Die jungen Blätter deines Buchsbaums rollen sich plötzlich löffelförmig ein, an den Triebspitzen sitzen weiße, watteartige Flocken und manche Blätter fühlen sich klebrig an? Dahinter steckt häufig der Buchsbaumblattfloh (Psylla buxi), auch Buchsbaumblattsauger genannt. Seine winzigen Jungtiere saugen im Frühjahr an frischen Trieben und verursachen auffällige Blattverformungen. Anders als der Buchsbaumzünsler frisst dieser Schädling keine Löcher in die Blätter. Meist bleibt der Schaden auf die Triebspitzen begrenzt und ist eher optisch störend als lebensbedrohlich. Allerdings können auch Buchsbaumgallmücken, Spinnmilben und Pilzkrankheiten Blattveränderungen auslösen. Bevor du zur Schere oder zu einem Pflanzenschutzmittel greifst, lohnt sich deshalb ein genauer Blick in die eingerollten Blätter. Häufig reichen bereits das Beobachten und ein gezielter, schonender Rückschnitt aus.
Den Buchsbaumblattfloh erkennst du besonders gut an löffelartig nach oben eingerollten jungen Blättern mit weißen Wachsfäden und kleinen gelblich-grünen Sauginsekten. Bei leichtem Befall musst du meist nichts unternehmen. Sind viele Triebspitzen betroffen, kannst du sie gezielt zurückschneiden, solange sich die Jungtiere dort aufhalten. Ein großflächiger Rückschnitt oder eine vorsorgliche Behandlung mit Insektiziden ist normalerweise nicht erforderlich.

Inhalt
- Buchsbaumblattfloh erkennen: Die typischen Anzeichen
- Buchsbaumblattfloh, Buchsbaumgallmücke oder Buchsbaumzünsler?
- So kannst du einen Buchsbaumblattfloh-Befall selbst überprüfen
- Buchsbaumblattfloh bekämpfen: Diese Maßnahmen sind sinnvoll
- Was hilft gegen Buchsbaumblattflöhe außer Schneiden?
- Wann ist der Buchsbaumblattfloh aktiv?
- Kann der Buchsbaumblattfloh den Buchsbaum zerstören?
- Buchsbaumblattfloh vorbeugen: So bleibt dein Buchsbaum widerstandsfähig
Buchsbaumblattfloh erkennen: Die typischen Anzeichen
Der Buchsbaumblattfloh gehört zu den Blattflöhen (Psylloidea), einer Gruppe pflanzensaftsaugender Insekten.
Er ist auf Buchsbäume spezialisiert und in Europa weit verbreitet.
Besonders häufig werden die Schäden an der Gewöhnlichen Buchsbaumart (Buxus sempervirens) beobachtet.
Die auffälligsten Symptome entstehen während des Frühjahrsaustriebs.
Löffelförmig eingerollte junge Blätter
Das charakteristischste Erkennungsmerkmal sind ungewöhnlich gekrümmte Blätter an den frischen Triebspitzen.
Die Blätter:
- rollen ihre Ränder nach oben oder innen,
- bilden kleine löffel- oder schalenförmige Hohlräume,
- stehen an den Triebenden ungewöhnlich dicht zusammen,
- wirken teilweise aufgebläht oder verkrüppelt,
- bleiben häufig kleiner als gesunde Blätter.
Bei stärkerem Befall entstehen regelrechte Blattbüschel, die an kleine Kohlköpfe erinnern.
Diese Veränderungen werden auch als Löffelblättrigkeit bezeichnet.
Sie entstehen nicht allein durch den Verlust von Pflanzensaft. Die saugenden Jungtiere geben zusätzlich Stoffe ab, welche die Entwicklung des noch weichen Pflanzengewebes beeinflussen.
Entscheidend ist die Lage der Schäden: Beim Buchsbaumblattfloh sind besonders die jüngsten Blätter an den Triebspitzen betroffen. Ältere Blätter bleiben häufig weitgehend normal.
