Schildläuse: erkennen, einordnen und richtig handeln

Schildläuse erkennst du an kleinen, fest sitzenden Schildchen auf Blättern, Blattstielen und Trieben. Je nach Art können sie braun, schwarz, grau, gelblich oder weiß aussehen. Häufig fallen zunächst gar nicht die Tiere selbst auf, sondern klebrige Blätter, ungewöhnliche Erhebungen an den Stängeln oder eine Pflanze, die trotz guter Pflege zunehmend schwächelt.

Allerdings produzieren nicht alle Schildlausarten klebrigen Honigtau. Auch eine Pflanze ohne klebrige Blätter kann stark befallen sein. Entscheidend sind deshalb das Aussehen der Schildchen, ihre Fundstellen und der Zustand der gesamten Pflanze. Erst wenn du den Schädling ausreichend sicher erkannt hast, solltest du über eine Behandlung entscheiden.

Kurzantwort: Schildläuse sind saugende Pflanzenschädlinge, die meist als kleine, fest sitzende Erhebungen auffallen. Sie können unterschiedliche Farben und Formen besitzen. Einzelne Tiere lassen sich häufig mechanisch entfernen, während ein stärkerer Befall eine systematische Vorgehensweise und regelmäßige Nachkontrollen erfordert. Klebriger Honigtau ist ein wichtiger Hinweis, tritt aber nicht bei allen Schildlausarten auf.

Nahaufnahme von Schildläusen an einem Pflanzenstamm mit klebrigen Blättern und schwarzem Rußtau – Titel „Schildläuse im Garten: erkennen, richtig einordnen, richtig weitergehen“.
Viele Schildläuse im Garten: erkennen, richtig einordnen, richtig weitergehen
Inhalt
  1. Schildläuse schnell einordnen: Aussehen und typische Anzeichen
  2. Wie stark ist deine Pflanze befallen?
  3. Klebrige Blätter und schwarzer Rußtau: Was bedeutet das?
  4. Schildläuse an Zimmerpflanzen, Zitruspflanzen und Oleander
  5. Woher kommen Schildläuse?
  6. Schildläuse oder Wollläuse: Was ist der Unterschied?
  7. Warum Schildläuse so hartnäckig sein können
  8. Können Nützlinge gegen Schildläuse helfen?
  9. Welcher nächste Schritt ist jetzt sinnvoll?

Schildläuse schnell einordnen: Aussehen und typische Anzeichen

Auf den ersten Blick sehen Schildläuse häufig nicht wie gewöhnliche Insekten aus. Viele ausgewachsene Weibchen sitzen nahezu unbeweglich an ihrem Saugplatz und wirken eher wie kleine Unebenheiten der Pflanze.

Die beweglichen Jungstadien sind dagegen wesentlich schwieriger zu entdecken.

Diese Übersicht hilft dir bei der ersten Einordnung:

BeobachtungMögliche ErklärungNächster Schritt
Kleine braune, schwarze oder graue ErhebungenSchildlausbefall möglichBlattadern und Triebe genauer untersuchen
Weiße oder gelbliche SchildchenJe nach Aussehen verschiedene Schildlausarten möglichForm und Fundstelle überprüfen
Klebrige BlätterHonigtau produzierende Schildläuse oder andere saugende SchädlingePflanze systematisch kontrollieren
Schwarzer, rußartiger BelagMöglicherweise Rußtau auf HonigtauUrsache des klebrigen Belags suchen
Weiße, watteartige PolsterMöglicherweise Wollläuse oder bestimmte SchildlausartenMerkmale genauer vergleichen
Einzelne Schildchen ohne PflanzenschädenMöglicherweise geringer BefallKontrollieren und gegebenenfalls mechanisch entfernen
Viele Schildchen und schwacher NeuaustriebStärkerer Befall möglichBefallsumfang bestimmen und gezielte Maßnahmen auswählen

Die Tabelle dient der ersten Orientierung. Eine sichere Bestimmung kann zusätzliche Merkmale erfordern.

