Weiße Fliege erkennen und bekämpfen: Befall sicher einordnen

Steigen beim Berühren einer Pflanze plötzlich viele kleine weiße Fliegen auf, steckt häufig die Weiße Fliege dahinter. Der Name täuscht: Es handelt sich nicht um echte Fliegen, sondern um Mottenschildläuse. Die erwachsenen Tiere sitzen vor allem an den Blattunterseiten. Dort findest du bei einem Befall meist auch Eier sowie helle, flache Entwicklungsstadien. Klebriger Honigtau, gelbliche Blätter und bei stärkerem Befall schwarzer Rußtau sind weitere typische Hinweise.

Bevor du irgendetwas sprühst, solltest du deshalb zuerst mehrere Blätter umdrehen. Danach entscheidet vor allem der Standort über das weitere Vorgehen: Weiße Fliegen im Gewächshaus, an Kohl, an Zimmerpflanzen oder draußen im Garten brauchen nicht immer dieselbe Strategie.

Weiße Fliegen erkennst du am zuverlässigsten an der Kombination aus auffliegenden weißlichen Insekten und besetzten Blattunterseiten. Kontrolliere anschließend auch Nachbarpflanzen und ordne Befallsstärke und Standort ein. Gelbtafeln sind vor allem zum Erkennen und Beobachten der erwachsenen Tiere hilfreich; Eier und junge Entwicklungsstadien auf den Blättern werden damit nicht beseitigt.

Hand bewegt Tomatenblatt, kleine weiße Fliegen steigen als „Wolke“ auf; rechts Makro der Blattunterseite mit hellen Larvenstadien und klebrigen Stellen (Honigtau).
Weiße Fliegen erkennen – Beet, Topf & Gewächshaus
Inhalt
  1. Sind es wirklich Weiße Fliegen? Der 60-Sekunden-Check
  2. Weiße Fliege erkennen: Aussehen, Larven und Schadbild
  3. Weiße Fliegen an Tomaten, Kohl, Gurken und Zimmerpflanzen
  4. Was hilft gegen Weiße Fliegen wirklich?
  5. Gelbtafeln, Schlupfwespen und Hausmittel richtig einordnen
  6. Warum Weiße Fliegen immer wiederkommen
  7. Weißen Fliegen vorbeugen
  8. Diese Fehler machen Weiße Fliegen unnötig hartnäckig

Sind es wirklich Weiße Fliegen? Der 60-Sekunden-Check

Du musst das Insekt nicht sofort bis zur exakten Art bestimmen, um einen guten ersten Verdacht zu bekommen.

Gehe direkt zur betroffenen Pflanze:

  1. Bewege die Pflanze oder tippe vorsichtig gegen mehrere Blätter.
  2. Beobachte, ob kleine weißliche Insekten auffliegen.
  3. Drehe anschließend mehrere Blätter um.
  4. Suche dort nach erwachsenen weißen Tieren und hellen, flachen, schuppenähnlichen Entwicklungsstadien.
  5. Prüfe, ob Blätter oder darunterliegende Flächen klebrig sind.
  6. Kontrolliere auch die unmittelbar benachbarten Pflanzen.

Fliegen beim Bewegen zahlreiche kleine weiße Tiere kurz auf und setzen sich anschließend wieder an den Pflanzen ab, während gleichzeitig die Blattunterseiten besetzt sind, spricht sehr viel für Weiße Fliegen.

Nur die fliegenden Tiere zu betrachten reicht dagegen nicht. Ein großer Teil des Befalls sitzt dauerhaft auf den Blattunterseiten und fliegt beim Berühren überhaupt nicht auf.

Unsicher? Der Schädlings-Check funktioniert auch ohne fertige Diagnose

Wenn du lediglich kleine Fliegen, klebrige Blätter oder einen anderen unbekannten Schaden entdeckt hast, solltest du dich nicht vorschnell auf die Weiße Fliege festlegen.

Der ➡️ Schädlings-Check lässt dich entweder mit einem vermuteten Schädling oder direkt mit dem sichtbaren Schadbild starten. Standort und zusätzliche Spuren grenzen anschließend die Möglichkeiten weiter ein.

Das ist besonders hilfreich, wenn du nur „kleine weiße Fliegen an Pflanzen“ beobachtest und noch nicht weißt, was tatsächlich dahintersteckt.