Weiße Wachsfäden zwischen den Blättern
Ein zweites, sehr hilfreiches Merkmal sind kleine weiße Flocken.
Sie erinnern an Watte, winzige Schneeflocken oder weißliche Wollfasern.
Dabei handelt es sich hauptsächlich um wachsartige Ausscheidungen der Jungtiere.
Unter diesem Material halten sich die Blattflöhe geschützt auf.
Die Wachsfäden befinden sich häufig:
- zwischen dicht zusammengerollten Blättern,
- an jungen Trieben,
- in Blattachseln,
- auf der Blattoberfläche,
- unmittelbar an den Wachstumsspitzen.
Mit einer Lupe kannst du darunter manchmal kleine, abgeflachte, gelblich-grüne Tiere erkennen.
Weiße Flocken allein beweisen noch keinen Buchsbaumblattfloh-Befall. Erst zusammen mit den typischen Blattverformungen und den Sauginsekten ergibt sich ein zuverlässiger Verdacht.
Klebriger Honigtau und schwarze Beläge
Beim Saugen scheiden die Jungtiere zuckerhaltigen Honigtau aus.
Dieser kann Blätter und Triebe verkleben.
Auf solchen Ausscheidungen siedeln sich gelegentlich dunkle Rußtaupilze an.
Dann wirken die Blätter stellenweise schwarz oder schmutzig.
Der schwarze Belag sitzt überwiegend auf der Oberfläche. Er ist nicht dasselbe wie eine Pilzerkrankung, die direkt Pflanzengewebe zerstört.
Bei stärkerer Rußtaubildung wird die Lichtaufnahme der betroffenen Blätter beeinträchtigt.
Ein gelegentlicher schwarzer Fleck ohne Wachsfäden oder Blattverformungen reicht allerdings nicht aus, um den Buchsbaumblattfloh als Verursacher festzustellen.
Wie sehen die Tiere selbst aus?
Die erwachsenen Buchsbaumblattflöhe sind ungefähr zwei bis drei Millimeter lang.
Sie besitzen:
- eine gelblich-grüne bis gelblich-braune Körperfärbung,
- zwei Paar durchscheinende Flügel,
- kräftige Sprungbeine,
- einen kleinen, gedrungenen Körper.
Die Flügel liegen in Ruhe dachförmig über dem Hinterleib.
Bei einer Störung können die erwachsenen Tiere überraschend weit springen und davonfliegen.
Die Jungtiere, auch Nymphen genannt, sind dagegen flügellos und deutlich abgeflacht.
Sie verstecken sich bevorzugt zwischen den eingerollten Blättern.
Buchsbaumblattfloh, Buchsbaumgallmücke oder Buchsbaumzünsler?
Mehrere Schädlinge verursachen am Buchsbaum auffällige Veränderungen.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Buchsbaumblattfloh, der Buchsbaumgallmücke und dem Buchsbaumzünsler.
Denn ihre Lebensweise und ihre Schadwirkung unterscheiden sich erheblich.
| Schädling | Typisches Schadbild | Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal |
|---|---|---|
| Buchsbaumblattfloh | Löffelförmig eingerollte junge Blätter | Weiße Wachsfäden und kleine Sauginsekten |
| Buchsbaumgallmücke | Gelbliche bis braune Blattflecken mit Aufwölbungen | Larven entwickeln sich im Blattgewebe |
| Buchsbaumzünsler | Fraßlöcher, abgefressene Blätter, Gespinste | Raupen und Kotkrümel zwischen den Trieben |
| Buchsbaumspinnmilbe | Feine gelbliche bis weißliche Sprenkel | Sehr kleine Milben, meist keine löffelförmigen Blattrollen |
| Buchsbaumtriebsterben | Braune Blätter, schwarze Triebverfärbungen | Absterbende Triebe statt überwiegend deformierter Wachstumsspitzen |
Buchsbaumgallmücke: Schäden im Blattinneren
Die Buchsbaumgallmücke (Monarthropalpus buxi) ist trotz ähnlicher Verformungen ein völlig anderes Insekt.
