Viele kleine, strohgelbe Flecken im Rasen wirken zunächst wie Trockenstellen. Treten sie während warmer Witterung nach taunassen oder sehr feuchten Nächten auf, kann jedoch Dollarspot dahinterstecken. Die Pilzkrankheit wird auch Dollarflecken-Krankheit genannt und befällt vor allem die Blätter der Rasengräser. Entscheidend für die Diagnose ist nicht allein die Größe der Flecken: Auf höher gemähtem Hausrasen können die Stellen wesentlich größer und unregelmäßiger aussehen als die namensgebenden münzgroßen Flecken auf sehr kurz gemähtem Rasen. Besonders hilfreich ist deshalb ein genauer Blick auf einzelne Halme und eine Kontrolle am frühen Morgen. Trockener Boden schließt Dollarspot übrigens nicht aus – die Wurzeln können unter Trockenstress leiden, während Tau die Blätter gleichzeitig viele Stunden feucht hält.
Für Dollarspot sprechen zahlreiche helle bis strohbraune Flecken, typische helle Blattläsionen mit rotbraunem Rand und manchmal ein feines weißes Pilzgeflecht am frühen Morgen. Gegen den Befall helfen vor allem eine kürzere Blattnässe, Bewässerung am Morgen, eine passende Schnitthöhe ohne tiefes Mähen und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Vertikutieren oder Nachsäen ist erst sinnvoll, wenn der akute Befall abgeklungen ist und tatsächlich Filz oder offene Lücken zurückbleiben.

Inhalt
Dollarspot erkennen: Das Schadbild richtig lesen
Der Name führt leicht in die Irre. Münzgroße, klar abgegrenzte Flecken sind besonders typisch für sehr kurz gemähte Flächen wie Golfgrüns. Im normalen Hausgarten steht das Gras deutlich höher. Dort können einzelne Flecken mehrere Zentimeter groß werden und später zu größeren unregelmäßigen Bereichen zusammenwachsen.
Schaue deshalb nicht nur auf die Größe. Verteilung, Farbe, einzelne Blattläsionen, Witterung und Feuchtigkeit am frühen Morgen ergeben zusammen eine deutlich zuverlässigere Einordnung.
Typische Anzeichen auf der Rasenfläche
Am Anfang erscheinen einzelne Stellen häufig blassgrün. Später bleichen die betroffenen Halme aus und werden strohgelb bis hellbraun. Mehrere Stellen können zusammenwachsen, sodass der Rasen gesprenkelt oder unruhig wirkt.
Für Dollarspot sprechen vor allem:
- viele kleine helle Flecken statt einer einzigen großen Schadfläche
- strohgelbe oder gebleichte Halme
- ein Auftreten während warmer Witterung mit feuchten oder taunassen Nächten
- stärkere Schäden in geschwächten, trockenheitsgestressten oder sehr tief gemähten Bereichen
- feines weißes Pilzgeflecht am frühen Morgen
- einzelne Halme mit hellen, teilweise eingeschnürten Blattstellen und braunem bis rotbraunem Rand
Ein klarer leerer Ring mit gesundem oder besonders dunkelgrünem Gras in der Mitte ist dagegen nicht das typische Dollarspot-Muster. Bei deutlich ringförmigen oder großflächigen Schäden solltest du weitere Ursachen prüfen.
➡️ Rasenkrankheiten und Pilze anhand ihres Schadbilds unterscheiden
Das weiße Geflecht ist nur kurz sichtbar
Bei Tau oder hoher Luftfeuchtigkeit kann morgens ein feines weißes bis watteartiges Pilzgeflecht zwischen den Halmen sichtbar sein. Sobald die Fläche trocknet, verschwindet es häufig wieder.
Wer den Rasen erst am Nachmittag kontrolliert, sieht deshalb eventuell nur noch die hellen Flecken und hält sie für gewöhnlichen Wassermangel.
