Bewässerungsanlage winterfest machen: richtig entleeren und Frostschäden verhindern

Eine fest installierte Bewässerungsanlage verschwindet im Herbst schnell aus dem Blick. Genau darin liegt das Problem: In Leitungen, Ventilen, Versenkregnern, Filtern und Pumpen kann Wasser zurückbleiben, obwohl aus den Sprinklern längst nichts mehr läuft. Gefriert dieses Restwasser, können Kunststoffgehäuse reißen, Verbindungen undicht werden oder Ventile im Frühjahr nicht mehr richtig arbeiten. Einfach nur den Wasserhahn zuzudrehen reicht deshalb bei vielen unterirdischen Anlagen nicht. Gleichzeitig muss nicht jedes Bewässerungssystem zwangsläufig mit einem Kompressor ausgeblasen werden. Entscheidend ist, wie die Anlage konstruiert wurde, welche Entwässerung vorgesehen ist und an welchen Stellen sich Wasser sammeln kann.

Vor der ersten Frostperiode solltest du die Wasserzufuhr schließen und alle frostgefährdeten Bereiche der Bewässerungsanlage entleeren. Je nach System geschieht das über manuelle Ablassventile, automatische Entwässerungsventile oder fachgerechtes Ausblasen mit Druckluft. Pumpen, Filter, Druckminderer, Bewässerungscomputer und oberirdische Anschlüsse brauchen zusätzlich eine eigene Kontrolle.

Hersteller wie Hunter, Rain Bird und GARDENA unterscheiden zwischen unterschiedlichen Winterisierungsverfahren. Deshalb gilt bei allen konkreten Druckwerten, Ventilstellungen und Demontageschritten: Die Vorgaben der tatsächlich verbauten Komponenten haben Vorrang.

Bewässerungsanlage mit unterirdischen Leitungen, Ventilen, Filter und Pumpe wird vor dem Winter entleert und ausgeblasen, um Frostschäden durch Restwasser zu verhindern.
Bewässerungsanlage winterfest machen: entleeren und Frostschäden verhindern
Inhalt
  1. Welche Teile einer Bewässerungsanlage vor Frost geschützt werden müssen
  2. Bewässerungsanlage Schritt für Schritt entleeren
  3. Bewässerungsanlage mit Druckluft ausblasen
  4. Tropfbewässerung, Filter und Druckminderer nicht vergessen
  5. Pumpen, Zisternen und Bewässerungscomputer richtig überwintern
  6. Außenwasserhahn, Schläuche und Zubehör ebenfalls sichern
  7. Typische Fehler beim Winterfestmachen
  8. Im Frühjahr langsam wieder in Betrieb nehmen

Welche Teile einer Bewässerungsanlage vor Frost geschützt werden müssen

Wasser richtet nicht erst dann Schaden an, wenn ein sichtbares Rohr vollständig zufriert. Kritisch sind vor allem geschlossene Bauteile, kleine Hohlräume und Stellen, an denen Restwasser nicht ablaufen kann.

Eine lange unterirdische PE-Leitung kann an manchen Stellen vergleichsweise robust sein, während ein kleiner Filtertopf, eine Kupplung oder ein Ventilgehäuse bereits durch eingeschlossenes Eis beschädigt wird.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen deshalb nicht nur die Rohrleitungen.

BauteilFrostproblemVor dem Winter
Unterirdische LeitungenRestwasser in Tiefpunktenvollständig entwässern
VersenkregnerWasser im Gehäuse oder ZulaufAnlage entwässern
TropfleitungenWasser in Schlauch und Verbindernöffnen und ablaufen lassen
Ventile und Filtergeschlossene Hohlräumeentleeren bzw. nach Herstellerangabe ausbauen
PumpeWasser im Pumpengehäuseentleeren und frostgeschützt überwintern, wenn erforderlich
Bewässerungscomputerempfindliche Techniknach Herstellervorgabe frostgeschützt lagern
GartenschläucheRestwasser und Frostleeren und geschützt lagern

GARDENA empfiehlt bei frostgefährdeten Bewässerungssystemen ausdrücklich, die Wasserzufuhr abzustellen und das gefährdete Wasser aus der Anlage abzulassen. Bei unterirdischen Sprinklersystemen spielen dafür besonders die tiefsten Stellen der einzelnen Leitungsstränge eine Rolle.