Wie sehen Schildläuse aus?

Die meisten Schildläuse sind klein, unauffällig und hervorragend getarnt.

Ihre Körper beziehungsweise schützenden Bedeckungen können rundlich, oval, länglich, flach oder deutlich gewölbt sein.

Auffällig ist vor allem, dass sie häufig über längere Zeit an derselben Stelle sitzen.

Typische Fundstellen sind:

  • Blattadern und Blattunterseiten,
  • Blattstiele,
  • junge und ältere Triebe,
  • Triebgabeln,
  • verholzte Zweige,
  • schwer einsehbare Bereiche im Pflanzeninneren.

Manchmal sind die Schildchen farblich kaum von der Rinde oder anderen Pflanzenstrukturen zu unterscheiden.

Eine Lupe kann dir deshalb helfen, einzelne verdächtige Erhebungen genauer zu betrachten.

Nicht jede kleine Unebenheit ist allerdings eine Schildlaus. Manche Pflanzen besitzen natürliche Erhebungen, auffällige Blattstrukturen oder harmlose Veränderungen an älteren Trieben.

Wenn du Zweifel hast, solltest du den Verdacht zunächst anhand weiterer Merkmale überprüfen.

➡️ Schildläuse sicher erkennen: Typische Anzeichen und der schnelle Test

Schwarze, braune oder weiße Schildläuse

Die Farbe allein verrät nicht, um welche Schildlausart es sich handelt.

Es gibt verschiedene Arten mit braunen, schwarzen, grauen, gelblichen oder weißlichen Erscheinungsbildern.

Schwarze Schildläuse können beispielsweise als dunkle, rundliche oder gewölbte Erhebungen auf Pflanzen auffallen.

Andere Arten besitzen flachere, teilweise längliche oder deutlich hellere Schilde.

Zusätzlich kann sich das Aussehen im Verlauf der Entwicklung verändern.

Wenn du schwarze Schildläuse entdeckt hast, solltest du deshalb nicht ausschließlich nach der Farbe entscheiden. Achte auch auf Größe, Form, Wirtspflanze und Fundstelle.

Besonders wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Napfschildläusen und Deckelschildläusen.

Napfschildläuse oder Deckelschildläuse?

Schildläuse umfassen unterschiedliche Gruppen. Zwei besonders wichtige sind Napf- beziehungsweise Weichschildläuse und Deckelschildläuse.

Napf- beziehungsweise Weichschildläuse besitzen häufig eine stärker gewölbte Körperform. Viele Arten produzieren klebrigen Honigtau, der auf darunterliegende Blätter oder Gegenstände tropfen kann.

Deckelschildläuse besitzen dagegen einen vom eigentlichen Körper unterscheidbaren schützenden Deckel. Sie produzieren keinen Honigtau.

Dieser Unterschied ist für die Diagnose besonders wichtig.

Wenn deine Pflanze kleine, feste Schildchen trägt, aber weder klebt noch schwarzen Rußtau entwickelt, sind Schildläuse deshalb keineswegs ausgeschlossen.

Außerdem unterscheiden sich die verschiedenen Gruppen in ihren Entwicklungszyklen und teilweise auch darin, wann bestimmte Bekämpfungsmaßnahmen besonders wirksam sind.

Schwarze Schildläuse sitzen dicht an Stängeln und Blattadern einer befallenen Pflanze mit gelblich geschädigten Blättern.
Schwarze Schildläuse an Pflanzen erkennen

Wie stark ist deine Pflanze befallen?

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Nicht jede Schildlaus muss sofort bekämpft werden.

Entscheidend ist, wie viele Tiere vorhanden sind, wie weit sie sich ausgebreitet haben und ob die Pflanze bereits sichtbare Schäden entwickelt.