Ihre Larven fressen innerhalb des Blattgewebes.
Dadurch entstehen gelbliche bis braune Flecken auf der Blattoberseite und blasige Aufwölbungen auf der Unterseite.
Hältst du ein betroffenes Blatt gegen das Licht, kannst du teilweise Hohlräume im Blatt erkennen.
Beim Buchsbaumblattfloh sitzen die Jungtiere dagegen außen an den Blättern, geschützt zwischen den eingerollten Wachstumsspitzen.
Die genaue Unterscheidung und geeignete Maßnahmen findest du unter ➡️ Buchsbaumgallmücke erkennen und bekämpfen.
Der Buchsbaumblattfloh gehört übrigens nicht zu den Gallmücken. Auch wenn seine Saugtätigkeit gallenartige Blattverformungen verursachen kann, handelt es sich um eine andere Insektengruppe. Mehr dazu erklärt die Übersicht ➡️ Gallmücken im Garten erkennen und richtig einordnen.
Buchsbaumzünsler: Hier fehlen tatsächlich Blattstücke
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) verursacht einen deutlich anderen Schaden.
Seine Raupen fressen die Blätter an und können einen Buchsbaum bei starkem Befall vollständig entlauben.
Typische Hinweise sind:
- sichtbare Fraßlöcher,
- abgefressene Blattränder,
- Gespinste zwischen Zweigen,
- grüne Raupen mit dunklen Zeichnungen,
- dunkle Kotkrümel.
Solche Schäden passen nicht zum gewöhnlichen Buchsbaumblattfloh.
Eine genaue Anleitung findest du unter ➡️ Buchsbaumzünsler erkennen und richtig bekämpfen.
Spinnmilben: Helle Sprenkel statt Blattrollen
Buchsbaumspinnmilben (Eurytetranychus buxi) verursachen überwiegend punktförmige Saugschäden.
Die Blätter zeigen zahlreiche helle Sprenkel und können bei starkem Befall gelblich oder bronzefarben werden.
Typische löffelförmige Blattbüschel mit weißen Wachsfäden entstehen dabei nicht.
Die Tiere sind wesentlich kleiner als erwachsene Blattflöhe.
Bei einem unklaren Befall hilft ➡️ Spinnmilben erkennen und ihre Schäden unterscheiden.
Wollläuse und Blattläuse: Ähnliche Ausscheidungen
Auch andere saugende Insekten können weiße Wachsausscheidungen oder klebrigen Honigtau hinterlassen.
Wollläuse besitzen häufig selbst eine auffällige weiße Wachsbedeckung. Sie bilden jedoch normalerweise nicht die charakteristischen löffelförmigen Triebspitzen des Buchsbaumblattflohs.
Weitere Merkmale findest du unter ➡️ Wollläuse sicher erkennen.
Blattläuse treten oft in dichten Kolonien auf und hinterlassen ebenfalls Honigtau. Bei Unsicherheit hilft ➡️ Blattläuse erkennen und verschiedene Arten unterscheiden.
So kannst du einen Buchsbaumblattfloh-Befall selbst überprüfen
Für eine erste Untersuchung benötigst du normalerweise nur eine Lupe und etwas Geduld.
Am besten kontrollierst du den Buchsbaum zwischen April und Mai, wenn die jungen Triebe wachsen.
Schritt 1: Die jüngsten Triebe untersuchen
Suche zunächst nach frischem, hellgrünem Austrieb.
Vergleiche mehrere Triebspitzen miteinander.
Sind die Blätter an einzelnen Stellen deutlich stärker eingerollt als an anderen?
Bleiben die betroffenen Triebspitzen kurz und bilden dichte, kleine Blattbüschel?
Diese Merkmale sprechen für einen Blattflohbefall.
Schritt 2: Eingerollte Blätter vorsichtig auseinanderziehen
Wähle eine besonders auffällige Triebspitze aus.
Öffne die Blattrolle vorsichtig mit den Fingern.
