Bewässerungsanlage winterfest machen: richtig entleeren und Frostschäden verhindern

Eine fest installierte Bewässerungsanlage verschwindet im Herbst schnell aus dem Blick. Genau darin liegt das Problem: In Leitungen, Ventilen, Regnern, Filtern und Pumpen kann Wasser zurückbleiben, obwohl aus den Sprinklern längst nichts mehr läuft. Gefriert dieses Restwasser, können Kunststoffgehäuse reißen, Verbindungen undicht werden oder Ventile im Frühjahr nicht mehr richtig arbeiten.

Kurzantwort: Vor dem ersten stärkeren Frost solltest du deshalb die Wasserzufuhr schließen und alle frostgefährdeten Teile der Bewässerungsanlage entleeren. Je nach Aufbau geschieht das über manuelle Ablassventile, automatische Entwässerungsventile oder durch fachgerechtes Ausblasen mit Druckluft. Pumpen, Filter, Druckminderer, Bewässerungscomputer und oberirdische Anschlüsse brauchen zusätzlich eine eigene Kontrolle.

Einfach nur den Wasserhahn zuzudrehen reicht bei einer unterirdischen Anlage nicht. Ebenso wenig muss jede Bewässerung zwangsläufig mit einem Kompressor ausgeblasen werden. Entscheidend ist, wie dein System konstruiert wurde und an welchen Stellen sich Wasser sammeln kann. Hersteller wie Hunter und Rain Bird unterscheiden ausdrücklich zwischen manueller Entleerung, automatischer Entleerung und Druckluftverfahren.

Bewässerungsanlage mit unterirdischen Leitungen, Ventilen, Filter und Pumpe wird vor dem Winter entleert und ausgeblasen, um Frostschäden durch Restwasser zu verhindern.
Bewässerungsanlage winterfest machen: entleeren und Frostschäden verhindern
Inhalt
  1. Welche Teile einer Bewässerungsanlage vor Frost geschützt werden müssen
  2. Bewässerungsanlage Schritt für Schritt entleeren
  3. Bewässerungsanlage mit Druckluft ausblasen
  4. Tropfbewässerung, Filter und Druckminderer nicht vergessen
  5. Pumpen, Zisternen und Bewässerungscomputer richtig überwintern
  6. Außenwasserhahn, Schläuche und Zubehör ebenfalls sichern
  7. Typische Fehler beim Winterfestmachen
  8. Im Frühjahr langsam wieder in Betrieb nehmen
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Welche Teile einer Bewässerungsanlage vor Frost geschützt werden müssen

Wasser richtet nicht erst dann Schaden an, wenn ein sichtbares Rohr vollständig zufriert. Kritisch sind vor allem geschlossene Bauteile, kleine Hohlräume und Stellen, an denen Restwasser nicht ablaufen kann.

Eine lange unterirdische PE-Leitung kann an manchen Stellen vergleichsweise robust sein, während ein kleiner Filtertopf, eine Kupplung oder ein Ventilgehäuse bereits durch eingeschlossenes Eis beschädigt wird.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen deshalb nicht nur die Rohrleitungen.

BauteilFrostproblemVor dem Winter
Unterirdische LeitungenRestwasser in Tiefpunktenvollständig entwässern
VersenkregnerWasser im Gehäuse/ZulaufAnlage entwässern
TropfleitungenWasser in Schlauch und Verbindernöffnen und ablaufen lassen
Ventile/Filtergeschlossene Hohlräumeentleeren bzw. ausbauen
PumpeWasser im Pumpengehäusenach Herstellerangabe entleeren
Bewässerungscomputerempfindliche Technikfrostgeschützt lagern, falls erforderlich
GartenschläucheRestwasser und Frostleeren und geschützt lagern

GARDENA empfiehlt bei frostgefährdeten Bewässerungssystemen ausdrücklich, die Wasserzufuhr abzustellen und das gesamte gefährdete Wasser aus der Anlage abzulassen. Bei Hanglagen können gerade tief gelegene Ventile besondere Aufmerksamkeit benötigen.

Der tiefste Punkt entscheidet häufig über das Restwasser

Eine Leitung kann am Anschluss scheinbar leer sein und trotzdem an anderer Stelle noch Wasser enthalten. Senken im Rohrverlauf wirken wie kleine Becken.

Das betrifft beispielsweise Leitungen, die über unebenes Gelände verlaufen oder unter einem Weg zunächst tiefer und anschließend wieder höher geführt wurden. Auch nachträglich veränderte Rohrabschnitte können solche Tiefpunkte erzeugen.