Leichter Befall

Ein leichter Befall ist wahrscheinlich, wenn nur einzelne Schildchen vorhanden sind und sich diese auf wenige, gut erreichbare Pflanzenteile beschränken.

Typische Merkmale sind:

  • wenige sichtbare Schildläuse,
  • nur einzelne betroffene Blätter oder Triebe,
  • insgesamt kräftiger Pflanzenwuchs,
  • keine deutlichen Schäden am Neuaustrieb,
  • keine erkennbare Ausbreitung auf benachbarte Pflanzen.

Bei wenigen gut erreichbaren Tieren kann mechanisches Entfernen bereits ein sinnvoller erster Schritt sein.

Kontrolliere die behandelten Stellen anschließend regelmäßig. Auch benachbarte Blätter und Triebe solltest du untersuchen.

Wenn du zunächst einfache Maßnahmen ausprobieren möchtest, findest du dazu eine eigene Anleitung.

➡️ Hausmittel gegen Schildläuse: Was hilft und was solltest du vermeiden?

Mittlerer Befall

Von einem deutlicheren Befall kannst du ausgehen, wenn Schildläuse an mehreren Pflanzenteilen sitzen oder nach dem Entfernen immer wieder neue Tiere auftauchen.

Bei Honigtau produzierenden Arten können zusätzlich klebrige Blätter oder erste schwarze Rußtauablagerungen entstehen.

Auch vereinzelte gelbe Blätter oder Veränderungen am Neuaustrieb können auf eine stärkere Belastung hinweisen.

Allerdings beweisen solche Pflanzensymptome allein noch nicht, dass ausschließlich Schildläuse verantwortlich sind.

Jetzt solltest du die gesamte Pflanze systematisch untersuchen und einen geeigneten Kontrollplan aufstellen.

Starker Befall

Ein stärkerer Befall ist wahrscheinlich, wenn zahlreiche Triebe, Blattstiele oder Blattunterseiten mit Schildläusen besetzt sind.

Zusätzlich können deutliche Pflanzenschäden auftreten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • großflächig befallene Pflanzenteile,
  • zunehmende Blattvergilbung,
  • vorzeitiger Blattfall,
  • schwacher Neuaustrieb,
  • absterbende Triebabschnitte,
  • bei entsprechenden Arten erhebliche Mengen Honigtau und Rußtau.

In dieser Situation reicht es möglicherweise nicht mehr aus, ausschließlich einzelne sichtbare Schildchen zu entfernen.

Die weitere Vorgehensweise hängt von der betroffenen Pflanze, der Schildlausart und dem tatsächlichen Befallsumfang ab.

➡️ Schildläuse richtig bekämpfen: Die passende Vorgehensweise


Klebrige Blätter und schwarzer Rußtau: Was bedeutet das?

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Klebrige Blätter gehören zu den auffälligsten Begleiterscheinungen bestimmter Schildlausarten.

Allerdings tritt dieses Symptom nicht bei allen Schildläusen auf.

Die Unterscheidung ist wichtig, damit du einen Befall nicht übersiehst oder mit anderen Schädlingen verwechselst.

Warum manche Schildläuse Honigtau produzieren

Viele Napf- beziehungsweise Weichschildläuse ernähren sich von zuckerhaltigem Pflanzensaft.

Dabei scheiden sie überschüssige zuckerhaltige Flüssigkeit aus, die als Honigtau bezeichnet wird.

Dieser kann sich auf verschiedenen Oberflächen sammeln:

  • Blättern und Trieben,
  • Blumentöpfen,
  • Fensterbänken,
  • Gegenständen unter befallenen Pflanzen.

Bei einem stärkeren Befall entsteht möglicherweise eine deutlich klebrige Schicht.

Allerdings produzieren auch andere saugende Insekten Honigtau.

Klebrige Blätter sind deshalb ein wichtiger Hinweis, beweisen für sich allein aber keinen Schildlausbefall.

Warum schwarzer Rußtau entsteht

Auf Honigtau können sich sogenannte Rußtaupilze ansiedeln.