Der tiefste Punkt entscheidet häufig über das Restwasser

Eine Leitung kann am Anschluss scheinbar leer sein und trotzdem an anderer Stelle noch Wasser enthalten. Senken im Rohrverlauf wirken wie kleine Becken.

Das betrifft beispielsweise Leitungen, die über unebenes Gelände verlaufen oder unter einem Weg zunächst tiefer und anschließend wieder höher geführt wurden. Auch nachträglich veränderte Rohrabschnitte können solche Tiefpunkte erzeugen.

Deshalb funktioniert eine Entwässerung über Schwerkraft nur zuverlässig, wenn Ablassstellen dort vorhanden sind, wo sich das Wasser tatsächlich sammelt.

Automatische Entwässerungsventile werden aus genau diesem Grund an geeigneten Tiefpunkten beziehungsweise entsprechend der Systemplanung eingebaut.


Bewässerungsanlage Schritt für Schritt entleeren

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Bevor du einzelne Ventile öffnest oder Leitungen trennst, solltest du wissen, wo Hauptwasserzufuhr, Ventilboxen, Filter, Pumpe und gegebenenfalls Druckminderer sitzen.

Fotos oder ein einfacher Plan helfen besonders bei größeren Anlagen. Im Frühjahr weißt du dann noch, welche Verschraubung geöffnet wurde und welches Bauteil wieder eingesetzt werden muss.

Wenn gleichzeitig die übrige Rasenfläche auf die kalte Jahreszeit vorbereitet wird, findest du die saisonalen Arbeiten unter ➡️ Rasenpflege im Herbst.

1. Wasserzufuhr vollständig abstellen

Zuerst wird die Zuleitung zur Gartenbewässerung geschlossen. Ist das System direkt an die Hauswasserleitung angeschlossen, muss das dafür vorgesehene Absperrventil geschlossen werden.

Eine eventuell vorhandene Entleerungsmöglichkeit zwischen Absperrventil und Außenleitung wird anschließend geöffnet.

Öffne danach eine Bewässerungszone oder einen geeigneten Auslass, damit der vorhandene Leitungsdruck abgebaut werden kann.

Erst wenn das System drucklos ist, solltest du Filtergehäuse, Verschraubungen oder andere Bauteile öffnen.

2. Manuelle Ablassventile öffnen

Besitzt deine Anlage bewusst eingebaute Ablassventile, werden diese nach dem Absperren der Wasserzufuhr geöffnet.

Entscheidend ist nicht, dass irgendwo Wasser herausläuft, sondern ob sämtliche dafür vorgesehenen Leitungsbereiche entwässert werden. Bleibt ein tiefer gelegener Abschnitt vom Ablasspunkt getrennt, kann dort weiterhin Wasser stehen.

Bei mehreren Bewässerungskreisen arbeitest du deshalb Kreis für Kreis.

Ein typischer Ablauf sieht so aus:

  • Wasserzufuhr schließen,
  • Systemdruck abbauen,
  • vorgesehene Ablassstellen öffnen,
  • einzelne Bewässerungszonen nacheinander öffnen,
  • sichtbares Wasser vollständig ablaufen lassen,
  • Filter, Regner und Ventilboxen kontrollieren.

Herstellervorgaben haben dabei Vorrang. Unterschiedliche Systeme verwenden verschiedene Ventile und Entwässerungsprinzipien.

3. Automatische Entwässerungsventile nicht blind voraussetzen

Manche unterirdischen Systeme wurden so gebaut, dass sie sich nach dem Abschalten weitgehend selbst entleeren.

Bei der GARDENA Pipeline kann beispielsweise ein dafür vorgesehenes Ablassventil das Leitungssystem automatisch entwässern, wenn die Anlage außer Betrieb genommen wird.

➡️ GARDENA: Pipeline und automatische Entwässerung

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede unterirdische GARDENA-, Hunter-, Rain-Bird- oder sonstige Anlage automatisch frostfest ist.

Ein Entwässerungsventil kann nur Wasser ablassen, das aufgrund des Leitungsverlaufs zu diesem Ventil gelangt. Wurde eine Anlage erweitert, der Boden verändert oder ein Leitungsabschnitt ohne geeignete Entwässerung ergänzt, kann Restwasser zurückbleiben.

Prüfe deshalb, welche Entwässerung beim Bau tatsächlich vorgesehen wurde.