Achte auf:
- weiße Wachsfäden,
- winzige gelblich-grüne Jungtiere,
- klebrige Flüssigkeit,
- kleine weiße Ausscheidungstropfen.
Die Jungtiere sind nicht immer sofort sichtbar. Häufig sitzen sie tief zwischen den Blättern und werden von Wachs bedeckt.
Bei einer leichten Verformung ohne Tiere oder Wachsausscheidungen solltest du auch andere Ursachen prüfen.
Schritt 3: Das Innere der Pflanze kontrollieren
Schau dir anschließend ältere Blätter und das Innere des Buchsbaums an.
Sind dort Fraßlöcher, Raupen oder Gespinste vorhanden, kann zusätzlich oder stattdessen ein Buchsbaumzünslerbefall vorliegen.
Erkennst du dagegen schwarze Triebverfärbungen, großflächig braune Blätter oder absterbende Zweige, sollte eine mögliche Pilzkrankheit berücksichtigt werden.
Wichtig: Verschiedene Schädlinge und Krankheiten können gleichzeitig auftreten.
Der Nachweis einzelner Buchsbaumblattflöhe erklärt deshalb nicht automatisch jeden Schaden an der Pflanze.
Buchsbaumblattfloh bekämpfen: Diese Maßnahmen sind sinnvoll
Bei einem schwachen Befall musst du meistens gar nichts tun.
Die Royal Horticultural Society und deutsche Pflanzenschutzdienste weisen darauf hin, dass die Schäden in vielen Fällen überwiegend den Zierwert betreffen.
Ein kräftiger Buchsbaum kann einzelne deformierte Triebspitzen normalerweise gut verkraften.
1. Leichten Befall beobachten
Sind nur wenige Spitzen betroffen und wächst die Pflanze insgesamt normal weiter, genügt häufig eine regelmäßige Kontrolle.
Achte darauf, ob:
- weitere junge Triebe verformt werden,
- größere Teile der Pflanze gelb werden,
- der Zuwachs deutlich nachlässt,
- sich große Mengen klebrigen Honigtaus bilden.
Bei geringem Befall überwiegt der Nutzen einer chemischen Behandlung normalerweise nicht deren mögliche Nachteile.
Viele natürliche Gegenspieler können die Blattflöhe außerdem zusätzlich begrenzen.
2. Befallene Triebspitzen gezielt entfernen
Sind zahlreiche junge Triebe stark eingerollt und mit weißen Wachsfäden bedeckt, ist ein leichter Rückschnitt meist die sinnvollste direkte Maßnahme.
Gehe folgendermaßen vor:
- Untersuche den Buchsbaum und markiere die auffälligsten befallenen Spitzen.
- Schneide betroffene junge Triebabschnitte mit einer sauberen, scharfen Schere ab.
- Entferne nur so viel, wie für eine sinnvolle Reduzierung des Befalls erforderlich ist.
- Sammle das Schnittgut unmittelbar auf.
- Kontrolliere die verbleibenden Triebe nach etwa zwei bis drei Wochen erneut.
Besonders günstig ist ein gezielter Rückschnitt, solange sich die Jungtiere im Frühjahr noch an den Wachstumsspitzen befinden.
Ein normaler, leichter Formschnitt kann ebenfalls einen Teil der befallenen Triebe entfernen.
Schneide nicht die gesamte Hecke stark zurück, nur weil einzelne Triebspitzen deformiert sind.
Ein radikaler Rückschnitt kann den Buchsbaum stärker belasten als der eigentliche Schädling.
Wähle möglichst einen trockenen, milden Tag ohne starke Hitze oder Frost. Nasse Pflanzen und stark aufgeheizte Standorte sind für umfangreichere Schnittarbeiten ungünstig.
Beachte außerdem den gesetzlichen Gehölzschutz: Zwischen dem 1. März und dem 30. September sind radikale Heckenschnitte grundsätzlich untersagt; schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben im gesetzlichen Rahmen möglich. Besetzte Vogelnester dürfen dabei nicht gestört werden.
