Weiße Flecken auf Gurkenblättern sind ein typisches Anzeichen für Echten Mehltau. Doch nicht jede helle Verfärbung ist eine Pilzkrankheit, und Falscher Mehltau sieht bei Gurken ganz anders aus: Statt eines weißen, mehlartigen Belags entstehen meist gelbe, eckige Flecken, die später braun werden.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil beide Krankheiten unter unterschiedlichen Bedingungen auftreten und nicht mit denselben Mitteln behandelt werden können. Echter Mehltau entwickelt sich häufig bei sommerlich warmer Witterung, während Falscher Mehltau besonders durch länger anhaltende Blattnässe begünstigt wird.
Entscheidend sind deshalb die Form der Flecken, ein möglicher Belag auf der Blattunterseite und die Geschwindigkeit, mit der sich die Krankheit ausbreitet. Mit diesen Merkmalen kannst du den Befall meist gut eingrenzen und die passende Maßnahme auswählen.
Kurz gesagt: Echter Mehltau bildet weiße, pudrige Flecken, die sich auf der Blattoberfläche ausbreiten und teilweise abwischen lassen. Falscher Mehltau verursacht gelbe, durch Blattadern begrenzte Flecken und bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauvioletten Sporenrasen auf der Blattunterseite. Bei wenigen befallenen Blättern kannst du häufig noch gezielt eingreifen. Breitet sich Falscher Mehltau schnell aus, ist besonders rasches Handeln wichtig.

Inhalt
- Echter oder Falscher Mehltau? Die wichtigsten Unterschiede
- Echten Mehltau an Gurken erkennen
- Falschen Mehltau an Gurken erkennen
- Weiße Flecken oder Punkte: Ist es wirklich Mehltau?
- Gurken-Mehltau behandeln: Was hilft jetzt wirklich?
- Hausmittel und Spritzmittel: Was hilft gegen Gurken-Mehltau?
- Gurken mit Mehltau retten und neuen Befall verhindern
- Kann man Gurken mit Mehltau noch essen?
Echter oder Falscher Mehltau? Die wichtigsten Unterschiede
Die Bezeichnung Mehltau führt leicht in die Irre. Tatsächlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Krankheiten mit verschiedenen Erregern.
Echter Mehltau wird bei Gurken durch echte Mehltaupilze verursacht. Der Erreger des Falschen Gurkenmehltaus, Pseudoperonospora cubensis, gehört dagegen zu den pilzähnlichen Eipilzen.
Für die praktische Bestimmung ist vor allem das Schadbild entscheidend.
| Merkmal | Echter Mehltau | Falscher Mehltau |
|---|---|---|
| Erste Anzeichen | Weiße, mehlartige Flecken | Hellgrüne bis gelbe, eckige Flecken |
| Blattoberseite | Weißer, oberflächlicher Belag | Gelbe, später braune Verfärbungen |
| Blattunterseite | Weißlicher Belag ebenfalls möglich | Grauer bis violettbrauner Sporenrasen bei hoher Feuchtigkeit |
| Form der Flecken | Rundlich bis unregelmäßig | Häufig scharf durch Blattadern begrenzt |
| Günstige Bedingungen | Warme Witterung, auch ohne nasse Blätter | Hohe Feuchtigkeit, Tau und längere Blattnässe |
| Typischer Verlauf | Weißer Belag breitet sich aus, Blätter vergilben und vertrocknen | Flecken verbräunen, Blätter können rasch absterben |
| Dringlichkeit | Bei geringem Befall oft noch gut zu begrenzen | Frühzeitiges Handeln besonders wichtig |
So prüfst du ein verdächtiges Gurkenblatt
- Blattoberseite anschauen: Liegt ein weißer, mehlartiger Belag auf dem Blatt oder ist das Blattgewebe selbst gelb verfärbt?
- Blattunterseite kontrollieren: Findest du gegenüber gelben, eckigen Flecken einen dunklen, samtartigen Sporenbelag?
- Weitere Blätter vergleichen: Entstehen neue weiße Flecken oder breiten sich gelbe, später braune Bereiche aus?
Der Blick auf beide Blattseiten ist wesentlich zuverlässiger als die Beurteilung eines einzelnen Flecks.
Wichtig: Fehlt der dunkle Sporenrasen auf der Blattunterseite, ist Falscher Mehltau nicht automatisch ausgeschlossen. Bei trockenen Bedingungen kann der Belag unauffällig oder zeitweise nicht erkennbar sein.
