Frostspanner fallen meist nicht durch ihre unscheinbaren Falter auf, sondern durch kleine Raupen, die im Frühjahr Knospen, Blüten, junge Blätter und teilweise Früchte anfressen. Besonders häufig ist der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata), daneben kann der Große Frostspanner (Erannis defoliaria) ähnliche Schäden verursachen. Typisch ist die Fortbewegung der Raupen: Sie ziehen den Hinterkörper nach vorn, bilden dabei einen deutlichen „Katzenbuckel“ und strecken sich anschließend wieder. Ein begrenzter Befall ist an einem kräftigen Baum nicht automatisch behandlungsbedürftig. Kritischer wird es bei starkem Fraß, jungen Obstbäumen oder wenn Blüten und junge Früchte betroffen sind. Entscheidend ist außerdem der Zeitpunkt: Im Frühjahr sitzen die Raupen bereits in der Krone, während vorbeugende Leimringe nur im Herbst gegen die hochkletternden flugunfähigen Weibchen wirken.
Findest du im Frühjahr grüne, spannerartig laufende Raupen zusammen mit Fraß an Knospen, Blüten und jungen Blättern, ist der Kleine Frostspanner wahrscheinlich. Bei wenigen Raupen reichen Kontrolle und Absammeln häufig aus; bei starkem Befall muss möglichst früh gehandelt werden. Leimringe sind keine Frühjahrsbehandlung, sondern eine vorbeugende Herbstmaßnahme gegen die weiblichen Falter.

Inhalt
- Kleiner und Großer Frostspanner: Das sind die wichtigsten Arten
- Frostspanner-Lebenszyklus: Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist
- Frostspanner erkennen: Raupe, Falter, Weibchen und Eier
- Frostspanner-Schadbild: Das unterscheidet den Befall von anderen Schädlingen
- Frostspanner-Raupe oder Eichenprozessionsspinner?
- Frostspanner bekämpfen: Erst prüfen, wie stark der Befall wirklich ist
- Leimring gegen Frostspanner: Zeitpunkt und Anwendung entscheiden
- Leimringe haben auch Nachteile
- Raupen im Frühjahr biologisch bekämpfen
- Frostspanner natürlich bekämpfen: Was von Hausmitteln zu halten ist
Kleiner und Großer Frostspanner: Das sind die wichtigsten Arten
Mit „Frostspanner“ ist im Obst- und Hausgarten meistens der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) gemeint. Er gehört wie der Große Frostspanner zu den Schmetterlingen aus der Familie der Spanner.
Der Name bezieht sich nicht darauf, dass die Raupen Frost benötigen. Auffällig ist vielmehr, dass die erwachsenen Falter sehr spät im Jahr erscheinen. Beim Kleinen Frostspanner beginnt die Aktivität im Herbst und kann bis in den Dezember reichen.
Kleiner Frostspanner – Operophtera brumata
Die Raupe des Kleinen Frostspanners wird etwa 2 bis 2,5 Zentimeter lang. Sie ist meist hell- bis grasgrün und besitzt feine helle Längslinien.
Besonders charakteristisch ist ihre Bewegung. Spannerraupen besitzen in der Körpermitte weniger Bauchfüße als viele andere Schmetterlingsraupen. Dadurch ziehen sie den hinteren Körper nach vorn, wölben sich bogenförmig und strecken sich anschließend wieder.
Genau dieser „Katzenbuckel“ ist eines der besten Merkmale, um eine kleine grüne Frostspanner-Raupe von vielen anderen Raupen zu unterscheiden.
Die männlichen Falter sind klein, unscheinbar und graubraun. Die Weibchen besitzen dagegen nur stark zurückgebildete Flügel und können nicht fliegen. Sie müssen vom Boden aus den Stamm hinaufklettern.
Großer Frostspanner – Erannis defoliaria
Der Große Frostspanner kommt ebenfalls an Laub- und Obstgehölzen vor, wird im Garten aber häufig seltener bemerkt.