Weiße Fliege erkennen: Aussehen, Larven und Schadbild

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„Weiße Fliege“ ist ein Sammelname für verschiedene Mottenschildläuse. Im Garten und Gewächshaus begegnen dir unter anderem die Gewächshausmottenschildlaus, die Kohlmottenschildlaus und unter geschützten Bedingungen weitere Arten.

Erwachsene Weiße Fliegen sind nur wenige Millimeter groß. Durch den weißen Wachsbelag auf Körper und Flügeln wirken sie wie winzige weiße Motten.

Der wichtigste Kontrollort ist jedoch die Blattunterseite.

Dort sitzen Eier und die flachen Entwicklungsstadien. Diese können hell, gelblich oder grünlich wirken und erinnern eher an kleine Schuppen als an typische Insektenlarven. Deshalb werden sie leicht übersehen.

Das typische Schadbild

Weiße Fliegen saugen Pflanzensaft. Ein geringer Befall muss deshalb noch keinen auffälligen Pflanzenschaden verursachen.

Bei zunehmendem Befall können auftreten:

  • gelbliche oder aufgehellte Blätter,
  • schwächeres Pflanzenwachstum,
  • klebrige Blattoberflächen,
  • Honigtau auf Blättern oder darunterliegenden Flächen,
  • dunkler Rußtau auf dem Honigtau,
  • zahlreiche Tiere und Entwicklungsstadien an den Blattunterseiten,
  • bei starkem Befall Blattfall und eine deutlich geschwächte Pflanze.

Der schwarze Belag ist nicht die Weiße Fliege selbst. Auf dem zuckerhaltigen Honigtau können sich Rußtaupilze ansiedeln.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt bei befallenen Tomaten ebenfalls weiß bepuderte Tiere auf den Blattunterseiten, klebrigen Honigtau und später auftretenden Rußtau.

➡️ Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Weiße Fliege an Tomaten

Kleine weiße Fliegen oder ein anderer Schädling?

Gerade bei Zimmerpflanzen werden verschiedene kleine Schädlinge schnell miteinander verwechselt.

BeobachtungEher wahrscheinlichEntscheidender Hinweis
Weiße Tiere fliegen beim Berühren aufWeiße Fliegeerwachsene Tiere und Entwicklungsstadien an Blattunterseiten
Kleine dunkle Fliegen kommen aus der BlumenerdeTrauermückenSchwerpunkt liegt im Substrat
Silbrige Blattstellen und schwarze PunkteThripseschmale Tiere und typische Saugschäden
Kolonien an Trieben und KnospenBlattläusegut sichtbare Läusegruppen
Feine helle Sprenkel und GespinsteSpinnmilbenGespinste, Tiere fliegen nicht auf

Die Beschreibung „kleine Fliegen an meiner Pflanze“ reicht also nicht für eine sichere Diagnose. Farbe, Flugverhalten und vor allem die Blattunterseiten gehören immer zusammen betrachtet.

Makroaufnahme einer weißen Fliege mit weiß gepuderten Flügeln auf grünem, leicht behaartem Blatt im Querformat.
Weiße Fliege (Gewächshausmottenschildlaus) – Makroaufnahme auf Blatt

Weiße Fliegen an Tomaten, Kohl, Gurken und Zimmerpflanzen

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Welche Pflanze befallen ist und wo sie steht, liefert wichtige Hinweise darauf, welche Mottenschildlaus wahrscheinlich ist und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Weiße Fliege an Tomaten

An Tomaten ist besonders im geschützten Anbau die Gewächshausmottenschildlaus ein typischer Schädling.

Oft wird der Befall beim Ausgeizen, Gießen oder Arbeiten an der Pflanze bemerkt: Du bewegst die Blätter und plötzlich steigen zahlreiche winzige weiße Tiere auf.

Kontrolliere nicht nur alte Blätter im unteren Bereich. Erwachsene Weiße Fliegen suchen auch jüngere Blätter zur Eiablage auf. Deshalb solltest du mehrere Blattetagen überprüfen.

Stehen die Tomaten im Gewächshaus, gehört außerdem die gesamte Pflanzenreihe zum Check. Findest du an einer Pflanze einen deutlichen Befall, können benachbarte Pflanzen bereits ebenfalls besiedelt sein.