Sie bilden einen dunklen, teilweise rußartigen Belag auf Blättern und anderen Oberflächen.

Dieser Belag ist nicht die Schildlaus selbst, sondern eine mögliche Folge ihrer Ausscheidungen.

Wenn du ausschließlich den Rußtau entfernst, kann er erneut auftreten, solange weiterhin größere Mengen Honigtau produziert werden.

Deshalb solltest du zunächst herausfinden, welcher Schädling den klebrigen Belag verursacht.

Anschließend kannst du die eigentliche Ursache gezielt angehen.

Warum manche Schildläuse keine klebrigen Blätter verursachen

Deckelschildläuse scheiden keinen Honigtau aus.

Bei diesen Arten können deshalb zahlreiche Tiere vorhanden sein, ohne dass die Blätter kleben oder sich Rußtau entwickelt.

Kontrolliere die Pflanze daher nicht ausschließlich auf klebrige Ausscheidungen.

Die Schildchen selbst und mögliche Veränderungen an der Pflanze bleiben die wichtigsten Anhaltspunkte.


Schildläuse an Zimmerpflanzen, Zitruspflanzen und Oleander

Schildläuse können zahlreiche unterschiedliche Pflanzenarten befallen.

Besonders häufig fallen sie an Zimmerpflanzen, überwinternden Kübelpflanzen und verschiedenen Ziergehölzen auf.

Die grundsätzlichen Erkennungsmerkmale sind ähnlich. Bei der weiteren Behandlung müssen jedoch die Eigenschaften der jeweiligen Pflanzenart berücksichtigt werden.

Schildläuse an Zitruspflanzen

Zitronenbäume, Orangenbäume und andere Zitruspflanzen können von unterschiedlichen Schildlausarten befallen werden.

Besonders nach der Überwinterung lohnt sich eine gründliche Kontrolle.

In geschützten Winterquartieren können bereits vorhandene Schädlinge über längere Zeit unbemerkt bleiben.

Kontrolliere insbesondere Blattadern, Blattunterseiten, Blattstiele sowie junge und verholzte Triebe.

Entdeckst du mehrere Schildläuse, solltest du nicht ausschließlich die sichtbaren Tiere entfernen, sondern die gesamte Pflanze überprüfen.

➡️ Schildläuse am Zitronenbaum und anderen Zitruspflanzen bekämpfen

Schildläuse am Oleander

Auch Oleander kann von unterschiedlichen Schildlausarten befallen werden.

Manche Arten sitzen bevorzugt an Blättern, andere fallen an Trieben oder verholzten Pflanzenteilen auf.

Besonders bei dicht gewachsenen Pflanzen können zahlreiche Tiere übersehen werden.

Untersuche deshalb nicht nur die äußeren Blätter, sondern auch den inneren Pflanzenbereich.

Da nicht alle Schildlausgruppen Honigtau produzieren, bedeutet eine fehlende Klebrigkeit auch bei Oleander nicht automatisch, dass kein Befall vorhanden ist.

➡️ Schildläuse am Oleander erkennen und richtig bekämpfen

Schildläuse an Zimmerpflanzen

Bei Zimmerpflanzen ist besonders wichtig, die Ausbreitung auf benachbarte Pflanzen im Blick zu behalten.

Die jungen Entwicklungsstadien können neue Bereiche besiedeln. Auch neu gekaufte Pflanzen können bereits unbemerkt Schildläuse tragen.

Deshalb ist es sinnvoll, neue Pflanzen zunächst gründlich zu kontrollieren und befallene Exemplare möglichst von gesunden Zimmerpflanzen zu trennen.

Achte besonders auf schwer zugängliche Fundstellen.

Bei einer dichten Pflanze können sich einzelne Tiere lange an Blattstielen, Triebgabeln und Blattunterseiten verbergen.

➡️ Schildläuse an Zimmerpflanzen bekämpfen


Woher kommen Schildläuse?