4. Versenkregner im Winter kontrollieren

Nach dem Entleeren lohnt sich ein Rundgang über die Rasenfläche. Regnerköpfe sollten wieder vollständig eingefahren sein und nicht durch Erde, Laub oder andere Fremdkörper blockiert werden.

Systeme mit Rückschlagventilen können eine Besonderheit darstellen. Bei bestimmten Regnern kann Wasser im Gehäuse beziehungsweise im angrenzenden Bereich eingeschlossen bleiben, sodass je nach Konstruktion zusätzliche Winterisierungsschritte notwendig sind.

Die genaue Vorgehensweise hängt vom eingebauten Regnertyp ab. Ein Versenkregner sollte deshalb nicht wahllos zerlegt werden, nur um vermeintlich jedes Tröpfchen zu entfernen.

Wenn du Aufbau und Regnertyp deiner Anlage grundsätzlich prüfen möchtest, findest du unter ➡️ Bewässerungssysteme für den Rasen die Unterschiede zwischen Sprengern, Schläuchen und automatischen Systemen.


Bewässerungsanlage mit Druckluft ausblasen

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Druckluft ist besonders interessant, wenn Leitungen nicht vollständig durch Schwerkraft ablaufen können. Gleichzeitig ist dies der Teil der Wintervorbereitung, bei dem pauschale Internetanleitungen besonders problematisch sind.

Ein Kompressor darf nicht einfach mit möglichst hohem Druck angeschlossen werden.

Hunter und Rain Bird warnen vor Verletzungen durch Druckluft und herumfliegende Teile. Während des Ausblasens solltest du dich deshalb nicht über Regner, Ventile oder andere unter Druck stehende Komponenten beugen. Bei größeren, unbekannten oder nicht dokumentierten Anlagen ist ein Bewässerungsfachbetrieb die sicherere Lösung.

Druck ist nicht das einzige Kriterium

Ein häufiger Denkfehler lautet: Je höher der Kompressordruck, desto besser wird das Wasser herausgedrückt.

Tatsächlich müssen sowohl Druck als auch Luftmenge zum System passen. Zu hoher Druck kann Bauteile beschädigen; zu wenig Luftvolumen wiederum reicht bei einer größeren Anlage möglicherweise nicht aus, um Wasser zuverlässig aus den Leitungen zu transportieren.

Hunter nennt in seinen Winterisierungshinweisen Obergrenzen von 80 PSI für PVC-Leitungen und 50 PSI für Polyethylenleitungen. Diese Werte sind jedoch keine allgemeine Einstellungsempfehlung für jede Bewässerungsanlage.

Rain Bird begrenzt seine aktuelle Anleitung für das Ausblasen einer privaten Sprinkleranlage beispielsweise auf maximal 50 PSI. Damit wird deutlich, warum ein Druckwert eines Herstellers nicht einfach auf ein anderes System übertragen werden darf.

Entscheidend ist immer die niedrigste zulässige Druckgrenze der tatsächlich eingebauten Rohre, Regner, Ventile, Filter, Druckminderer und sonstigen Komponenten.

Rain-Bird-Bewässerung winterfest machen

Auch bei einer Rain-Bird-Anlage beginnt die Winterisierung mit dem Absperren der Wasserzufuhr und dem kontrollierten Druckabbau. Je nach Aufbau kommen anschließend manuelle Entleerung, automatische Entwässerung oder das Ausblasen der Leitungen infrage.

Rain Bird empfiehlt beim Ausblasen, zunächst die vom Druckluftanschluss entfernte Zone zu öffnen, die Luft langsam einzuleiten und 50 PSI nicht zu überschreiten. Einzelne Zonen sollen nicht unnötig lange mit Druckluft beaufschlagt werden; mehrere Durchgänge sind sinnvoller als ein langer Durchgang durch bereits weitgehend trockene Leitungen.

➡️ Rain Bird: Anleitung zur Winterisierung und zum Ausblasen

Damit ist eine Rain-Bird-Anlage nicht grundsätzlich anders zu behandeln als andere professionelle Beregnungssysteme. Entscheidend sind jedoch immer die Herstellerangaben des konkreten Regners, Ventils und Steuergeräts.

Bewässerungskreise einzeln ausblasen

Professionell aufgebaute Anlagen werden zonenweise behandelt. Die Druckluft muss nicht gleichzeitig durch alle Regner des Gartens strömen.