Weiße Fliege an Gurken und Paprika

Auch Gurken und Paprika können im geschützten Anbau von Weißen Fliegen befallen werden.

Gerade bei dichtem Pflanzenwuchs bleiben besetzte Blattunterseiten lange verborgen. Klebriger Honigtau auf tiefer liegenden Blättern oder anderen Flächen kann deshalb auffallen, bevor du die tatsächliche Zahl der Tiere bemerkst.

Stehen Tomaten, Gurken und Paprika gemeinsam im Gewächshaus, solltest du bei einem Fund nicht nur die zuerst auffällige Pflanze kontrollieren.

Weiße Fliege an Basilikum und anderen Kräutern

Auch Basilikum und andere weiche Topf- oder Kräuterpflanzen können von Weißen Fliegen besiedelt werden. Die Diagnose funktioniert genauso: Bewege die Pflanze vorsichtig und kontrolliere anschließend mehrere Blattunterseiten.

Gerade bei Pflanzen, deren Blätter später gegessen werden, solltest du nicht vorschnell mit irgendeinem Hausmittel oder Pflanzenschutzmittel sprühen. Erst den Schädling sicher bestimmen und dann nur eine zur Pflanze passende Maßnahme auswählen.

Weiße Fliege an Kohl, Grünkohl und Rosenkohl

An Kohlgewächsen ist häufig die Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) beteiligt. Sie wird ebenfalls als Weiße Fliege oder Kohl-Weiße-Fliege bezeichnet.

Das ist für die Einordnung wichtig: Eine Weiße Fliege am Rosenkohl ist nicht automatisch derselbe Schädling, der sich unter warmen Bedingungen im Tomatengewächshaus stark vermehrt.

Kontrolliere besonders die Blattunterseiten von Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing und anderen Kohlarten. Dort können sich größere Kolonien bilden. Honigtau und dunkle Beläge können bei stärkerem Befall zusätzlich auffallen.

Ein frühzeitig aufgelegtes geeignetes Kulturschutznetz kann die Besiedlung von Kohl vermindern. Es muss allerdings vor dem Befall angebracht werden. Befinden sich die Tiere bereits an den Pflanzen, werden sie durch ein Netz nicht beseitigt.

Weiße Fliege an Zimmerpflanzen

Bei Zimmerpflanzen solltest du eine auffällig befallene Pflanze zunächst von unmittelbar benachbarten Pflanzen abrücken und diese ebenfalls kontrollieren.

Bei robusten Pflanzen kann gründliches Abduschen helfen, einen Teil des Befalls mechanisch zu entfernen. Richte das Wasser dabei vor allem auf die Blattunterseiten.

Beobachtest du dagegen kleine dunkle Fliegen, die hauptsächlich aus der Blumenerde aufsteigen, spricht das eher für Trauermücken.

➡️ Trauermücken erkennen und von anderen kleinen Fliegen unterscheiden

Weiße Fliege im Gewächshaus

Das Gewächshaus ist ein eigener Fall. Wärme, geschützter Standort und dicht stehende Wirtspflanzen können eine schnelle Vermehrung ermöglichen.

Bei etwa 20 bis 25 °C kann die Gewächshausmottenschildlaus unter günstigen Bedingungen ihren Entwicklungszyklus ungefähr innerhalb eines Monats durchlaufen. Deshalb können neue erwachsene Tiere auftreten, obwohl nach einer ersten Maßnahme kurzfristig kaum noch welche zu sehen waren.

Wie du dort den gesamten Bestand kontrollierst und welche Maßnahmen unter Glas sinnvoll sind, findest du ausführlich hier:

➡️ Weiße Fliegen im Gewächshaus eindämmen


Was hilft gegen Weiße Fliegen wirklich?

Wenn du den Befall sicher erkannt hast, entscheidet nicht die längste Liste möglicher Mittel, sondern vor allem die Befallsstärke und der Standort.

Wenige Weiße Fliegen: jetzt ist gezieltes Handeln am einfachsten

Entdeckst du nur einzelne erwachsene Tiere und wenige besetzte Blätter, solltest du zunächst den Befallsherd begrenzen.