Seine Raupen sind größer und meist auffälliger braun, gelblich oder rötlich-braun gezeichnet. Auch sie bewegen sich typisch spannerartig.
Die Männchen des Großen Frostspanners sind deutlich größer als die des Kleinen Frostspanners und besitzen gelbliche bis bräunlich gemusterte Flügel. Die Weibchen sind auch bei dieser Art flugunfähig.
Für die Entscheidung, was im Garten zu tun ist, muss nicht jede Frostspanner-Art bis ins letzte Detail bestimmt werden. Wichtiger sind Fraßstärke, Pflanzenart, Jahreszeit und Entwicklungsstadium.
➡️ Raupen im Garten bestimmen und richtig einordnen
Frostspanner-Lebenszyklus: Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist
Wer den Frostspanner bekämpfen möchte, muss seinen Jahreszyklus verstehen. Eine Maßnahme, die im Oktober sinnvoll sein kann, ist im April wirkungslos – und umgekehrt.
| Zeitraum | Entwicklungsstadium | Was passiert? |
|---|---|---|
| Herbst bis früher Winter | Falter | Weibchen klettern an Gehölzen hoch und legen Eier ab |
| Winter | Ei | Eier überwintern an Rinde, Zweigen und in Knospennähe |
| Knospenaufbruch im Frühjahr | junge Raupen | Schlupf beginnt, Fraß an Knospen und jungen Blättern |
| Frühjahr bis Frühsommer | Raupen | Fraß an Blättern, Blüten und teils jungen Früchten |
| später Frühling/Frühsommer | ausgewachsene Raupen | Raupen seilen sich ab und gelangen auf den Boden |
| Sommer bis Herbst | Puppe | Verpuppung im Boden |
| Herbst | neuer Falter | eine neue Generation beginnt |
Es entsteht normalerweise eine Generation pro Jahr.
Warum der Raupenschlupf so gut zum Austrieb passt
Die Eier überwintern am Gehölz. Wenn im Frühjahr die Knospen aufbrechen, erscheinen gleichzeitig die jungen Raupen. Dadurch steht ihnen besonders weiches, nährstoffreiches Pflanzengewebe zur Verfügung.
Genau jetzt entstehen auch die größten Ertragsschäden an Obstbäumen: Eine Raupe, die ein junges Blatt frisst, verursacht meist weniger wirtschaftlichen Schaden als eine Raupe, die eine Blütenknospe oder junge Frucht zerstört.
Frostspanner können sich an Fäden verbreiten
Sehr junge Raupen können feine Seidenfäden erzeugen und sich damit vom Wind verdriften lassen. Dadurch kann ein Baum Raupen bekommen, obwohl am eigenen Stamm nur wenige Weibchen hochgeklettert sind.
Das ist einer der Gründe, weshalb ein Leimring den Befall reduzieren, aber nicht in jeder Situation vollständig verhindern kann.
Frostspanner erkennen: Raupe, Falter, Weibchen und Eier
Am leichtesten lässt sich ein Frostspanner während der Raupenzeit erkennen.
Die Frostspanner-Raupe
Beim Kleinen Frostspanner sprechen besonders diese Merkmale für die Diagnose:
- kleine grüne Raupe im Frühjahr,
- ungefähr bis 2,5 Zentimeter lang,
- helle Längslinien möglich,
- charakteristische bogen- beziehungsweise katzenbuckelartige Bewegung,
- Fraß an frisch austreibenden Laubgehölzen,
- gelegentliches Abseilen an feinen Fäden.
Eine grüne Raupe allein reicht nicht zur Bestimmung. Zahlreiche andere Schmetterlingsarten haben ebenfalls grüne Larven.
Prüfe deshalb immer die Fortbewegung und das Schadbild.
Das Frostspanner-Weibchen
Das Weibchen des Kleinen Frostspanners sieht kaum wie ein typischer Schmetterling aus. Es besitzt nur kurze Flügelreste und bewegt sich laufend beziehungsweise kletternd.
