Asiatische Hornisse erkennen: Unterschied, Nest, Meldepflicht und was du tun solltest

Eine fast schwarze Hornisse mit auffällig gelben Füßen fliegt durch deinen Garten oder schwebt vor einem Bienenstock? Vielleicht entdeckst du auch ein großes, papierartiges Nest hoch in einem Baum oder eine kleine Nestkugel im Gartenschuppen. Dahinter könnte die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) stecken. Die invasive Art breitet sich in Deutschland weiter aus und kann insbesondere für Honigbienen und andere Insekten problematisch werden. Allerdings wird sie häufig mit der heimischen Europäischen Hornisse verwechselt, die besonders geschützt ist. Entscheidend sind deshalb nicht allein Größe oder Flugverhalten, sondern vor allem die dunkle Brust, die gelben Beinenden und die Färbung des Hinterleibs. Bei einem Nestfund ist außerdem wichtig, wo sich das Nest befindet und ob Menschen gefährdet sind. Seit März 2025 gelten in Deutschland veränderte Regeln für Meldung und Bekämpfung.

Die Asiatische Hornisse erkennst du an ihrem überwiegend dunklen Körper, den gelben Fußgliedern und einer breiten gelb-orangen Binde am Hinterleib. Einzelne Tiere sind außerhalb des Nestbereichs normalerweise nicht besonders angriffslustig, ein gestörtes Nest kann dagegen gefährlich werden. Fotografiere verdächtige Tiere oder Nester aus sicherer Entfernung und nutze den regional vorgesehenen Meldeweg. Ein Nest solltest du niemals eigenmächtig öffnen, zerstören oder mit Insektenspray behandeln.

Asiatische Hornisse mit dunkler Brust, gelben Füßen und orangegelber Hinterleibsbinde auf einem Ast. Daneben ein großes Hornissennest im Baum und Hinweise zum sicheren Melden eines Verdachts.
Asiatische Hornisse erkennen: Merkmale, Nest und richtiges Verhalten bei einem Fund
Inhalt
  1. Asiatische Hornisse erkennen: Die wichtigsten Merkmale
  2. Nest der Asiatischen Hornisse erkennen: Größe, Form und Standort
  3. Asiatische Hornisse gefunden: Was jetzt zu tun ist
  4. Ist die Asiatische Hornisse meldepflichtig? Das gilt 2026
  5. Asiatische Hornisse bekämpfen: Was hilft wirklich?
  6. Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse für Menschen und Haustiere?
  7. Warum ist die Asiatische Hornisse ein Problem für Honigbienen?
  8. Asiatische Hornissen im Garten: Wann ist besonders mit ihnen zu rechnen?
  9. Asiatische Hornissen von Terrasse und Haus fernhalten

Asiatische Hornisse erkennen: Die wichtigsten Merkmale

Die Asiatische Hornisse wird auch Asiatische Gelbfuß-Hornisse genannt. Der Name beschreibt eines ihrer auffälligsten Erkennungsmerkmale: Die Beine sind überwiegend dunkel, ihre Enden jedoch leuchtend gelb.

Bei den in Deutschland vorkommenden Tieren handelt es sich um die Unterart Vespa velutina nigrithorax, die ursprünglich aus Südostasien stammt.

So sieht die Asiatische Hornisse aus

Ein erwachsenes Tier besitzt normalerweise folgende Merkmale:

  • Körpergröße: Arbeiterinnen ungefähr 1,7 bis 2,4 Zentimeter, Königinnen bis etwa 3 Zentimeter.
  • Brustabschnitt: überwiegend schwarz bis dunkelbraun, ohne die auffällig rotbraune Färbung der Europäischen Hornisse.
  • Beine: dunkel mit deutlich gelben Fußgliedern.
  • Hinterleib: überwiegend dunkel, mit schmalen hellen Binden und einer auffälligen breiten gelb-orangen Binde am vierten Hinterleibssegment.
  • Kopf: von oben überwiegend dunkel, von vorne mit orange-gelber Gesichtspartie.
  • Flügel: bräunlich getönt und in Ruhe über dem Hinterleib zusammengelegt.