Hunter empfiehlt bei seinem Verfahren, mit einer weit vom Kompressor entfernten Zone zu beginnen und die Bereiche nacheinander zu bearbeiten.

Mehrere kürzere Durchgänge sind dabei sinnvoller als unnötig lange Druckluftzufuhr in bereits trockene Leitungen.

Sobald aus einem Regner kein Wasser mehr kommt, sollte nicht minutenlang weiter Luft durch die trockene Leitung gepresst werden. Strömende Druckluft kann Wärme erzeugen und empfindliche Komponenten zusätzlich belasten.

Druckluft niemals beliebig durch Pumpe oder Rückflussverhinderer schicken

Die Anschlussstelle des Kompressors gehört zu den wichtigsten Punkten des gesamten Verfahrens.

Hunter warnt ausdrücklich davor, das System durch eine Pumpe oder einen Rückflussverhinderer auszublasen. Solche Komponenten werden nach den dafür vorgesehenen Verfahren separat entwässert.

Auch Durchflussmesser und andere empfindliche Bauteile können besondere Vorgaben haben.

Wer nicht sicher weiß, wo Druckluft fachgerecht eingespeist werden darf, sollte an dieser Stelle nicht experimentieren.

Dasselbe gilt für ältere Anlagen ohne Dokumentation. Dort ist häufig nicht bekannt, welche Rohrtypen, Ventile oder Druckminderer unter der Erde verbaut sind.


Tropfbewässerung, Filter und Druckminderer nicht vergessen

Tropfschläuche wirken zunächst weniger frostgefährdet als massive Versenkregner. Tatsächlich besitzen sie aber zahlreiche kleine Verbindungen, Tropfer und Anschlussstücke.

Nach dem Schließen der Wasserzufuhr solltest du deshalb Endstücke öffnen und der Leitung ausreichend Zeit zum Ablaufen geben.

Wo es der Verlauf zulässt, können Schlauchabschnitte vorsichtig angehoben werden, damit Wasser in Richtung einer offenen Entleerungsstelle fließt.

Filter und Druckminderer sind besonders leicht zu übersehen. In ihren Gehäusen kann Wasser eingeschlossen bleiben, obwohl die angeschlossene Leitung bereits leer erscheint.

Bei bestimmten Micro-Drip-Systemen müssen Basisgeräte, Filter oder Druckregler für den Winter entfernt und frostgeschützt gelagert werden. Andere Leitungsbestandteile können nach vollständiger Entleerung im Freien verbleiben. Entscheidend ist die Anleitung des jeweiligen Systems.

Abnehmbare Bauteile werden entsprechend ihrer Bedienungsanleitung entleert, gereinigt und gegebenenfalls frostfrei gelagert.

Eine komplette Demontage der Tropfbewässerung ist dagegen nicht automatisch notwendig. Entscheidend ist, dass kein problematisches Restwasser in geschlossenen frostempfindlichen Teilen verbleibt.


Pumpen, Zisternen und Bewässerungscomputer richtig überwintern

Eine entleerte Rohrleitung nützt wenig, wenn die Gartenpumpe anschließend mit Wasser im Pumpengehäuse im Frost steht.

Gartenpumpen brauchen eine eigene Entleerung

Oberirdische Pumpen und Hauswasserwerke müssen entsprechend der Herstelleranleitung drucklos gemacht und entwässert werden. Häufig gibt es dafür eine Ablassschraube am Pumpengehäuse.

Bei GARDENA gilt ausdrücklich, dass Gartenpumpen auch nach dem Entleeren nicht als frostsicher gelten und frostgeschützt überwintert werden müssen.

Für Pumpen anderer Hersteller können je nach Bauart und Einbausituation andere Vorgaben gelten. Deshalb sollte eine allgemeine Winterregel niemals die Bedienungsanleitung des konkreten Pumpenmodells ersetzen.

Zisterne muss nicht automatisch leer werden

Die Bewässerungsanlage und die Zisterne sind zwei unterschiedliche Dinge.

Eine unterirdische Zisterne muss nicht allein deshalb leergepumpt werden, weil die daran angeschlossenen Bewässerungsleitungen winterfest gemacht werden.