Im Herbst findest du solche Tiere vor allem:
- am unteren Stamm,
- auf der Baumrinde,
- in der Nähe von Leimringen,
- später weiter oben an Ästen und Zweigen.
Die Flugunfähigkeit der Weibchen ist der entscheidende Grund, warum Leimringe beim Frostspanner überhaupt funktionieren können.
Frostspanner-Eier
Die Eier sind klein und werden einzeln oder in kleinen Bereichen an geeigneten geschützten Stellen abgelegt, unter anderem in Rindenvertiefungen und nahe Knospen.
Für ungeübte Gartenbesitzer ist die Eiersuche allerdings wesentlich schwieriger als die Kontrolle auf Raupen im Frühjahr oder Weibchen am Stamm im Herbst.
Frostspanner-Schadbild: Das unterscheidet den Befall von anderen Schädlingen
Das Frostspanner-Schadbild beginnt häufig bereits während des Austriebs.
Die jungen Raupen fressen an:
- Blatt- und Blütenknospen,
- frisch entfalteten Blättern,
- Blüten,
- jungen Früchten,
- jungen Triebteilen.
Anfangs entstehen kleine Fraßlöcher. Bei stärkerem Befall werden die Löcher größer, Blätter können stark zerfressen oder bis auf stärkere Blattadern abgefressen werden.
Bei Massenauftreten ist auch Kahlfraß möglich.
Frostspanner am Apfelbaum
Am Apfelbaum sind besonders Knospen, Blütenbüschel und junge Blätter gefährdet. Auch junge Früchte können oberflächlich angefressen werden.
Ein starker Frostspanner-Befall kann deshalb die spätere Ernte reduzieren, selbst wenn der Baum anschließend wieder neue Blätter bildet.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Apfelwickler:
Der Frostspanner verursacht im Frühjahr vor allem Fraß an Knospen, Blättern, Blüten und jungen Früchten. Der Apfelwickler bohrt sich dagegen später als Raupe in den Apfel; typisch sind ein Einbohrloch und Kotkrümel.
➡️ Apfelwickler-Befall am Apfel erkennen
Frostspanner an Kirschbäumen
An Süß- und Sauerkirschen können die Raupen bereits Blütenknospen beschädigen. Junge Kirschen können später angefressen werden.
Bei einem starken Befall ist deshalb nicht nur der Blattverlust relevant, sondern vor allem der Verlust von Blüten und jungen Früchten.
Frostspanner an Eiche und Buche
Kleine und Große Frostspanner fressen nicht nur an Obstbäumen. Sie können zahlreiche Laubgehölze nutzen, darunter Eichen, Buchen, Hainbuchen, Ahorn und verschiedene Ziergehölze.
Ein Frostspanner an einer Eiche darf allerdings nicht mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt werden.
Frostspanner-Raupe oder Eichenprozessionsspinner?
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, weil nur einer der beiden für Menschen ein relevantes Gesundheitsrisiko durch Brennhaare darstellt.
Frostspanner-Raupen sind für Menschen nicht giftig und besitzen nicht die gefährlichen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners.
Eine Frostspanner-Raupe:
- bewegt sich typisch spannerartig,
- sitzt häufig einzeln oder verteilt auf Blättern und Trieben,
- bildet keine großen typischen Prozessionen,
- besitzt keine gesundheitsgefährdenden Brennhaare.
Der Eichenprozessionsspinner dagegen lebt insbesondere in späteren Raupenstadien gesellig, bildet auffällige Gespinstnester an Eichen und besitzt mikroskopisch kleine Brennhaare, die Haut, Augen und Atemwege reizen können.
Siehst du an einer Eiche größere Gruppen stark behaarter Raupen oder feste Gespinstnester, solltest du nicht von Frostspanner ausgehen und die Tiere nicht anfassen.