Besonders hilfreich ist der Gesamteindruck. Während die Europäische Hornisse gelb, rotbraun und schwarz gezeichnet ist, erscheint die Asiatische Hornisse überwiegend dunkel.

Die gelben Beinenden lassen sich häufig auch auf Fotos gut erkennen.

Ein einzelnes Merkmal reicht allerdings nicht immer für eine sichere Bestimmung. Ein unscharfes Foto, ungünstiges Licht oder die Perspektive können den Farbeindruck verändern.

Asiatische oder Europäische Hornisse? Der direkte Vergleich

MerkmalAsiatische HornisseEuropäische Hornisse
KörpergrößeArbeiterinnen ca. 17–24 mmArbeiterinnen ca. 18–25 mm
BrustÜberwiegend schwarzRotbraun und schwarz
BeineDunkel mit gelben EndenÜberwiegend rotbraun
HinterleibGrößtenteils dunkel, breites orangegelbes BandDeutlich gelb mit schwarzen Zeichnungen
FlugaktivitätVorwiegend tagsüberAuch in der Dämmerung und nachts
Typischer NeststandortFreihängend in Bäumen, aber auch an GebäudenMeist in geschützten Hohlräumen
SchutzstatusInvasive Art der EU-UnionslisteHeimische, besonders geschützte Art

Die Körpergröße überschneidet sich erheblich. Eine kleine Hornisse ist deshalb nicht automatisch asiatisch, eine große nicht automatisch europäisch.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die nächtliche Aktivität: Die Europäische Hornisse fliegt auch nach Einbruch der Dunkelheit und wird gelegentlich von künstlichem Licht angezogen. Die Asiatische Hornisse ist überwiegend tagaktiv.

Wichtig: Die Asiatische Hornisse ist nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) gleichzusetzen. Diese deutlich größere Art ist nach Angaben des Umweltbundesamtes in Deutschland bislang nicht nachgewiesen worden.

Wer sich bei einem unbekannten stechenden Insekt unsicher ist, findet eine zusätzliche Einordnung unter ➡️ Wespen, Mücken und Zecken im Garten unterscheiden.

Gegenüberstellung von Asiatischer und Europäischer Hornisse auf Ästen mit markierten Unterscheidungsmerkmalen wie dunkler oder rötlicher Brust, gelben Füßen und unterschiedlicher Färbung des Hinterleibs.
Asiatische oder Europäische Hornisse? Der direkte Vergleich

Nest der Asiatischen Hornisse erkennen: Größe, Form und Standort

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Die Asiatische Hornisse baut im Jahresverlauf häufig zwei unterschiedliche Nester. Genau dieser Wechsel erklärt, warum sie im Frühjahr manchmal direkt am Haus auffällt und im Herbst plötzlich ein riesiges Nest hoch in der Baumkrone sichtbar wird.

Gründungsnest im Frühjahr

Nach der Überwinterung beginnt eine begattete Königin mit dem Nestbau.

Das erste Nest wird Embryonalnest oder Gründungsnest genannt. Es ist anfangs ungefähr golfball- bis tennisballgroß und wird mit wachsender Kolonie zu einem Primärnest erweitert.

Typische Standorte sind:

  • Gartenhäuser und Schuppen,
  • Dachvorsprünge und Carports,
  • Hecken und dichte Sträucher,
  • geschützte Ecken an Gebäuden,
  • gelegentlich Vogelhäuser oder andere Hohlräume.

Solche Nester befinden sich häufig in geringer Höhe und können bei Gartenarbeiten unbemerkt gestört werden.

Die papierartige Nesthülle ist meist hellbraun bis ockerfarben. Bei frühen Gründungsnestern befindet sich die Öffnung häufig unten. Erst mit der weiteren Entwicklung verändert sich der Nestaufbau.

Nicht jedes kleine Papiernest stammt von der Asiatischen Hornisse. Auch heimische Wespen und die Europäische Hornisse bauen im Frühjahr kleine Nester.

