn du einen bestätigten Befall hast, lohnt es sich deshalb, nahe stehende Nachtschattengewächse ebenfalls zu kontrollieren.
Entferne insbesondere stark befallene, nicht benötigte Wirtspflanzen in unmittelbarer Gewächshausnähe. Eine pauschale Entfernung aller Wildpflanzen ist dafür nicht erforderlich.
Wann tritt die Tomatenminiermotte auf?
Anders als viele heimische Gartenschädlinge besitzt die Tomatenminiermotte keinen überall gleich verlaufenden Jahresrhythmus.
Bei günstigen Temperaturen kann die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Falter innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein.
Im warmen Anbau unter Glas sind dadurch zahlreiche Generationen pro Jahr möglich. Bei dauerhaft günstigen Bedingungen werden aus wärmeren Anbaugebieten bis zu zehn oder mehr Generationen beschrieben.
Diese Zahlen lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein unbeheiztes Gewächshaus in Deutschland übertragen.
Frühjahr
Zu Saisonbeginn steht die Kontrolle von Jungpflanzen und überwinterten Pflanzenresten im Vordergrund.
In beheizten Gewächshäusern kann die Aktivität deutlich früher einsetzen als im Freiland.
Ein erster Falterfang ist Anlass, die Pflanzen sorgfältiger zu untersuchen.
Sommer
Hohe Temperaturen können die Entwicklung beschleunigen.
Jetzt können mehrere Entwicklungsstadien gleichzeitig vorkommen: Eier, Raupen, Puppen und erwachsene Falter.
Bei bestätigtem Befall lohnt sich deshalb eine besonders engmaschige Kontrolle frischer Blattminen.
Herbst und Winter
Bleiben Tomaten lange im Gewächshaus stehen, kann sich der Befall bis zum Kulturende fortsetzen.
Die letzte Ernte beendet die Entwicklung des Schädlings nicht automatisch. Raupen und Puppen können in Pflanzenresten oder an geschützten Stellen verbleiben.
Räume deshalb nach dem Kulturende konsequent auf.
Im Winter solltest du insbesondere beheizte Gewächshäuser und dort überwinternde geeignete Wirtspflanzen beachten.
Befallene Tomaten essen oder entsorgen?
Ein Tomatenminiermottenbefall bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Früchte einer Pflanze unbrauchbar sind.
Entscheidend ist, ob die einzelne Frucht selbst beschädigt wurde.
Blätter befallen, Früchte unbeschädigt
Befinden sich die Fraßminen ausschließlich in den Blättern und sind die Früchte äußerlich unversehrt, musst du nicht vorsorglich die gesamte Ernte wegwerfen.
Kontrolliere die Tomaten vor der Ernte sorgfältig und wasche sie wie üblich.
Prüfe besonders den Bereich unter dem Fruchtkelch, wo kleine Eintrittsstellen leicht verborgen bleiben.
Wurden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, sind vorgeschriebene Wartezeiten selbstverständlich einzuhalten.
Löcher oder Fraßgänge im Fruchtfleisch
Früchte mit erkennbaren Einbohrlöchern, Raupen oder Fraßgängen solltest du nicht verwenden.
Durch die verletzte Fruchtschale können Mikroorganismen eindringen und zusätzliche Fäulnis verursachen.
Bei weichen, fauligen oder unangenehm riechenden Stellen gehört die Frucht vollständig entsorgt.
Verlasse dich nicht darauf, dass das oberflächliche Abschneiden eines kleinen Lochs den gesamten Schaden beseitigt.
Unterscheide dabei zwischen befallenen und lediglich benachbarten Früchten. Eine gesunde Tomate muss nicht automatisch entsorgt werden, nur weil eine andere Frucht am selben Trieb befallen ist.
So erkennst du, ob die Bekämpfung funktioniert
Die bereits vorhandenen Blattminen verschwinden nicht. Auch braun gewordene Fraßflächen werden nicht wieder grün.