Auch Gespinstmotten werden verwechselt
Frostspanner-Raupen können einzelne Blätter etwas verspinnen. Große weißliche Gespinste, die ganze Zweige oder Sträucher überziehen, passen jedoch eher zu Gespinstmotten.
➡️ Gespinstmotten-Befall sicherer erkennen
Raupenähnliche Blattwespenlarven
Auch Blattwespenlarven können Blätter stark abfressen. Sie gehören allerdings nicht zu den Schmetterlingen und besitzen einen anderen Körperbau.
Die typische spannerartige Bewegung fehlt.
➡️ Blattwespen-Befall erkennen und von Raupen unterscheiden



Frostspanner bekämpfen: Erst prüfen, wie stark der Befall wirklich ist
Nicht jede einzelne Frostspanner-Raupe rechtfertigt eine Bekämpfung.
Ein großer gesunder Baum kann einen begrenzten Blattfraß meist ausgleichen. Gleichzeitig sind Frostspanner-Raupen eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere.
Handlungsbedarf besteht eher, wenn:
- sehr viele Raupen gleichzeitig auftreten,
- große Teile der Krone stark zerfressen werden,
- Knospen und Blüten massiv betroffen sind,
- junge Obstbäume geschädigt werden,
- ein Baum bereits im Vorjahr stark befallen war,
- sich starker Fruchtfraß entwickelt.
Kleine Bäume: Raupen absammeln oder abschütteln
Bei einem kleinen Obstbaum ist die einfachste Maßnahme häufig die beste.
Breite ein helles Tuch unter dem Baum aus und klopfe beziehungsweise schüttle einzelne Äste vorsichtig. Die Raupen lassen sich auf dem hellen Untergrund gut erkennen und einsammeln.
Kontrolliere besonders die jungen Blätter und Blütenbüschel.
Eine solche Klopfprobe hilft gleichzeitig dabei festzustellen, ob tatsächlich viele Frostspanner vorhanden sind.
Nicht wegen weniger Fraßlöcher den gesamten Baum behandeln
Einige angefressene Blätter sehen auffällig aus, bedeuten aber nicht automatisch, dass der Baum gefährdet ist.
Kontrolliere zuerst mehrere Äste. Findest du nur vereinzelt Raupen und entwickelt sich der Austrieb normal weiter, ist Abwarten häufig sinnvoller als eine großflächige Behandlung.
➡️ Schädlinge im Garten nach dem Schadbild einordnen
Leimring gegen Frostspanner: Zeitpunkt und Anwendung entscheiden
Leimringe wirken nicht gegen die Raupen im Frühjahr.
Sie nutzen eine Besonderheit der erwachsenen Frostspanner: Die Weibchen können nicht fliegen und müssen im Herbst vom Boden über den Stamm in die Baumkrone gelangen.
Ein klebriger Ring soll diesen Weg unterbrechen.
Wann Leimringe gegen Frostspanner anbringen?
Ein sinnvoller Zeitraum beginnt im Herbst vor dem Aufstieg der Weibchen.
Als praktische Orientierung gilt häufig Ende September bis Anfang Oktober. Regional und je nach Witterung kann die Aktivität jedoch unterschiedlich beginnen. Entscheidend ist deshalb nicht ein einzelner Kalendertag, sondern dass der Ring vor dem herbstlichen Frostspannerflug und der Eiablage sitzt.
Die Weibchen werden besonders ab den ersten kühlen Herbstphasen beziehungsweise Nachtfrösten aktiv.
Wer einen wiederholt stark befallenen Apfel-, Kirsch-, Birnen- oder Pflaumenbaum schützen möchte, sollte deshalb nicht erst im Dezember reagieren.
So muss der Leimring sitzen
Der Ring muss den Stamm vollständig umschließen.
Bei stark rissiger Rinde dürfen keine großen Lücken entstehen, durch die die Weibchen unter dem Band hindurchkriechen können.
Achte außerdem auf alternative Wege in die Krone:
- Stützpfähle,
- Befestigungsbänder,
- dicht anliegende Äste benachbarter Gehölze.