Echten Mehltau an Gurken erkennen
Echter Mehltau ist das typische Schadbild, bei dem Gurkenblätter wie mit Mehl bestäubt aussehen.
Zunächst entstehen kleine, weiße Flecken auf der Blattoberfläche. Sie können rundlich oder unregelmäßig geformt sein und einzeln auftreten.
Im weiteren Verlauf vergrößern sie sich und wachsen teilweise zusammen.
Weißer, mehliger Belag auf den Blättern
Ein beginnender Befall zeigt häufig folgende Merkmale:
- Einzelne weiße, pudrige Flecken auf ansonsten grünen Blättern.
- Der Belag wirkt aufgesetzt und gehört nicht zur natürlichen Blattfärbung.
- Neue Flecken entstehen auch auf weiteren Blättern.
- Die betroffenen Stellen werden zunehmend größer.
- Bei stärkerem Befall vergilben, verbräunen und vertrocknen die Blätter.
Der weiße Belag besteht aus Pilzgeflecht und Sporen. Die Erreger entziehen den Blattzellen Nährstoffe und beeinträchtigen mit zunehmendem Befall die Leistungsfähigkeit des Blattes.
Lässt sich Echter Mehltau abwischen?
Ein vorsichtiger Wischtest kann bei der Einordnung helfen.
Da sich das Pilzgeflecht überwiegend auf der Blattoberfläche entwickelt, lässt sich der weiße Belag besonders im frühen Stadium teilweise abwischen.
Das ist allerdings kein sicherer Beweis. Auch Kalk, Staub oder getrocknete Rückstände von Spritzflüssigkeit können sich lösen.
Verlässlicher wird die Einschätzung, wenn sich ähnliche puderartige Flecken auf mehreren Blättern zeigen und innerhalb einiger Tage größer werden.
Warum entsteht Echter Mehltau bei trockenem Wetter?
Echter Mehltau wird häufig als Schönwetterpilz bezeichnet.
Im Gegensatz zu vielen anderen Blattkrankheiten benötigt er keine dauerhaft nasse Blattoberfläche, um sich zu entwickeln.
Warme Tage und wechselnde Luftfeuchtigkeit können die Ausbreitung fördern. Deshalb tritt Echter Gurkenmehltau häufig auch während sommerlicher Trockenperioden auf.
Ein Gurkenblatt muss also nicht ständig nass gewesen sein, damit Echter Mehltau entsteht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du die Pflanze vorsorglich über die Blätter wässern solltest. Dadurch würdest du gleichzeitig günstigere Bedingungen für Falschen Mehltau schaffen.
Falschen Mehltau an Gurken erkennen
Falscher Mehltau wird bei Gurken besonders häufig übersehen, weil seine ersten Symptome nicht wie ein weißer Mehlbelag aussehen.
Stattdessen verändert sich zunächst das Blattgewebe.
Gelbe, eckige Flecken zwischen den Blattadern
Typisch sind anfangs hellgrüne, später kräftig gelbe Flecken auf der Blattoberseite.
Ihre Form liefert einen wichtigen Hinweis: Die Blattadern begrenzen die Flecken häufig wie ein unregelmäßiges Gitter.
Dadurch entstehen kantige, eckige Verfärbungen.
Im weiteren Verlauf werden die betroffenen Stellen gelbbraun und schließlich dunkelbraun. Das Gewebe stirbt ab.
An stark betroffenen Pflanzen können ganze Blätter innerhalb kurzer Zeit vertrocknen. Die abgestorbenen Blattflächen hängen dann teilweise noch an grünen Blattstielen.
Grauvioletter Sporenrasen auf der Blattunterseite
Drehe ein Blatt mit typischen gelben Flecken vorsichtig um.
Bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit kann sich auf der Unterseite ein grauer, bräunlicher oder violetter, samtartig wirkender Sporenrasen bilden.
Er befindet sich meist gegenüber den verfärbten Stellen der Oberseite.
Besonders gut lässt er sich unter günstigen Bedingungen am frühen Morgen erkennen, wenn die Luftfeuchtigkeit zuvor hoch war.
An trockenen Tagen kann der Belag schwach ausgeprägt sein oder fehlen.
Die Kombination aus eckigen gelben Flecken oben und dunklem Sporenrasen unten ist ein sehr deutlicher Hinweis auf Falschen Gurkenmehltau.