Eine sichere Unterscheidung gelingt häufig erst, wenn zusätzlich das zugehörige Insekt fotografiert werden kann.

Sekundärnest im Sommer und Herbst

Wenn das ursprüngliche Nest zu klein wird, errichten viele Kolonien im Sommer ein größeres Filial- beziehungsweise Sekundärnest.

Dieses befindet sich häufig hoch in Laubbäumen, kann aber auch an Gebäuden oder deutlich niedriger entstehen.

Charakteristisch sind:

  • eine kugelige bis birnenförmige Gestalt,
  • eine geschlossene, mehrschichtige Papierhülle,
  • eine Höhe von teilweise 60 bis 100 Zentimetern,
  • ein Durchmesser von bis zu ungefähr 80 Zentimetern oder mehr,
  • ein seitlich liegender Nesteingang.

Große Nester können mehrere Tausend Hornissen beherbergen. Der seitliche Eingang ist ein wichtiges Indiz, aber kein alleiniger Beweis für die Art.

Bei der Europäischen Hornisse befinden sich Nester dagegen überwiegend in Baumhöhlen, Dachräumen und anderen geschützten Hohlräumen. Ihre Nesthülle ist häufig nach unten weit geöffnet.

Die grundlegenden Unterschiede zwischen Nestern, die richtige Ersteinschätzung und das Verhalten bei einem Fund erklärt auch ➡️ Wespennest erkennen: Wann du handeln musst.

Warum große Nester oft erst im Herbst auffallen

Im Sommer verdecken Blätter die Nester in den Baumkronen. Sobald im Oktober oder November das Laub fällt, werden sie plötzlich sichtbar.

Das bedeutet nicht, dass das Nest erst kürzlich entstanden ist.

Bei mildem Wetter können solche Nester noch bis in den Dezember hinein aktiv sein. Ein großes Nest nach dem Laubfall darf deshalb nicht automatisch als verlassen betrachtet werden.


Asiatische Hornisse gefunden: Was jetzt zu tun ist

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Die wichtigste Frage lautet zunächst nicht, wie du die Hornisse bekämpfen kannst, sondern ob du ein einzelnes Tier oder ein aktives Nest entdeckt hast.

Davon hängt ab, wie dringend Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

BeobachtungWas du tun solltest
Einzelne Hornisse an Blüten oder ObstRuhig bleiben, möglichst fotografieren
Hornisse jagt vor einem BienenstockVerhalten dokumentieren, Sichtung regional melden
Kleines Nest im Schuppen oder in der HeckeAbstand halten, Arbeiten einstellen, fachlich bestimmen lassen
Großes Nest hoch im BaumNicht nähern oder stören, Fund melden
Nest unmittelbar an Tür oder SpielbereichZugang sichern und zeitnah fachkundige Hilfe organisieren

Schritt 1: Abstand halten

Beobachtest du lediglich ein einzelnes Tier beim Nahrungssammeln, besteht normalerweise kein Grund zur Panik.

Anders sieht es in Nestnähe aus.

Bei einer Störung können mehrere Hornissen gleichzeitig reagieren und das Nest verteidigen. Besonders gefährlich sind Erschütterungen, direkte Berührungen oder Arbeiten unmittelbar am Nest.

Halte mindestens fünf Meter Abstand, möglichst mehr, wenn starker Flugverkehr herrscht oder die Tiere unruhig reagieren.

Bei Kindern, Haustieren und schlecht einsehbaren Nestern ist ein größerer Sicherheitsabstand sinnvoll.

Schritt 2: Fotos aus sicherer Entfernung aufnehmen

Für eine Meldung sind möglichst aussagekräftige Fotos hilfreich.

Bei einem einzelnen Tier sollten Brust, Hinterleib und Beine zu erkennen sein.

Bei einem Nest sind folgende Angaben besonders nützlich:

  • Standort mit Adresse oder möglichst genauer Positionsangabe,
  • ungefähre Höhe des Nestes,
  • Foto der Nestform und, soweit gefahrlos möglich, des Eingangs,
  • Datum der Beobachtung,
  • Angaben zu regelmäßigem Flugverkehr.