Ein Leimring am Stamm nützt wenig, wenn ein angebundener Baumpfahl wie eine Brücke bis in die Krone führt.
Stützpfähle müssen deshalb gegebenenfalls ebenfalls gesichert werden.
Leimring regelmäßig kontrollieren
Blätter, Staub und andere Pflanzenteile können die Klebefläche überdecken und eine Brücke bilden.
Kontrolliere deshalb während der Aktivitätsperiode, ob der Ring:
- noch dicht anliegt,
- ausreichend klebrig ist,
- mit Laub bedeckt wurde,
- viele Frostspanner-Weibchen gefangen hat.
Leimringe wieder entfernen
Ein Leimring sollte nicht dauerhaft das ganze Jahr am Baum bleiben.
Nach dem Ende der Frostspanner-Aktivität wird er wieder entfernt, spätestens bevor im Frühjahr der Raupenschlupf beginnt.
Das verhindert außerdem, dass unnötig viele andere Tiere später an der Klebefläche hängen bleiben.
Leimringe haben auch Nachteile
Leimringe werden oft als vollkommen unproblematische biologische Lösung dargestellt. So einfach ist es nicht.
Auch nützliche oder harmlose Tiere können an einer offenen Klebefläche hängen bleiben. Im ungünstigen Fall betrifft das Insekten, kleine Vögel oder Fledermäuse.
Deshalb sollte ein Leimring gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden – besonders dann, wenn am betreffenden Baum in den vergangenen Jahren tatsächlich ein relevanter Frostspanner-Befall aufgetreten ist.
Eine Schutzmanschette beziehungsweise geeignete Abdeckung kann das Risiko für größere Tiere reduzieren.
Wer nur einzelne Frostspanner in einem naturnahen Garten beobachtet, muss nicht vorsorglich jeden Baum mit Leim versehen.
Raupen im Frühjahr biologisch bekämpfen
Ist der Herbst vorbei und die Frostspanner-Raupe bereits im Baum, kann ein Leimring diese Generation nicht mehr stoppen.
Dann richten sich Maßnahmen direkt gegen die jungen Raupen.
Natürliche Feinde fördern
Frostspanner haben zahlreiche Gegenspieler.
Dazu gehören unter anderem:
- Meisen und andere insektenfressende Vögel,
- Schlupfwespen,
- Laufkäfer,
- Spinnen,
- weitere räuberische Insekten.
Gerade im Frühjahr fällt die Frostspanner-Raupenzeit mit der Brutzeit vieler Singvögel zusammen. Raupen sind dann wichtige eiweißreiche Nahrung.
Nistmöglichkeiten, unterschiedliche heimische Gehölze, wenig nächtliche Gartenbeleuchtung und der Verzicht auf unnötige Breitband-Insektizide unterstützen diese Gegenspieler langfristiger als eine einzelne Notfallmaßnahme.
Bacillus thuringiensis gegen Frostspanner
Bei starkem Befall können gegen junge Schmetterlingsraupen Pflanzenschutzmittel auf Basis geeigneter Bacillus-thuringiensis-Stämme infrage kommen.
Der Wirkstoff muss von den Raupen beim Fressen aufgenommen werden. Deshalb sind kleine, aktiv fressende Larven wesentlich besser erreichbar als große Raupen kurz vor der Verpuppung.
Wichtig: Nicht jedes Raupenmittel ist automatisch für jeden Obstbaum oder gegen Frostspanner zugelassen. Verwende nur ein aktuell für nichtberufliche Anwender, die konkrete Kultur und den vorgesehenen Schädling zugelassenes Pflanzenschutzmittel und halte Anwendung, Dosierung, Wartezeiten sowie Schutzauflagen der Gebrauchsanleitung ein.
➡️ Mittel gegen Raupen passend zur Befallssituation auswählen
Später Raupenbefall: Zeitpunkt nicht verpassen
Sind die Raupen bereits weit entwickelt, steht die Verpuppung kurz bevor. Dann nimmt der zusätzliche Nutzen einer Behandlung ab.