Stark besetzte einzelne Blätter können entfernt werden, wenn die Pflanze diesen Blattverlust problemlos verkraftet. Robuste Topfpflanzen lassen sich zusätzlich gründlich abduschen.

Danach folgt die Kontrolle: Prüfe in kurzen Abständen erneut mehrere Blattunterseiten und benachbarte Pflanzen.

Gelbtafeln oder Gelbsticker können dir dabei helfen, erwachsene Tiere frühzeitig zu entdecken und die Entwicklung des Befalls zu beobachten. Als alleinige Bekämpfung reichen sie nicht aus.

Mittlerer Befall: Blattunterseiten werden entscheidend

Fliegen bei fast jeder Berührung mehrere Tiere auf und findest du auf zahlreichen Blättern Entwicklungsstadien, solltest du nicht nur die sichtbaren erwachsenen Tiere betrachten.

Jetzt ist ein systematischer Ablauf sinnvoll:

  • starke Befallsherde reduzieren,
  • mehrere Blattunterseiten kontrollieren,
  • Nachbarpflanzen mitprüfen,
  • eine zum Standort passende Maßnahme auswählen,
  • den Erfolg anschließend erneut kontrollieren.

Der letzte Punkt wird häufig vergessen. Selbst wenn nach einer Maßnahme deutlich weniger erwachsene Tiere fliegen, können sich auf den Blättern noch Entwicklungsstadien befinden.

Starker Befall: nicht nur eine einzelne Pflanze betrachten

Bei starkem Befall steigen beim Berühren zahlreiche Tiere auf, viele Blattunterseiten sind besetzt und Honigtau oder Rußtau werden deutlich sichtbar.

Im Gewächshaus solltest du dann den gesamten Bestand betrachten. Bei Zimmer- und Kübelpflanzen kann eine stark befallene Einzelpflanze wiederum zur Quelle für benachbarte Pflanzen werden.

Welche Nützlinge, Pflanzenschutzmittel und anderen gezielten Lösungen infrage kommen, wird getrennt von der reinen Erkennung behandelt:

➡️ Weiße Fliege bekämpfen: passende Mittel auswählen


Gelbtafeln, Schlupfwespen und Hausmittel richtig einordnen

Viele erfolglose Versuche entstehen nicht dadurch, dass eine Methode grundsätzlich unsinnig wäre. Häufig wird nur zu viel von ihr erwartet.

Gelbtafeln gegen Weiße Fliegen

Gelbtafeln sind besonders nützlich, um erwachsene Weiße Fliegen nachzuweisen und die Entwicklung eines Befalls zu beobachten.

Sie beantworten beispielsweise die Frage, ob nach einigen Tagen weiterhin erwachsene Tiere unterwegs sind.

Was sie nicht können: Eier und die festsitzenden Entwicklungsstadien auf den Blattunterseiten beseitigen.

Eine gut besetzte Gelbtafel ist deshalb ein Warnsignal und kein Beweis dafür, dass der Befall gleichzeitig ausreichend bekämpft wird.

Schlupfwespen gegen Weiße Fliegen

Unter geeigneten geschützten Bedingungen können Nützlinge eine wichtige Rolle spielen.

Besonders bekannt ist Encarsia formosa. Diese winzige Schlupfwespe parasitiert Entwicklungsstadien der Gewächshausmottenschildlaus und wird seit Langem im biologischen Pflanzenschutz unter Glas eingesetzt.

Der Einsatz funktioniert am besten, wenn der Befall früh erkannt wird. Außerdem muss der Nützling zur vorhandenen Weißen-Fliegen-Art und zu den Bedingungen am Standort passen.

Eine Strategie für die Gewächshausmottenschildlaus lässt sich deshalb nicht automatisch auf die Kohlmottenschildlaus draußen am Rosenkohl übertragen.

Hausmittel gegen Weiße Fliegen

Abduschen, Seifenlösungen, Öl, Spülmittel, Knoblauch, Natron und weitere Hausmittel werden häufig empfohlen.

Dabei unterscheiden sich Wirksamkeit und Pflanzenverträglichkeit deutlich. Besonders selbst gemischte Spülmittel- und Öllösungen können empfindliches Blattgewebe schädigen, wenn Konzentration und Anwendung nicht passen.