Warum ist Falscher Mehltau gefährlicher?
Unter günstigen Bedingungen kann sich Falscher Mehltau außergewöhnlich schnell ausbreiten.
Längere Blattnässe, wiederholte Taubildung und feuchte Witterung begünstigen die Infektion.
Vor allem Freilandgurken können nach längeren Regenperioden stark betroffen sein. Aber auch Gewächshausgurken sind gefährdet, wenn sich nachts Tau bildet und die Blätter lange feucht bleiben.
Bei starkem Befall verlieren Gurken innerhalb weniger Tage erhebliche Teile ihrer gesunden Blattfläche.
Damit sinkt ihre Fähigkeit zur Photosynthese und zur Versorgung weiterer Früchte.
Sobald du die typischen eckigen Flecken erkennst, solltest du deshalb nicht erst abwarten, bis fast alle Blätter braun sind.
Weiße Flecken oder Punkte: Ist es wirklich Mehltau?
Nicht jede helle Stelle auf einem Gurkenblatt ist eine Mehltauerkrankung.
Besonders bei wenigen weißen Punkten ohne erkennbaren Pilzbelag kommen andere Ursachen infrage.
Kalk- und Wasserrückstände
Nach dem Gießen oder einer Spritzanwendung können helle Rückstände auf den Blättern zurückbleiben.
Typisch sind:
- unregelmäßige Spritzflecken,
- helle Ränder getrockneter Tropfen,
- oberflächliche Ablagerungen,
- keine erkennbare Ausbreitung auf andere Blätter.
Ein Rückstand verändert sich normalerweise nicht von selbst zu immer größeren, mehligen Flecken.
Bei Echtem Mehltau entstehen dagegen häufig neue Befallsstellen.
Weiße Sprenkel durch Schädlinge
Kleine helle Punkte können auch durch saugende Pflanzenschädlinge entstehen.
Spinnmilben verursachen beispielsweise oft zahlreiche feine, helle Sprenkel auf den Blättern. Bei stärkerem Befall können zusätzlich Gespinste auftreten.
Kontrolliere in solchen Fällen besonders die Blattunterseiten.
Silbrige Blattveränderungen und kleine dunkle Kotpunkte können wiederum auf Thripse hindeuten.
Ein weißer Punkt ohne sichtbaren Pilzbelag reicht deshalb nicht aus, um Mehltau zu diagnostizieren.
Weiße Punkte auf der Gurkenschale
Befinden sich die Punkte auf der Frucht statt auf den Blättern, solltest du das getrennt beurteilen.
Je nach Sorte können Gurken kleine helle Erhebungen, Borstenansätze oder natürliche Veränderungen der Schalenoberfläche besitzen. Auch oberflächliche Rückstände sind möglich.
Das typische Schadbild des Gurkenmehltaus betrifft dagegen vor allem das Laub.
Weiße Punkte auf der Gurkenschale beweisen deshalb keinen Mehltaubefall.
Bei weichen, fauligen, eingesunkenen oder sichtbar verschimmelten Früchten kommt dagegen ein anderes Schadbild infrage. Solche Früchte solltest du nicht essen.
Wenn deine Gurkenblätter keine typischen Mehltauzeichen zeigen, hilft dir ➡️ Gurken-Krankheiten anhand ihrer Symptome unterscheiden.
Gurken-Mehltau behandeln: Was hilft jetzt wirklich?
Die passende Maßnahme hängt davon ab, welche Mehltauart vorliegt und wie stark die Pflanze bereits befallen ist.
Bei Echtem Mehltau: Befall begrenzen und gesunde Blätter erhalten
Sind erst wenige kleine Flecken vorhanden und die Gurke wächst kräftig weiter, ist nicht sofort eine umfassende Behandlung erforderlich.
Gehe folgendermaßen vor:
- Kontrolliere weitere Blätter auf neue, puderartige Flecken.
- Entferne bei Bedarf einzelne stark befallene ältere Blätter.
- Achte auf eine ausreichende, gleichmäßige Wasserversorgung im Wurzelbereich.
- Vermeide unnötigen Trockenstress und überhöhte Düngergaben.
- Beobachte, ob sich der Befall auf die noch gesunden Blätter ausbreitet.
Entferne nicht vorsorglich alle Blätter mit einzelnen kleinen Flecken.