Das weiße Geflecht allein beweist Dollarspot allerdings nicht. Auch andere Rasenkrankheiten können bei hoher Feuchtigkeit helles Myzel bilden. Aussagekräftiger wird die Diagnose, wenn zusätzlich die typischen hellen Blattläsionen mit dunklerem Rand vorhanden sind.
| Schadbild | Verteilung und Farbe | Typisches Zusatzzeichen | Wahrscheinlichere Ursache |
|---|---|---|---|
| Viele kleine helle Stellen | strohgelb, verteilt, teils zusammenwachsend | morgens weißes Geflecht, helle Blattläsionen mit braunem Rand | Dollarspot |
| Größere trockene Zonen | besonders an Kanten, Erhebungen oder in voller Sonne | Boden trocken, Fußspuren bleiben länger sichtbar | Trockenstress |
| Runde Einzelstellen | braune Mitte, teilweise kräftig grüner Rand | wiederkehrende Punkte an typischen Stellen | Hundeurin |
| Gelbliche Flächen mit roten Fäden | unregelmäßig, nicht scharf begrenzt | rote oder rosafarbene Fäden an den Halmen | Rotspitzigkeit |
| Graue, schmierige oder verklebte Bereiche | feucht, teilweise faulig | anderes Temperatur- und Feuchtemuster | andere Rasenkrankheit |
Bei roten Fäden führt der passende Weg zu:
➡️ Rotspitzigkeit im Rasen sicher erkennen
Wirkt die Fläche dagegen trocken und braun, ohne die typischen Blattläsionen:
➡️ Ursachen für braune Flecken im Rasen prüfen



Warum Dollarflecken entstehen
Dollarspot wird durch Pilze der Gattung Clarireedia verursacht. In älteren Fachtexten und Ratgebern findest du häufig noch die frühere Bezeichnung Sclerotinia homoeocarpa. Die heute verwendete Gattung Clarireedia umfasst mehrere Arten, die das als Dollarspot bezeichnete Krankheitsbild verursachen.
Die Krankheit befällt in erster Linie das Blattgewebe der Gräser. Deshalb kann sich ein mäßig geschädigter Rasen häufig wieder gut erholen, wenn die Wachstumsbedingungen verbessert werden und aus den noch vitalen Pflanzenteilen neue Blätter nachwachsen.
Warme Witterung und lange Blattnässe
Dollarspot wird durch längere Blattnässe begünstigt. Tau, hohe Luftfeuchtigkeit, Regen oder eine spät eingeschaltete Bewässerung können die Halme über viele Stunden feucht halten.
Besonders problematisch wird das, wenn der Rasen gleichzeitig nur schwach wächst. Geschwächte Gräser ersetzen geschädigtes Blattgewebe langsamer, sodass die Flecken deutlicher und länger sichtbar bleiben.
Trockener Boden und nasse Halme können gleichzeitig auftreten
Dieser Zusammenhang wird leicht übersehen. Dollarspot bedeutet nicht, dass der Boden zwangsläufig nass sein muss.
Nach heißen Tagen kann der Wurzelbereich bereits trocken sein. Kühlt die Luft nachts ab, bildet sich trotzdem Tau auf den Halmen. Die Gräser leiden dann im Boden unter Wassermangel, während ihre Blätter gleichzeitig über Stunden feucht bleiben.
Genau deshalb ist häufiges oberflächliches Gießen keine gute Lösung. Es kann die Blattnässe verlängern, ohne den tieferen Wurzelraum ausreichend zu versorgen.
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Schwaches Wachstum erhöht die Anfälligkeit
Eine zu geringe oder unausgewogene Nährstoffversorgung kann Dollarspot begünstigen. Auffällig sind häufig Flächen, die insgesamt blass wirken, nur langsam nachwachsen und nach dem Mähen lange brauchen, um sich wieder zu schließen.
Daraus folgt allerdings nicht, dass du bei Dollarflecken sofort kräftig düngen solltest. Ist der Rasen ausgetrocknet oder stark gestresst, kann eine unpassende Düngergabe zusätzliche Schäden verursachen.
Prüfe deshalb zuerst Bodenfeuchtigkeit, Jahreszeit und allgemeinen Wachstumszustand.
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Tiefer Schnitt, Filz und schlechte Luftbewegung
Sehr tiefes Mähen nimmt den Gräsern Blattmasse und kann ihre Regeneration erschweren. Gleichzeitig bleibt Feuchtigkeit länger problematisch, wenn Hecken, Mauern oder dichter Bewuchs die Luftbewegung über der Grasnarbe stark einschränken.