Deshalb funktioniert eine Entwässerung über Schwerkraft nur zuverlässig, wenn Ablassstellen dort vorhanden sind, wo sich das Wasser tatsächlich sammelt.

Automatische Entwässerungsventile werden aus genau diesem Grund an geeigneten Tiefpunkten beziehungsweise Leitungsenden eingeplant. Hunter beschreibt diese Einbauorte ausdrücklich für automatisch entwässernde Systeme.


Bewässerungsanlage Schritt für Schritt entleeren

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Bevor du einzelne Ventile öffnest oder Leitungen trennst, solltest du wissen, wo Hauptwasserzufuhr, Ventilboxen, Filter, Pumpe und gegebenenfalls Druckminderer sitzen.

Fotos oder ein einfacher Plan helfen besonders bei größeren Anlagen. Im Frühjahr weißt du dann noch, welche Verschraubung geöffnet wurde und welches Bauteil wieder eingesetzt werden muss.

1. Wasserzufuhr vollständig abstellen

Zuerst wird die Zuleitung zur Gartenbewässerung geschlossen. Ist das System direkt an die Hauswasserleitung angeschlossen, muss das dafür vorgesehene Absperrventil geschlossen werden.

Eine eventuell vorhandene Entleerungsmöglichkeit zwischen Absperrventil und Außenleitung wird anschließend geöffnet. GARDENA empfiehlt bei entsprechenden Direktanschlüssen ebenfalls, die Wasserzufuhr zu schließen und den Entwässerungshahn der Leitung zu öffnen.

Öffne danach eine Bewässerungszone oder einen geeigneten Auslass, damit der vorhandene Leitungsdruck abgebaut werden kann.

Erst wenn das System drucklos ist, solltest du Filtergehäuse, Verschraubungen oder andere Bauteile öffnen.

2. Manuelle Ablassventile öffnen

Besitzt deine Anlage bewusst eingebaute Ablassventile, werden diese nach dem Absperren der Wasserzufuhr geöffnet.

Entscheidend ist nicht, dass irgendwo Wasser herausläuft, sondern ob sämtliche dafür vorgesehenen Leitungsbereiche entwässert werden. Bleibt ein tiefer gelegener Abschnitt vom Ablasspunkt getrennt, kann dort weiterhin Wasser stehen.

Bei mehreren Bewässerungskreisen arbeitest du deshalb Kreis für Kreis.

Ein typischer Ablauf sieht so aus:

  • Wasserzufuhr schließen,
  • Systemdruck abbauen,
  • vorgesehene Ablassstellen öffnen,
  • einzelne Bewässerungszonen nacheinander öffnen,
  • sichtbares Wasser vollständig ablaufen lassen,
  • Filter, Regner und Ventilboxen kontrollieren.

Herstellervorgaben haben dabei Vorrang. Unterschiedliche Systeme verwenden verschiedene Ventile und Entwässerungsprinzipien.

3. Automatische Entwässerungsventile nicht blind voraussetzen

Manche unterirdischen Systeme wurden so gebaut, dass sie sich nach dem Abschalten weitgehend selbst entleeren.

Bei der GARDENA Pipeline kann beispielsweise ein dafür vorgesehenes Ablassventil das Leitungssystem automatisch entwässern, wenn die Anlage außer Betrieb genommen wird.

➡️ GARDENA: Hinweise zur automatischen Entwässerung

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede unterirdische GARDENA-, Hunter- oder sonstige Anlage automatisch frostfest ist.

Ein Entwässerungsventil kann nur Wasser ablassen, das aufgrund des Leitungsverlaufs zu diesem Ventil gelangt. Wurde eine Anlage erweitert, der Boden verändert oder ein Leitungsabschnitt ohne passenden Tiefpunkt ergänzt, kann Restwasser zurückbleiben.

Prüfe deshalb, welche Entwässerung beim Bau tatsächlich vorgesehen wurde.

4. Versenkregner kontrollieren

Nach dem Entleeren lohnt sich ein Rundgang über die Rasenfläche. Regnerköpfe sollten wieder vollständig eingefahren sein und nicht mit Erde oder Laub blockiert werden.

Systeme mit Rückschlagventilen können eine Besonderheit darstellen. Hunter weist darauf hin, dass bei entsprechenden Regnern Wasser im Gehäuse verbleiben kann und je nach Konstruktion zusätzliche Schritte nötig sind.

Die genaue Vorgehensweise hängt vom eingebauten Regnertyp ab. Ein Regner sollte deshalb nicht wahllos zerlegt werden, nur um vermeintlich jedes Tröpfchen zu entfernen.

Mehr zu unterschiedlichen Anlagen für Rasenflächen findest du unter ➡️ Bewässerungssysteme für den Rasen.


