Die Blumenerde ist oben trocken, doch deine Zimmerpflanze hängt noch immer die Blätter – obwohl du gestern gegossen hast. Braucht sie schon wieder Wasser, oder wäre das gerade ein Fehler? Eine feste Regel wie „einmal pro Woche“ hilft hier kaum. Entscheidend ist, wie feucht die Wurzeln tatsächlich stehen, welche Pflanze du pflegst und ob Wasser aus dem Topf ablaufen kann. Bei Orchideen, Hydrokultur und Selbstbewässerungstöpfen gelten zudem andere Prüfregeln als bei gewöhnlicher Blumenerde. Der Zimmerpflanzen-Gieß-Check führt dich deshalb nicht durch einen starren Gießplan. Du kannst eine passende Anleitung abrufen, deinen aktuellen Wasserbedarf prüfen oder herausfinden, ob du zu häufig, zu selten oder auf die falsche Weise gießt. So erhältst du eine konkrete nächste Handlung, ohne deine Pflanze vorsorglich mit zusätzlichem Wasser zu belasten.
Gieße erst, wenn der Wurzelbereich für deine Pflanzenart ausreichend abgetrocknet ist und die Wasserversorgung sicher funktioniert. Eine trockene Oberfläche oder hängende Blätter allein reichen als Beweis nicht aus. Der Gieß-Check verbindet deine Beobachtungen mit der Pflanzenart und dem Topfsystem. Bei Nässe, unklaren Angaben oder verdächtigen Wurzeln empfiehlt er eine Prüfung statt blindes Nachgießen.

Inhalt
- Zimmerpflanzen-Gieß-Check starten: Wobei brauchst du Hilfe?
- Was bedeutet das Ergebnis der Gießhilfe?
- Muss ich jetzt gießen? Vier Beobachtungen sind entscheidend
- Wie oft Zimmerpflanzen gießen? Die Pflanzenart macht den Unterschied
- Gieße ich zu viel, zu wenig oder falsch?
- Selbstbewässerungstopf und Hydrokultur: Nicht nach der Fingerprobe allein handeln
- Phalaenopsis-Orchidee: Gießen oder tauchen?
- Wenn die Blätter hängen: Wassermangel oder Wurzelschaden?
- Warum der Gießzeitpunkt im Sommer und Winter anders sein kann
Zimmerpflanzen-Gieß-Check starten: Wobei brauchst du Hilfe?
Wähle zunächst aus, was du wissen möchtest. Das Tool hat drei verschiedene Einstiege, damit eine einfache Gießfrage nicht unnötig zu einer umfassenden Problemdiagnose wird.
- Wie gieße ich meine Pflanze richtig? Du erhältst eine Anleitung zu Feuchtigkeit, Gießmethode, typischen Fehlern und der Frage, wie weit das Substrat abtrocknen sollte.
- Muss ich jetzt gießen? Der Check bewertet deinen aktuellen Wurzelbereich und gibt eine Handlungsempfehlung für den Moment.
- Gieße ich zu viel, zu wenig oder falsch? Zusätzlich werden deine bisherige Gießroutine und die Art der Wassergabe berücksichtigt.
Kennst du deine Zimmerpflanze, suche nach ihrem deutschen oder wissenschaftlichen Namen. Auch häufige alternative Namen werden berücksichtigt. Ist dir die Art unbekannt, kannst du ohne Auswahl weitermachen. Dann bleibt die Einschätzung zwangsläufig allgemeiner: Ein Einblatt benötigt andere Feuchtigkeitsbedingungen als eine Glücksfeder.
Die weiteren Fragen richten sich nach deinen Antworten. Bei einem gewöhnlichen Erdtopf geht es beispielsweise um die Feuchtigkeit und die Abzugslöcher. Bei einem Selbstbewässerungstopf stehen Wasserreservoir und Anwachsphase im Vordergrund. Für eine Phalaenopsis können auch die Wurzeln im transparenten Topf wichtig werden.
Herkunft & Nutzung
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Wichtig für die Eingabe: Der Check misst die Feuchtigkeit nicht selbst. Wenn du noch nicht weißt, wie nass es tiefer im Topf ist, wähle „Nicht sicher“ oder prüfe nach. Eine ehrliche unvollständige Angabe ist hilfreicher als eine geratene Antwort. Die Einschätzung bezieht sich auf den beschriebenen Zustand; bei neuen Beobachtungen kannst du sie erneut durchführen.
