Nematoden gegen Dickmaulrüssler: richtiger Zeitpunkt und sichere Anwendung

Angefressene Blattränder sind ein typischer Hinweis auf erwachsene Dickmaulrüssler. Die gefährlicheren Schäden entstehen jedoch unsichtbar im Boden: Dort fressen die weißlichen Larven an Feinwurzeln und Wurzelhals. Befallene Pflanzen wachsen schlechter, welken trotz feuchter Erde oder lassen sich bei stark geschädigten Wurzeln ungewöhnlich leicht aus dem Boden ziehen. Genau gegen diese unterirdischen Stadien werden Nematoden eingesetzt. Entscheidend sind dabei die passende Nematodenart, die Bodentemperatur und ausreichend Feuchtigkeit. Bei warmem Boden kommt häufig Heterorhabditis bacteriophora zum Einsatz; für kühlere Frühjahrs- und Herbstperioden gibt es Arten, die bereits ab etwa 5 beziehungsweise 8 °C Bodentemperatur aktiv sind.

Nematoden helfen vor allem gegen die Larven des Dickmaulrüsslers; je nach Nematodenart und Produkt können auch Puppen erfasst werden. Die normale Gießbehandlung wirkt dagegen nicht gegen erwachsene Käfer. Bringe die Nematoden auf feuchtem Boden, möglichst abends, bei bedecktem Himmel oder geeignetem Regenwetter aus und halte den behandelten Wurzelbereich anschließend mindestens etwa zwei Wochen feucht. Die konkrete Produktanleitung hat immer Vorrang.

Der häufigste Grund für einen ausbleibenden Erfolg ist ein ungeeigneter Zeitpunkt. Sind kaum bekämpfbare Larven vorhanden, ist der Boden für die gewählte Art zu kalt oder trocknet er nach der Anwendung aus, erreichen die Nematoden ihr Ziel nicht. Deshalb erfährst du hier nicht nur, wie du sie anmischst, sondern auch, welche Art zu welcher Bodentemperatur passt und wie du die Anwendung zuverlässig durchführst.

Infografik: Nematoden gegen Dickmaulrüssler-Larven – Lupe mit Larven im Boden, eine Engerling-Larve, Gärtner beim Ausbringen mit Gießkanne sowie Check-Icons „Larven im Boden?“, „Boden feucht halten?“ und „Passender Zeitpunkt?“.
Nematoden gegen Dickmaulrüssler: Wann sie wirken – und wie du sie richtig anwendest
Inhalt
  1. Nematoden wirken im Boden – aber nicht gegen jeden Dickmaulrüssler
  2. Welche Nematoden gegen Dickmaulrüssler geeignet sind
  3. Nematoden gegen Dickmaulrüssler richtig anwenden
  4. Nematoden im Kübel, Hochbeet und Gewächshaus anwenden
  5. Warum Nematoden manchmal scheinbar nicht wirken
  6. Wie lange dauert es, bis Nematoden wirken?
  7. Behandlung kontrollieren und bei Bedarf wiederholen
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Nematoden wirken im Boden – aber nicht gegen jeden Dickmaulrüssler

Nematoden sind winzige Fadenwürmer. Für die biologische Schädlingsbekämpfung werden spezielle insektenpathogene Arten verwendet, die im Boden nach geeigneten Wirten suchen. Haben sie eine Dickmaulrüsslerlarve erreicht, dringen sie über natürliche Körperöffnungen ein und geben symbiotische Bakterien ab. Die befallene Larve stirbt innerhalb weniger Tage. Anschließend vermehren sich die Nematoden im Wirtskörper und können weitere Larven aufsuchen.

Für Menschen, Haustiere und Pflanzen sind die dafür angebotenen Nützlingsarten bei bestimmungsgemäßer Anwendung unproblematisch. Pflanzenparasitäre Nematoden sind eine andere Gruppe und dürfen nicht mit den Nützlingen aus dem biologischen Pflanzenschutz verwechselt werden.

Blattfraß und Wurzelschaden richtig einordnen

Halbkreisförmige oder buchtenartige Fraßstellen am Blattrand sind typisch für erwachsene Dickmaulrüssler. Dieser Fraß sieht unschön aus, bringt eine kräftige Pflanze allein aber meist nicht in akute Gefahr. Deutlich kritischer sind die Larven im Wurzelbereich.