Bei einem großen gesunden Baum kann es sinnvoller sein, den aktuellen Fraß zu akzeptieren und im Herbst gezielt auf die nächste Generation zu reagieren.
Frostspanner natürlich bekämpfen: Was von Hausmitteln zu halten ist
Bei der Suche nach „Frostspanner bekämpfen Hausmittel“ tauchen zahlreiche Mischungen und improvisierte Klebstoffe auf.
Dabei gilt: Ein Hausmittel ist nicht automatisch pflanzenverträglich oder umweltfreundlich.
Essig, konzentrierte Seifenlösungen, Spülmittel oder aggressive Ölmischungen sollten nicht wahllos über Knospen, Blüten und Blätter gesprüht werden. Sie können Pflanzengewebe oder Nichtzielorganismen schädigen und ersetzen keine sichere Bestimmung.
Auch selbst gemischter Klebstoff direkt auf empfindlicher Rinde ist keine gute Standardlösung.
Bei kleinen Bäumen sind diese einfachen Maßnahmen sinnvoller:
- Befall bestimmen.
- Klopfprobe durchführen.
- Einzelne Raupen absammeln.
- Bei geringem Befall natürliche Gegenspieler arbeiten lassen.
- Erst bei starkem Befall eine zugelassene gezielte Behandlung prüfen.
Schlupfwespen gegen Frostspanner: natürliche Feinde ja, Kaufpräparat nicht automatisch
Schlupfwespen gehören zu den natürlichen Gegenspielern verschiedener Frostspanner-Stadien.
Daraus folgt aber nicht automatisch, dass handelsübliche Schlupfwespen-Kärtchen, wie sie beispielsweise gegen bestimmte Vorrats- oder Kleidermotten angeboten werden, auch gegen Frostspanner im Obstbaum geeignet sind.
„Schlupfwespen“ umfasst sehr viele verschiedene Arten mit unterschiedlichen Wirten.
Für den Hausgarten ist deshalb das Fördern natürlich vorkommender Gegenspieler sinnvoller als der ungeprüfte Kauf irgendeiner Schlupfwespenart.
Eine artenreiche Bepflanzung, Rückzugsräume und der Verzicht auf unnötige Insektizide unterstützen solche natürlichen Gegenspieler.
Nematoden gegen Frostspanner sind keine Standardmaßnahme
Da sich Frostspanner im Boden verpuppen, klingt die Idee zunächst logisch, Nematoden gegen Frostspanner einzusetzen.
Für den normalen Hausgarten gehören handelsübliche Nematodenpräparate jedoch nicht zu den üblichen Standardmaßnahmen gegen Kleinen Frostspanner.
Nematodenprodukte sind artspezifisch beziehungsweise nur gegen bestimmte geeignete Wirte und Entwicklungsstadien wirksam. Ein Präparat gegen Dickmaulrüssler, Trauermücken oder Erdraupen sollte deshalb niemals einfach gegen Frostspanner eingesetzt werden.
Wenn auf einem Produkt Frostspanner nicht ausdrücklich als passender Einsatz genannt wird, sollte nicht von einer Wirkung ausgegangen werden.
Frostspanner an Apfel, Kirsche, Rosen und Beerensträuchern
Der Kleine Frostspanner ist ausgesprochen wenig spezialisiert und kann viele verschiedene Laubgehölze nutzen.
Apfelbaum
Am Apfelbaum sind Blütenbüschel und junger Fruchtansatz besonders wichtig. Ein kräftiger älterer Baum kann Blattfraß teilweise ausgleichen, zerstörte Blüten werden dagegen nicht ersetzt.
Kontrolliere deshalb bereits während des Austriebs.
Kirschbaum
Bei Kirschen können Raupen Knospen, Blüten, Blätter und sehr junge Früchte schädigen.
Starker Fraß während der Blüte kann die Ernte entsprechend deutlich reduzieren.