Auch eine ausgeprägte Filzschicht kann die Bedingungen im Bereich der Grasnarbe ungünstig verändern. Verdichteter Boden belastet den Rasen zusätzlich, weil Wurzeln Wasser und Sauerstoff schlechter erschließen können.
Solche Probleme solltest du langfristig beheben. Während eines akuten Befalls sind radikale mechanische Eingriffe jedoch selten der sinnvollste erste Schritt.

Dollarspot bekämpfen: Die richtige Reihenfolge
Im Hausrasen geht es nicht darum, jeden sichtbaren Pilzfaden sofort mit einem Mittel zu beseitigen. Wichtiger ist, die Bedingungen für neue Infektionen zu verschlechtern und dem Rasen wieder ein gleichmäßiges Wachstum zu ermöglichen.
1. Das Schadbild am frühen Morgen kontrollieren
Markiere zwei oder drei frische Flecken und schaue sie möglichst vor dem Abtrocknen des Taus an. Fotografiere sowohl die gesamte Fläche als auch einzelne betroffene Halme.
Prüfe dabei:
- Ist ein feines weißes oder spinnwebenartiges Geflecht vorhanden?
- Findest du helle Blattläsionen mit braunem oder rotbraunem Rand?
- Ist der Boden unter den Flecken trocken, normal feucht oder nass?
- Treten die Flecken nur in einem bestimmten Bewässerungsbereich auf?
- Wurde der Rasen kurz vor dem Auftreten besonders tief gemäht?
- Entstehen in den nächsten Tagen neue Flecken?
Dieser Check ist wichtiger als eine Behandlung auf Verdacht. Trockenstress, andere Pilzkrankheiten und Pflegefehler können ähnlich aussehen, benötigen aber teilweise eine andere Reaktion.
2. Blattnässe verkürzen, ohne den Boden austrocknen zu lassen
Stelle regelmäßiges abendliches Beregnen ein. Muss der Rasen gewässert werden, ist der frühe Morgen in der Regel günstiger. Das Wasser erreicht den Boden, während die Halme anschließend tagsüber wieder abtrocknen können.
Bei wiederkehrendem Dollarspot auf kleinen Flächen kannst du starken Morgentau vorsichtig mit einem weichen Besen oder einem über die Fläche gezogenen Gartenschlauch von den Halmen entfernen. Das kann die Dauer der Blattnässe verkürzen.
Auf einem normalen Hausrasen muss daraus jedoch keine tägliche Daueraufgabe werden.
Gieße den Wurzelbereich bei Bedarf ausreichend, statt die Oberfläche jeden Abend nur kurz anzufeuchten. Ist der Boden dagegen bereits nass oder bilden sich Pfützen, braucht der Rasen zunächst kein zusätzliches Wasser.
3. Nicht zu tief und nur mit scharfem Messer mähen
Zu kurzer Schnitt erhöht den Stress. Mähe den Rasen deshalb auf einer für die verwendeten Gräser und die Jahreszeit passenden Höhe und vermeide einen radikalen Rückschnitt eines bereits geschwächten Bestands.
Ein scharfes Mähmesser hinterlässt sauberere Schnittflächen als ein stumpfes Messer, das die Blattspitzen zerfasert.
Befallene Bereiche solltest du im Hausgarten möglichst nicht stark taunass mähen. Erkranktes Pflanzenmaterial kann an Schuhen, Rädern oder Mähwerk haften und verschleppt werden. Grobe Pflanzenreste am Mäher solltest du anschließend entfernen.
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4. Nährstoffversorgung bedarfsgerecht stabilisieren
Wirkt der gesamte Rasen blass, wächst nur schwach und ist ohnehin eine reguläre Düngung fällig, kann eine angepasste Nährstoffversorgung die Regeneration unterstützen.
Verteile Dünger gleichmäßig und nicht nur auf die einzelnen Dollarflecken. Eine starke punktuelle Gabe beseitigt den Pilz nicht und kann neue Rasenschäden verursachen.
Auch Kalk ist keine Behandlung gegen Dollarspot. Kalk verändert den Boden-pH und sollte nur eingesetzt werden, wenn eine Bodenuntersuchung tatsächlich einen entsprechenden Bedarf zeigt.