Entscheidend ist, ob neue Schäden hinzukommen.
Wähle einige gut erreichbare Triebe aus verschiedenen Bereichen der Pflanze aus und fotografiere die vorhandenen Schäden.
Kontrolliere anschließend regelmäßig:
- Neue Blattminen: Entstehen weiterhin helle, unregelmäßige Fraßflächen?
- Lebende Raupen: Findest du in frischen Minen noch Larven?
- Fruchtbefall: Treten neue Einbohrlöcher oder dunkle Kotkrümel auf?
- Triebentwicklung: Wachsen junge Blätter gesund nach oder werden weiterhin Triebspitzen geschädigt?
- Falteraktivität: Werden bei vorhandener Überwachung weiterhin Motten gefangen?
Ein sinkender Fallenfang ist ein positives Signal, ersetzt aber nicht die Pflanzenkontrolle.
Ebenso bedeutet eine Woche ohne neue Schäden nicht zwangsläufig, dass sämtliche Puppen beseitigt wurden.
Wenn frische Minen trotz wiederholten Entfernens befallener Blätter auftreten, suche auch nach übersehenen Eiern, Puppen und weiteren Wirtspflanzen.
Bei einem massiven Befall, bei dem immer mehr Pflanzen und Früchte geschädigt werden, kann das vollständige Entfernen einer stark befallenen Kultur sinnvoller sein als fortgesetzte, wenig wirksame Einzelmaßnahmen.
Die weitere Entscheidung hängt vom verbleibenden gesunden Pflanzenbestand, dem Zeitpunkt innerhalb der Saison und der realistischen Möglichkeit ab, den Befall noch einzugrenzen.
Häufige Fragen zur Tomatenminiermotte
Ist die Tomatenminiermotte in Deutschland verbreitet?
Die Art ist in Deutschland nachgewiesen und kann insbesondere im geschützten Tomatenanbau erhebliche Probleme verursachen. Ihre örtliche Häufigkeit unterscheidet sich jedoch. Ein verdächtiger Miniergang allein ist kein ausreichender Beweis für einen Befall.
Kann ich die Tomatenminiermotte mit Gelbtafeln bekämpfen?
Gewöhnliche Gelbtafeln sind keine zuverlässige Bekämpfung dieser Art. Für die gezielte Überwachung eignen sich artspezifische Pheromonfallen besser. Auch diese beseitigen Eier, Raupen und Puppen nicht.
Helfen Nematoden gegen Tomatenminiermotten?
Bestimmte entomopathogene Nematoden werden als biologischer Bekämpfungsansatz untersucht und im professionellen Anbau eingesetzt. Die Wirksamkeit hängt unter anderem von Art, Anwendungsweise und Bedingungen ab. Eine beliebige Nematodenbehandlung im Hausgarten ist deshalb keine gesichert wirksame Standardlösung.
Kann ich eine befallene Tomatenpflanze noch retten?
Bei wenigen frischen Blattminen und ansonsten gesundem Wachstum ist das häufig möglich. Entferne befallene Blätter und Früchte und kontrolliere die Pflanze weiter. Sind dagegen zahlreiche Triebspitzen und Fruchtstände geschädigt, sinken die Erfolgsaussichten deutlich.
Befällt die Tomatenminiermotte auch grüne Tomaten?
Ja. Die Raupen können sowohl unreife als auch reifende Früchte befallen. Besonders kleine Eintrittsstellen unter den Kelchblättern werden leicht übersehen.
Soll ich im nächsten Jahr vorbeugend spritzen?
Eine pauschale vorbeugende Spritzung ist nicht sinnvoll. Kontrolliere zunächst Jungpflanzen, achte auf erste Blattminen und nutze gegebenenfalls eine geeignete Flugüberwachung. Pflanzenschutzmittel kommen nur im Rahmen ihrer konkreten Zulassung und bei begründetem Bedarf infrage.