Was bedeutet das Ergebnis der Gießhilfe?
Du erhältst eine Empfehlung mit dem nächsten sinnvollen Schritt, nicht bloß eine Kalenderangabe. Abhängig von deiner Situation sind unterschiedliche Ergebnisse möglich.
| Ergebnis | Bedeutung und nächster Schritt |
|---|---|
| Jetzt gießen | Der Ballen ist passend trocken: Gleichmäßig wässern, anschließend ablaufen lassen |
| Noch warten | Im Wurzelbereich ist genug Feuchtigkeit: Nicht nachgießen, später prüfen |
| Erneut prüfen | Angaben fehlen oder widersprechen sich: Feuchtigkeit gezielt kontrollieren |
| Nässe/Abfluss prüfen | Wasser steht im Übertopf, Erde ist klatschnass oder der Ablauf unsicher: Nicht weitergießen |
| Ursache untersuchen | Symptome passen nicht zum Feuchtezustand: Wurzeln oder andere Pflanzenprobleme prüfen |
| Reservoir prüfen/nachfüllen | Wasserstand, Anwachsphase und Abtrocknung entscheiden über das Auffüllen |
| Topfsystem klären | Hydrokultur oder unbekannter Topf: Erst die richtige Bewässerungsart feststellen |
Bei einer Phalaenopsis kann außerdem ausdrücklich das Wässern beziehungsweise Tauchen empfohlen werden. Dafür müssen Wurzel- und Substratzustand zusammenpassen. Der Einstieg „Wie gieße ich richtig?“ liefert hingegen zunächst eine Pflegeanleitung und keine Behauptung, dass heute tatsächlich Wasser nötig ist.
Warum entscheidet das Tool nicht immer eindeutig? Angenommen, der Topf fühlt sich leicht an, die Erde wurde aber nur oben geprüft. Oder die Blätter welken, obwohl das Substrat nass ist. Ein vorschnelles „Jetzt gießen“ wäre in beiden Fällen riskant. Deshalb nennt der Check eine Gegenprobe und erklärt, welche Information noch fehlt.
Muss ich jetzt gießen? Vier Beobachtungen sind entscheidend
Der zuverlässigste Ausgangspunkt ist der Zustand im Wurzelbereich. Die Zeit seit der letzten Wassergabe, das Aussehen der Blätter und das Topfgewicht helfen bei der Einordnung, dürfen eine deutlich nasse Erde aber nicht überstimmen.
1. Erde tiefer im Topf prüfen
Fasse nicht ausschließlich auf die Oberfläche. Gerade bei großen Töpfen, kühlen Standorten oder wasserhaltenden Substraten kann sie schon trocken sein, während darunter noch genügend Feuchtigkeit steckt.
Der Check unterscheidet zwischen klatschnass, deutlich feucht, leicht feucht, nur oben trocken und auch tiefer deutlich trocken. Versuche vorsichtig an einer geeigneten Stelle etwas tiefer zu prüfen, ohne Wurzeln zu verletzen. Ist das bei einem großen Gefäß nicht möglich, hilft eine zusätzliche Prüfposition; ein geeigneter Feuchtigkeitsmesser kann ergänzen, ersetzt die übrigen Beobachtungen aber nicht.
2. Topfgewicht vergleichen
Hebst du denselben Kulturtopf gelegentlich direkt nach dem Gießen und später erneut an, bemerkst du mit der Zeit einen Unterschied. Ein deutlich leichter gewordener Topf unterstützt den Verdacht auf Trockenheit. Bei einem schweren Übertopf oder nach dem Umtopfen ist dieser Vergleich weniger aussagekräftig.
Leicht bedeutet nicht automatisch trocken. Ein scheinbar leichter Topf darf nicht als Ausrede dienen, nasse Erde erneut zu wässern.
3. Abzugslöcher und stehendes Wasser kontrollieren
Bei einem gewöhnlichen Topf mit Erde sollte überschüssiges Wasser ablaufen können. Steht bereits Wasser im Übertopf, ist die Erde schmierig nass oder fehlt ein sicherer Ablauf, gib zunächst nichts hinzu. Entferne unbeabsichtigt stehendes Wasser und prüfe die Ursache.