5. Filz und Verdichtung nach der akuten Phase prüfen
Vertikutieren ist keine Soforttherapie gegen Dollarspot. Ein aggressiver Durchgang durch einen bereits geschwächten Bestand entfernt zusätzliche Halme und hinterlässt offene Stellen.
Fühlt sich die Fläche nach der Erholung stark schwammig an und liegt tatsächlich eine ausgeprägte Filzschicht zwischen Boden und Gras, kann später ein vorsichtiges Vertikutieren sinnvoll sein.
Bei hartem oder verdichtetem Boden ist dagegen Aerifizieren häufig die passendere Maßnahme.
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6. Erst nachsäen, wenn echte Lücken bleiben
Gebleichte Halme können völlig abgestorben aussehen, obwohl der Bestand noch aus vitalen Pflanzenteilen neu austreibt.
Warte deshalb zunächst ab, wie sich der Rasen nach angepasster Bewässerung, passendem Mähen und einer bedarfsgerechten Versorgung entwickelt.
Nachsaat wird sinnvoll, wenn tatsächlich offene Bodenstellen zurückbleiben und auch nach weiterem Wachstum kein ausreichender neuer Austrieb erfolgt.
Entferne dann loses abgestorbenes Material, raue die Oberfläche leicht an und säe gezielt nach.
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Maßnahmen, die den Schaden häufig verschlimmern
Der Wunsch nach einer schnellen Behandlung führt bei Dollarflecken leicht zu zu viel Aktion. Ein bereits gestresster Rasen verträgt jedoch keine beliebige Kombination aus Dünger, Vertikutierer, Kalk, Wasser und Nachsaat.
Jeden Abend kurz bewässern
Oberflächliches Abendgießen verlängert die Blattnässe bis in die Nacht. Gleichzeitig kann der tiefere Boden weiterhin zu trocken bleiben.
Damit wird weder Trockenstress zuverlässig behoben noch die für Dollarspot ungünstige lange Blattnässe verkürzt.
Den Rasen besonders kurz schneiden
Tiefes Mähen beseitigt den Erreger nicht. Es entfernt zusätzliche Blattmasse und kann die Regeneration des geschwächten Bestands verlangsamen.
Sofort kräftig vertikutieren
Bei aktivem Befall entstehen zusätzliche offene Stellen und Verletzungen. Vertikutieren gehört erst dann in den späteren Pflegeplan, wenn tatsächlich übermäßiger Rasenfilz vorhanden ist.
Wahllos Stickstoff oder Kalk streuen
Eine unzureichende Nährstoffversorgung kann Dollarspot begünstigen. Trotzdem ist eine hohe Sofortgabe keine geeignete Behandlung.
Bei trockenem Boden oder falscher Dosierung kann Dünger zusätzliche Schäden verursachen. Kalk hilft nur dann, wenn der Boden-pH tatsächlich eine Kalkung erforderlich macht.
Backpulver, Essig oder andere Hausmittel verwenden
Backpulver oder Natronlösungen werden gelegentlich als Hausmittel gegen Pilzkrankheiten empfohlen. Für die gezielte Behandlung von Dollarspot im Rasen sind solche Mischungen jedoch keine verlässliche Standardmaßnahme.
Auch Essig, Salz, Spülmittel oder hoch dosierte Eisenprodukte können Rasengräser, Bodenleben oder angrenzende Pflanzen schädigen. Eine unbekannte Konzentration auf die Grasnarbe zu sprühen ist keine sinnvolle Alternative zu einer sauberen Diagnose und angepasster Pflege.
Beliebige Pilzmittel verwenden
Für private Rasenflächen darf nicht einfach irgendein Fungizid eingesetzt werden. Entscheidend ist die aktuelle Zulassung des konkreten Mittels und der konkreten Anwendung.
Im Haus- und Kleingartenbereich dürfen nur Pflanzenschutzmittel entsprechend ihrer Zulassung und Kennzeichnung verwendet werden. Ob ein Produkt aktuell für nichtberufliche Anwender und den vorgesehenen Anwendungsbereich zulässig ist, kannst du in der offiziellen Datenbank prüfen:
➡️ Online-Datenbank zugelassener Pflanzenschutzmittel beim BVL
Erholung, Wiederkehr und hartnäckige Fälle
Da Dollarspot vor allem das Blattgewebe befällt, kann ein ausreichend vitaler Rasen sichtbare Schäden wieder überwachsen. Das geschieht allerdings nicht innerhalb weniger Stunden.
