Pflaumenwickler erkennen und bekämpfen: Raupen in Pflaumen richtig einordnen

Eine Pflaume wird vorzeitig weich oder blau, fällt zu früh vom Baum und zeigt ein kleines Bohrloch mit einem durchsichtigen Gummitropfen: Dann spricht viel für den Pflaumenwickler. Seine Raupe frisst geschützt im Inneren der Frucht bis zum Stein und hinterlässt dort dunkle Kotkrümel. Besonders tückisch ist, dass der frühe Befall im Juni leicht mit dem natürlichen Fruchtfall oder der Pflaumensägewespe verwechselt wird. Später im Sommer ist die Zuordnung meist einfacher. Für die Bekämpfung ist der Zeitpunkt entscheidend: Sitzt die Raupe bereits tief in der Pflaume, lässt sich genau diese Frucht nicht mehr retten. Dann geht es vor allem darum, befallene Früchte rechtzeitig zu entfernen und die nächste Schädlingsgeneration zu bremsen.

Typisch für den Pflaumenwickler sind vorzeitig reifende oder abfallende Pflaumen, ein kleines Einbohrloch mit Gummitropfen und eine weißliche bis später rötliche Raupe mit dunklem Kopf im Fruchtinneren. Entferne befallene Früchte möglichst früh vom Baum und vom Boden. Pheromonfallen helfen vor allem dabei, den Falterflug zu überwachen; als alleinige Bekämpfung reichen sie meist nicht aus.

Befallene Pflaumen am Baum mit Bohrloch, Gummitropfen und sichtbarer Pflaumenwickler-Raupe im Fruchtinneren.
Pflaumenwickler erkennen und bekämpfen: Raupen in Pflaumen richtig einordnen
Inhalt
  1. Pflaumenwickler sicher erkennen
  2. Die Pflaumenwickler-Raupe: So sieht sie aus
  3. Wann der Pflaumenwickler auftritt
  4. Pflaumenwickler oder Pflaumensägewespe?
  5. Befallene Pflaumen: Was du jetzt sofort tun solltest
  6. Pheromonfallen: hilfreich, aber keine zuverlässige Alleinbekämpfung
  7. Wellpappe-Fanggürtel gegen überwinternde Raupen
  8. Schlupfwespen gegen den Pflaumenwickler
  9. Warum irgendein Raupenmittel nicht automatisch gegen Pflaumenwickler hilft
  10. Warum die erste Generation nicht ignoriert werden sollte

Pflaumenwickler sicher erkennen

Der Pflaumenwickler (Grapholita funebrana, auch unter dem älteren Namen Cydia funebrana zu finden) ist ein kleiner, unauffälliger Wicklerfalter. Im Garten fällt normalerweise nicht der Falter auf, sondern der Schaden seiner Raupen.

Achte bei Pflaumen und Zwetschgen auf folgende Kombination:

  • einzelne Früchte färben sich ungewöhnlich früh,
  • Früchte werden vorzeitig weich oder fallen ab,
  • an der Fruchtschale sitzt ein kleines Bohrloch,
  • aus diesem Loch kann ein klarer bis leicht bernsteinfarbener Gummitropfen austreten,
  • im Inneren verläuft ein Fraßgang in Richtung Stein,
  • rund um den Stein liegen dunkle Kotkrümel,
  • häufig befindet sich dort eine kleine rötliche Raupe mit dunkler Kopfkapsel.

Der Gummitropfen allein beweist den Befall nicht. Zusammen mit Fraßgang, Kot und Raupe entsteht jedoch ein sehr charakteristisches Schadbild.

Umgangssprachlich wird häufig von der „Pflaumenmade“ gesprochen. Biologisch handelt es sich aber nicht um eine Fliegenmade, sondern um die Raupe eines Schmetterlings.

➡️ Raupen im Garten anhand ihrer Fraßspuren einordnen


Die Pflaumenwickler-Raupe: So sieht sie aus

Werbung*Werbung von Hecht-Garten

Junge Raupen sind zunächst eher hell. Mit zunehmender Entwicklung werden sie rosa bis deutlich rötlich. Auffällig bleibt die dunklere Kopfkapsel.

Meist entdeckt man sie erst beim Aufschneiden einer verdächtigen Frucht.

Typisch ist ihr Aufenthaltsort: Die Raupe frisst sich durch das Fruchtfleisch in Richtung Stein und hält sich später häufig unmittelbar um den Stein herum auf. Dort findet sich neben angefressenem Fruchtfleisch dunkler Kot.