3. Schnittgut nicht liegen lassen
Befallene Triebspitzen solltest du nach dem Rückschnitt vollständig aufsammeln.
So verhinderst du, dass noch vorhandene bewegliche Entwicklungsstadien unmittelbar an der Pflanze verbleiben.
Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist es sinnvoll, das Material zügig über den örtlich vorgesehenen Entsorgungsweg abzugeben.
Kleine Mengen können abhängig von den kommunalen Vorgaben über die Biotonne oder eine andere geeignete Gartenabfallentsorgung beseitigt werden.
Eine aufwendige Bodensanierung ist dagegen nicht erforderlich. Der Buchsbaumblattfloh entwickelt sich an der Pflanze und ist kein typischer bodenbewohnender Wurzelschädling.
4. Neue Triebe weiter beobachten
Nach dem Rückschnitt können die bereits geschädigten Blätter nicht wieder ihre ursprüngliche Form annehmen.
Entscheidend ist deshalb das Wachstum neuer Triebe.
Achte darauf, ob diese wieder normal geformte Blätter bilden.
Wenn nach mehreren Wochen keine neuen auffälligen Blattrollen entstehen und die Pflanze gesund weiterwächst, besteht normalerweise kein weiterer Handlungsbedarf.
Was hilft gegen Buchsbaumblattflöhe außer Schneiden?
Nicht jede Maßnahme, die bei Blattläusen oder anderen saugenden Insekten funktioniert, ist für den Buchsbaumblattfloh gleichermaßen sinnvoll.
Vor allem die Wachsausscheidungen und die eng eingerollten Blätter erschweren den direkten Kontakt mit den Jungtieren.
Helfen Schmierseife oder Spülmittel?
Selbst gemischte Seifenlösungen werden gelegentlich empfohlen, um saugende Insekten zu bekämpfen.
Beim Buchsbaumblattfloh ist eine zuverlässige Wirkung jedoch nicht belegt.
Die Jungtiere halten sich geschützt zwischen den verformten Blättern auf. Eine oberflächliche Behandlung erreicht sie deshalb nicht immer.
Außerdem können ungeeignete Mischungen die empfindlichen jungen Buchsbaumblätter schädigen.
Spülmittel, konzentrierte Schmierseifenmischungen oder andere selbst hergestellte Spritzbrühen solltest du daher nicht als Standardlösung einsetzen.
Sind Neem- und Rapsölpräparate sinnvoll?
Bestimmte zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen saugende Insekten können unter geeigneten Bedingungen wirksam sein.
Entscheidend ist jedoch, ob das konkrete Mittel für den vorgesehenen Einsatz in Deutschland zugelassen ist.
Dazu gehören die richtige Pflanzenart beziehungsweise Kulturgruppe, der Schädling, der Anwendungsbereich und die Zulassung für nichtberufliche Anwender.
Ölhaltige Mittel wirken vor allem bei ausreichendem Kontakt mit empfindlichen Entwicklungsstadien. Werden diese von Wachsausscheidungen oder eingerollten Blättern geschützt, kann die Wirkung eingeschränkt sein.
Außerdem können falsche Anwendung, ungeeignete Temperaturen oder nicht eingehaltene Vorgaben Pflanzenschäden verursachen.
Eine Behandlung sollte deshalb nur bei tatsächlich behandlungswürdigem Befall und nach Prüfung der aktuellen Zulassung erwogen werden.
Die geltenden Informationen findest du in der Online-Datenbank zugelassener Pflanzenschutzmittel des BVL.
Warum Insektizide häufig unnötig sind
Der Buchsbaumblattfloh verursacht meistens keinen existenzbedrohenden Schaden.
Bei gesunden, etablierten Pflanzen bleibt die Beeinträchtigung häufig auf den Frühjahrsaustrieb begrenzt.
Viele Blattflöhe werden außerdem durch natürliche Gegenspieler erbeutet.
Breit wirkende Insektizide können diese Tiere ebenfalls beeinträchtigen.
Eine Behandlung ohne eindeutige Diagnose kann deshalb mehr Nachteile als Nutzen bringen.