Verwende bei Bedarf die Zoomfunktion deiner Kamera. Versuche nicht, durch Annäherung ein besonders gutes Foto zu erzwingen.

Schritt 3: Sichtung über den regionalen Meldeweg übermitteln

Ob einzelne Tiere oder vor allem Nester gemeldet werden sollen, hängt inzwischen vom Bundesland beziehungsweise der zuständigen Behörde ab.

Für ganz Deutschland gibt es deshalb keinen einheitlichen Meldeweg.

Eine praktische Übersicht bietet bienen&natur mit den Meldeadressen der Bundesländer. Informiere dich im Zweifel zusätzlich bei der unteren Naturschutzbehörde deines Landkreises.

In Hessen können beispielsweise sowohl einzelne Hornissen als auch Nester über das offizielle Meldeportal des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie gemeldet werden.

Einige regionale Meldestellen bitten dagegen inzwischen vorrangig um Nestmeldungen. Folge deshalb den jeweiligen Hinweisen des Portals.

Schritt 4: Bei einem Nest den Bereich sichern

Befindet sich das Nest an einem regelmäßig genutzten Ort, sollte niemand versehentlich hineingeraten.

Bis zur Klärung:

  • Kinder und Haustiere fernhalten,
  • die betroffene Hecke nicht schneiden,
  • keine Leiter am Nest aufstellen,
  • keinen Rasenmäher oder andere vibrierende Geräte unmittelbar daneben einsetzen,
  • keine Einflugöffnung verschließen,
  • kein Wasser, Rauch oder Insektenspray verwenden.

Du musst nicht den gesamten Garten meiden, wenn das Nest weit entfernt liegt und sichere Bereiche ohne Annäherung genutzt werden können.

Schritt 5: Weitere Maßnahmen fachlich klären

Liegt ein Nest unmittelbar an einem Hauseingang, einer Terrasse, einem Spielplatz oder einem anderen unvermeidbaren Aufenthaltsbereich, sollte zeitnah eine sachkundige Fachperson eingeschaltet werden.

Die zuständige Naturschutzbehörde kann dir erklären, welche regionalen Zuständigkeiten und Vorgaben gelten.

Bei unmittelbarer Gefahr für Menschen kann auch das örtliche Ordnungsamt zuständig sein. Die Feuerwehr ist dagegen nicht die allgemeine Anlaufstelle für gewöhnliche Nestentfernungen.


Ist die Asiatische Hornisse meldepflichtig? Das gilt 2026

Bei der Meldepflicht hat sich die Rechtslage wesentlich verändert.

Die Asiatische Hornisse steht seit 2016 auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung.

Bis zum Frühjahr 2025 wurde sie in Deutschland nach Artikel 16 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 als Art behandelt, bei der Früherkennung und schnelle Tilgungsmaßnahmen erforderlich waren.

Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland als etabliert und wird nach Artikel 19 im Rahmen des Managements invasiver Arten behandelt.

Damit ist die bisherige Melde- und Beseitigungspflicht nach den europäischen Früherkennungsregeln entfallen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Fundmeldungen unnötig geworden sind.

Sie helfen weiterhin dabei,

  • die regionale Ausbreitung zu dokumentieren,
  • Nester in sensiblen Bereichen frühzeitig zu erkennen,
  • Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt zu planen,
  • Imkereien über regionale Vorkommen zu informieren.

Die Behörden empfehlen deshalb vielerorts ausdrücklich, verdächtige Tiere oder Nester weiterhin zu melden.

Muss ein Nest zwingend entfernt werden?

Nein, seit der Umstellung besteht keine allgemeine bundesweite Pflicht mehr, jedes entdeckte Nest der Asiatischen Hornisse zu beseitigen.

Ob eine Entfernung sinnvoll oder erforderlich ist, hängt unter anderem von der Nestlage, einer möglichen Gefährdung und den regionalen Managementvorgaben ab.

Auch die Kostenübernahme ist nicht bundeseinheitlich geregelt.