Gerade bei einem ansonsten gesunden Gurkenbestand können einzelne ältere Blätter betroffen sein, ohne dass die Pflanze sofort ihre Ertragsfähigkeit verliert.
Bei zunehmendem Befall kann ein für Gurken und Echten Mehltau zugelassenes Pflanzenschutzmittel infrage kommen.
Eine solche Behandlung ist vor allem im frühen Stadium sinnvoll. Bereits abgestorbenes Blattgewebe wird durch ein Fungizid nicht wieder gesund.
Bei Falschem Mehltau: Möglichst früh eingreifen
Falscher Mehltau verlangt wegen seiner häufig schnelleren Ausbreitung besondere Aufmerksamkeit.
Sobald du typische eckige Flecken erkennst:
- Kontrolliere die Blattunterseiten auf einen dunklen Sporenrasen.
- Entferne einzelne deutlich befallene Blätter vorsichtig, wenn genügend gesundes Laub erhalten bleibt.
- Bewässere möglichst direkt den Boden statt die Blätter.
- Sorge im Gewächshaus für ausreichenden Luftaustausch und zügiges Abtrocknen von Tau.
- Kontrolliere die übrigen Blätter engmaschig auf neue Flecken.
Ist die Krankheit früh erkannt, kann gegebenenfalls ein für Gurken und Falschen Mehltau zugelassenes Pflanzenschutzmittel helfen, den weiteren Befall zu begrenzen.
Mittel gegen Echten Mehltau sind nicht automatisch auch gegen Falschen Mehltau geeignet.
Prüfe vor einer Anwendung die ausdrücklich zugelassene Kultur, den Schadorganismus, den Einsatzort sowie die Zulassung für nichtberufliche Anwender.
Die aktuelle Freigabe lässt sich in der Pflanzenschutzmittel-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüfen.
Bei bereits weitgehend abgestorbenen Pflanzen ist eine Spritzbehandlung häufig nicht mehr sinnvoll.
Was tun, wenn fast alle Blätter betroffen sind?
Ist der Großteil der Blattfläche bereits braun, abgestorben oder stark mit Mehltau überzogen, kann sich die Gurke nur noch eingeschränkt erholen.
Entferne nicht einfach alle Blätter und hoffe auf einen vollständigen Neuaustrieb.
Prüfe stattdessen:
- Sind noch ausreichend gesunde Blätter vorhanden?
- Wachsen neue Triebe?
- Entwickeln sich die Früchte weiter?
- Breitet sich die Krankheit weiterhin schnell aus?
- Ist die Erntesaison ohnehin fast beendet?
Bei einer stark geschädigten Pflanze, die kaum noch gesundes Laub besitzt und keine nennenswerten Früchte mehr entwickelt, kann das Entfernen der gesamten Pflanze sinnvoller sein.
Hausmittel und Spritzmittel: Was hilft gegen Gurken-Mehltau?
Milch, Backpulver und verschiedene Pflanzenbrühen werden häufig gegen Mehltau empfohlen.
Dabei ist jedoch entscheidend, welche Krankheit tatsächlich vorliegt.
Hilft Milch gegen Mehltau an Gurken?
Milch-Wasser-Mischungen werden vor allem als Hausmittel gegen Echten Mehltau eingesetzt.
Für bestimmte Mehltaupilze gibt es Hinweise auf eine hemmende Wirkung unter geeigneten Bedingungen. Daraus lässt sich jedoch keine zuverlässige Empfehlung für jede Gurkensorte und jeden Befallsgrad ableiten.
Gegen Falschen Gurkenmehltau ist Milch keine verlässlich belegte Bekämpfungsmethode.
Hinzu kommt, dass wiederholtes Besprühen der Blätter mit Flüssigkeit die Blattnässe erhöht.
Eine Milchbehandlung würde ich deshalb nicht als allgemeine Lösung gegen Gurken-Mehltau empfehlen.
Helfen Backpulver oder Natron?
Natriumhydrogencarbonat und Kaliumhydrogencarbonat besitzen unter bestimmten Bedingungen eine Wirkung gegen Echte Mehltaupilze.
Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel mit festgelegter Formulierung und Anwendung ist jedoch nicht mit einer selbst gemischten Backpulverlösung gleichzusetzen.
Backpulver enthält je nach Produkt weitere Bestandteile. Zu hohe Konzentrationen und ungeeignete Mischungen können zudem Pflanzenschäden verursachen.