Wann ist der Buchsbaumblattfloh aktiv?
Der Buchsbaumblattfloh bildet unter mitteleuropäischen Bedingungen normalerweise eine Generation pro Jahr.
Seine Entwicklung ist eng mit dem Frühjahrsaustrieb der Buchsbäume verbunden.
Frühjahr: Jungtiere saugen an frischen Blättern
Wenn die Buchsbäume austreiben, werden die Jungtiere aktiv.
Sie saugen an jungen Blättern und Triebspitzen.
Besonders zwischen April und Mai entstehen die typischen eingerollten Blätter und weißen Wachsausscheidungen.
Diese Phase ist entscheidend für das Erkennen und gegebenenfalls für einen gezielten Rückschnitt.
Frühsommer: Erwachsene Blattflöhe erscheinen
Nach ungefähr sechs Wochen entwickeln sich aus den Jungtieren die geflügelten Erwachsenen.
Je nach Witterung treten sie häufig ab Ende Mai oder Anfang Juni auf.
Im Gegensatz zu den Jungtieren sind sie sprungfähig und wesentlich beweglicher.
Neue starke Blattverformungen entstehen dann normalerweise nicht mehr im gleichen Umfang wie während des Frühjahrsaustriebs.
Die bereits vorhandenen Verformungen bleiben jedoch oft bestehen.
Spätsommer und Herbst: Vorbereitung auf die nächste Generation
Im weiteren Jahresverlauf legen die Weibchen ihre Eier an den äußeren Trieben beziehungsweise im Bereich der Knospenschuppen ab.
Die Fachliteratur beschreibt die Überwinterung unterschiedlich: Mehrere Pflanzenschutzdienste nennen überwinternde Eier, während das Pflanzenschutzamt Berlin auch bereits geschlüpfte, geschützte Jungtiere beschreibt.
Für die Gartenpraxis ist entscheidend, dass die nächste Generation am Buchsbaum selbst überdauert und im folgenden Frühjahr wieder an den jungen Trieben saugt.
Ein leichter Rückschnitt befallener beziehungsweise eibesetzter Triebspitzen kann daher auch für das nächste Jahr sinnvoll sein.
Späte, starke Rückschnitte solltest du allerdings vermeiden, wenn anschließend frostempfindlicher Neuaustrieb entstehen könnte.
Jahresübersicht
| Zeitraum | Entwicklung | Sinnvolle Maßnahme |
|---|---|---|
| März–April | Beginn des Austriebs und Aktivität der Jungtiere | Junge Triebe kontrollieren |
| April–Mai | Stärkste Blattverformungen und Wachsausscheidungen | Bei Bedarf befallene Spitzen entfernen |
| Mai–Juni | Entwicklung geflügelter Blattflöhe | Befall beurteilen |
| Sommer | Erwachsene Tiere, spätere Eiablage | Entwicklung beobachten |
| Herbst–Winter | Überdauerung an Trieben und Knospen | Rückblick auf Befallsstärke, Frühjahrskontrolle vorbereiten |
Die Monatsangaben sind keine festen Termine. Temperatur und Vegetationsbeginn beeinflussen die Entwicklung erheblich.
Einen ergänzenden Überblick über saisonale Schädlingsaktivitäten bietet der ➡️ Schädlingskalender für den Garten.
Kann der Buchsbaumblattfloh den Buchsbaum zerstören?
Normalerweise nicht.
Der Buchsbaumblattfloh ist überwiegend ein Schädling, der den Zierwert beeinträchtigt.
Seine Saugtätigkeit kann das Wachstum junger Triebe hemmen und zu auffälligen Blattverformungen führen.
Bei einem gesunden, ausgewachsenen Buchsbaum bleiben die Folgen häufig begrenzt.
Wann ist der Befall harmlos?
Ein geringer Befall ist meist unproblematisch, wenn:
- nur wenige Triebspitzen betroffen sind,
- der restliche Buchsbaum normal wächst,
- keine größeren Triebabschnitte absterben,
- die Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt ist,
- keine weiteren schweren Krankheiten auftreten.