In mehreren Bundesländern müssen private Grundstückseigentümer eine gewünschte Nestentfernung inzwischen grundsätzlich selbst bezahlen. Für besondere Naturschutzmaßnahmen können andere Regelungen gelten.

In Hessen beispielsweise übernimmt das Land seit August 2025 grundsätzlich nicht mehr die Kosten für die Entfernung von Nestern auf Privatgrundstücken.

Kläre daher vor einer Beauftragung, ob eine Entfernung tatsächlich erforderlich ist, wer zuständig ist und welche Kosten entstehen.

Ist die Europäische Hornisse ebenfalls invasiv?

Nein. Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist eine heimische und besonders geschützte Art.

Sie darf nicht ohne entsprechenden rechtlichen Grund beziehungsweise erforderliche Ausnahmegenehmigung gefangen, getötet oder durch Nestzerstörung beeinträchtigt werden.

Eine sichere Artbestimmung ist deshalb besonders wichtig.

Die invasive Einstufung der Asiatischen Hornisse ist keine Aufforderung, jeden dunklen oder ungewöhnlich großen Hornissenfund eigenständig zu bekämpfen.


Asiatische Hornisse bekämpfen: Was hilft wirklich?

Die wirksamste direkte Maßnahme gegen eine etablierte Kolonie ist die fachgerechte Behandlung beziehungsweise Entfernung des Nestes.

Dafür sind Artkenntnis, Erfahrung, geeignete Schutzausrüstung und gegebenenfalls spezielle Zugangstechnik erforderlich.

Bei großen Sekundärnestern können mehrere Tausend Tiere anwesend sein. Eine unvollständige Bekämpfung kann dazu führen, dass Hornissen entkommen oder das Nest verteidigen.

Deshalb sollten Nestentfernungen nur sachkundige Personen durchführen.

Warum gewöhnliche Wespenfallen keine gute Lösung sind

Selbst gebaute Fallen mit Bier, Saft, Zucker oder Essig wirken nicht gezielt auf die Asiatische Hornisse.

Sie können zahlreiche andere Insekten anlocken und töten, darunter auch besonders geschützte Arten.

Das Umweltbundesamt und die Universität Hohenheim weisen deshalb auf die fehlende Selektivität solcher Fallen hin.

Das Fangen einzelner Arbeiterinnen bedeutet zudem nicht, dass ein Nest beseitigt wurde.

Spezielle Verfahren zum Anlocken, Beobachten oder gezielten Abfangen von Königinnen werden im fachlichen Management eingesetzt. Sie sind jedoch nicht mit einer gewöhnlichen, unbeaufsichtigten Tötungsfalle gleichzusetzen.

Für private Gartenbesitzer sind wahllose Lockfallen deshalb keine geeignete Standardmaßnahme.

Diese Bekämpfungsversuche solltest du vermeiden

Besonders problematisch sind:

  • das Einsprühen eines Nestes mit handelsüblichem Insektenspray,
  • das Ausräuchern oder Abbrennen,
  • das Verschließen der Einflugöffnung,
  • das Abschlagen mit einem Stock,
  • das Abdecken mit einer Plastiktüte,
  • das Abspritzen mit dem Gartenschlauch,
  • das eigenständige Entfernen großer Nester auf einer Leiter.

Neben erheblichen Stich- und Unfallrisiken können solche Maßnahmen auch rechtlich problematisch sein.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Anwendung entsprechender Biozidprodukte zur Hornissennestbekämpfung in Deutschland grundsätzlich sachkundigen berufsmäßigen Verwendern vorbehalten ist.


Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse für Menschen und Haustiere?

Die Asiatische Hornisse ist nicht grundsätzlich aggressiver als unsere heimische Hornisse.

Einzelne Tiere, die auf Nahrungssuche sind, greifen Menschen normalerweise nicht gezielt an.

Die größte Gefahr entsteht unmittelbar am Nest, besonders wenn dieses erschüttert oder beschädigt wird.

Ist ihr Stich gefährlicher als ein gewöhnlicher Hornissenstich?

Ein Stich der Asiatischen Hornisse ist schmerzhaft. Für gesunde Menschen ist ein einzelner Stich normalerweise nicht lebensgefährlich.