Ein Schildlausbefall bedeutet nicht automatisch, dass du deine Pflanze falsch gepflegt hast.

Häufig befinden sich die Tiere bereits unbemerkt auf einer Pflanze, bevor der Befall deutlich sichtbar wird.

Das kann beispielsweise bei neu gekauften, überwinternden oder neu zu anderen Pflanzen gestellten Exemplaren passieren.

Besonders leicht übersehen werden einzelne Schildchen an verholzten Trieben und sehr kleine Jungstadien.

Können Schildläuse wandern?

Viele ausgewachsene weibliche Schildläuse sind fest mit ihrem Saugplatz verbunden oder bewegen sich kaum noch.

Die frisch geschlüpften Jungstadien sind dagegen beweglich.

Sie werden häufig als Wanderlarven oder Crawler bezeichnet.

Diese kleinen Tiere können neue Pflanzenteile besiedeln. Bei verschiedenen Arten ist auch eine Verbreitung durch Wind oder über befallenes Pflanzenmaterial möglich.

Deshalb solltest du eine befallene Pflanze nicht nur einmalig untersuchen.

Kontrolliere besonders die Stellen, an denen zuvor bereits Schildläuse saßen, und achte auf neue Befallsbereiche.

Sind alle sichtbaren Schildchen noch lebendig?

Nicht unbedingt.

Nach einer erfolgreichen Behandlung können leere Schilde oder abgestorbene Tiere noch längere Zeit an der Pflanze haften bleiben.

Umgekehrt bedeutet eine sauber aussehende Blattoberfläche nicht automatisch, dass sämtliche Jungstadien verschwunden sind.

Entscheidend ist deshalb die weitere Entwicklung.

Achte besonders darauf, ob neue kleine Schildläuse erscheinen, zusätzliche Pflanzenteile befallen werden oder erneut größere Mengen Honigtau entstehen.


Schildläuse oder Wollläuse: Was ist der Unterschied?

Schildläuse und Wollläuse sind miteinander verwandte Pflanzenschädlinge.

Trotzdem unterscheiden sie sich in ihrem typischen Erscheinungsbild deutlich.

Gewöhnliche Schildläuse fallen häufig als kleine, fest sitzende Schilde oder gewölbte Erhebungen auf.

Wollläuse beziehungsweise Schmierläuse besitzen dagegen meist deutlich sichtbare weiße, watteartige Wachsausscheidungen.

Sie verstecken sich häufig in Blattachsen, Triebgabeln und anderen geschützten Pflanzenbereichen.

Allerdings können auch bestimmte Schildlausarten weiße Wachsausscheidungen oder auffällige Eipolster produzieren.

Deshalb solltest du bei einem weißen Belag nicht automatisch von Wollläusen ausgehen.

Klebriger Honigtau hilft bei dieser Unterscheidung ebenfalls nur eingeschränkt, da beide Schädlingsgruppen entsprechende Ausscheidungen produzieren können.

Wenn du zwischen den beiden Möglichkeiten schwankst, solltest du zunächst die typischen Merkmale vergleichen.

➡️ Schildläuse oder Wollläuse? Den Unterschied sicher erkennen


Warum Schildläuse so hartnäckig sein können

Schildläuse lassen sich häufig schwieriger bekämpfen als frei auf der Pflanze laufende Insekten.

Ein Grund dafür sind ihre schützenden Schilde beziehungsweise Wachsbedeckungen.

Außerdem reagieren nicht alle Entwicklungsstadien gleichermaßen auf eine Behandlung.

Geschützte Tiere werden leicht übersehen

Schildläuse können sich an schwer erreichbaren Pflanzenstellen ansiedeln.

Besonders an Blattadern, Blattstielen, Triebgabeln und verholzten Zweigen fallen kleinere Tiere häufig erst bei genauer Kontrolle auf.