Fehlen Abzugslöcher, obwohl der Ballen trocken ist, bedeutet das nicht, dass Staunässe vorhanden wäre. Du musst dann aber einen sicheren Weg zum Gießen und Entwässern schaffen, statt einen geschlossenen Topf einfach durchzuspülen. Bei einem dafür konstruierten Selbstbewässerungsreservoir gelten andere Regeln.
4. Blattzustand als Gegenprobe nutzen
Hängende Blätter können Durst anzeigen, aber ebenso von geschädigten Wurzeln herrühren. Gelbe Blätter und braune Spitzen haben ebenfalls mehrere mögliche Ursachen. Erst gemeinsam mit Substratfeuchtigkeit, Topfsystem und Pflanzenart werden solche Symptome aussagekräftig.
➡️ Warum Zimmerpflanzen die Blätter hängen lassen
Wie oft Zimmerpflanzen gießen? Die Pflanzenart macht den Unterschied
Eine allgemeine Antwort in Tagen wäre irreführend. Selbst zwei Pflanzen derselben Art können durch Topfgröße, Temperatur und Licht unterschiedlich schnell austrocknen. Die Gießhilfe berücksichtigt deshalb den Pflanzenbedarf und fragt bei Bedarf nach der passenden Erdschicht oder der Wachstumsphase.
Einblatt, Calathea, Fittonie und Farne
Diese Pflanzen bevorzugen häufig gleichmäßige leichte Feuchtigkeit. Die Oberfläche darf leicht abtrocknen, doch der gesamte Ballen sollte nicht vollständig austrocknen. Bei geringer Restfeuchte kann früheres Gießen sinnvoll sein als bei Sukkulenten. Dauerhaft klatschnasse Erde ist trotzdem schädlich. Wer ein Einblatt erst bei starkem Welken versorgt, wartet häufig unnötig lange.
Monstera, Efeutute und viele Blattpflanzen
Bei mäßig wasserbedürftigen Arten lässt die Gießhilfe bei leichter Restfeuchte prüfen, ob die oberen etwa 2–3 cm Erde bereits abgetrocknet sind. Tiefer darf der Ballen dann noch leicht feucht sein. Ist die Oberfläche weiterhin feucht, warte. Diese Orientierung gilt nicht unterschiedslos für jeden Topf und jede Pflanze.
Alocasia: Wachstum und Ruhephase beachten
Während aktiven Wachstums prüft der Check bei Alocasia, ob die oberen ungefähr 5 cm abgetrocknet sind; darunter kann leichte Feuchtigkeit verbleiben. Bei wenig Licht und einer kühlen Ruhephase benötigt die Pflanze weniger Wasser. Dann ist eine trockene obere Schicht noch kein Grund für eine kräftige Wassergabe. Bei kleinen Töpfen solltest du andererseits nicht warten, bis der ganze Ballen schädlich austrocknet.
➡️ Alocasia pflegen und Warnzeichen einordnen
Glücksfeder, Bogenhanf und Sukkulenten
Glücksfeder, Geldbaum, Bogenhanf und zahlreiche Sukkulenten vertragen deutlich stärkere Trockenphasen. Bei leichter Restfeuchte ist Nachgießen gewöhnlich nicht angebracht. Selbst bei trockenem Ballen fragt das Tool nach der Wachstumsphase: Eine Pflanze in kühler Ruhe darf nicht automatisch so kräftig gegossen werden wie während aktiven Wachstums.
➡️ Glücksfeder richtig pflegen
Kennst du die Art nicht, bekommst du eine vorsichtige allgemeine Anleitung. Eine unsichere Bestimmung sollte niemals dazu führen, dass eine unbekannte Pflanze blind nach dem Wasserbedarf einer Monstera behandelt wird.
Gieße ich zu viel, zu wenig oder falsch?
Manche Gießfehler liegen nicht im Zeitpunkt, sondern in der Routine. Deshalb fragt der dritte Einstieg zusätzlich, wann und wie du bisher Wasser gibst. Eine ungünstige Gewohnheit ist zunächst ein Hinweis, keine sichere Diagnose eines Wurzelschadens.