Eine rötliche Raupe in einer notreifen Zwetschge zusammen mit Kot und einem Einbohrloch passt deshalb sehr gut zum Pflaumenwickler.

Weiße oder gelbliche Larven in sehr jungen Früchten kurz nach der Blüte verlangen dagegen eine genauere Abgrenzung zur Pflaumensägewespe.

Rötliche Pflaumenwickler-Raupe mit dunkler Kopfkapsel neben dem Stein einer aufgeschnittenen Pflaume mit Fraßspuren und Kotkrümeln.
Pflaumenwickler-Raupe in Pflaume erkennen

Wann der Pflaumenwickler auftritt

Werbung*Werbung von ANTHBOT

Der Pflaumenwickler bildet in Deutschland typischerweise zwei Generationen. Der tatsächliche Verlauf verschiebt sich jedoch mit Region und Witterung.

Erste Generation im Frühjahr und Frühsommer

Die ersten Falter erscheinen etwa ab Mai. Die Weibchen legen Eier an jungen Früchten ab.

Nach dem Schlupf bohren sich die Raupen schnell ein. Befallene Früchte können sich bereits im Juni vorzeitig bläulich verfärben und abfallen.

Dieser Schaden wird häufig übersehen, weil er zeitlich mit dem normalen Junifruchtfall zusammenfällt.

Bei starkem Fruchtansatz kann der Verlust der ersten Generation vergleichsweise gering auffallen. Bei schwachem Behang kann auch der frühe Befall relevant werden.

Zweite Generation verursacht oft den größeren Ernteschaden

Aus den Raupen der ersten Generation entstehen neue Falter. Deren Nachkommen befallen die weiter entwickelten Früchte im Hoch- und Spätsommer.

Ab Ende Juli und im August fallen dann plötzlich Pflaumen auf, die zu früh weich beziehungsweise reif wirken. Beim Aufschneiden sitzt die Raupe häufig bereits am Stein.

Vor allem mittelspäte und späte Sorten können davon stark betroffen sein.

Warme Jahre können den Kalender verschieben

Verlasse dich deshalb nicht ausschließlich auf Monatsangaben. In warmen Regionen und Jahren kann sich die Entwicklung verlängern. 2026 wurde beispielsweise in Brandenburg erneut eine partielle dritte Generation beobachtet.

Für den Hausgarten bedeutet das: Früchte und Fallen beobachten ist zuverlässiger als ein starrer Terminplan.

➡️ Schädlinge nach Jahreszeit im Garten einordnen


Pflaumenwickler oder Pflaumensägewespe?

Diese Verwechslung ist besonders wichtig, weil beide Schädlinge junge Pflaumen zum Abfallen bringen können.

MerkmalPflaumenwicklerPflaumensägewespe
typischer früher Schadeneher ab Junibereits kurz nach der Blüte
Larvespäter rosa bis rötlich, dunkler Kopfeher weißlich bis bräunlich
FruchtinneresFraß besonders um den Stein, dunkler Kotjunge Frucht stark ausgehöhlt, feuchter dunkler Kot
Bohrlöcherhäufig kleines Einbohrloch, teils Gummitropfenoft ein oder mehrere Löcher an jungen Früchten
Geruchkein typisches HauptmerkmalLarve bzw. befallene Frucht kann auffällig unangenehm riechen
spätsommerlicher Befalltypisch durch zweite Generationnein

Die Pflaumensägewespe beginnt bereits zur Blütezeit mit ihrer Entwicklung. Der erste Pflaumenwicklerbefall folgt später. Gerade im Frühsommer ist der Zeitpunkt des Schadens deshalb ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Wenn du lediglich eine unbekannte Larve oder beschädigte Früchte siehst und die Zuordnung unsicher bleibt, lohnt sich zuerst die allgemeine Bestimmung.

➡️ Unbekannten Gartenschädling mit dem Schädlings-Check eingrenzen

Vergleich von Pflaumenwickler und Pflaumensägewespe mit typischen Larven und Fraßschäden in befallenen Pflaumen.
Pflaumenwickler oder Pflaumensägewespe? Unterschiede richtig erkennen

Befallene Pflaumen: Was du jetzt sofort tun solltest

Ist die Raupe bereits in der Frucht, lässt sich diese Pflaume durch eine Behandlung nicht wieder gesund machen.

Das wichtigste Ziel lautet jetzt: Die Raupe soll ihre Entwicklung möglichst nicht beenden und später eine weitere Generation hervorbringen.