Neue grüne Blätter müssen zunächst nachwachsen, während die gebleichten Blattteile bis zum Mähen weiterhin sichtbar bleiben können.
Achte deshalb auf die Entwicklung und nicht nur auf die Farbe vorhandener Flecken:
- Entstehen keine neuen Flecken, spricht das dafür, dass der aktuelle Befall zur Ruhe kommt.
- Werden die betroffenen Stellen durch neuen Austrieb wieder grüner, regeneriert sich der Bestand.
- Wachsen immer mehr Flecken zusammen und entstehen offene Lücken, nimmt der Schaden weiter zu.
- Kommt das Schadbild regelmäßig an denselben Stellen zurück, solltest du Bewässerung, Boden, Luftbewegung, Schnitthöhe und Nährstoffversorgung dort gezielt prüfen.
Dass keine neuen Flecken entstehen, beweist allerdings nicht automatisch, dass eine einzelne Maßnahme dafür verantwortlich war. Auch veränderte Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder kürzere Tauphasen können die Krankheitsentwicklung bremsen.
Eine professionelle Diagnose kann sinnvoll sein, wenn sich die Flecken trotz angepasster Pflege schnell ausbreiten, die Grasnarbe großflächig abstirbt oder das Schadbild nicht eindeutig zu Dollarspot passt.
Schleimige Halme, stark geschädigte Wurzeln, auffällige große Ringe oder andere ungewöhnliche Beläge sollten neu eingeordnet werden, statt immer weiter gegen vermeintlichen Dollarspot zu behandeln.
Dollarspot dauerhaft vorbeugen
Vorbeugung bedeutet nicht, den Rasen möglichst trocken zu halten. Auch ein ausgetrockneter Wurzelraum schwächt die Pflanzen.
Das Ziel ist ein kräftiger Bestand mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit, dessen Blätter nach Regen oder Bewässerung möglichst zügig wieder abtrocknen.
Hilfreich sind vor allem:
- bei Bedarf bevorzugt am frühen Morgen bewässern
- häufiges oberflächliches Abendgießen vermeiden
- längere Trockenphasen im Wurzelraum vermeiden
- passende Schnitthöhe einhalten
- mit scharfen Mähmessern arbeiten
- den Rasen bedarfsgerecht und gleichmäßig mit Nährstoffen versorgen
- ausgeprägte Filzschichten bei Bedarf reduzieren
- verdichtete Bereiche gezielt verbessern
- Luftbewegung an sehr dicht eingefassten Rasenflächen verbessern
Wenn Dollarspot regelmäßig an denselben Stellen auftritt, lohnt sich eine frühe Kontrolle bei feuchtwarmer Witterung. Werden die ersten hellen Flecken rechtzeitig erkannt, kannst du Bewässerung und Pflege anpassen, bevor größere Bereiche zusammenwachsen.
Häufig übersehene Besonderheiten
Münzgroße Flecken sind im Hausgarten nicht zwingend
Die namensgebenden kleinen Flecken kennt man vor allem von sehr kurz gemähtem Rasen.
Auf höher gemähtem Hausrasen können die Schäden deutlich größer, ausgefranster und unregelmäßiger erscheinen. Mehrere einzelne Befallsstellen können außerdem ineinander übergehen.
Deshalb ist die reine Fleckengröße kein geeignetes Ausschlusskriterium.
Braune Ringe sind nicht automatisch Dollarflecken
Dollarspot erzeugt vor allem einzelne gebleichte Flecken, die bei starkem Befall zusammenwachsen können.
Ein klar gezeichneter Ring mit deutlich anderer Mitte passt weniger gut zu diesem typischen Schadbild. In diesem Fall solltest du andere Ursachen mit einbeziehen.
➡️ Gelbe und braune Flecken im Rasen nach ihrem Muster bestimmen
Weißes Myzel allein reicht nicht als Diagnose
Mehrere Rasenpilze können bei hoher Feuchtigkeit weißes oder graues Geflecht bilden.
Erst die Kombination aus Fleckenbild, einzelnen Blattläsionen, Witterung und Verlauf macht Dollarspot wahrscheinlich.