Gießen nach Wochentag: Einmal pro Woche kann zufällig passen, wird aber problematisch, sobald Licht oder Temperatur wechseln. Nutze einen Gießplan lieber als Erinnerung zum Prüfen, nicht als automatische Gießanweisung.
Täglich ohne Feuchteprüfung: Besonders in größeren Töpfen kann sich so Nässe ansammeln. Kleine Pflanzengefäße an sehr warmen, hellen Standorten trocknen zwar manchmal schnell aus; auch dort bleibt die Kontrolle entscheidend.
Immer nur einen kleinen Schluck: Die Erde wird unter Umständen nur an einer Stelle feucht, während andere Wurzelbereiche trocken bleiben. Bei tatsächlichem Wasserbedarf ist langsames, gleichmäßiges Wässern besser.
Nur die Blätter besprühen: Das ersetzt bei gewöhnlichen Zimmerpflanzen nicht die Wasserversorgung der Wurzeln. Feuchtigkeit auf dem Laub sagt nichts darüber aus, ob der Ballen ausreichend Wasser erhalten hat.
So gießt du einen normalen Erdtopf richtig
Wenn die Pflanze Wasser benötigt und freie Abzugslöcher vorhanden sind, verteile es langsam auf das Substrat. Gib dem Ballen Zeit, die Feuchtigkeit aufzunehmen. Bei einem gewöhnlichen Kulturtopf darf schließlich etwas Wasser unten austreten. Anschließend vollständig abtropfen lassen und den Übertopf leeren.
Ein sehr trockener, wasserabweisender Ballen nimmt Wasser manchmal zunächst schlecht an; es läuft seitlich vorbei. Dann portionsweise und langsam erneut befeuchten, statt aus einem schnellen Ablauf zu schließen, die gesamte Erde sei versorgt.
Eine feste Literzahl ist nicht sinnvoll. Topfgröße, Substrat, Wurzeln und Austrocknungsgrad bestimmen, wie viel Wasser tatsächlich benötigt wird.
➡️ Zimmerpflanzen richtig gießen: ausführliche Anleitung
Selbstbewässerungstopf und Hydrokultur: Nicht nach der Fingerprobe allein handeln
Ein Topf mit Wasserspeicher ist nicht dasselbe wie ein normaler Kulturtopf in einem Übertopf, in dem sich versehentlich Wasser sammelt. Das Tool fragt deshalb zuerst nach dem System. Davon hängen die nächsten Fragen und Empfehlungen ab.
Selbstbewässerungstopf mit Erde
Ein vorgesehenes Reservoir darf Wasser enthalten. Das ist für sich genommen keine Staunässe. Entscheidend ist, ob das System funktioniert und die Wurzeln bereits über Docht, Feuchtzone oder einen anderen Transportweg versorgt werden.
- Reservoir gefüllt: Normalerweise nicht zusätzlich von oben gießen. Bleibt der Ballen trotzdem auffällig trocken, prüfe Wassertransport, Anzeige und Wurzelkontakt.
- Reservoir leer: Nicht automatisch nachfüllen. Viele Systeme sehen zunächst eine pflanzenabhängige Abtrocknungsphase vor. Erst wenn diese erfüllt und die Versorgung etabliert ist, ist das Auffüllen plausibel.
- Pflanze neu eingesetzt: Während der Anwachsphase kann vorübergehendes Gießen von oben erforderlich sein. Wie lange, richtet sich nach dem konkreten System.
- Überfüllt oder schmierig nass: Nicht weiter nachfüllen. Überfüllung nach Anleitung korrigieren und den Wurzelzustand prüfen.
Fülle ein funktionierendes Reservoir über den vorgesehenen Einfüllweg und höchstens bis zur Herstellermarkierung. Eine allgemeine Anzahl von Tagen zwischen zwei Füllungen gibt es nicht. Ebenso falsch wäre es, ein korrekt gefülltes Reservoir allein wegen des sichtbaren Wassers zu leeren.
Klassische Hydrokultur mit Wasserstandsanzeiger
In mineralischem Hydrokultursubstrat wie Blähton lassen sich die Gießregeln für Blumenerde nicht übertragen. Die obersten Tonkugeln können trocken sein, obwohl unten Wasser vorhanden ist. Maßgeblich sind der Wasserstand, die Systemanleitung und der tatsächliche Zustand der Pflanze.