Deshalb werden Hausmittel bewusst separat eingeordnet:

➡️ Weiße Fliegen mit Hausmitteln bekämpfen: Was hilft wirklich?


Warum Weiße Fliegen immer wiederkommen

Nach einer Maßnahme sind plötzlich kaum noch Tiere in der Luft. Einige Tage später steigt erneut eine kleine weiße Wolke auf.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die erste Maßnahme überhaupt nichts gebracht hat.

Der entscheidende Punkt liegt wieder auf der Blattunterseite: Während du erwachsene Tiere reduzierst, können dort bereits Eier und weitere Entwicklungsstadien vorhanden sein. Aus ihnen entsteht später die nächste sichtbare Generation.

Weitere Faktoren können einen erneuten Befallsaufbau begünstigen:

Warme, geschützte Standorte
Im Gewächshaus, Wintergarten und an geschützten Pflanzenstandorten können sich Weiße Fliegen unter günstigen Bedingungen schnell vermehren.

Dichter Pflanzenbestand
Stehen Pflanzen eng zusammen und berühren sich ihre Blätter, fällt ein beginnender Befall leichter zu spät auf und kann sich über mehrere Pflanzen verteilen.

Zu seltene Kontrolle
Wer erst wieder nachsieht, wenn zahlreiche Tiere auffliegen, entdeckt den nächsten Befallsaufbau spät.

Befallene Neuzugänge
Neu gekaufte Pflanzen können bereits besiedelt sein, obwohl beim schnellen Blick von oben kaum etwas auffällt.

Nur die erwachsenen Tiere werden beobachtet
Weniger fliegende Weiße Fliegen sind ein gutes Zeichen, aber kein Beweis dafür, dass die Blattunterseiten bereits frei sind.

Kontrolliere deshalb nicht nur die Luft um die Pflanze, sondern immer wieder mehrere Blattunterseiten.


Weißen Fliegen vorbeugen

Bei Weißen Fliegen ist ein kleiner Befall deutlich einfacher zu kontrollieren als eine große Population über viele Pflanzen.

Prüfe gefährdete Pflanzen deshalb regelmäßig von unten. Das gilt besonders für Tomaten, Gurken, Paprika, Kohl und empfindliche Topf- oder Zimmerpflanzen.

Im Gewächshaus helfen außerdem:

  • neue Pflanzen vor dem Einstellen kontrollieren,
  • den Bestand regelmäßig von allen Seiten prüfen,
  • stark befallene Pflanzenreste nicht unnötig liegen lassen,
  • Pflanzen nicht dichter als nötig wachsen lassen,
  • früh auf die ersten erwachsenen Tiere reagieren.

Bei Kohl kann ein rechtzeitig angebrachtes Kulturschutznetz die Besiedlung vermindern.

Im Garten solltest du außerdem vorhandene Nützlinge nicht unnötig durch breit wirkende Behandlungen beeinträchtigen.

Wenn ein Pflanzenschutzmittel notwendig wird, verwende nur ein Produkt, das für die jeweilige Kultur und Anwendung zugelassen ist, und halte dich an die Gebrauchsanweisung.


Diese Fehler machen Weiße Fliegen unnötig hartnäckig

Nur eine Gelbtafel aufhängen
Damit kannst du erwachsene Tiere erkennen und beobachten. Die Entwicklungsstadien auf den Blättern verschwinden dadurch aber nicht.

Nur von oben auf die Pflanze schauen
Der entscheidende Kontrollbereich liegt an der Blattunterseite.

Nach der ersten Maßnahme nicht mehr kontrollieren
Kurzfristig können fast alle fliegenden Tiere verschwunden sein, während bereits die nächste Generation auf den Blättern heranwächst.

Jede Weiße Fliege gleich behandeln
Gewächshausmottenschildlaus und Kohlmottenschildlaus treten in unterschiedlichen Situationen auf. Besonders bei Nützlingen und anderen gezielten Maßnahmen ist diese Unterscheidung wichtig.

Befallene Pflanzen direkt zwischen gesunden stehen lassen
Vor allem bei Zimmer- und Kübelpflanzen kann sich der Befall so leichter auf Nachbarpflanzen ausbreiten.

Mehrere Hausmittel nacheinander ausprobieren
Unterschiedliche aggressive Mischungen können die Pflanze zusätzlich belasten, ohne dass der Befall dadurch zuverlässig verschwindet.