Gegen Falschen Mehltau solltest du solche Hausmittel nicht als zuverlässige Behandlung einplanen.
Kann man Mehltau einfach mit Wasser abwaschen?
Einen weißen Belag abzuwischen oder abzuspülen beseitigt die Infektion nicht zuverlässig.
Der Echte Mehltau entzieht den Blattzellen weiterhin Nährstoffe, auch wenn ein Teil des sichtbaren Pilzgeflechts entfernt wird.
Regelmäßiges Abspritzen ist außerdem keine sinnvolle allgemeine Vorbeugung, weil längere Blattnässe Falschen Mehltau begünstigen kann.
Die bessere Grundlage ist eine passende Wasserversorgung über die Wurzeln und möglichst trockenes Laub.
Gurken mit Mehltau retten und neuen Befall verhindern
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme besteht nicht darin, möglichst viele Mittel auszubringen.
Viel entscheidender ist, die Bedingungen zu verbessern, unter denen sich die Krankheit ausbreitet.
Gurken möglichst am Boden gießen
Versorge die Wurzeln gleichmäßig mit Wasser und vermeide starke Wechsel zwischen Austrocknung und Staunässe.
Eine Tropfbewässerung oder vorsichtiges Gießen direkt am Wurzelbereich hält die Blätter weitgehend trocken.
Das ist besonders zur Vorbeugung gegen Falschen Mehltau hilfreich.
Im Gewächshaus ausreichend lüften
Hohe Luftfeuchtigkeit und nächtliche Taubildung können die Entwicklung des Falschen Mehltaus fördern.
Regelmäßiges Lüften und eine geeignete Bestandsführung helfen, dass feuchte Blätter schneller abtrocknen.
Vermeide zugleich extreme Hitze und starken Trockenstress.
Pflanzen nicht zu dicht setzen
Dicht ineinandergewachsene Gurken bleiben nach Regen oder Tau oft länger feucht.
Eine ausreichende Luftzirkulation erleichtert außerdem die regelmäßige Kontrolle der Blätter.
Gesunde Blätter solltest du aber nicht wahllos entfernen. Sie werden für die Photosynthese und Fruchtversorgung benötigt.
Widerstandsfähige Sorten auswählen
Gurkensorten unterscheiden sich deutlich in ihrer Anfälligkeit.
Gegen Echten Mehltau gibt es verschiedene resistente beziehungsweise tolerante Sorten.
Auch gegenüber Falschem Mehltau werden widerstandsfähigere Sorten angeboten. Eine vollständige und dauerhaft zuverlässige Resistenz ist damit jedoch nicht automatisch verbunden.
Achte beim Saatgut auf die genaue Angabe, gegen welche Mehltauart eine Widerstandsfähigkeit besteht.
Eine allgemein als robust beworbene Gurke ist nicht automatisch gegen beide Krankheiten geschützt.
Für die Auswahl geeigneter Sorten und Pflegeprodukte findest du weitere Hinweise in der ➡️ Gurken-Kaufhilfe.
Befallenes Laub richtig entsorgen
Stark erkrankte Blätter solltest du möglichst so entfernen, dass Sporen nicht unnötig auf andere Pflanzen verteilt werden.
Kleinere Mengen kannst du über den Restmüll entsorgen, sofern die örtlichen Entsorgungsregeln dies vorsehen.
Eine sachgemäße Kompostierung von mehltaubefallenem Laub ist grundsätzlich ebenfalls möglich, wenn das Material unmittelbar abgedeckt wird und der Kompost ausreichend verrottet. Ein offen liegender Haufen kranker Blätter ist dagegen ungünstig.
Entferne am Saisonende stark erkrankte Pflanzenreste und reinige verwendete Schneidwerkzeuge.
Kann man Gurken mit Mehltau noch essen?
Ja. Wenn nur die Blätter von Mehltau befallen sind, können gesunde Gurkenfrüchte normalerweise weiterhin geerntet und gegessen werden.
Die typischen Mehltauerreger an den Blättern machen eine ansonsten gesunde Frucht nicht automatisch ungenießbar.
Achte trotzdem auf den Zustand der Gurken:
- Die Frucht sollte fest und unbeschädigt sein.
- Sichtbar faulige oder verschimmelte Früchte gehören nicht auf den Teller.
- Wasche geerntete Gurken vor dem Verzehr gründlich.