Die Giftwirkung ist grundsätzlich mit der anderer Hornissen und Wespen vergleichbar.

Problematisch können jedoch allergische Reaktionen, zahlreiche Stiche oder Stiche im Mund- und Rachenraum sein.

Was tun nach einem Stich?

Bei einer gewöhnlichen örtlichen Reaktion:

  1. Entferne dich sofort aus dem Nestbereich.
  2. Kühle die Stichstelle mit einem kühlen Umschlag oder einem eingewickelten Kühlpack.
  3. Beobachte, ob die Beschwerden auf die Stichstelle begrenzt bleiben.
  4. Lass ungewöhnlich starke oder zunehmende Beschwerden ärztlich abklären.

Sofort 112 wählen, wenn Atemnot, Schwellungen an Zunge oder Rachen, Kreislaufprobleme, Bewusstseinsstörungen oder andere Zeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten.

Bei einem Stich im Mund- oder Rachenraum sollte ebenfalls umgehend der Rettungsdienst verständigt werden.

Ist eine schwere Insektengiftallergie bekannt, verwende ein ärztlich verordnetes Notfallset entsprechend der persönlichen Anweisung und warte nicht auf eine Verschlechterung.

Auch bei Haustieren können Stiche, insbesondere im Maul oder bei allergischen Reaktionen, gefährlich werden. Bei auffälligen Schwellungen, Atemproblemen oder Kreislaufsymptomen ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich.


Warum ist die Asiatische Hornisse ein Problem für Honigbienen?

Die Asiatische Hornisse ist ein räuberisches Insekt.

Ihre erwachsenen Tiere nehmen vorwiegend kohlenhydratreiche Nahrung wie Nektar, Baumsäfte und reifes Obst auf. Für die Aufzucht ihrer Larven benötigen sie dagegen tierisches Eiweiß.

Dazu erbeuten Arbeiterinnen andere Insekten.

Besonders bekannt ist ihr Jagdverhalten vor Bienenstöcken. Dort können sie im Flug vor dem Einflugloch schweben und ankommende oder abfliegende Honigbienen abfangen.

Dieses Verhalten wird gelegentlich als „Hawking“ bezeichnet.

Für Bienenvölker entstehen dadurch mehrere Belastungen:

  • Arbeiterinnen werden direkt erbeutet.
  • Die Bienen können ihre Sammelflüge reduzieren.
  • Der Eintrag von Pollen und Nektar kann zurückgehen.
  • Bereits geschwächte Völker werden zusätzlich belastet.

Wie stark ein Bienenvolk betroffen ist, hängt unter anderem von Hornissendichte, Jahreszeit, Volksstärke und Standort ab.

Sind auch Wildbienen und andere Insekten betroffen?

Ja. Die Asiatische Hornisse erbeutet nicht ausschließlich Honigbienen.

Zu ihrem Beutespektrum gehören unter anderem:

  • Wildbienen,
  • Fliegen,
  • andere Wespen,
  • Schmetterlinge,
  • Käfer,
  • weitere Gliederfüßer.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 wies anhand von Larvenproben aus mehreren europäischen Ländern ein ausgesprochen breites Beutespektrum nach.

Welche langfristigen Auswirkungen sich daraus auf einzelne heimische Insektenpopulationen ergeben, hängt von mehreren ökologischen Faktoren ab und ist nicht für jede Art gleichermaßen geklärt.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen einem räuberischen Insekt und einem Pflanzenschädling.

Die Asiatische Hornisse frisst nicht typischerweise Löcher in Gartenblätter oder schädigt Pflanzenwurzeln. Entdeckst du solche Schäden an deinen Pflanzen, kommen andere Ursachen infrage. Zur ersten Einordnung hilft dir der ➡️ Schädlings-Check für Gartenpflanzen.


Asiatische Hornissen im Garten: Wann ist besonders mit ihnen zu rechnen?

Der Entwicklungszyklus beginnt im Frühjahr mit überwinterten Jungköniginnen und endet im Spätherbst mit dem Absterben der alten Kolonie.