Der sinnvollere Ablauf lautet deshalb:

erkennen → Standort einordnen → Befallsstärke feststellen → passend handeln → Blattunterseiten erneut kontrollieren.

Wenn du noch gar nicht sicher bist, welcher Schädling vor dir sitzt:

➡️ Schädlings-Check für Garten und Pflanzen


Häufige Fragen zu Weißen Fliegen

Was hilft gegen Weiße Fliegen?
Bei einem frühen Befall solltest du zuerst Blattunterseiten und Nachbarpflanzen kontrollieren, starke Befallsherde reduzieren und robuste Pflanzen gegebenenfalls abduschen. Gelbtafeln helfen vor allem bei Erkennung und Kontrolle erwachsener Tiere. Bei stärkerem Befall richtet sich die passende Maßnahme nach Standort, Pflanzenart und Befallsstärke.

Wie erkenne ich die Weiße Fliege?
Typisch sind kleine weiß bepuderte Insekten, die beim Bewegen einer befallenen Pflanze auffliegen. Auf den Blattunterseiten findest du bei einem deutlichen Befall zusätzlich Eier und helle, flache Entwicklungsstadien. Klebriger Honigtau und später schwarzer Rußtau sind weitere Hinweise.

Wie sehen die Larven der Weißen Fliege aus?
Die jungen Entwicklungsstadien sitzen an den Blattunterseiten und wirken flach, hell bis gelblich und teilweise fast wie kleine Schuppen. Dadurch werden sie leicht übersehen, obwohl sie für die Beurteilung eines Befalls besonders wichtig sind.

Sind kleine weiße Fliegen an Pflanzen immer Weiße Fliegen?
Nein. Die Farbe allein reicht zur Bestimmung nicht. Entscheidend ist die Kombination aus Flugverhalten, Aufenthaltsort und den Entwicklungsstadien auf den Blattunterseiten.

Warum kommen Weiße Fliegen immer wieder?
Häufig sind nach einer ersten Maßnahme noch Eier oder Entwicklungsstadien auf den Blattunterseiten vorhanden. Aus ihnen entstehen später neue erwachsene Tiere. Deshalb gehört die Nachkontrolle immer zur Bekämpfung.

Helfen Gelbtafeln gegen Weiße Fliegen?
Gelbtafeln sind besonders zur Früherkennung und Beobachtung erwachsener Weißer Fliegen geeignet. Eier und Entwicklungsstadien auf den Blättern werden von ihnen nicht erfasst. Bei einem deutlichen Befall solltest du sie deshalb nicht als alleinige Bekämpfungsmaßnahme betrachten.

Welche Pflanzen werden von Weißen Fliegen befallen?
Häufig betroffen sind unter anderem Tomaten, Gurken, Paprika, verschiedene Kohlarten sowie zahlreiche Zier-, Kräuter- und Zimmerpflanzen. Welche Mottenschildlaus wahrscheinlich ist, hängt auch von Pflanze und Standort ab.

Sind Weiße Fliegen für Menschen gefährlich?
Nein. Weiße Fliegen sind Pflanzenschädlinge und für Menschen normalerweise nicht gefährlich. Sie stechen oder beißen Menschen nicht. Problematisch sind ihre Saugtätigkeit an Pflanzen, Honigtau und die Folgen eines stärkeren Pflanzenbefalls.

Sind Schlupfwespen gegen Weiße Fliegen sinnvoll?
Im Gewächshaus können passende Schlupfwespen sehr sinnvoll sein. Encarsia formosa wird beispielsweise gegen die Gewächshausmottenschildlaus eingesetzt und sollte möglichst früh im Befallsverlauf genutzt werden. Bei Weißen Fliegen an Kohl oder anderen Standorten muss dagegen geprüft werden, welcher Gegenspieler zur vorhandenen Art und Situation passt.

Was ist der wichtigste Fehler bei der Bekämpfung der Weißen Fliege?
Nur die auffliegenden erwachsenen Tiere zu beachten. Der eigentliche Kontrollpunkt sind die Blattunterseiten. Solange dort weiterhin neue Entwicklungsstadien auftauchen, ist der Befall noch nicht beendet.