Schädlinge treten im Garten nicht alle gleichzeitig auf. Manche werden schon im Frühjahr aktiv, andere verursachen vor allem im Sommer Schäden. Einige sitzen an frischen Trieben, andere fressen nachts an Jungpflanzen oder leben versteckt im Boden. Welche Gartenschädlinge gerade auftreten können, hängt deshalb nicht nur von der Jahreszeit ab, sondern auch vom Wetter, der betroffenen Pflanze und ihrem Standort.
Mit dem interaktiven Schädlingskalender kannst du diese Möglichkeiten eingrenzen. Wähle den Monat, den Problemort oder ein auffälliges Schadbild. Anschließend erhältst du passende Hinweise und weiterführende Hilfen. Das ist besonders praktisch, wenn du noch nicht weißt, welcher Schädling für die Schäden verantwortlich sein könnte.
Der Schädlingskalender zeigt dir, welche Schädlinge zur aktuellen Jahreszeit und zu deiner Beobachtung passen. Er hilft bei der ersten Einordnung, ersetzt aber keine sichere Diagnose. Wenn du bereits auffällige Schäden an einer bestimmten Pflanze entdeckt hast, kannst du die mögliche Ursache anschließend gezielt überprüfen.

Inhalt
- Schädlinge-Kalender: Was ist jetzt im Garten gefährlich?
- So nutzt du den Schädlingskalender richtig
- Pflanzenschädlinge diagnostizieren: Wann reicht der Kalender?
- Warum Schädlinge je nach Jahreszeit unterschiedlich auftreten
- Typische Schädlinge im Jahresverlauf
- Frühling: Jungpflanzen besonders schützen
- Sommer: Schädlinge entwickeln sich häufig schneller
- Herbst: Boden, Wurzeln und versteckte Schäden prüfen
- Winter: Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen nicht vergessen
- Schädlinge besser über das Schadbild erkennen
Interaktiver GartenDiagnose Saison-Assistent Wähle Monat, Problemort oder Symptom. Der Kalender zeigt zuerst die wahrscheinlichsten Schädlinge und führt dann zu passenden GartenDiagnose-Seiten. Jede Karte zeigt den wichtigsten nächsten Schritt. Weitere passende Links stehen in den Details.Schädlinge-Kalender: Was ist jetzt im Garten gefährlich?
Dein Plan
So nutzt du den Schädlingskalender richtig
Der Schädlingskalender ist kein gewöhnliches Verzeichnis, das du vollständig durchlesen musst. Er soll dir helfen, die möglichen Ursachen für ein aktuelles Problem möglichst schnell einzugrenzen.
Dabei ist folgende Reihenfolge sinnvoll:
- Monat auswählen: Beginne mit dem aktuellen Monat, um Schädlinge zu finden, die zu dieser Jahreszeit auftreten können.
- Problemort eingrenzen: Wähle beispielsweise Gemüsebeet, Hochbeet, Rasen, Gewächshaus, Zimmerpflanzen, Obstbaum oder Terrasse.
- Schadbild berücksichtigen: Achte auf Fraßlöcher, klebrige Blätter, Gespinste, kleine Fliegen, welke Pflanzen oder auffällige Bodenveränderungen.
- Passende Karte öffnen: Prüfe die angezeigten Hinweise und nutze die weiterführende Hilfe für den nächsten Schritt.
Du musst nicht bereits wissen, welcher Schädling deine Pflanzen befallen hat. Gerade dafür ist die Auswahl nach Problemort und Schadbild gedacht.
Wichtig ist allerdings, dass du die Ergebnisse als mögliche Ursachen verstehst. Ein Loch im Blatt beweist beispielsweise noch keinen Schneckenbefall. Auch Raupen und verschiedene Käfer können ähnliche Schäden verursachen.
Je mehr deiner Beobachtungen zu einem Schädling passen, desto sinnvoller lässt sich der Verdacht eingrenzen.
Pflanzenschädlinge diagnostizieren: Wann reicht der Kalender?
Du hast Löcher in deinen Pflanzen entdeckt, die Blätter sind plötzlich klebrig oder eine Pflanze welkt ohne erkennbare Ursache? Dann ist nicht immer sofort klar, ob überhaupt ein Schädling verantwortlich ist.
Der Kalender und der Schädlings-Check erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben.
Wann du den Schädlingskalender verwenden solltest
Der Kalender ist besonders hilfreich, wenn du wissen möchtest, welche Gartenschädlinge gerade auftreten können und worauf du in den kommenden Wochen achten solltest.
Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn du im Frühjahr neue Jungpflanzen setzt, während einer längeren Trockenperiode vermehrt Blattschäden entdeckst oder dein Gewächshaus vorsorglich kontrollieren möchtest.
Du kannst dir außerdem einen Überblick verschaffen, bevor Schäden überhaupt sichtbar werden.
Wann eine gezielte Pflanzenschädlings-Diagnose sinnvoller ist
Wenn deine Pflanze bereits auffällige Symptome zeigt und du deren Ursache herausfinden möchtest, ist eine gezielte Diagnose der nächste Schritt.
Der GartenDiagnose-Schädlings-Check fragt nicht nur nach möglichen Schädlingen. Er berücksichtigt auch den Problemort, das auffälligste Schadbild, den Zeitpunkt und zusätzliche Spuren.
Dadurch lassen sich beispielsweise Schneckenfraß, Raupenschäden und Hinweise auf andere Ursachen besser voneinander abgrenzen.
Auch bei welken Pflanzen ist diese Unterscheidung wichtig. Neben Wurzelfraß können unter anderem Trockenheit, Staunässe und Wurzelerkrankungen verantwortlich sein.
➡️ Schädlings-Check: Pflanzenschädlinge nach Schadbild eingrenzen
Möchtest du dagegen verschiedene Schädlinge, ihre typischen Merkmale und die passenden Bekämpfungsmöglichkeiten nachlesen, findest du diese Informationen in der allgemeinen Übersicht.
➡️ Schädlinge im Garten erkennen und bekämpfen
So kannst du den Kalender zur zeitlichen Orientierung verwenden und anschließend direkt zur passenden Diagnose oder zum entsprechenden Ratgeber wechseln.
Warum Schädlinge je nach Jahreszeit unterschiedlich auftreten
Temperatur, Feuchtigkeit, Pflanzenwachstum und Standort beeinflussen die Entwicklung vieler Gartenschädlinge. Deshalb verändert sich auch im Jahresverlauf, worauf du besonders achten solltest.
Im Frühjahr sind junge Pflanzen und frische Triebe häufig empfindlich gegenüber Fraß- und Saugschäden. Bei geeigneten Temperaturen werden unter anderem Blattläuse aktiv, während Schnecken besonders bei feuchter Witterung erhebliche Schäden an Jungpflanzen verursachen können.
Im Sommer begünstigt warme Witterung die Entwicklung verschiedener Schädlinge. Trockene und warme Bedingungen können beispielsweise Spinnmilben fördern. Nach längeren Regenperioden können dagegen Schnecken wieder verstärkt auffallen.
Im Herbst werden häufig Schäden sichtbar, die sich bereits während der vorherigen Wochen entwickelt haben. Dazu gehören beispielsweise Fraßschäden an Wurzeln und auffällige Veränderungen im Rasen.
Während des Winters stehen vor allem Zimmerpflanzen und überwinterte Kübelpflanzen im Mittelpunkt. Trauermücken, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben können in Innenräumen weiterhin Probleme verursachen.
Deshalb solltest du dich nicht ausschließlich am Kalendermonat orientieren. Berücksichtige zusätzlich den tatsächlichen Standort, die Witterung und den Zustand der betroffenen Pflanze.
Beispiel: Entdeckst du im Juli helle Sprenkel auf Blättern, kann ein Blick auf die Blattunterseiten Hinweise auf Spinnmilben liefern. Nach mehreren feuchten Nächten sind dagegen neue Fraßschäden an jungen Salatpflanzen ein Anlass, gezielt nach Schnecken zu suchen.
Typische Schädlinge im Jahresverlauf
Die folgende Übersicht zeigt, welche Schädlinge und Gartenprobleme zu unterschiedlichen Jahreszeiten besonders beachtet werden sollten.