Typische Hinweise auf Larvenfraß sind:

  • Die Pflanze welkt, obwohl die Erde ausreichend feucht ist.
  • Wachstum und Austrieb bleiben auffällig schwach.
  • Einzelne Triebe sterben ohne erkennbare oberirdische Ursache ab.
  • Am Wurzelhals fehlen Rindenteile oder Feinwurzeln.
  • Im Substrat liegen cremeweiße, gekrümmte Larven mit brauner Kopfkapsel.
  • Die Larven besitzen keine Beine.

Bevor du Nematoden bestellst, solltest du an einigen verdächtigen Pflanzen vorsichtig im äußeren Wurzelbereich nachsehen. Buchtenfraß ist ein starker Hinweis auf einen Rüsselkäferbefall, bestätigt aber nicht automatisch, dass gerade bekämpfbare Dickmaulrüsslerlarven im Boden vorhanden sind.

➡️ Dickmaulrüssler-Larven sicher erkennen

Erwachsene Käfer bleiben zunächst am Leben

Eine normale Gießbehandlung mit Nematoden erreicht die erwachsenen Käfer auf den Pflanzen nicht. Deshalb können nach einer gelungenen Larvenbehandlung weiterhin neue Fraßspuren erscheinen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Nematoden versagt haben.

Erwachsene Dickmaulrüssler sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber beispielsweise unter Töpfen, Brettern, Mulch oder Pflanzenresten. Absammeln und geeignete Fangsysteme können die Larvenbehandlung ergänzen.

➡️ Dickmaulrüssler erkennen und bekämpfen


Welche Nematoden gegen Dickmaulrüssler geeignet sind

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Nicht jede Nematodenart arbeitet bei denselben Temperaturen. Gerade im zeitigen Frühjahr kann die Luft bereits mild sein, während die Erde im Wurzelbereich noch deutlich zu kalt bleibt. Entscheidend ist deshalb die Bodentemperatur dort, wo die Larven leben – nicht nur die Lufttemperatur oder ein einzelner warmer Nachmittag.

NematodenartBodentemperaturTypischer EinsatzGeeignet, wenn
Steinernema krausseiab etwa 5 °CMärz bis Mitte Mai, September bis Oktoberder Boden noch kühl ist
Heterorhabditis downesiab etwa 8 °CMärz bis Mitte Mai, September bis Oktober12 °C noch nicht sicher erreicht werden
Heterorhabditis bacteriophoraab etwa 12 °CAnfang April bis Anfang Juni, Mitte August bis Anfang Oktoberder Boden zuverlässig warm ist

Diese Zeiträume sind eine Orientierung. Maßgeblich bleiben immer der angegebene Temperaturbereich, der Einsatzzeitraum und die Flächenleistung des konkreten Produkts.

Ein Präparat für 50 m² solltest du nicht durch zusätzliches Wasser auf 100 m² strecken. Mehr Wasser erhöht nicht die Zahl der Nematoden, sondern verteilt die vorhandenen Tiere lediglich dünner.

Das ➡️ Merkblatt des Pflanzenschutzamts Berlin nennt als wichtige Voraussetzungen unter anderem einen feuchten Boden und eine lichtgeschützte Ausbringung während geeigneter Entwicklungsphasen.

Der richtige Zeitpunkt im Frühjahr

Im Frühjahr kannst du die Larven bekämpfen, die im Boden überwintert haben. Dabei muss die gewählte Nematodenart zur Bodentemperatur passen.

Für die Behandlung gilt:

  • Steinernema kraussei kann bereits bei kühlem Boden ab etwa 5 °C eingesetzt werden.
  • Heterorhabditis downesi eignet sich ab etwa 8 °C.
  • Heterorhabditis bacteriophora benötigt etwa 12 °C Bodentemperatur.
  • Die Temperatur solltest du im behandelten Wurzelbereich messen.
  • Ein einzelner warmer Nachmittag genügt nicht, wenn der Boden insgesamt noch kalt ist.

Je weiter die Entwicklung im Frühjahr fortschreitet, desto weniger Larven befinden sich im passenden Stadium. Deshalb solltest du nicht allein darauf warten, dass es draußen möglichst warm wird.

Der wichtige Zeitraum im Spätsommer

Ab dem Spätsommer treten wieder junge Larven im Boden auf. Jetzt ist die Behandlung besonders sinnvoll, weil die neue Larvengeneration früh erfasst werden kann, bevor sie über längere Zeit an den Wurzeln frisst.