Wenn du ausschließlich die gut sichtbaren Schildläuse entfernst, können an anderen Stellen weiterhin Tiere vorhanden sein.

Bei einem deutlichen Befall solltest du die gesamte Pflanze deshalb systematisch untersuchen.

Junge Schildläuse können neue Bereiche besiedeln

Die frisch geschlüpften Jungstadien sind beweglich.

Dadurch können auch nach dem Entfernen der auffälligen erwachsenen Tiere neue Befallsstellen entstehen.

Außerdem sind die verschiedenen Entwicklungsstadien unterschiedlich empfindlich gegenüber bestimmten Behandlungsverfahren.

Eine einmalige Maßnahme reicht deshalb bei stärkerem Befall möglicherweise nicht aus.

Sichtbare Schilde verschwinden nicht immer sofort

Nach einer Behandlung können leere oder abgestorbene Schilde zunächst an der Pflanze zurückbleiben.

Auch vorhandener Rußtau verschwindet nicht automatisch, wenn die Schildläuse bereits deutlich reduziert wurden.

Kontrolliere deshalb vor allem, ob weiterhin lebende Tiere vorhanden sind und ob sich der Befall tatsächlich ausbreitet.

Wenn du wiederholt neue Schildläuse entdeckst, solltest du die weitere Vorgehensweise überprüfen.


Können Nützlinge gegen Schildläuse helfen?

Schildläuse besitzen zahlreiche natürliche Gegenspieler.

Dazu gehören unter anderem verschiedene Marienkäfer und parasitische Wespen.

Welche Arten tatsächlich zur natürlichen Regulierung beitragen, hängt von der jeweiligen Schildlausart und den örtlichen Bedingungen ab.

Im Freiland können natürliche Gegenspieler dazu beitragen, einen kleinen Befall zu begrenzen.

Bei Zimmerpflanzen oder in geschützten Innenräumen fehlen solche Gegenspieler dagegen häufig weitgehend.

Wichtig ist außerdem, dass breit wirkende Pflanzenschutzmittel nicht ausschließlich die eigentlichen Schädlinge treffen.

Sie können auch nützliche Insekten beeinträchtigen und dadurch die natürliche Regulierung stören.

Bei einem kleinen Befall an einer insgesamt gesunden Pflanze ist deshalb nicht automatisch eine intensive Behandlung erforderlich.

Beobachte zunächst den tatsächlichen Umfang des Problems.


Welcher nächste Schritt ist jetzt sinnvoll?

Wenn du Schildläuse entdeckt hast, solltest du die weitere Vorgehensweise an der tatsächlichen Situation ausrichten.

Dabei sind vor allem vier Fragen entscheidend.

Du bist noch nicht sicher, ob es Schildläuse sind

Kontrolliere zunächst das Aussehen der Schildchen und ihre Fundstellen.

Prüfe insbesondere mögliche Verwechslungen mit Wollläusen und anderen saugenden Pflanzenschädlingen.

Du hast nur einzelne Schildläuse gefunden

Bei einem kleinen und gut erreichbaren Befall kann vorsichtiges mechanisches Entfernen ein sinnvoller Anfang sein.

Kontrolliere anschließend dieselben Stellen und mögliche weitere Fundorte.

Mehrere Pflanzenteile sind deutlich befallen

Bei einem größeren Befall solltest du die gesamte Pflanze untersuchen und eine zur Schildlausart sowie zur betroffenen Pflanze passende Vorgehensweise auswählen.

Eine regelmäßige Nachkontrolle ist besonders wichtig.

Du möchtest ein gekauftes Mittel einsetzen

Nicht jedes Mittel eignet sich für jede Pflanze oder Schildlausart.

Entscheidend sind der vorgesehene Einsatzort, die Verträglichkeit für die jeweilige Pflanze und die zulässige Anwendung.

Informiere dich deshalb vor dem Kauf über die tatsächliche Eignung des Produkts.

➡️ Mittel gegen Schildläuse: Welches Spray oder Öl passt?