| Zeitraum | Mögliche Schädlinge und Probleme | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Februar bis März | Trauermücken, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben, besonders an Zimmerpflanzen | Feuchte Topferde, klebrige Blätter, watteartige Beläge und feine Gespinste |
| April bis Mai | Schnecken, Blattläuse, Raupen, Kohlmotte, Möhrenfliege, Zwiebelfliege und Wiesenschnakenlarven | Jungpflanzen, frische Triebe, Fraßlöcher und erste Schäden im Rasen |
| Juni bis Juli | Blattläuse, Weiße Fliegen, Spinnmilben, Raupen sowie Schnecken nach Regen; außerdem Mücken, Zecken und Wespen | Blattunterseiten, Gespinste, Fraßspuren, stehendes Wasser und Aktivitäten im Aufenthaltsbereich |
| August bis September | Weitere Schädlingsgenerationen, Möhrenfliege, verschiedene Bodenlarven und Obstschädlinge; mögliche Wühlmausschäden | Madige Früchte, Fraßgänge, welke Pflanzen und auffällige Veränderungen im Wurzelbereich |
| Oktober bis Januar | Trauermücken, Schildläuse, Wollläuse und Spinnmilben an überwinternden Pflanzen; weiterhin mögliche Wühlmausaktivität | Topferde, Kübelpflanzen, geschwächte Triebe, neue Erdhügel und Wurzelschäden |
Diese Zeiträume sind eine Orientierung und keine festen Flug- oder Befallstermine. In warmen Jahren können bestimmte Schädlinge früher auftreten. Bei kühler Witterung kann sich ihre Entwicklung verzögern.
Einige Arten sind außerdem deutlich länger aktiv, als es eine solche Übersicht vermuten lässt. Wühlmäuse beispielsweise können das ganze Jahr über Schäden verursachen. Trauermücken können sich in geeigneten Innenräumen ebenfalls unabhängig von der Jahreszeit entwickeln.
Frühling: Jungpflanzen besonders schützen
Im Frühjahr sind viele Gartenpflanzen noch klein und empfindlich. Besonders nach dem Auspflanzen können bereits wenige Tage mit starkem Fraß erhebliche Schäden verursachen.
Zu den wichtigsten möglichen Problemen gehören:
- Schnecken an jungen Salatpflanzen, Stauden und Gemüse.
- Blattläuse an frischen Trieben und Knospen.
- Raupen an Kohlpflanzen und anderen Wirtspflanzen.
- Möhrenfliegen und Zwiebelfliegen an gefährdeten Gemüsekulturen.
- Trauermücken bei der Pflanzenanzucht.
- Wiesenschnakenlarven an geschädigten Rasenflächen.
Kontrolliere neu gesetzte Jungpflanzen in den ersten Tagen besonders aufmerksam. Wenn über Nacht große Fraßstellen entstehen, solltest du zunächst nach Schnecken und ihren typischen Schleimspuren suchen.
➡️ Schnecken im Garten erkennen und richtig handeln
Entdeckst du dagegen klebrige junge Triebe, eingerollte Blätter oder kleine Tierkolonien, kommen Blattläuse und andere saugende Schädlinge infrage.
➡️ Blattläuse erkennen und bekämpfen
Bei Möhren und Zwiebeln ist vorbeugender Schutz besonders wichtig. Geeignete Kulturschutznetze müssen rechtzeitig angebracht werden, damit die erwachsenen Gemüsefliegen ihre Eier möglichst nicht an den Pflanzen ablegen können.
Sommer: Schädlinge entwickeln sich häufig schneller
Hohe Temperaturen können die Entwicklung verschiedener Schädlinge beschleunigen. Gleichzeitig werden Pflanzen durch Hitze, Trockenheit oder eine ungleichmäßige Wasserversorgung zusätzlich belastet.
Im Sommer solltest du unter anderem auf folgende Probleme achten:
- Blattläuse an Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten.
- Weiße Fliegen, besonders an geeigneten Pflanzen im Gewächshaus.
- Spinnmilben bei warmer und trockener Witterung.
- Raupenfraß an Gemüse und Zierpflanzen.
- Schnecken nach längeren Regenperioden.
- Mücken an geeigneten Wasserstellen.
- Zecken in dichter Vegetation und an geeigneten Aufenthaltsorten.
- Wespen in der Nähe von Nestern und Aufenthaltsbereichen.
Kontrolliere bei auffälligen Blattschäden insbesondere die Blattunterseiten. Dort halten sich viele saugende Schädlinge auf, bevor ein Befall von oben deutlich sichtbar wird.
Im Gewächshaus solltest du zusätzlich darauf achten, ob beim Berühren einer Pflanze kleine weiße Insekten auffliegen.
➡️ Weiße Fliegen im Gewächshaus erkennen und richtig handeln
Mücken, Zecken und Wespen unterscheiden sich von klassischen Pflanzenschädlingen. Bei ihnen stehen vor allem die Einordnung möglicher Risiken und geeignete Schutzmaßnahmen für Menschen im Vordergrund.