Bei solchen Pflanzen lohnt es sich oft mehr, die Entwicklung zu beobachten, als sofort zu behandeln.
Wann kann der Befall problematisch werden?
Bei sehr starkem Befall können sich größere Mengen Honigtau und Rußtau bilden.
Das kann die Photosynthese beeinträchtigen.
Außerdem können viele Triebspitzen verformt werden, wodurch das Wachstum langsamer verläuft.
Junge Buchsbäume und bereits geschwächte Pflanzen reagieren möglicherweise empfindlicher.
Trotzdem ist ein Absterben ganzer Buchsbaumhecken allein durch den Buchsbaumblattfloh ungewöhnlich.
Wenn große Teile des Buchsbaums plötzlich braun werden, Blätter abfallen oder ganze Zweige absterben, solltest du unbedingt weitere Ursachen prüfen.
Besonders der Buchsbaumzünsler und pilzliche Trieberkrankungen besitzen ein deutlich höheres Schadpotenzial.
Das Merkblatt des Pflanzenschutzamts Berlin zu Krankheiten und Schädlingen an Buchsbaum zeigt die wichtigsten Schadbilder im direkten Vergleich.
Buchsbaumblattfloh vorbeugen: So bleibt dein Buchsbaum widerstandsfähig
Eine vollständige Verhinderung des Befalls ist im Garten nicht immer möglich.
Du kannst aber einiges tun, um die Pflanzen gesund zu halten und einen stärkeren Befall frühzeitig zu erkennen.
Kontrolliere den Austrieb im Frühjahr
Ab Beginn des Frühjahrsaustriebs solltest du die jungen Triebspitzen gelegentlich untersuchen.
Achte dabei besonders auf löffelförmig eingerollte Blätter und weiße Wachsfäden.
Bei bekanntem Vorjahresbefall lohnt sich eine etwas häufigere Kontrolle im April und Mai.
Fördere natürliche Gegenspieler
Zu den natürlichen Feinden von Blattflöhen gehören unter anderem:
- Florfliegen,
- Raubwanzen,
- Spinnen,
- verschiedene andere räuberische Insekten.
Ein vielfältiger Garten mit unterschiedlichen Pflanzen, geeigneten Rückzugsorten und einem zurückhaltenden Pflanzenschutzmitteleinsatz kann diese Tiere fördern.
Eine vollständige Bekämpfung allein durch Nützlinge ist jedoch nicht garantiert.
Vermeide unnötigen Pflanzenstress
Buchsbaum reagiert empfindlich auf ungünstige Standortbedingungen.
Besonders problematisch sind anhaltende Trockenheit, dauerhafte Staunässe und starke Bodenverdichtung.
Bei Kübelpflanzen solltest du deshalb regelmäßig prüfen, ob das Substrat ausreichend, aber nicht dauerhaft zu feucht ist.
Im Gartenboden lohnt sich bei längerer Trockenheit eine durchdringende Bewässerung statt häufiger kleiner Wassergaben.
Eine übermäßige Stickstoffdüngung solltest du vermeiden. Sie kann sehr weiches Wachstum fördern, das für verschiedene saugende Schädlinge attraktiv ist.
Gute Pflege schützt nicht zuverlässig vor dem Buchsbaumblattfloh, hilft aber dabei, dass der Buchsbaum begrenzte Schäden besser verkraftet.
So kontrollierst du den Erfolg
Fotografiere bei einem stärkeren Befall einige typische Triebspitzen.
Nach einem gezielten Rückschnitt beobachtest du, ob sich neuer, normal geformter Austrieb entwickelt.
Im folgenden Frühjahr vergleichst du, ob weniger junge Blätter betroffen sind.
Die alten Blattverformungen können bestehen bleiben. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Blattflöhe noch aktiv sind.
Häufige Fragen zum Buchsbaumblattfloh
Wie erkenne ich den Buchsbaumblattfloh?