Für Heterorhabditis bacteriophora liegt der übliche Einsatzzeitraum ungefähr zwischen Mitte August und Anfang Oktober. Kühlere Bedingungen im weiteren Herbst können je nach Bodentemperatur mit dafür geeigneten Arten wie Heterorhabditis downesi oder Steinernema kraussei abgedeckt werden.

Der Kalender allein reicht jedoch nicht. Prüfe vor dem Anmischen:

  • Passt die Bodentemperatur zur gewählten Art?
  • Gibt es Hinweise auf einen Befall mit Dickmaulrüsslern?
  • Kannst du die behandelte Erde anschließend über längere Zeit feucht halten?
  • Lassen sich direkte Sonne und extreme Witterung während der Ausbringung vermeiden?

Nematoden gegen Dickmaulrüssler richtig anwenden

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Die Anwendung mit einer Gießkanne ist nicht kompliziert. Entscheidend ist, dass die lebenden Nützlinge gleichmäßig verteilt werden, rasch in den Boden gelangen und dort ausreichend Feuchtigkeit vorfinden.

1. Behandelte Fläche sinnvoll festlegen

Dickmaulrüssler bleiben nicht zwingend an einer einzelnen Pflanze. Die flugunfähigen Käfer können nachts zu benachbarten Pflanzen laufen und dort Eier ablegen.

Kontrolliere deshalb bei einem bestätigten Befall auch:

  • direkt benachbarte Kübel und Balkonkästen
  • Beete mit typischen Wirtspflanzen
  • angrenzende Pflanzflächen
  • Töpfe mit neuen Fraßspuren
  • Pflanzen, die ohne erkennbare Ursache welken

Nicht jeder Topf im Garten muss vorsorglich behandelt werden. Sinnvoll ist die Behandlung dort, wo ein Befall bekannt oder aufgrund der unmittelbaren Befallssituation plausibel ist.

2. Nematoden bis zur Anwendung richtig lagern

Nematoden sind lebende Organismen. Lass eine gelieferte Packung deshalb nicht längere Zeit in einem warmen Briefkasten, Auto oder Gartenhaus liegen.

Kannst du das Präparat nicht sofort verwenden, lagerst du es genau entsprechend der Herstellerangabe – normalerweise gekühlt und niemals eingefroren.

Auch die maximale Lagerdauer unterscheidet sich je nach Produkt. Plane die Bestellung deshalb möglichst so, dass Lieferung, geeignete Bodentemperatur und Anwendung zeitlich zusammenpassen.

3. Boden vorfeuchten

Trockene Erde verschlechtert die Bedingungen für Nematoden deutlich. Sie benötigen Feuchtigkeit, um sich in den Wasserfilmen zwischen den Bodenpartikeln zu bewegen und ihre Wirte zu erreichen.

Ist der Boden trocken, wässerst du ihn vor der Anwendung. Er soll gleichmäßig feucht, aber nicht vernässt sein.

Bei sehr trockenem Topfsubstrat ist langsames Vorwässern besonders wichtig. Ausgetrocknete Wurzelballen können Wasser zunächst seitlich vorbeileiten, sodass die Nematodenlösung den eigentlichen Wurzelbereich kaum erreicht.

Liegt eine dicke, trockene Mulchschicht auf dem Boden, kannst du sie vorübergehend etwas zur Seite ziehen. Die Lösung soll in die Erde gelangen und nicht überwiegend im trockenen Mulch hängen bleiben.

4. Packungsinhalt vollständig anmischen

Halte dich beim Ansetzen an die Anleitung des gekauften Produkts. Je nach Präparat wird der Packungsinhalt zunächst in Wasser eingerührt und anschließend auf die erforderliche Gesamtwassermenge verteilt.

Wichtig sind dabei:

  • den vorgesehenen Packungsinhalt entsprechend der Anleitung verwenden
  • sauberes, nicht heißes Wasser nehmen
  • die Suspension während der Arbeit regelmäßig umrühren
  • die angemischten Nematoden zügig ausbringen
  • die angegebene Fläche einhalten

Nematoden beziehungsweise das Trägermaterial können sich mit der Zeit absetzen. Deshalb solltest du die Lösung nicht einmal anrühren und anschließend lange unbewegt stehen lassen.