Kontrolliere auch, ob der Anzeiger beweglich ist und den Wasserstand richtig wiedergibt. Die Markierung „Minimum“ bedeutet nicht bei jedem System, sofort bis „Maximum“ aufzufüllen. Die Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur empfiehlt für klassische Hydrokultur im Normalfall eine Orientierung an Minimum und Optimum statt ständiger Maximalfüllung.
Wenn du dein Topfsystem nicht sicher erkennst, wähle „Weiß ich nicht“. Der Check wird dann keine gewöhnliche Erdtopf-Anleitung als sichere Bewässerungsfreigabe ausgeben.
Phalaenopsis-Orchidee: Gießen oder tauchen?
Phalaenopsis wächst häufig in grober Rinde in einem transparenten Kulturtopf. Die sichtbaren Wurzeln liefern zusätzliche Informationen, die für andere Zimmerpflanzen nicht in gleicher Weise gelten.
Feste, überwiegend silbrige Wurzeln im Topf zusammen mit weitgehend trockenem Rindensubstrat sprechen dafür, dass wieder gewässert werden kann. Sind die Wurzeln noch deutlich grün und feucht, ist Warten oder eine Gegenprobe sinnvoll. Entscheidend sind die Wurzeln im Topf, nicht allein trockene Luftwurzeln außerhalb.
Dunkle, weiche oder matschige Wurzeln sind dagegen ein Warnsignal. Der Check soll in diesem Fall keine gewöhnliche Gießfreigabe geben, sondern auf die Untersuchung des Wurzelsystems hinweisen. Auch scheinbar trockenes Substrat und gleichzeitig grüne Wurzeln werden nicht ungeprüft als Durst gewertet.
Wenn Wässern sinnvoll ist, gieße oder tauche die Orchidee behutsam und lasse sie danach gründlich ablaufen. Im Übertopf und im Blattherz darf kein Wasser stehen bleiben. Andere Pflanzen in rindenreicher Erde werden dadurch nicht automatisch wie Phalaenopsis behandelt.
➡️ Orchidee richtig gießen und tauchen
Wenn die Blätter hängen: Wassermangel oder Wurzelschaden?
Einer der folgenschwersten Fehler ist es, Welke immer mit zu wenig Wasser gleichzusetzen. Hängende Blätter können zwar bei trockenem Ballen Durst anzeigen. Ist das Substrat dagegen nass, können die Wurzeln unter Sauerstoffmangel oder Fäulnis leiden und trotz vorhandenen Wassers die Pflanze nicht ausreichend versorgen.
Bei nasser Erde, stehendem Wasser, muffigem Geruch oder weichen dunklen Wurzeln lautet der nächste Schritt daher nicht nachgießen. Entferne unbeabsichtigt stehendes Wasser, kontrolliere die Abzugslöcher und untersuche den Wurzelzustand.
➡️ Staunässe erkennen und beheben
➡️ Wurzelfäule erkennen: So prüfst du die Wurzeln
Gelbe Blätter, braune Flecken oder Blattverlust können ebenfalls durch Licht, Temperatur, Schädlinge oder andere Erkrankungen entstehen. Der Gieß-Check grenzt vor allem die Wasserversorgung ein. Wenn die Symptome dazu nicht passen, ist eine breitere Prüfung sinnvoller als mehrfaches Gießen oder gleichzeitiges Düngen und Umtopfen.
➡️ Zimmerpflanzen-Diagnose für unklare Symptome
Warum der Gießzeitpunkt im Sommer und Winter anders sein kann
Mehr Licht und aktives Wachstum erhöhen bei vielen Pflanzen den Wasserverbrauch. Im lichtarmen Winter trocknet dieselbe Erde unter Umständen deutlich langsamer. Ein warmer Fensterplatz, trockene Heizungsluft oder ein kleiner Topf können die Situation allerdings verändern. Deshalb gibt es keine feste Winterregel wie „nur alle zwei Wochen“.
Auch das Topfmaterial zählt: Unglasierte Terrakotta verliert Feuchtigkeit über die Wandung, Kunststoff kaum. Ein kleiner Topf hat meist weniger Wasservorrat als ein großer. Feines, wasserhaltendes Substrat verhält sich anders als eine luftige Mischung. Diese Einflüsse dienen im Check der Einordnung; sie überstimmen weder einen nassen Ballen noch fehlende Abzugslöcher.