Der ganze Rasen muss selten erneuert werden
Bei einzelnen Dollarflecken ist eine komplette Neuanlage normalerweise unverhältnismäßig.
Solange der Bestand wieder austreibt und sich die Grasnarbe schließt, reichen angepasste Pflege und etwas Zeit. Nachgesät werden nur Bereiche, die tatsächlich lückig bleiben.
Häufige Fragen zu Dollarspot und Dollarflecken
Wie erkenne ich Dollarspot im Rasen?
Typisch sind viele kleine, strohgelbe bis hellbraune Flecken. Auf einzelnen Halmen findest du häufig helle, teilweise eingeschnürte Läsionen mit einem braunen oder rotbraunen Rand. Bei Tau kann am frühen Morgen zusätzlich feines weißes Pilzgeflecht sichtbar sein.
Wann tritt die Dollarflecken-Krankheit auf?
Dollarspot tritt während der Vegetationszeit vor allem bei für den Erreger günstiger Witterung auf. Häufig spielen warme Tage, hohe Luftfeuchtigkeit und lange Blattnässe durch Tau, Regen oder ungünstige Bewässerungszeiten zusammen.
Was hilft gegen Dollarspot im Rasen?
Reduziere unnötig lange Blattnässe, bewässere einen trockenen Rasen bevorzugt morgens und vermeide häufiges oberflächliches Abendgießen. Mähe nicht zu tief und sorge für eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Mechanische Maßnahmen wie Vertikutieren folgen erst später, wenn tatsächlich Filz vorhanden ist.
Wie kann ich Dollarspot bekämpfen, ohne Fungizid einzusetzen?
Im Hausrasen sind angepasste Bewässerung, ausreichende Bodenfeuchtigkeit ohne dauerhaft nasse Blätter, passende Schnitthöhe, scharfe Mähmesser und eine ausgewogene Nährstoffversorgung die wichtigsten Ansatzpunkte. Leichter Befall kann anschließend durch neuen Graswuchs überwachsen werden.
Hilft Backpulver gegen Dollarspot?
Backpulver oder selbst angesetzte Natronmischungen sind keine verlässliche Standardbehandlung gegen Dollarspot. Unbekannte Konzentrationen können zusätzlich Schäden verursachen. Sinnvoller ist es, zunächst Diagnose, Bewässerung, Schnitt und Nährstoffversorgung zu korrigieren.
Muss man bei Dollarspot vertikutieren?
Nein. Während eines akuten Befalls kann kräftiges Vertikutieren den geschwächten Bestand zusätzlich ausdünnen. Vertikutiere später nur dann, wenn tatsächlich eine ausgeprägte Filzschicht vorhanden ist.
Sollte ich nach einem Dollarspot-Befall nachsäen?
Nur wenn offene Lücken zurückbleiben. Viele gebleichte Bereiche können sich durch neuen Austrieb wieder schließen. Warte deshalb zunächst ab, wie sich der Rasen nach Verbesserung der Wachstumsbedingungen entwickelt.
Ist Dollarspot für Menschen oder Hunde gefährlich?
Dollarspot ist eine Krankheit der Rasengräser und kein typischer Krankheitserreger von Menschen oder Haustieren. Vorsicht ist vor allem bei eingesetzten Pflanzenschutzmitteln nötig: Hier gelten immer die Anwendungs-, Sicherheits- und Betretungshinweise des jeweiligen Produkts.
Kann Dollarspot jedes Jahr wiederkommen?
Ja. Bleiben günstige Infektionsbedingungen und wiederkehrender Rasenstress bestehen, kann Dollarspot erneut auftreten. Wiederholt sich das Schadbild immer an denselben Stellen, solltest du dort Bewässerung, Boden, Nährstoffversorgung, Schnitt und Luftbewegung genauer prüfen.
Verschwindet Dollarspot von allein?
Ein leichter Befall kann bei ungünstiger werdenden Bedingungen für den Pilz und kräftigem Graswachstum überwachsen werden. Bleiben Blattnässe und Rasenstress bestehen, können dagegen weitere Flecken entstehen. Entscheidend ist deshalb nicht nur abzuwarten, sondern die auslösenden Bedingungen zu verbessern.