5. Gießkanne und Ausbringgerät vorbereiten

Für kleine und mittlere Flächen reicht meist eine saubere Gießkanne. Bei anderen Ausbringgeräten können sehr feine Filter und Siebe problematisch sein.

Achte darauf:

  • Die Gießkanne ist sauber.
  • Im Behälter befinden sich keine Rückstände anderer Mittel.
  • Die Flüssigkeit kann gleichmäßig ausgebracht werden.
  • Filter und Siebe werden nur entsprechend der Produkt- oder Geräteanleitung verwendet.
  • Bei Spritzgeräten passen Düsen und Druck zur Anwendung mit Nematoden.

Reste von Reinigungs-, Desinfektions- oder Pflanzenschutzmitteln gehören nicht in die Nematodenlösung.

6. Abends, bei bedecktem Himmel oder geeignetem Regenwetter ausbringen

Nematoden sind empfindlich gegenüber UV-Strahlung und Austrocknung. Bringe sie deshalb am besten abends oder bei bedecktem Himmel aus.

Auch Regen kann für die Anwendung günstig sein: Ein bereits feuchter Boden und fehlende direkte Sonne schaffen gute Bedingungen. Du musst daher nicht warten, bis nach einem leichten Regen alles wieder vollständig trocken ist.

Bei starkem Niederschlag, Staunässe oder Wasser, das oberflächlich abfließt, solltest du dagegen warten. Die Lösung soll gleichmäßig in den vorgesehenen Wurzelbereich gelangen und nicht unkontrolliert verlagert werden.

Gegossen wird auf Erde beziehungsweise Substrat. Die Blätter müssen bei der üblichen Bodenbehandlung nicht benetzt werden.

7. Nematoden einspülen und Boden feucht halten

Nach der Ausbringung werden die Nematoden entsprechend der Produktanleitung mit klarem Wasser in den Boden eingespült.

Entscheidend ist anschließend die Feuchtigkeit. Der behandelte Wurzelbereich sollte mindestens etwa zwei Wochen nicht austrocknen. Manche Präparate empfehlen eine längere Feuchthaltung von mehreren Wochen – deshalb hat die jeweilige Gebrauchsanleitung Vorrang.

Feucht bedeutet dabei nicht nass. Dauerhafte Staunässe verbessert die Wirkung nicht und kann den Pflanzen schaden.

Kübel solltest du bei warmem oder windigem Wetter besonders häufig kontrollieren, weil ihr Substrat wesentlich schneller austrocknen kann als Gartenboden.


Nematoden im Kübel, Hochbeet und Gewächshaus anwenden

In Töpfen und Kübeln kann der Befall besonders auffällig werden. Das Substrat bietet den Larven einen konzentrierten Wurzelraum, und eingeschleppte Dickmaulrüssler können sich zwischen eng stehenden Gefäßen weiterverbreiten.

Kübel vollständig durchfeuchten

Gieße die Nematodenlösung nicht nur direkt an den Pflanzenstamm. Sie soll den durchwurzelten Bereich des Topfes erreichen.

Bei einem sehr trockenen Wurzelballen kann Wasser am Topfrand vorbeilaufen und sofort aus den Abzugslöchern austreten. In diesem Fall solltest du zunächst langsam mit klarem Wasser vorfeuchten und erst danach die Nematoden ausbringen.

Benachbarte Gefäße kontrollieren

Stehen mehrere Kübel eng zusammen und an einem davon findest du eindeutigen Buchtenfraß oder Larven, solltest du auch die anderen Gefäße untersuchen.

Die Käfer können zwischen benachbarten Töpfen umherlaufen. Das bedeutet jedoch nicht, dass vorsorglich jeder beliebige Kübel behandelt werden muss. Konzentriere dich auf die befallene Pflanzengruppe und Gefäße mit konkreten Hinweisen.

Besonders aufmerksam solltest du bei Pflanzen sein, die plötzlich welken oder ungewöhnlich locker im Substrat sitzen. Hier kann der Wurzelfraß bereits stärker sein.

Gewächshaus und Wintergarten unterscheiden sich vom Freiland

In geschützten und dauerhaft wärmeren Bereichen kann der Entwicklungsverlauf vom typischen Freilandrhythmus abweichen. Unterschiedliche Entwicklungsstadien können dort länger nebeneinander vorkommen.

Ein starrer Frühjahrs- und Herbsttermin ist deshalb weniger verlässlich. Prüfe stattdessen das Substrat auf Larven und richte die Behandlung nach vorhandenen Schädlingen, Bodentemperatur und Produktanleitung aus.