➡️ Wespen, Mücken und Zecken im Garten richtig einordnen
Kontrolliere außerdem regelmäßig geeignete Brutstätten für Stechmücken. Gerade kleinere Wasseransammlungen können bei passenden Temperaturen zur Entwicklung beitragen.
Herbst: Boden, Wurzeln und versteckte Schäden prüfen
Im Herbst fallen manchmal Schäden auf, deren Ursache zunächst nicht sichtbar ist. Pflanzen wachsen langsamer, im Rasen entstehen auffällige Stellen und an Gemüse werden bei der Ernte möglicherweise Fraßspuren sichtbar.
Achte besonders auf:
- Larven und andere Tiere im Boden.
- Engerlinge bei entsprechendem Schadbild.
- Wühlmausgänge und Fraß an Wurzeln.
- Madige Früchte und andere Schäden an Obst.
- Trauermücken an Kübelpflanzen, die ins Haus geholt werden.
- Schildläuse und Wollläuse an überwinternden Pflanzen.
Wenn eine Pflanze trotz ausreichender Bodenfeuchtigkeit welkt oder sich ungewöhnlich leicht aus der Erde ziehen lässt, solltest du auch den Wurzelbereich kontrollieren.
Dabei ist Vorsicht wichtig: Nicht jede Larve im Boden ist ein Schädling. Einige Arten sind für das Bodenleben nützlich oder ernähren sich überwiegend von abgestorbenem organischem Material.
➡️ Larven im Boden erkennen und richtig einordnen
Entdeckst du dagegen unterirdische Gänge und angefressene Wurzeln oder Knollen, können Wühlmäuse infrage kommen. Erdhügel allein reichen für eine sichere Unterscheidung vom Maulwurf jedoch nicht aus.
Winter: Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen nicht vergessen
Im Winter verschwinden Schädlinge nicht vollständig. In beheizten Innenräumen und geeigneten Winterquartieren können sich verschiedene Arten weiterhin entwickeln.
Besonders häufig fallen jetzt folgende Probleme auf:
- Trauermücken in feuchter Topferde.
- Schildläuse an Zitruspflanzen und überwinternden Kübelpflanzen.
- Wollläuse an Blattachseln und Trieben.
- Spinnmilben bei warmer, trockener Raumluft.
Kontrolliere neu ins Haus geholte Kübelpflanzen möglichst gründlich. Achte auf Blattunterseiten, Blattachseln und schwer zugängliche Triebabschnitte.
Steigen beim Gießen kleine schwarze Fliegen aus der Erde auf, kann das auf Trauermücken hinweisen. Dauerhaft feuchtes Substrat begünstigt häufig ihre Vermehrung. Ihre Larven ernähren sich überwiegend von organischem Material, können aber insbesondere bei Jungpflanzen und Stecklingen Schäden verursachen.
Reduziere die Wassergaben nicht pauschal, sondern passe sie an die jeweilige Pflanzenart und den tatsächlichen Feuchtigkeitszustand des Substrats an.
Wenn du die Ursache an einer Zimmerpflanze nicht eindeutig bestimmen kannst, hilft dir die passende Übersicht weiter.
➡️ Zimmerpflanzen-Schädlinge erkennen und unterscheiden
Schädlinge besser über das Schadbild erkennen
Du musst den Namen eines Schädlings nicht kennen, um ein Gartenproblem sinnvoll einzugrenzen. Häufig sind die sichtbaren Schäden und zusätzliche Spuren der bessere Ausgangspunkt.
Löcher in Blättern
Fraßlöcher können von Schnecken, Raupen, Käfern oder Blattwespen stammen.
Kontrolliere, ob Schleimspuren vorhanden sind, ob neue Schäden hauptsächlich über Nacht entstehen oder ob du Raupen und kleine Kotkrümel auf beziehungsweise unter den Blättern findest.
➡️ Raupen im Garten bestimmen und Fraßbilder unterscheiden
Klebrige Blätter
Klebrige Blätter können durch Honigtau entstehen. Dabei handelt es sich um zuckerhaltige Ausscheidungen verschiedener saugender Insekten.
Mögliche Verursacher sind beispielsweise Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen.
Prüfe Blattunterseiten, junge Triebe und Blattachseln. Die tatsächlich vorhandenen Tiere beziehungsweise ihre charakteristischen Merkmale sind für die weitere Bestimmung entscheidend.