Typisch sind löffelförmig nach oben eingerollte junge Buchsbaumblätter. Häufig sitzen an den Triebspitzen weiße Wachsfäden, unter denen sich kleine gelblich-grüne Jungtiere verstecken.
Was hilft am besten gegen den Buchsbaumblattfloh?
Bei leichtem Befall genügt meistens das Beobachten. Sind viele Triebspitzen betroffen, hilft ein gezielter, schonender Rückschnitt. Eine chemische Behandlung ist normalerweise nicht erforderlich.
Ist der Buchsbaumblattfloh gefährlich für den Buchsbaum?
Gewöhnlich nicht. Er verursacht hauptsächlich Blattverformungen und kann das Wachstum junger Triebe bremsen. Starke Schäden oder ein vollständiges Absterben sind allein durch diesen Schädling eher ungewöhnlich.
Wann sollte ich befallene Triebe abschneiden?
Besonders sinnvoll ist ein gezielter Rückschnitt im Frühjahr, wenn die Jungtiere an den jungen Triebspitzen saugen. Auch ein späterer leichter Formschnitt kann befallenes Pflanzenmaterial entfernen.
Was sind die weißen Flocken am Buchsbaum?
Beim Buchsbaumblattfloh handelt es sich um wachsartige Ausscheidungen der Jungtiere. Diese schützen die Tiere und befinden sich häufig zwischen den eingerollten jungen Blättern.
Warum kleben die Blätter meines Buchsbaums?
Die Blattflöhe scheiden beim Saugen zuckerhaltigen Honigtau aus. Auf diesem können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln. Allerdings verursachen auch andere saugende Insekten klebrige Blätter.
Ist der Buchsbaumblattfloh dasselbe wie die Buchsbaumgallmücke?
Nein. Der Buchsbaumblattfloh ist ein pflanzensaftsaugendes Insekt. Die Buchsbaumgallmücke gehört zu den Zweiflüglern und ihre Larven entwickeln sich im Inneren der Buchsbaumblätter. Die Schadbilder unterscheiden sich deutlich.
Kann ich den Buchsbaumblattfloh mit Neem bekämpfen?
Bestimmte zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen saugende Insekten können unter geeigneten Bedingungen wirksam sein. Entscheidend sind die konkrete Zulassung und der Entwicklungszustand des Schädlings. Bei gewöhnlichem Befall ist ein gezielter Rückschnitt meist ausreichend.
Wie lange bleiben die Blätter eingerollt?
Einmal stark verformte Blätter behalten ihre ungewöhnliche Form häufig dauerhaft. Ob der Befall zurückgeht, erkennst du deshalb vor allem an gesundem, neuem Austrieb.
Wie viele Generationen hat der Buchsbaumblattfloh pro Jahr?
Der Buchsbaumblattfloh bildet unter mitteleuropäischen Bedingungen normalerweise eine Generation jährlich. Die auffälligsten Schäden entstehen während des Frühjahrsaustriebs.
Überwintert der Buchsbaumblattfloh am Buchsbaum?
Ja. Die nächste Generation überdauert an Trieben und Knospen. Je nach Fachquelle wird die Überwinterung als Ei oder als bereits geschlüpftes, sehr junges Tier beschrieben. Im Frühjahr werden die Jungtiere mit dem Austrieb aktiv.
Muss ich meinen Buchsbaum wegen Blattflöhen ersetzen?
Nein. Ein Befall mit Buchsbaumblattflöhen ist normalerweise kein Grund, eine Pflanze zu entfernen. Erst wenn zusätzlich schwere Krankheiten, großflächiger Zünslerfraß oder andere erhebliche Schäden auftreten, sollte der Gesamtzustand genauer beurteilt werden.
Kann der Buchsbaumblattfloh Menschen oder Haustiere stechen?
Nein. Der Buchsbaumblattfloh ist auf das Saugen von Pflanzensäften spezialisiert. Er ist kein blutsaugender Floh und stellt für Menschen oder Haustiere keine entsprechende Gefahr dar.