Bewässerungsanlage mit Druckluft ausblasen

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Druckluft ist besonders interessant, wenn Leitungen nicht vollständig durch Schwerkraft ablaufen können. Gleichzeitig ist es der Teil der Wintervorbereitung, bei dem pauschale Internetanleitungen am problematischsten sind.

Ein Kompressor darf nicht einfach mit möglichst hohem Druck angeschlossen werden.

Hunter warnt ausdrücklich vor Verletzungen durch Druckluft und herumfliegende Teile und empfiehlt, das Ausblasen von einem entsprechenden Beregnungsfachbetrieb durchführen zu lassen. Zusätzlich dürfen die zulässigen Druckwerte der verbauten Komponenten nicht überschritten werden.

Druck ist nicht das einzige Kriterium

Ein häufiger Denkfehler lautet: Je höher der Kompressordruck, desto besser wird das Wasser herausgedrückt.

Tatsächlich müssen sowohl Druck als auch Luftmenge zum System passen. Zu hoher Druck kann Bauteile beschädigen; zu wenig Luftvolumen wiederum reicht bei einer größeren Anlage möglicherweise nicht aus, um Wasser zuverlässig aus den Leitungen zu transportieren.

Hunter nennt für seine Winterisierungshinweise unter anderem konkrete Obergrenzen von 80 PSI für PVC-Leitungen und 50 PSI für Polyethylenleitungen. Diese Werte sind jedoch keine allgemeine Einstellungsempfehlung für jede private Bewässerungsanlage. Entscheidend bleibt der niedrigste zulässige Betriebsdruck der tatsächlich eingebauten Komponenten.

Deshalb solltest du einen kleinen Werkstattkompressor nicht allein nach dessen maximal erreichbarem Druck beurteilen.

Bewässerungskreise einzeln ausblasen

Professionell aufgebaute Anlagen werden zonenweise behandelt. Die Druckluft muss nicht gleichzeitig durch alle Regner des Gartens strömen.

Hunter empfiehlt bei seinem Verfahren, mit der vom Kompressor am weitesten entfernten Zone zu beginnen und die Bereiche nacheinander zu bearbeiten. Mehrere kürzere Durchgänge sind dabei sinnvoller als unnötig lange Druckluftzufuhr in bereits trockene Leitungen.

Sobald aus einem Regner kein Wasser mehr kommt, sollte nicht minutenlang weiter Luft durch die trockene Leitung gepresst werden.

Druckluft niemals beliebig durch Pumpe oder Rückflussverhinderer schicken

Die Anschlussstelle des Kompressors gehört zu den wichtigsten Punkten des gesamten Verfahrens.

Hunter warnt ausdrücklich davor, das System durch eine Pumpe oder einen Rückflussverhinderer auszublasen. Solche Komponenten werden nach den dafür vorgesehenen Verfahren separat entleert.

Wer nicht weiß, wo Druckluft fachgerecht eingespeist werden darf, sollte an dieser Stelle nicht experimentieren.

Dasselbe gilt für ältere Anlagen ohne Dokumentation. Dort ist häufig nicht bekannt, welche Rohrtypen, Ventile oder Druckminderer unter der Erde verbaut sind.


Tropfbewässerung, Filter und Druckminderer nicht vergessen

Tropfschläuche wirken zunächst weniger frostgefährdet als massive Versenkregner. Tatsächlich besitzen sie aber zahlreiche kleine Verbindungen, Tropfer und Anschlussstücke.

Nach dem Schließen der Wasserzufuhr solltest du deshalb Endstücke öffnen und der Leitung ausreichend Zeit zum Ablaufen geben.

Wo es der Verlauf zulässt, können Schlauchabschnitte vorsichtig angehoben werden, damit Wasser in Richtung einer offenen Entleerungsstelle fließt.

Filter und Druckminderer sind besonders leicht zu übersehen. In ihren Gehäusen kann Wasser eingeschlossen bleiben, obwohl die angeschlossene Leitung bereits leer erscheint. Rain Bird weist bei Tropfbewässerungen ebenfalls auf Filter, Druckregler und kleine Verbindungsteile als frostempfindliche Komponenten hin.

Abnehmbare Bauteile werden entsprechend ihrer Bedienungsanleitung entleert, gereinigt und gegebenenfalls frostfrei gelagert.

Eine komplette Demontage der Tropfbewässerung ist dagegen nicht automatisch notwendig. Entscheidend ist, dass kein problematisches Restwasser in geschlossenen frostempfindlichen Teilen verbleibt.