Feine Gespinste und helle Sprenkel
Feine Gespinste zusammen mit zahlreichen hellen Punkten auf den Blättern können auf Spinnmilben hindeuten.
Kontrolliere insbesondere die Blattunterseiten. Bei einem frühen Befall sind Gespinste möglicherweise noch gar nicht sichtbar. Eine Lupe kann helfen, die winzigen Tiere zu entdecken.
➡️ Spinnmilben erkennen: Aussehen und typische Schadbilder
Kleine Fliegen aus der Erde
Steigen beim Gießen oder Bewegen eines Blumentopfs kleine dunkle Fliegen auf, kommen Trauermücken infrage.
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit und beobachte, ob die Tiere überwiegend an der Substratoberfläche auftreten.
Bei Jungpflanzen solltest du zusätzlich auf mögliche Schäden im Wurzelbereich achten.
Fraßgänge im Blatt
Helle, häufig geschlängelte Linien innerhalb des Blattgewebes können durch Minierfliegenlarven entstehen.
Solche Gänge unterscheiden sich deutlich von offenen Fraßlöchern, weil die Larven zwischen den äußeren Blattschichten fressen.
Die genaue Bestimmung hängt von der betroffenen Pflanzenart und dem Verlauf der Fraßgänge ab.
Larven im Boden
Wenn du beim Umgraben oder Umtopfen Larven entdeckst, solltest du diese nicht automatisch als Schädlinge einstufen.
Prüfe zunächst, ob die betroffenen Pflanzen überhaupt typische Wurzelschäden zeigen. Berücksichtige außerdem Fundort, Körperform und Größe der Larven.
Insbesondere bei Rasenproblemen ist eine genauere Untersuchung sinnvoll.
➡️ Rasen-Schädlinge erkennen und typische Spuren unterscheiden
Wann du sofort handeln solltest
Nicht jeder Schädling erfordert eine sofortige Bekämpfung. Einzelne Blattläuse an einer kräftigen Pflanze oder wenige Fraßstellen können zunächst beobachtet werden.
Eine zeitnahe Überprüfung ist jedoch sinnvoll, wenn:
- Jungpflanzen innerhalb kurzer Zeit stark abgefressen werden.
- Pflanzen plötzlich welken oder umkippen.
- Sich die Grasnarbe stellenweise ungewöhnlich leicht abheben lässt.
- Zahlreiche kleine Fliegen aus dem Substrat von Jungpflanzen aufsteigen.
- Junge Triebe stark verkleben oder sich deutlich verformen.
- Kohlpflanzen frischen, umfangreichen Raupenfraß zeigen.
- Obst zunehmend madig wird oder vorzeitig abfällt.
- Ein Wespennest unmittelbar an einem regelmäßig genutzten Eingang liegt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dringender Ursachenklärung und sofortiger Bekämpfung.
Bei einem unklaren Schadbild solltest du nicht wahllos verschiedene Mittel einsetzen. Bestimme zuerst die wahrscheinliche Ursache und beurteile anschließend die Stärke des Problems.
Was viele bei Gartenschädlingen falsch machen
Bei Gartenschädlingen ist nicht immer mangelndes Eingreifen das Problem. Häufig entstehen zusätzliche Schwierigkeiten dadurch, dass zu früh eine unpassende Maßnahme gewählt wird.
Typische Fehler sind:
- Schädlinge bekämpfen, bevor sie ausreichend sicher bestimmt wurden.
- Unterschiedliche Fraßschäden gleich behandeln.
- Nützliche Insekten und ihre Larven mit Schädlingen verwechseln.
- Bei klebrigen Blättern ausschließlich den Belag entfernen.
- Bei Trauermücken nur Gelbtafeln aufstellen, ohne die Substratfeuchtigkeit zu kontrollieren.
- Bei Schnecken erst reagieren, nachdem Jungpflanzen bereits stark geschädigt wurden.
- Wühlmaus und Maulwurf ausschließlich anhand einzelner Erdhügel beurteilen.
- Gefundene Bodenlarven unabhängig von ihrer Art und tatsächlichen Schadwirkung bekämpfen.
Achte deshalb möglichst auf mehrere zusammenpassende Merkmale. Kontrolliere bei Bedarf auch die Blattunterseiten, den Wurzelbereich oder die Pflanzen während der Abendstunden.
Wenn die Beobachtungen nicht eindeutig sind, solltest du zunächst weitere Hinweise sammeln, statt mehrere Maßnahmen gleichzeitig auszuprobieren.