Rosen
Auch an Rosen können grüne Raupen auftreten. Eine grüne Raupe auf einer Rose ist jedoch nicht automatisch ein Frostspanner.
Gerade hier kommen auch Blattwespenlarven und andere Raupen infrage. Prüfe deshalb die spannerartige Fortbewegung.
Heidelbeeren und andere Beerensträucher
Auch Beerengehölze können vom Kleinen Frostspanner genutzt werden.
Bei mehrtriebigen Sträuchern ist eine vollständige Leimbarriere wesentlich schwieriger als an einem einzelnen Obstbaumstamm. Hier sind die Frühjahrskontrolle und natürliche Gegenspieler häufig praktikabler.
Frostspanner vorbeugen: Ein Jahresplan statt hektischer Behandlung
Bei Frostspannern lässt sich besonders gut vorbeugen, weil die verschiedenen Entwicklungsstadien zeitlich klar voneinander getrennt sind.
Frühjahr
Beim Knospenaufbruch junge Triebe kontrollieren. Besonders auf die typische spannerartige Bewegung achten.
Bei wenigen Raupen absammeln oder abschütteln.
Bei starkem Befall früh prüfen, ob eine zugelassene biologische Behandlung sinnvoll ist.
Frühsommer
Wenn die Raupen ausgewachsen sind, seilen sie sich zum Boden ab und verpuppen sich.
Eine hektische Behandlung der Krone bringt dann immer weniger Nutzen.
Sommer
Baum beobachten und den Schaden bewerten.
Ein kräftiger Baum mit begrenztem Blattfraß benötigt nicht automatisch eine weitere Maßnahme.
Herbst
Bei bestätigtem oder wiederkehrend starkem Befall beginnt jetzt die wichtigste Vorbeugung.
Leimring rechtzeitig vor dem Aufstieg der Weibchen anbringen, lückenlosen Sitz prüfen und gegebenenfalls Stützpfähle einbeziehen.
Winter
Leimring weiter kontrollieren und nach Ende der Aktivitätsperiode wieder entfernen.
Findest du viele gefangene Weibchen, solltest du beim Austrieb im kommenden Frühjahr besonders aufmerksam kontrollieren.
➡️ Schädlings-Check für unklare Tiere und Schadbilder
Häufige Fragen zu Frostspannern
Was ist ein Frostspanner?
Frostspanner sind Schmetterlinge aus der Familie der Spanner. Im Garten ist besonders der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) als Schädling an Obst- und anderen Laubgehölzen relevant.
Wie sieht die Raupe des Kleinen Frostspanners aus?
Sie ist meist hell- bis grasgrün, wird ungefähr 2 bis 2,5 Zentimeter lang und bewegt sich typisch spannerartig: Der Körper bildet beim Vorwärtslaufen einen deutlichen Bogen beziehungsweise „Katzenbuckel“.
Ist eine Frostspanner-Raupe giftig für Menschen?
Nein. Raupen des Kleinen und Großen Frostspanners gelten für Menschen als harmlos und besitzen nicht die gefährlichen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners.
Ist die Raupe des Kleinen Frostspanners giftig?
Nein. Die Raupe ist ein Pflanzenschädling, aber kein gesundheitlich gefährlicher Giftraupentyp.
Wann treten Frostspanner-Raupen auf?
Die Raupen schlüpfen im Frühjahr ungefähr zum Knospenaufbruch und fressen während der folgenden Wochen an jungen Pflanzenteilen.
Wann fliegt der Kleine Frostspanner?
Die erwachsenen Falter erscheinen im Herbst und frühen Winter, häufig ab Oktober beziehungsweise nach den ersten kalten Nächten. Die Aktivität kann bis in den Dezember reichen.
Warum heißt der Frostspanner Frostspanner?
Die erwachsenen Falter werden ungewöhnlich spät im Jahr aktiv und erscheinen während der ersten kalten beziehungsweise frostigen Herbst- und Winterperioden.