Bleibt die Erde über ungewöhnlich lange Zeit nass, prüfe Substrat und Topfgröße. Ein sofortiges Umtopfen ist nicht in jedem Fall nötig; zunächst zählt, ob der Ablauf funktioniert und die Pflanze Wurzelschäden zeigt.
➡️ Passendes Substrat für Zimmerpflanzen
➡️ Zimmerpflanzen im Winter richtig pflegen
Häufige Fragen zum Zimmerpflanzen-Gieß-Check
Wie erkenne ich, ob meine Zimmerpflanze Wasser braucht?
Prüfe die Feuchtigkeit im Wurzelbereich, die Pflanzenart und den Wasserabfluss. Ein leichter Topf unterstützt die Einschätzung, ersetzt die Feuchteprüfung aber nicht. Bei Unsicherheit hilft die gezielte Gegenprobe im Check.
Wie oft muss ich Zimmerpflanzen gießen?
Es gibt keinen allgemeingültigen Tagesabstand. Licht, Temperatur, Topfgröße und Wachstumsphase verändern den Bedarf. Ein Gießplan ist deshalb besser eine Erinnerung zum Kontrollieren als ein automatischer Befehl zum Gießen.
Kann ich den Gieß-Check ohne Pflanzennamen nutzen?
Ja. Du erhältst eine allgemeine Orientierung, auch wenn du die Art nicht kennst. Bei unbekannter Pflanze können spezielle Wasseransprüche oder Ruhephasen aber nicht mit derselben Genauigkeit berücksichtigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Gießanleitung und „Muss ich jetzt gießen?“
Die Anleitung erklärt den passenden Feuchtezustand und die Methode. Der aktuelle Check bewertet deine heutigen Beobachtungen. Mit dem dritten Einstieg kannst du zusätzlich Gewohnheiten wie tägliches Gießen oder ständige kleine Wassergaben untersuchen.
Soll ich gießen, wenn die Oberfläche trocken ist?
Nicht allein deswegen. In tieferen Schichten kann noch viel Feuchtigkeit vorhanden sein. Bei manchen Pflanzen genügt das Abtrocknen der oberen Zentimeter, andere benötigen stärkere Trockenphasen.
Was tun, wenn Blätter hängen und die Erde nass ist?
Nicht nachgießen. Prüfe stehendes Wasser, Abzugslöcher und den Wurzelzustand. Welke trotz Nässe kann auf geschädigte Wurzeln oder ein anderes Problem hindeuten.
Muss ich das leere Reservoir meines Selbstbewässerungstopfs sofort auffüllen?
Nicht unbedingt. Viele Systeme benötigen eine Abtrocknungsphase. Außerdem müssen die Wurzeln bereits zuverlässig durch das Reservoir versorgt werden. Richte dich nach Pflanze, Wasserstand und Systemanleitung.
Ist Wasser im Reservoir automatisch Staunässe?
Nein. Ein konstruktiv vorgesehener Wasserspeicher gehört zum Selbstbewässerungssystem. Problematisch werden Überfüllung, mangelhafter Wassertransport oder ein dauerhaft vernässter Wurzelbereich.
Wie gieße ich eine Pflanze in Hydrokultur?
Nutze den Wasserstandsanzeiger und die Regeln des jeweiligen Systems. Eine trockene Oberfläche der Tonkugeln ist kein Beweis für einen leeren Wasservorrat. Prüfe auch, ob der Anzeiger korrekt funktioniert.
Wann sollte ich eine Phalaenopsis gießen?
Wenn die Wurzeln im Topf überwiegend fest und silbrig und die Rinde weitgehend trocken sind, ist Wässern meist plausibel. Noch grüne Wurzeln sprechen eher fürs Warten; weiche dunkle Wurzeln müssen zuerst untersucht werden.
Warum empfiehlt der Gieß-Check manchmal nur eine erneute Prüfung?
Weil widersprüchliche oder unvollständige Angaben keine sichere Entscheidung erlauben. Beispielsweise beweisen hängende Blätter und eine trockene Oberfläche noch keinen trockenen Wurzelballen. Die zusätzliche Prüfung schützt vor einem Gießfehler.