Warum Nematoden manchmal scheinbar nicht wirken

Eine Behandlung wird leicht zu früh als erfolglos bewertet. Bereits vorhandene Buchten an den Blättern verschwinden nicht wieder. Geschädigte Wurzeln wachsen nicht innerhalb weniger Tage nach, und erwachsene Käfer können trotz erfolgreicher Larvenbekämpfung zunächst weiterfressen.

Die häufigsten Anwendungsfehler

Besonders häufig entstehen Probleme durch diese Punkte:

  • Es wurden nur Fraßspuren gesehen, ohne die Larvenphase zu prüfen.
  • Die Nematodenart passte nicht zur Bodentemperatur.
  • Der trockene Boden wurde nicht vorgewässert.
  • Die Anwendung erfolgte bei intensiver direkter Sonne.
  • Der Boden trocknete nach der Behandlung wieder aus.
  • Eine Packung wurde auf eine größere Fläche verteilt als vorgesehen.
  • Die Lösung stand unnötig lange.
  • Während der Anwendung wurde nicht regelmäßig umgerührt.
  • Nur eine einzelne Pflanze wurde behandelt, obwohl ein größerer Befallsbereich vorhanden war.
  • Das Präparat wurde falsch gelagert oder zu spät verwendet.

Prüfe die Feuchtigkeit dabei nicht nur an der Oberfläche. Gerade unter Mulch kann die oberste Schicht feucht aussehen, während der eigentliche Wurzelraum bereits deutlich trockener ist.

Wasser allein löst keine falsche Dosierung

Wasser dient vor allem dazu, die Nematoden gleichmäßig zu verteilen und in den Boden zu transportieren.

Mehr Wasser bedeutet deshalb nicht, dass eine Packung plötzlich für eine größere Fläche reicht. Die Zahl der Nematoden bleibt gleich.

Umgekehrt ist eine besonders konzentrierte Lösung nicht automatisch besser. Wird zu wenig Wasser verwendet, kann die gleichmäßige Verteilung im Wurzelraum schwieriger werden.

Halte dich deshalb an Packungsgröße, vorgesehene Fläche und Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts.

Dünger und Pflanzenschutzmittel nicht ungeprüft beimischen

Mische Nematoden nicht auf eigene Faust mit Dünger, Kalk, Desinfektionsmitteln oder Pflanzenschutzpräparaten in derselben Kanne.

Ob eine Kombination verträglich ist, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Liegt keine ausdrückliche Freigabe vor, wendest du die Mittel getrennt entsprechend ihren Gebrauchsanleitungen an.


Wie lange dauert es, bis Nematoden wirken?

Hat ein Nematode eine geeignete Dickmaulrüsslerlarve infiziert, kann diese innerhalb weniger Tage sterben. Daraus folgt aber nicht, dass sich eine geschädigte Pflanze ebenso schnell sichtbar erholt.

Abgefressene Feinwurzeln müssen neu gebildet werden. Je stärker der vorherige Wurzelschaden war, desto länger kann es dauern, bis Wachstum und Wasseraufnahme wieder normal erscheinen.

Bei Heterorhabditis-Nematoden können erfolgreich infizierte Larven eine rötliche bis rotbraune Färbung annehmen. Im Garten ist dieser Nachweis jedoch nicht immer leicht, weil abgestorbene Larven im Boden zersetzt oder bei einer Kontrolle übersehen werden.

Sinnvoller ist es, mehrere Punkte gemeinsam zu beobachten:

  1. Bei vorsichtigen Bodenproben werden weniger lebende Larven gefunden.
  2. Die Pflanze stabilisiert sich und bildet später wieder neue Wurzeln.
  3. In der folgenden Generation nimmt der Befallsdruck ab.

Alte Buchten an den Blättern sind dagegen kein geeigneter Maßstab. Sie bleiben sichtbar, selbst wenn die Larvenbehandlung erfolgreich war.


Behandlung kontrollieren und bei Bedarf wiederholen

Eine einzige Behandlung muss einen Dickmaulrüsslerbefall nicht für immer beenden. Erwachsene Käfer können nach der Larvenbekämpfung weiterleben und später neue Eier ablegen. Zusätzlich können Dickmaulrüssler über Pflanzen oder aus angrenzenden Bereichen neu eingeschleppt beziehungsweise eingewandert werden.