Vorbeugung: Der beste Zeitpunkt liegt häufig vor dem Befall
Viele Schädlingsprobleme lassen sich nicht vollständig verhindern. Mit rechtzeitiger Kontrolle und geeigneten vorbeugenden Maßnahmen kannst du jedoch das Risiko größerer Schäden verringern.
Sinnvoll sind insbesondere:
- Jungpflanzen nach dem Auspflanzen regelmäßig kontrollieren.
- Gefährdete Gemüsekulturen rechtzeitig mit geeigneten Kulturschutznetzen schützen.
- Blattunterseiten und neue Triebe auf erste Befallsanzeichen überprüfen.
- Geeignete Brutstätten für Stechmücken vermeiden.
- Topferde entsprechend dem tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanzen feucht halten.
- Auf ausreichende Luftzirkulation und passende Pflanzabstände achten.
- Pflanzen vor vermeidbarem Trocken- und Hitzestress schützen.
- Nützlinge und geeignete Lebensräume im Garten fördern.
- Bei auffälligen Rasenschäden auch den Wurzelbereich kontrollieren.
Vorbeugung bedeutet allerdings nicht, möglichst alle Insekten aus dem Garten zu entfernen.
Viele Tiere erfüllen wichtige Aufgaben und tragen beispielsweise zur natürlichen Regulierung von Schädlingen bei. Auch ein vorhandener Schädlingsbefall führt nicht automatisch zu erheblichen Pflanzenschäden.
Entscheidend ist, die betroffenen Pflanzen zu beobachten, den möglichen Verursacher ausreichend sicher einzugrenzen und nur dann einzugreifen, wenn es tatsächlich sinnvoll ist.
Häufige Fragen zum Schädlingskalender
Was ist ein Schädlingskalender?
Ein Schädlingskalender zeigt, welche Schädlinge im Garten zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten können. Er hilft dir, geeignete Kontrollzeitpunkte zu finden und mögliche Ursachen anhand von Monat, Problemort und Schadbild einzugrenzen.
Welche Schädlinge treten im Frühjahr häufig auf?
Im Frühjahr solltest du besonders auf Schnecken, Blattläuse, Raupen, Gemüsefliegen und mögliche Schäden durch Wiesenschnakenlarven achten. Welche Arten tatsächlich auftreten, hängt unter anderem vom Wetter und den vorhandenen Pflanzen ab.
Welche Schädlinge sind im Sommer besonders aktiv?
Zu den möglichen Sommerproblemen gehören Blattläuse, Weiße Fliegen, Spinnmilben, Raupen und Schnecken nach Regen. Je nach Gartenbereich können außerdem Mücken, Zecken und Wespen relevant sein.
Kann ich mit dem Schädlingskalender Pflanzenschädlinge diagnostizieren?
Der Kalender hilft dir bei der ersten Eingrenzung anhand von Jahreszeit, Problemort und Schadbild. Für eine gezieltere Diagnose einer bereits geschädigten Pflanze ist der Schädlings-Check vorgesehen.
Warum sind kleine Fliegen in der Erde ein Problem?
Kleine dunkle Fliegen aus feuchter Topferde können Trauermücken sein. Die erwachsenen Tiere sind vor allem lästig. Ihre Larven können bei bestimmten Pflanzen, insbesondere bei empfindlichen Jungpflanzen und Stecklingen, Schäden verursachen.
Was hilft gegen Schädlinge im Garten am besten?
Das hängt vom jeweiligen Schädling, der betroffenen Pflanze und der Befallsstärke ab. Eine möglichst sichere Bestimmung ist der wichtigste erste Schritt. Anschließend kannst du gezielt entscheiden, ob Beobachten, Vorbeugen oder eine konkrete Bekämpfungsmaßnahme sinnvoll ist.
Muss man jeden Schädling sofort bekämpfen?
Nein. Ein geringer Befall kann bei kräftigen Pflanzen häufig zunächst beobachtet werden. Starke Schäden an Jungpflanzen, zunehmender Wurzelfraß oder ein sich schnell ausbreitender Befall sollten dagegen zeitnah überprüft werden.
Warum zeigt der Kalender Problemorte und Schadbilder?
Weil der Monat allein keine sichere Bestimmung erlaubt. Die Kombination aus Jahreszeit, betroffenem Gartenbereich und sichtbaren Schäden hilft dabei, die infrage kommenden Schädlinge sinnvoll einzugrenzen und die passende weiterführende Hilfe zu finden.