Entscheidend sind Bauart, Einbautiefe, Pumpe und Leitungsführung. Frostgefährdet sind vor allem Leitungen und Komponenten, die außerhalb eines ausreichend geschützten Bereichs liegen.

Steuergerät in Wintermodus stellen

Nach dem Entleeren darf eine automatische Anlage nicht plötzlich wieder Wasser anfordern.

Bei fest installierten Steuergeräten gibt es dafür je nach Hersteller einen Aus-, Regen- oder Wintermodus. Rain Bird beschreibt beispielsweise einen Regen- beziehungsweise Abschaltmodus, bei dem die Bewässerungsventile nicht mehr aktiviert werden, während Programme und Uhrzeit erhalten bleiben können.

Steuert das System zusätzlich eine Pumpe, muss ein versehentliches Starten besonders zuverlässig verhindert werden.

Batteriebetriebene Bewässerungscomputer direkt am Wasserhahn müssen häufig abgenommen und frostfrei gelagert werden. GARDENA verlangt dies beispielsweise für seine am Wasserhahn montierten Bewässerungssteuerungen und Bewässerungscomputer.

Was für dein Gerät gilt, steht in dessen Betriebsanleitung.


Außenwasserhahn, Schläuche und Zubehör ebenfalls sichern

Der Frostschutz endet nicht am Verteilerkasten.

Ein normaler Außenwasserhahn mit frostgefährdeter Zuleitung wird über das innenliegende Absperrventil geschlossen. Anschließend öffnest du den Außenhahn, damit die Leitung drucklos wird und Restwasser ablaufen kann.

Auch Kärcher empfiehlt bei frostgefährdeten Außenwasserhähnen, die Wasserleitung abzusperren und den Hahn anschließend zu öffnen.

Gartenschläuche solltest du vollständig entleeren. Danach lassen sie sich ohne scharfe Knicke aufrollen und geschützt lagern.

Auch diese kleinen Komponenten verdienen einen Blick:

  • Brausen und Spritzen,
  • Schlauchkupplungen,
  • Verteiler,
  • Filtereinsätze,
  • Wasseruhren,
  • Bewässerungscomputer,
  • Druckminderer.

Die Kennzeichnung „frostbeständig“ an einem einzelnen Zubehörteil bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte angeschlossene Anlage mit Wasser gefüllt überwintern kann.


Typische Fehler beim Winterfestmachen

Nur den Wasserhahn schließen: Dadurch wird kein Wasser aus unterirdischen Leitungen entfernt. Die Anlage steht lediglich nicht mehr unter Versorgung.

Auf ein vorhandenes Entwässerungsventil vertrauen, ohne den Leitungsverlauf zu kennen: Wasser kann in anderen Tiefpunkten eingeschlossen bleiben.

Zu lange bis zum ersten Frost warten: Eine Bewässerungsanlage lässt sich angenehmer und gründlicher vorbereiten, solange Ventilboxen und Anschlüsse noch gut zugänglich und nicht gefroren sind.

Den Kompressordruck möglichst hoch einstellen: Nicht der maximale Druck des Kompressors zählt, sondern was Rohr, Ventile, Regner und andere Komponenten vertragen.

Einen fremden Herstellerwert übernehmen: Eine Druckgrenze aus einer Hunter-Anleitung ist nicht automatisch für Rain Bird, GARDENA oder ein gemischtes System geeignet.

Alle Bewässerungskreise gleichzeitig ausblasen: Größere Anlagen werden sinnvollerweise zonenweise behandelt.

Druckluft durch empfindliche Komponenten schicken: Pumpen, Rückflussverhinderer, Durchflussmesser und ähnliche Bauteile dürfen nicht automatisch Teil des Ausblaswegs sein.

Filter und Druckminderer vergessen: Gerade kleine Gehäuse können Restwasser einschließen.

Die Pumpe gefüllt oder ungeschützt stehen lassen: Bei frostgefährdeter Aufstellung kann das Pumpengehäuse beziehungsweise die Hydraulik beschädigt werden.

Steuergerät weiterlaufen lassen: Eine bereits entleerte Anlage sollte im Winter keine normalen Bewässerungsprogramme mehr starten.

Im Frühjahr sofort Wasser mit vollem Druck aufgeben: Kleine Frostschäden zeigen sich häufig erst nach dem Wiederbefüllen.


Im Frühjahr langsam wieder in Betrieb nehmen

Nach der Winterpause wird die Anlage nicht einfach am Haupthahn vollständig aufgedreht.