Bei deutlichem Befall kann deshalb eine Behandlung in zwei geeigneten Larvenperioden sinnvoll sein: einmal im Frühjahr und erneut im Spätsommer beziehungsweise Herbst.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du Nematoden alle paar Tage nachgießen solltest.

Vor einer erneuten Behandlung prüfst du wieder:

  • Gibt es noch beziehungsweise wieder Larven?
  • Welche Nematodenart passt zur aktuellen Bodentemperatur?
  • Liegt ein geeigneter Behandlungszeitraum vor?
  • Kann die Fläche anschließend zuverlässig feucht gehalten werden?

Der nächste Einsatz richtet sich nach Entwicklungsstadium und Bedingungen – nicht nach einem starren kurzen Wiederholungsintervall.


Häufige Fragen zu Nematoden gegen Dickmaulrüssler

Wann setzt man Nematoden gegen Dickmaulrüssler ein?
Im Freiland liegen wichtige Zeiträume im Frühjahr und erneut ab dem Spätsommer. Der genaue Termin hängt von der Nematodenart und der Bodentemperatur ab. Steinernema kraussei kann etwa ab 5 °C, Heterorhabditis downesi ab etwa 8 °C und Heterorhabditis bacteriophora ab etwa 12 °C Bodentemperatur eingesetzt werden. Die Angaben des konkreten Produkts haben Vorrang.

Wie lange muss der Boden nach der Anwendung feucht bleiben?
Der behandelte Wurzelbereich sollte mindestens etwa zwei Wochen nicht austrocknen. Je nach Produkt kann eine längere Feuchthaltung empfohlen werden. Kübel musst du bei warmem und windigem Wetter häufiger kontrollieren als Gartenboden.

Wie schnell wirken Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven?
Eine erfolgreich infizierte Larve kann innerhalb weniger Tage sterben. Sichtbare Verbesserungen an einer bereits geschädigten Pflanze dauern länger, weil beschädigte Wurzeln erst neu wachsen müssen.

Helfen Nematoden auch gegen erwachsene Dickmaulrüssler?
Die normale Gießanwendung im Boden richtet sich gegen Larven und je nach Produkt auch gegen Puppen, nicht gegen die frei laufenden erwachsenen Käfer. Für adulte Dickmaulrüssler sind andere Maßnahmen wie Absammeln oder speziell dafür vorgesehene Fangsysteme nötig.

Kann man Nematoden bei Regen ausbringen?
Ja. Feuchter Boden, bedeckter Himmel und leichter Regen können für die Ausbringung sogar günstig sein. Vermeide jedoch Bedingungen, bei denen Starkregen, Staunässe oder oberflächlich abfließendes Wasser die gleichmäßige Verteilung beeinträchtigen.

Soll ich vor der Anwendung von Nematoden gießen?
Wenn der Boden trocken ist, ja. Nematoden benötigen Feuchtigkeit, um sich im Boden bewegen zu können. Trockenen Boden solltest du deshalb vorwässern und nach der Behandlung über den empfohlenen Zeitraum feucht halten.

Kann man Nematoden überdosieren?
Halte dich an die für das Produkt angegebene Fläche und Dosierung. Eine Packung auf eine größere Fläche zu verteilen ist problematisch, weil dadurch weniger Nematoden pro Quadratmeter ausgebracht werden. Mehr Wasser erhöht die vorhandene Nematodenzahl nicht.

Sind Nematoden für Hunde, Katzen und Kinder gefährlich?
Die zur biologischen Bekämpfung des Dickmaulrüsslers angebotenen insektenpathogenen Nematoden sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung für Menschen, Haustiere und Pflanzen unproblematisch. Die jeweiligen Anwendungshinweise solltest du trotzdem einhalten.

Muss die Behandlung jedes Jahr wiederholt werden?
Nicht automatisch. Bei erneutem oder anhaltendem Befall kann eine weitere Behandlung in einer passenden Larvenphase sinnvoll sein. Kontrolliere vorher Befall, Bodentemperatur und Entwicklungszeitpunkt.

Welche Nematoden sind bei kaltem Boden geeignet?
Steinernema kraussei kann bereits ab etwa 5 °C Bodentemperatur eingesetzt werden. Heterorhabditis downesi eignet sich ab etwa 8 °C. Für Heterorhabditis bacteriophora sollte der Boden dagegen ungefähr 12 °C erreichen.