Witterung und Region beeinflussen die genauen Zeitpunkte.

JahreszeitTypische EntwicklungWorauf du achten solltest
März–MaiKöniginnen beginnen mit kleinen GründungsnesternSchuppen, Dachvorsprünge, Hecken
Mai–JuliErste Arbeiterinnen schlüpfen, Völker wachsenRegelmäßiger Flugverkehr an Nestern
Juli–SeptemberViele Kolonien beziehen große SekundärnesterBaumkronen, Gebäude, Bienenstände
Oktober–DezemberGroße Nester, Jungköniginnen verlassen die KolonieSichtbare Nester nach Laubfall
WinterAlte Völker sterben ab, Jungköniginnen überwinternAlte Nester werden nicht erneut besiedelt

In milden Herbst- und frühen Winterphasen können Nester länger aktiv bleiben als erwartet.

Deshalb sollte selbst ein spät entdecktes Nest nicht ohne Kontrolle als ungefährlich betrachtet werden.

Wo überwintern Asiatische Hornissen?

Nur begattete Jungköniginnen überstehen normalerweise den Winter.

Sie suchen geschützte Plätze auf, beispielsweise in Holzspalten, unter Rinde oder an anderen frostgeschützten Stellen.

Arbeiterinnen, Männchen und die alte Königin überleben die kalte Jahreszeit normalerweise nicht.

Im darauffolgenden Frühjahr beginnt jede überlebende Jungkönigin, sofern sie erfolgreich einen Neststandort findet, mit dem Aufbau eines neuen Volkes.

Das alte Nest wird dafür nicht wieder genutzt.


Asiatische Hornissen von Terrasse und Haus fernhalten

Tauchen einzelne Asiatische Hornissen im Garten auf, bedeutet das nicht automatisch, dass sich dort ein Nest befindet.

Die Tiere können auf Nahrungssuche größere Entfernungen zurücklegen.

Besonders interessant sind blühende Pflanzen, zuckerhaltige Nahrungsquellen, Baumsäfte und reifes Obst.

Was am Sitzplatz sinnvoll ist

Wenn sich Hornissen oder andere Wespen am Esstisch aufhalten, helfen zunächst einfache Maßnahmen:

  • Getränke verschlossen halten.
  • Obst, Kuchen und andere offene Lebensmittel abdecken.
  • Überreifes Fallobst in regelmäßig genutzten Bereichen entfernen.
  • Essensreste und süße Verschmutzungen beseitigen.
  • Müllbehälter geschlossen halten.
  • Einzelne Tiere nicht schlagen oder hektisch vertreiben.

Solche Maßnahmen können unbeabsichtigte Anlockungen reduzieren. Sie verhindern jedoch nicht zuverlässig, dass Asiatische Hornissen im Garten nach Nahrung suchen.

Wenn hauptsächlich gewöhnliche Wespen an Getränken oder Speisen stören, hilft der ergänzende Ratgeber ➡️ Wespen auf Terrasse und Balkon vertreiben.

Diese Maßnahmen sind ausdrücklich keine Nestbekämpfung und dürfen nicht auf ein Hornissennest übertragen werden.

Vorsicht bei Hecken- und Gartenarbeiten

Besondere Aufmerksamkeit verdienen dichte Hecken, kaum genutzte Schuppen, Dachüberstände und hochgewachsene Gehölze.

Vor umfangreichen Schnittarbeiten lohnt sich ein kurzer Blick aus sicherer Entfernung.

Achte auf regelmäßige Ein- und Ausflüge an derselben Stelle oder auffällige papierartige Strukturen.

Entdeckst du Hinweise auf ein Nest, verschiebe die Arbeiten dort bis zur fachlichen Klärung.

Für die Einordnung weiterer tatsächlich pflanzenschädlicher Arten findest du zusätzliche Informationen im Themenbereich ➡️ Schädlinge im Garten erkennen und richtig handeln.

Ein naturnaher Garten muss wegen der Asiatischen Hornisse nicht grundsätzlich umgestaltet werden. Entscheidend sind frühzeitiges Erkennen problematischer Neststandorte, eine korrekte Artbestimmung und angemessene Schutzmaßnahmen.


Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse

Ist die Asiatische Hornisse in Deutschland meldepflichtig?
Seit März 2025 besteht die frühere Meldepflicht nach den EU-Früherkennungsregeln nicht mehr. Viele Behörden bitten weiterhin ausdrücklich um Sichtungs- oder Nestmeldungen, damit die Ausbreitung überwacht und geeignete Managementmaßnahmen geplant werden können. Die Meldeverfahren unterscheiden sich regional.

Ist die Asiatische Hornisse gefährlicher als die Europäische Hornisse?
Nicht grundsätzlich. Einzelne Tiere sind normalerweise nicht besonders angriffslustig. Beide Arten können schmerzhaft stechen und ihre Nester energisch verteidigen. Die größte Gefahr entsteht in unmittelbarer Nestnähe sowie bei allergischen Reaktionen.

Woran erkenne ich die Asiatische Hornisse am schnellsten?
Auffällig sind die überwiegend schwarze Brust, die dunklen Beine mit gelben Enden und der größtenteils dunkle Hinterleib mit einer breiten gelb-orangen Binde. Die Europäische Hornisse ist dagegen deutlich rotbrauner und gelber gefärbt.

Wie groß wird ein Nest der Asiatischen Hornisse?
Gründungsnester sind zunächst nur wenige Zentimeter groß. Große Sekundärnester können dagegen ungefähr einen Meter hoch werden und mehrere Tausend Tiere beherbergen.

Baut die Asiatische Hornisse ihre Nester immer hoch in Bäumen?
Nein. Große Sekundärnester befinden sich häufig hoch in Baumkronen, können aber auch an Gebäuden oder in niedriger Vegetation entstehen. Die kleinen Gründungsnester werden oft an geschützten Stellen in geringer Höhe angelegt.

Darf ich eine Asiatische Hornisse töten?
Die invasive Asiatische Hornisse unterliegt nicht demselben besonderen Artenschutz wie die heimische Europäische Hornisse. Daraus folgt jedoch keine pauschale Erlaubnis oder Empfehlung, unbekannte Hornissen zu töten. Eine sichere Bestimmung und die geltenden Vorschriften sind zu beachten. Insbesondere die Bekämpfung von Nestern gehört in sachkundige Hände.

Wie viel kostet die Entfernung eines Nestes?
Die Kosten hängen von Nestgröße, Standort, Erreichbarkeit und erforderlicher Technik ab. Seit dem Wegfall der allgemeinen Tilgungspflicht übernehmen die Behörden die Kosten nicht mehr grundsätzlich. Auf Privatgrundstücken müssen Eigentümer sie in vielen Regionen selbst tragen. Ein verbindliches Angebot sollte vor der Beauftragung eingeholt werden.

Kann die Asiatische Hornisse mehrfach stechen?
Ja. Wie andere Hornissen und Wespen kann sie ihren Stachel mehrfach einsetzen. Besonders bei einer Neststörung besteht das Risiko mehrerer Stiche.

Wird ein altes Nest im nächsten Jahr wieder genutzt?
Nein. Nach dem Absterben des alten Volkes bleibt das Nest normalerweise verlassen. Überwinterte Jungköniginnen gründen im folgenden Frühjahr neue Kolonien an anderen Standorten.

Sind Asiatische Hornissen auch nachts unterwegs?
Die Asiatische Hornisse ist überwiegend tagaktiv. Die heimische Europäische Hornisse fliegt dagegen auch in der Dämmerung und nachts, unter anderem an künstliche Lichtquellen.

Was mache ich, wenn ich im Oktober oder November ein großes Hornissennest entdecke?
Halte Abstand und prüfe nur aus sicherer Entfernung, ob noch Flugverkehr besteht. Bei mildem Wetter können Nester bis weit in den Herbst und teilweise bis in den Dezember hinein aktiv sein. Dokumentiere den Standort und nutze den regional vorgesehenen Meldeweg. Versuche nicht, das Nest eigenständig zu entfernen.