Pumpen, Zisternen und Bewässerungscomputer richtig überwintern

Eine entleerte Rohrleitung nützt wenig, wenn die Gartenpumpe anschließend mit vollem Pumpengehäuse im Frost steht.

Gartenpumpen brauchen eine eigene Entleerung

Oberirdische Pumpen und Hauswasserwerke müssen entsprechend der Herstelleranleitung drucklos gemacht und entwässert werden. Häufig gibt es dafür eine Ablassschraube am Pumpengehäuse.

GARDENA empfiehlt, Pumpen aus Zisternen oder Regentonnen während der Wintermonate frostgeschützt zu lagern und ebenfalls zu entleeren.

Bei fest installierten oder speziellen Tauchpumpen kann die Vorgabe anders aussehen. Deshalb sollte eine allgemeine Winterregel niemals die Bedienungsanleitung des konkreten Pumpenmodells ersetzen.

Zisterne muss nicht automatisch leer werden

Die Bewässerungsanlage und die Zisterne sind zwei unterschiedliche Dinge.

Eine unterirdische Zisterne muss nicht allein deshalb leergepumpt werden, weil die daran angeschlossenen Leitungen winterfest gemacht werden. Entscheidend sind Bauart, Einbautiefe, Pumpe und Leitungsführung.

Frostgefährdet sind vor allem Leitungen und Komponenten, die außerhalb eines geschützten Bereichs liegen.

Steuergerät in Wintermodus stellen

Nach dem Entleeren darf eine automatische Anlage nicht plötzlich wieder Wasser anfordern.

Bei Steuergeräten gibt es dafür häufig einen Aus-, Regen- oder Wintermodus. Rain Bird weist darauf hin, dass ein Regenmodus Programme und Uhrzeit erhalten kann, während keine Ventile mehr aktiviert werden. Wird das Gerät vollständig stromlos gemacht, können je nach Modell Einstellungen verloren gehen.

Steuert das Bewässerungssystem zusätzlich eine Pumpe, muss ein versehentliches Starten besonders zuverlässig verhindert werden.

Batteriebetriebene Bewässerungscomputer am Wasserhahn werden häufig abgenommen und geschützt gelagert. Was für dein Modell gilt, steht in dessen Betriebsanleitung.


Außenwasserhahn, Schläuche und Zubehör ebenfalls sichern

Der Frostschutz endet nicht am Verteilerkasten.

Ein normaler Außenwasserhahn mit frostgefährdeter Zuleitung wird über das innenliegende Absperrventil geschlossen. Anschließend öffnest du den Außenhahn, damit die Leitung drucklos wird und Restwasser ablaufen kann.

Kärcher empfiehlt für frostgefährdete Außenwasserhähne ebenfalls, die Zuleitung abzusperren und den Hahn anschließend zu öffnen.

Gartenschläuche solltest du vollständig entleeren. Danach lassen sie sich ohne scharfe Knicke aufrollen und an einem geschützten Ort aufbewahren.

Auch diese kleinen Komponenten verdienen einen Blick:

  • Brausen und Spritzen,
  • Schlauchkupplungen,
  • Verteiler,
  • Filtereinsätze,
  • Wasseruhren,
  • Bewässerungscomputer,
  • Druckminderer.

Die Kennzeichnung „frostbeständig“ an einem einzelnen Zubehörteil bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte angeschlossene Anlage mit Wasser gefüllt überwintern kann.


Typische Fehler beim Winterfestmachen

Nur den Wasserhahn schließen: Dadurch wird kein Wasser aus unterirdischen Leitungen entfernt. Die Anlage steht lediglich nicht mehr unter Versorgung.

Auf ein vorhandenes Entwässerungsventil vertrauen, ohne den Leitungsverlauf zu kennen: Wasser kann in anderen Tiefpunkten eingeschlossen bleiben.

Zu lange bis zum ersten Frost warten: Eine Bewässerungsanlage lässt sich angenehmer und gründlicher vorbereiten, solange Ventilboxen und Anschlüsse noch gut zugänglich und nicht gefroren sind.

Den Kompressordruck möglichst hoch einstellen: Nicht der maximale Druck des Kompressors zählt, sondern was Rohr, Ventile, Regner und andere Komponenten vertragen.

Alle Bewässerungskreise gleichzeitig ausblasen: Größere Anlagen werden sinnvollerweise zonenweise behandelt.

Druckluft durch empfindliche Komponenten schicken: Pumpen und Rückflussverhinderer dürfen nicht automatisch Teil des Ausblaswegs sein. Hunter warnt vor dieser Vorgehensweise ausdrücklich.

Filter und Druckminderer vergessen: Gerade kleine Gehäuse können Restwasser einschließen.