1. Verdächtige Früchte am Baum entfernen

Pflücke vorzeitig verfärbte, auffällig weiche oder eindeutig befallene Früchte aus.

Kontrolliere dabei besonders Früchte mit:

  • Gummitropfen,
  • kleinen dunklen Einbohrstellen,
  • ungewöhnlich früher Reife,
  • beginnender Fäulnis.

2. Fallobst regelmäßig aufsammeln

Das ist besonders bei der ersten Generation wichtig.

Bleibt eine befallene Frucht lange unter dem Baum liegen, kann die ausgewachsene Raupe sie verlassen und sich am Stammgrund beziehungsweise in geschützten Bereichen weiterentwickeln.

Das konsequente Entfernen befallener Früchte gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen im Hausgarten.

3. Befallene Früchte nicht einfach unter dem Baum kompostieren

Entferne sie so, dass noch lebende Raupen nicht einfach zurück zum Baum gelangen können.

Bereits stark faulende Früchte gehören ebenfalls weg. Durch die Fraßverletzungen können zusätzlich Fruchtfäulen leichter eindringen.

4. Gesunde Früchte weiter beobachten

Ein befallener Baum bedeutet nicht, dass jede Frucht eine Raupe enthält.

Kontrolliere den Bestand weiter und entferne neue Befallsfrüchte möglichst früh.


Pheromonfallen: hilfreich, aber keine zuverlässige Alleinbekämpfung

Pflaumenwickler-Pheromonfallen enthalten den Sexuallockstoff des Weibchens. Dadurch werden männliche Falter angelockt und auf einer Klebefläche gefangen.

Der größte Nutzen liegt in der Überwachung des Flugverlaufs.

Die Falle beantwortet insbesondere:

  • Fliegen bereits Pflaumenwickler?
  • Wann nimmt der Falterflug zu?
  • Ist nach der ersten Generation erneut Aktivität vorhanden?

Für diese Kontrolle sollte die Falle bereits vor beziehungsweise zu Beginn des erwarteten Falterfluges hängen.

Der häufige Denkfehler lautet: „Wenn viele Falter in der Falle kleben, sind die übrigen weg.“

Das funktioniert bei einem einzelnen Hausgarten normalerweise nicht zuverlässig. Es werden nur Männchen angelockt, und bereits begattete Weibchen können weiterhin Eier ablegen. Offizielle Pflanzenschutzdienste bewerten Pheromonfallen deshalb in erster Linie als Überwachungsinstrument und nicht als ausreichende direkte Bekämpfung.


Wellpappe-Fanggürtel gegen überwinternde Raupen

Nach der Fruchtphase suchen ausgewachsene Raupen geschützte Stellen zur Verpuppung beziehungsweise Überwinterung.

Dafür kommen unter anderem Ritzen und lockere Borkenbereiche am Stamm infrage.

Dieses Verhalten lässt sich mit einem Wellpappe-Fanggürtel nutzen.

So funktioniert die Methode

Gegen Ende des Sommers wird ein Streifen Wellpappe um den Stamm gelegt. Die Hohlräume bieten wandernden Raupen einen geschützten Platz zum Einspinnen.

Der Gürtel darf anschließend nicht einfach den ganzen Winter hängen bleiben. Er muss mitsamt den darin befindlichen Raupen beziehungsweise Kokons entfernt werden.

Der Hamburger Pflanzenschutzdienst empfiehlt das Anbringen gegen Ende August und die Entfernung Anfang Oktober. Der optimale Zeitpunkt kann regional und jahresabhängig etwas abweichen.

Bei älteren Bäumen lohnt sich zusätzlich die Kontrolle grober Borkenrisse am Stammgrund. Gesundes Rindengewebe sollte dabei nicht verletzt oder aggressiv abgeschabt werden.


Schlupfwespen gegen den Pflaumenwickler

Als biologische Möglichkeit werden Trichogramma-Schlupfwespen eingesetzt.

Diese winzigen Nützlinge greifen nicht die Raupe in der Pflaume an. Sie parasitieren die Eier des Pflaumenwicklers und müssen deshalb zum richtigen Zeitpunkt während der Eiablage vorhanden sein.

Daraus ergeben sich zwei wichtige Konsequenzen:

  1. Hat sich die Raupe bereits in die Frucht gebohrt, kommt diese Maßnahme für sie zu spät.
  2. Die Ausbringung muss auf den Falterflug beziehungsweise die Eiablage abgestimmt werden und kann Wiederholungen erfordern.