Wie sieht das Frostspanner-Schadbild aus?
Typisch sind angefressene Knospen, Löcher in jungen Blättern, beschädigte Blüten und Fraß an jungen Früchten. Bei starkem Befall ist Kahlfraß möglich.
Welche Bäume befällt der Frostspanner?
Der Kleine Frostspanner nutzt zahlreiche Laubgehölze. Dazu gehören unter anderem Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume sowie verschiedene Wald- und Ziergehölze wie Eiche, Buche und Ahorn.
Was hilft gegen Frostspanner?
Bei geringem Befall reichen häufig Kontrolle, Absammeln und natürliche Gegenspieler. Bei wiederkehrendem starkem Befall können Leimringe im Herbst die Eiablage reduzieren. Im Frühjahr kommen bei starkem Befall nur geeignete und aktuell zugelassene Maßnahmen gegen junge Raupen infrage.
Wann sollte man Leimringe gegen Frostspanner anbringen?
Der Ring sollte vor dem herbstlichen Aufstieg der flugunfähigen Weibchen angebracht werden. Ende September bis Anfang Oktober ist häufig eine sinnvolle Orientierung, wichtiger ist jedoch die regionale Witterung und der Beginn der Frostspanner-Aktivität.
Wie lange bleibt ein Leimring am Baum?
Nur während der relevanten Herbst- und Winterperiode. Nach Ende der Frostspanner-Aktivität sollte er entfernt werden, spätestens bevor im Frühjahr die neue Raupengeneration schlüpft.
Muss auch der Baumpfahl einen Leimring bekommen?
Wenn der Pfahl oder seine Bindung einen alternativen Weg in die Krone bietet, ja. Andernfalls können Weibchen den geschützten Stamm umgehen.
Kann man Frostspanner mit Hausmitteln bekämpfen?
Absammeln und eine Klopfprobe sind einfache und sinnvolle Maßnahmen. Ungeprüfte Spritzmischungen aus Essig, Spülmittel oder konzentrierten Ölen sind dagegen keine empfehlenswerte Standardbehandlung.
Helfen Schlupfwespen gegen Frostspanner?
Natürlich vorkommende Schlupfwespen gehören zu den Gegenspielern des Frostspanners. Handelsübliche Schlupfwespenprodukte sind jedoch nicht automatisch für Frostspanner geeignet.
Helfen Nematoden gegen Frostspanner?
Nematoden gehören im Hausgarten nicht zur üblichen Standardbekämpfung des Kleinen Frostspanners. Präparate gegen andere Larvenarten sollten nicht ohne passende Zweckbestimmung eingesetzt werden.
Braucht man ein Spritzmittel gegen Frostspanner?
Bei wenigen Raupen normalerweise nicht. Eine Behandlung kommt eher bei starkem Befall und gefährdeten Obstgehölzen infrage. Verwendet werden dürfen nur aktuell für die jeweilige Kultur, den Schädling und nichtberufliche Anwender zugelassene Pflanzenschutzmittel.
Was ist der Unterschied zwischen Frostspanner und Apfelwickler?
Frostspanner-Raupen fressen im Frühjahr hauptsächlich an Knospen, Blüten, Blättern und jungen Früchten. Apfelwicklerlarven bohren sich dagegen in die Frucht und hinterlassen typische Bohrstellen mit Kotkrümeln.
Bilden Frostspanner Nester?
Nicht die typischen großen dauerhaften Gespinstnester anderer Raupenarten. Einzelne Blätter oder Pflanzenteile können leicht versponnen sein. Große dichte Gespinste sprechen eher für einen anderen Schädling.
Ist der Große Frostspanner dasselbe wie der Kleine Frostspanner?
Nein. Erannis defoliaria und Operophtera brumata sind unterschiedliche Arten. Beide gehören jedoch zu den Spannern, erscheinen als Falter spät im Jahr und können als Raupen ähnliche Fraßschäden an Laubgehölzen verursachen.