Häufige Fragen zu Schildläusen

Wie erkenne ich Schildläuse?
Schildläuse erkennst du meist an kleinen, fest sitzenden, rundlichen bis länglichen Schildchen auf Blättern, Blattstielen und Trieben. Je nach Art können sie unterschiedliche Farben besitzen. Viele ausgewachsene Tiere wirken eher wie kleine Erhebungen als wie gewöhnliche Insekten.

Wie sehen schwarze Schildläuse aus?
Schwarze Schildläuse können als dunkle, rundliche, ovale oder gewölbte Erhebungen auf einer Pflanze erscheinen. Ihre genaue Form hängt von der jeweiligen Art ab. Die schwarze Farbe allein reicht deshalb nicht für eine sichere Bestimmung.

Gibt es auch weiße Schildläuse?
Ja. Einige Schildlausarten besitzen helle oder weißliche Schilde beziehungsweise auffällige Wachsbedeckungen. Solche Tiere können mit Wollläusen oder anderen weißlichen Pflanzenschädlingen verwechselt werden.

Sind Schildläuse immer braun?
Nein. Schildläuse können je nach Art und Entwicklungsstadium braun, schwarz, grau, gelblich oder weißlich erscheinen. Besonders wichtig sind deshalb auch die Form und die Fundstelle der Tiere.

Machen alle Schildläuse klebrige Blätter?
Nein. Viele Napf- beziehungsweise Weichschildläuse produzieren Honigtau. Deckelschildläuse scheiden dagegen keinen Honigtau aus. Auch ohne klebrige Blätter kann deshalb ein Schildlausbefall vorhanden sein.

Warum entsteht schwarzer Belag auf den Blättern?
Bei Honigtau produzierenden Schildläusen können sich auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen Rußtaupilze ansiedeln. Sie verursachen den typischen schwarzen Belag. Allerdings können auch andere saugende Schädlinge Honigtau produzieren.

Woher kommen Schildläuse?
Schildläuse können bereits unbemerkt auf neu gekauften oder überwinternden Pflanzen vorhanden sein. Besonders kleine Jungstadien und versteckte Schildchen werden häufig übersehen. Die beweglichen Jungtiere können anschließend weitere Pflanzenteile besiedeln.

Können sich Schildläuse bewegen?
Die frisch geschlüpften Jungstadien sind beweglich und können neue Stellen der Pflanze besiedeln. Viele ausgewachsene weibliche Schildläuse bleiben dagegen dauerhaft oder nahezu unbeweglich an ihrem Saugplatz.

Was hilft gegen Schildläuse?
Bei wenigen gut erreichbaren Tieren kann mechanisches Entfernen sinnvoll sein. Ein stärkerer Befall erfordert dagegen eine systematische Vorgehensweise. Entscheidend sind die betroffene Pflanze, die Schildlausart und der tatsächliche Umfang des Befalls.

Helfen Hausmittel gegen Schildläuse?
Bei einem kleinen Befall können einfache mechanische Maßnahmen und geeignete milde Behandlungen helfen. Allerdings sind nicht sämtliche Hausmittel für jede Pflanze geeignet. Bei stärkerem oder wiederkehrendem Befall solltest du die Vorgehensweise überprüfen.

Können Nützlinge Schildläuse bekämpfen?
Ja. Verschiedene Marienkäfer und parasitische Wespen gehören zu den natürlichen Gegenspielern von Schildläusen. Ihre Wirksamkeit hängt allerdings von der Schildlausart und den örtlichen Bedingungen ab.

Sind Schildläuse und Wollläuse dasselbe?
Nein. Wollläuse besitzen typischerweise weiße, watteartige Wachsausscheidungen. Gewöhnliche Schildläuse fallen dagegen häufig als feste Schildchen oder gewölbte Erhebungen auf. Allerdings können auch manche Schildlausarten weißliche Wachsbedeckungen bilden.