Die Bewertung des Verfahrens fällt in Fachinformationen nicht völlig einheitlich aus: Die Landwirtschaftskammer NRW nennt Trichogramma als Möglichkeit zur direkten biologischen Bekämpfung, während die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft den Praxiseinsatz zurückhaltender bewertet.

Für einzelne Gartenbäume ist es deshalb sinnvoll, Schlupfwespen als ergänzende Maßnahme zu betrachten und das konsequente Entfernen befallener Früchte nicht zu vernachlässigen.


Warum irgendein Raupenmittel nicht automatisch gegen Pflaumenwickler hilft

Der Pflaumenwickler unterscheidet sich von einer frei auf Blättern fressenden Raupe.

Nach dem Schlupf bohrt sich die junge Raupe relativ schnell in die Frucht. Dort ist sie mechanisch geschützt.

Ein Mittel, das nur auf einer Blattoberfläche wirkt und von einer frei fressenden Raupe aufgenommen werden müsste, ist deshalb nicht automatisch eine sinnvolle Lösung gegen Pflaumenwickler.

Hinzu kommt die rechtliche Seite: Ein Pflanzenschutzmittel darf im Haus- und Kleingarten nur verwendet werden, wenn die jeweilige Anwendung dafür zugelassen ist. Kultur, Schadorganismus und Anwendungsbereich müssen zur Zulassung passen.

Für den Pflaumenwickler meldeten Pflanzenschutzdienste auch 2026, dass im Haus- und Kleingarten kein geeignetes Insektizid zur Verfügung stand; eine zeitweise Notfallzulassung im Erwerbsanbau war ausdrücklich nicht für Haus- und Kleingärten bestimmt.

Der Schwerpunkt im privaten Garten liegt deshalb sinnvollerweise auf:

  • frühem Erkennen,
  • Entfernen befallener Früchte,
  • Flugüberwachung,
  • Unterbrechen der Überwinterung,
  • gegebenenfalls passend eingesetzten Nützlingen.

Warum die erste Generation nicht ignoriert werden sollte

Der frühe Fruchtfall wird häufig als harmlos angesehen, weil Pflaumenbäume im Juni ohnehin einen Teil ihres Fruchtansatzes abwerfen.

Genau darin liegt das Problem.

Befallene Früchte können zwischen gesunden abgestoßenen Früchten liegen und unbemerkt unter dem Baum bleiben. Die Raupen verlassen sie anschließend und entwickeln sich weiter.

Je weniger Raupen der ersten Generation erfolgreich die nächste Entwicklungsstufe erreichen, desto geringer kann der Ausgangsdruck für die zweite Generation ausfallen.

Deshalb lohnt sich im Juni ein kurzer Kontrollgang:

  • abgefallene Pflaumen aufschneiden,
  • auf Raupen und Kot achten,
  • auffällige Früchte vom Boden entfernen.

Besonders wichtig wird dies, wenn im Vorjahr viele Früchte madig waren.


Was tun, wenn im August fast jede Pflaume befallen ist?

Bei einem starken Spätbefall kannst du die bereits befallenen Früchte nicht mehr retten.

Jetzt sind zwei Ziele sinnvoll:

Die aktuelle Ernte sortieren
Befallene, faulende und notreife Früchte konsequent aussortieren.

Den Befallsdruck für das Folgejahr senken
Früchte entfernen, später nach überwinternden Raupen suchen und im nächsten Frühjahr den Falterflug von Anfang an beobachten.

Ein einmalig aufgehängter Pheromonköder kurz vor der Ernte kommt dagegen zu spät. Zu diesem Zeitpunkt sitzen viele Raupen bereits in den Früchten.

Gerade nach einem starken Befallsjahr sollte der Maßnahmenplan deshalb vor dem nächsten Falterflug beginnen.


Pflaumenwickler über das Jahr bremsen

Ein sinnvoller Ablauf im Hausgarten sieht so aus:

ZeitraumSinnvolle Kontrolle oder Maßnahme
Frühjahr vor FalterflugPheromonfalle vorbereiten, Vorjahresbefall berücksichtigen
Mai bis JuniFalterflug beobachten, junge Früchte kontrollieren
Junibefallene und abgefallene Früchte konsequent entfernen
Juli und Augustzweite Flugphase und Einbohrstellen besonders aufmerksam beobachten
Erntezeitnotreife, weiche und befallene Früchte laufend aussortieren
SpätsommerFanggürtel am Stamm als ergänzende Maßnahme einsetzen
HerbstFanggürtel rechtzeitig entfernen
Wintergrobe Rindenbereiche und Stammgrund kontrollieren

Nicht jeder Punkt ist in jedem Garten gleich wichtig. Wer aber mehrere Jahre starken Befall hatte, erreicht mit einer Kette aus Maßnahmen meist mehr als mit einer einzelnen Falle.