Kontrolliere zunächst, ob Ablassschrauben, Filter, Pumpen und ausgebautes Zubehör wieder korrekt montiert sind. Danach kann die Wasserzufuhr langsam geöffnet werden.

Ein zu schnelles Befüllen kann Druckstöße verursachen und macht die Fehlersuche unnötig schwierig.

Sobald die Leitungen gefüllt sind, wird jeder Bewässerungskreis einzeln getestet. Achte dabei auf ungewöhnlich nasse Stellen, schwachen Druck, schräg sprühende Regner und Wasser in Ventilboxen.

Ein sorgfältiger Test ist besonders wichtig, wenn im Winter nicht eindeutig feststand, ob die Anlage vollständig entleert war.

Ist technisch alles dicht, kannst du die Bewässerungszeiten wieder an den tatsächlichen Wasserbedarf des Rasens anpassen.

➡️ Rasen richtig gießen erklärt, wann Bewässerung wirklich notwendig ist und warum häufiges kurzes Sprengen meist nicht die beste Lösung ist.

Noch einfacher lässt sich die benötigte Wassermenge mit dem ➡️ Bewässerungsplan für den Rasen einordnen.


Häufige Fragen zur winterfesten Bewässerungsanlage

Wann muss ich die Bewässerungsanlage winterfest machen?
Die Anlage sollte vor einer Frostperiode vollständig vorbereitet sein. Warte nicht darauf, dass Leitungen oder Ventilboxen bereits gefroren sind. Sobald die reguläre Bewässerung im Herbst beendet ist, kannst du die Wintervorbereitung durchführen.

Muss jede Bewässerungsanlage mit Druckluft ausgeblasen werden?
Nein. Systeme können für manuelle Entleerung, automatische Entleerung oder Ausblasen mit Druckluft ausgelegt sein. Entscheidend sind Aufbau, Leitungsverlauf und Herstellervorgaben.

Reicht es, die Wasserzufuhr zur Bewässerungsanlage abzustellen?
Nein. Durch das Absperren gelangt lediglich kein neues Wasser mehr in die Anlage. Bereits vorhandenes Restwasser in Leitungen, Regnern, Filtern und Ventilen muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Kann eine Bewässerungsanlage automatisch winterfest sein?
Bestimmte Systeme verfügen über automatische Entwässerungsventile. Diese funktionieren jedoch nur zuverlässig, wenn die Anlage dafür geplant wurde und das Wasser zu den vorgesehenen Ablasspunkten gelangen kann.

Wie viel Druck braucht man zum Ausblasen einer Bewässerungsanlage?
Dafür gibt es keinen universellen Wert. Der zulässige Druck richtet sich nach Rohrmaterial, Ventilen, Regnern und weiteren Komponenten. Maßgeblich sind die Herstellerangaben und die Komponente mit der niedrigsten zulässigen Druckgrenze.

Mit wie viel Druck wird eine Rain-Bird-Bewässerung ausgeblasen?
Rain Bird nennt in seiner aktuellen Anleitung für private Sprinkleranlagen maximal 50 PSI. Dieser Wert darf trotzdem nicht blind übernommen werden, wenn andere Komponenten im System eine niedrigere zulässige Druckgrenze besitzen.

Kann ich die Bewässerungsanlage mit einem normalen Kompressor ausblasen?
Das hängt nicht nur vom erreichbaren Druck, sondern auch von der benötigten Luftmenge und vom Aufbau der Anlage ab. Falsche Einstellungen können Komponenten beschädigen oder Verletzungen verursachen. Bei unbekannten oder größeren Anlagen ist ein Bewässerungsfachbetrieb die sicherere Lösung.

Müssen Tropfschläuche im Winter abgebaut werden?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, dass Wasser aus Leitungen, Endstücken, Filtern und anderen frostempfindlichen Komponenten ablaufen kann. Abnehmbare empfindliche Bauteile werden entsprechend den Herstellerangaben frostgeschützt gelagert.

Muss die Gartenpumpe im Winter ausgebaut werden?
Das hängt vom Pumpentyp und ihrem Standort ab. Frostgefährdete Pumpen müssen nach Herstellervorgabe entleert und frostgeschützt überwintert werden. Bei GARDENA gelten auch entleerte Pumpen nicht als frostsicher.