Die Pumpe gefüllt stehen lassen: Bei frostgefährdeter Aufstellung kann das Pumpengehäuse beschädigt werden.

Steuergerät weiterlaufen lassen: Eine bereits entleerte Anlage sollte im Winter keine normalen Bewässerungsprogramme mehr starten.

Im Frühjahr sofort Wasser mit vollem Druck aufgeben: Kleine Frostschäden zeigen sich häufig erst nach dem Wiederbefüllen.


Im Frühjahr langsam wieder in Betrieb nehmen

Nach der Winterpause wird die Anlage nicht einfach am Haupthahn vollständig aufgedreht.

Kontrolliere zunächst, ob Ablassschrauben, Filter, Pumpen und ausgebautes Zubehör wieder korrekt montiert sind. Danach kann die Wasserzufuhr langsam geöffnet werden.

Ein zu schnelles Befüllen führt zu starken Druckstößen und macht die Fehlersuche unnötig schwierig.

Sobald die Leitungen gefüllt sind, wird jeder Bewässerungskreis einzeln getestet. Achte dabei auf ungewöhnlich nasse Stellen, schwachen Druck, schräg sprühende Regner und Wasser in Ventilboxen.

Ein unauffälliger Test ist besonders wichtig, wenn im Winter nicht eindeutig feststand, ob die Anlage vollständig entleert war.

Ist technisch alles dicht, kannst du die Bewässerungszeiten an den tatsächlichen Wasserbedarf des Rasens anpassen. ➡️ Rasen richtig gießen erklärt, wann Bewässerung wirklich notwendig ist und warum häufiges kurzes Sprengen meist nicht die beste Lösung ist.

Noch einfacher lässt sich die benötigte Bewässerung einordnen mit dem ➡️ Bewässerungsplan für den Garten.


Häufige Fragen zur winterfesten Bewässerungsanlage

Wann muss ich die Bewässerungsanlage winterfest machen?
Die Anlage sollte vor einer Frostperiode vollständig vorbereitet sein. Warte nicht darauf, dass Leitungen oder Ventilboxen bereits gefroren sind. Sobald die reguläre Bewässerung im Herbst beendet ist, kannst du die Wintervorbereitung durchführen.

Muss jede Bewässerungsanlage mit Druckluft ausgeblasen werden?
Nein. Systeme können für manuelle Entleerung, automatische Entleerung oder Ausblasen mit Druckluft ausgelegt sein. Entscheidend sind Aufbau, Leitungsverlauf und Herstellervorgaben.

Reicht es, die Wasserzufuhr zur Bewässerungsanlage abzustellen?
Nein. Durch das Absperren gelangt lediglich kein neues Wasser mehr in die Anlage. Bereits vorhandenes Restwasser in Leitungen, Regnern, Filtern und Ventilen muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Kann eine Bewässerungsanlage automatisch winterfest sein?
Ja, bestimmte Systeme verfügen über automatische Entwässerungsventile. Diese schützen jedoch nur dann zuverlässig, wenn die Anlage dafür geplant wurde und das Wasser zu den vorgesehenen Ablasspunkten gelangen kann.

Wie viel Druck braucht man zum Ausblasen einer Bewässerungsanlage?
Dafür gibt es keinen universellen Wert. Der zulässige Druck richtet sich nach Rohrmaterial, Ventilen, Regnern und weiteren Komponenten. Maßgeblich ist die Vorgabe des Herstellers beziehungsweise der Komponente mit dem niedrigsten zulässigen Druck.

Kann ich die Bewässerungsanlage mit einem normalen Kompressor ausblasen?
Das hängt nicht nur vom erreichbaren Druck, sondern auch von der benötigten Luftmenge und vom Aufbau der Anlage ab. Falsche Einstellungen können Komponenten beschädigen oder Verletzungen verursachen. Bei unbekannten oder größeren Anlagen ist ein Bewässerungsfachbetrieb die sicherere Lösung.

Müssen Tropfschläuche im Winter abgebaut werden?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, dass Wasser aus Leitungen, Endstücken, Filtern und anderen frostempfindlichen Komponenten ablaufen kann. Abnehmbare empfindliche Bauteile können entsprechend der Herstellerangaben frostgeschützt gelagert werden.

Muss die Gartenpumpe im Winter ausgebaut werden?
Das hängt vom Pumpentyp und ihrem Standort ab. Frostgefährdete Pumpen müssen entwässert und nach Herstellervorgabe geschützt beziehungsweise frostfrei gelagert werden. Fest installierte oder dafür geeignete Pumpensysteme können andere Anforderungen haben.