Häufige Fragen zum Pflaumenwickler

Wie sieht die Raupe des Pflaumenwicklers aus?
Junge Raupen sind zunächst eher hell und färben sich später rosa bis rötlich. Die Kopfkapsel ist deutlich dunkler. Meist findet man die Raupe im Fruchtfleisch rund um den Stein.

Ist die Pflaumenmade wirklich eine Made?
Nein. Umgangssprachlich wird sie häufig so bezeichnet, biologisch handelt es sich jedoch um die Raupe eines kleinen Wicklerfalters.

Woran erkenne ich Pflaumenwickler in einer Pflaume?
Typisch sind vorzeitige Reife, ein kleines Bohrloch mit einem klaren Gummitropfen sowie ein mit dunklen Kotkrümeln verschmutzter Fraßbereich um den Stein.

Warum fallen befallene Pflaumen schon im Juni ab?
Die Raupen der ersten Generation befallen junge Früchte. Diese verfärben sich häufig vorzeitig und werden abgestoßen. Der Befall kann leicht mit dem normalen Junifruchtfall verwechselt werden.

Wann richtet der Pflaumenwickler den größten Schaden an?
Häufig verursacht die zweite Generation im Juli und August beziehungsweise bis in die spätere Reifezeit den größeren Ernteschaden, besonders bei mittelspäten und späten Sorten.

Wie unterscheide ich Pflaumenwickler und Pflaumensägewespe?
Die Pflaumensägewespe schädigt sehr junge Früchte bereits kurz nach der Blüte. Ihre Larven sind eher weißlich bis bräunlich. Pflaumenwicklerlarven werden später rötlich und der Befall reicht bis in den Spätsommer.

Kann ich eine Pflaume mit Pflaumenwickler noch retten?
Die befallene Frucht selbst lässt sich nicht mehr reparieren. Entferne sie möglichst früh, damit die Raupe ihre Entwicklung nicht ungestört fortsetzt.

Helfen Pheromonfallen gegen Pflaumenwickler?
Sie sind sehr nützlich zur Überwachung des Falterfluges. Als alleinige Bekämpfungsmaßnahme reduzieren sie den Befall in einem normalen Hausgarten jedoch meist nicht ausreichend.

Wann sollte eine Pflaumenwicklerfalle aufgehängt werden?
Sie sollte vor beziehungsweise zu Beginn des ersten Falterfluges hängen, häufig ab Ende April oder im Mai. Region, Witterung und Jahr beeinflussen den genauen Zeitpunkt.

Hilft ein Wellpappegürtel am Stamm?
Er kann wandernden Raupen einen künstlichen Unterschlupf zum Einspinnen bieten. Wichtig ist, den Gürtel anschließend rechtzeitig zu entfernen, damit die darin sitzenden Raupen nicht am Baum überwintern.

Was mache ich mit befallenen Pflaumen am Boden?
Sammle sie möglichst früh auf und entferne sie so aus dem Obstbestand, dass enthaltene Raupen ihre Entwicklung nicht einfach am Baum fortsetzen können.

Können Schlupfwespen gegen Pflaumenwickler helfen?
Trichogramma-Schlupfwespen können Eier des Pflaumenwicklers parasitieren. Ihr Einsatz muss jedoch gut auf die Eiablage abgestimmt sein und ist eher als ergänzende Maßnahme zu sehen.

Warum hilft Spritzen nicht mehr, wenn die Raupe bereits in der Pflaume sitzt?
Die Raupe befindet sich geschützt im Fruchtinneren. Maßnahmen müssen deshalb besonders auf das Ei- und sehr junge Larvenstadium zielen, bevor sie tief in die Frucht eingedrungen ist.

Befällt der Pflaumenwickler nur Pflaumen?
Seine wichtigsten Wirtspflanzen sind Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und verwandtes Steinobst. Auch andere Prunus-Arten wie Aprikose oder Pfirsich können befallen werden.

Was ist die wichtigste Maßnahme gegen Pflaumenwickler im Hausgarten?
Befallene Früchte früh erkennen und konsequent vom Baum sowie vom Boden entfernen. Zusammen mit einer rechtzeitigen Flugüberwachung und Maßnahmen gegen überwinternde Raupen lässt sich der Lebenszyklus am wirksamsten unterbrechen.