- Wurde ein Pflanzenschutzmittel verwendet, müssen die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Ernte eingehalten werden.
Ein starker Mehltaubefall kann die Erntemenge deutlich verringern, weil die Pflanze immer weniger gesundes Laub besitzt.
Das bedeutet aber nicht, dass alle bereits ausgebildeten, gesunden Gurken entsorgt werden müssen.
Häufige Fragen zu Mehltau an Gurken
Wie sieht Echter Mehltau bei Gurken aus?
Echter Mehltau beginnt meist mit einzelnen weißen, puderartigen Flecken auf der Blattoberseite. Später wachsen die Flecken zusammen und können große Teile des Blattes überziehen. Der Belag lässt sich im frühen Stadium teilweise abwischen.
Wie sieht Falscher Mehltau bei Gurken aus?
Falscher Mehltau bildet auf der Blattoberseite gelbe, durch Blattadern eckig begrenzte Flecken. Auf der Blattunterseite kann bei hoher Luftfeuchtigkeit ein grauer bis violettbrauner Sporenrasen entstehen. Die betroffenen Stellen werden später braun und vertrocknen.
Was ist der Unterschied zwischen Echtem und Falschem Mehltau?
Echter Mehltau verursacht einen weißen, oberflächlichen Belag und kann sich auch bei trockener Sommerwitterung stark entwickeln. Falscher Mehltau führt meist zu eckigen gelben Flecken und wird besonders durch hohe Feuchtigkeit und längere Blattnässe begünstigt.
Sind weiße Flecken auf Gurkenblättern immer Mehltau?
Nein. Auch Kalkrückstände, getrocknete Spritzflüssigkeit oder Schäden durch saugende Schädlinge können helle Flecken verursachen. Für Echten Mehltau spricht besonders ein zunehmend größer werdender, puderartiger Belag.
Was tun bei den ersten weißen Mehltauflecken?
Kontrolliere zunächst weitere Blätter und beobachte die Ausbreitung. Einzelne stark befallene ältere Blätter kannst du bei Bedarf entfernen. Achte darauf, dass die Gurke ausreichend Wasser bekommt und genügend gesundes Laub behält.
Warum breitet sich Falscher Mehltau so schnell aus?
Der Erreger wird durch hohe Feuchtigkeit, Tau und längere Blattnässe begünstigt. Unter passenden Bedingungen können innerhalb weniger Tage viele neue Blätter betroffen sein. Deshalb ist eine frühe Erkennung besonders wichtig.
Muss man alle Gurkenblätter mit Mehltau abschneiden?
Nein. Entferne bevorzugt deutlich erkrankte oder bereits abgestorbene Blätter. Schneide nicht vorsorglich fast das gesamte gesunde Laub ab, weil die Pflanze ihre Blätter für Wachstum und Fruchtentwicklung benötigt.
Kann eine Gurkenpflanze mit Mehltau wieder gesund werden?
Bei geringem Befall kann die Pflanze noch lange weiterwachsen und Früchte bilden. Bereits abgestorbenes Blattgewebe wird allerdings nicht wieder grün. Bei starkem Falschem Mehltau kann sich der Bestand schnell so weit verschlechtern, dass eine Erholung kaum noch möglich ist.
Hilft Milch gegen Gurken-Mehltau?
Für bestimmte Echte Mehltaupilze gibt es Hinweise auf eine hemmende Wirkung von Milchbehandlungen. Eine zuverlässige allgemeine Empfehlung für Gurken lässt sich daraus nicht ableiten. Gegen Falschen Gurkenmehltau ist Milch kein geeigneter Ersatz für gezielte Gegenmaßnahmen.
Kann man Gurken mit Mehltau noch essen?
Ja. Sind nur die Blätter befallen und die Früchte selbst gesund und unbeschädigt, können sie normalerweise weiterhin gegessen werden. Sichtbar verschimmelte oder faulige Früchte solltest du entsorgen. Nach Pflanzenschutzbehandlungen gelten die vorgeschriebenen Wartezeiten.
Wie kann man Mehltau an Gurken vorbeugen?
Wähle möglichst widerstandsfähige Sorten, gieße direkt den Wurzelbereich und sorge für ausreichende Luftzirkulation. Im Gewächshaus ist regelmäßiges Lüften besonders wichtig, damit Tau und Blattnässe möglichst schnell abtrocknen können.

