Die ersten zwei Wochen entscheiden, ob Rollrasen ein Traum wird oder ein Dauerproblem. In dieser Phase hat der Rasen noch kaum Wurzeln im Boden. Er „lebt“ von dem Wasser, das du ihm gibst – und davon, ob er wirklich Bodenkontakt bekommt.
Wenn du Rollrasen grundsätzlich einordnen willst (wann sinnvoll, wann nicht), starte im Hub: ➡️ Rollrasen.

Inhalt
Tag 1–3: Anwässern (Ziel, Kontrolle, Fehler vermeiden)
Das Ziel in den ersten 72 Stunden
- Die Rollen dürfen nicht austrocknen
- Der Boden darunter muss gleichmäßig feucht sein
- Der Rasen soll beginnen, Kontakt zum Boden zu bekommen
In diesen ersten Tagen ist „mal kurz drüber sprühen“ oft zu wenig. Gleichzeitig ist „Fluten“ genauso schlecht, weil Staunässe Rollrasen schnell in Stress bringt.
So kontrollierst du, ob es passt
- Oberfläche: sollte sich durchgehend frisch-feucht anfühlen, nicht staubtrocken
- Untergrund (wichtiger): an einer Stelle vorsichtig anheben und prüfen, ob der Boden darunter feucht ist
- Hotspots: Kanten, Übergänge und sonnige Ecken trocknen zuerst aus
Fehler, die jetzt richtig teuer werden
- Gießen nur nach Gefühl, ohne einmal zu prüfen, ob es unten ankommt
- Ungleichmäßig gießen (ein Teil nass, ein Teil trocken → Flecken)
- Schonung vergessen: viel Betreten drückt Rollen auseinander und macht Nähte sichtbar
Wenn du unsicher bist, wann du am besten gießt, hilft diese Seite als klare Basis: ➡️ Wann gießen?.
Tag 4–7: Wurzeln anregen (weniger oft, tiefer)
Wenn die ersten Tage gut laufen, kommt jetzt der Übergang: weg von „Rollrasen am Leben halten“ hin zu „Rollrasen zum Wurzeln bringen“.
Was sich jetzt ändern darf
- du gießt seltener, aber dafür gründlicher
- du willst, dass der Boden etwas tiefer feucht bleibt, nicht nur oben
- kurze Trockenphasen an der Oberfläche sind jetzt nicht sofort schlimm – solange es unten passt
So merkst du, dass er anfängt zu wurzeln
- er lässt sich nicht mehr so leicht anheben
- die Rollen wirken „fester“ und verschieben sich weniger
- die Oberfläche trocknet etwas schneller ab, ohne dass er direkt schlapp wirkt
Wichtig: Wenn du ab Tag 4 zu früh „zu wenig“ gießt, fällt Rollrasen oft genau hier in Trockenstress. Das ist der typische Punkt, an dem Leute denken: „Er liegt ja schon – wird schon.“ Und dann werden die ersten Bereiche gelb.
Tag 8–14: erster Schnitt + Stabilisierung
Ab der zweiten Woche wird Rollrasen in vielen Gärten deutlich stabiler – wenn er bis dahin sauber versorgt wurde.
Der erste Schnitt: nicht zu früh, nicht zu tief
Mähe erst dann, wenn der Rasen wirklich „sitzt“:
- an einer Ecke vorsichtig ziehen: hebt er sich noch leicht? Dann warten.
- ist er fest verwurzelt? Dann langsam starten.
Beim ersten Schnitt gilt:
- lieber nicht zu kurz
- scharfe Messer (rupfen stresst den Rasen)
- nicht bei knalliger Mittagshitze mähen
Wenn du die Grundlagen zur Schnitthöhe und zum Rhythmus sauber haben willst:



Stabilisierung
Jetzt kannst du den Übergang Richtung „normal“ vorbereiten:
- gießen weiter nach Bedarf, aber nicht mehr wie in Woche 1
- Belastung langsam steigern (nicht sofort Vollgas)
- weiterhin Hotspots im Blick behalten (Kanten, sonnige Ecken)
Warnzeichen: welkt, gelb, Flecken, hebt ab – was tun?
Rollrasen zeigt Probleme oft schnell. Das ist gut, weil du früh gegensteuern kannst – wenn du die Signale richtig liest.
Welk / matt / trittempfindlich
Meist Wassermangel oder ungleichmäßige Feuchte.
→ Prüfen, ob es unten feucht ist. Dann lieber einmal gründlich statt dreimal kurz.
Gelblich / hellgrün
Oft Stress durch Trockenheit, Hitze oder Staunässe – selten „Düngermangel“ in Woche 1–2.
→ Ursache suchen, nicht blind düngen.
Flecken (gelb/braun)
Häufig ungleichmäßiges Gießen, Bodenunterschiede oder Staunässe-Zonen.
→ Muster erkennen: immer dieselben Stellen? Dann ist es oft der Boden oder die Verteilung.
Hebt ab / Nähte bleiben offen
Fast immer: zu wenig Bodenkontakt oder Untergrund nicht eben.
→ Andrücken/ggf. walzen, Wasser so steuern, dass der Untergrund gut mitmacht.
Für diese Themen sind die passenden Detailseiten hier:



Und wenn du nicht sicher bist, was bei dir der Hauptgrund ist: ➡️ Rasen-Diagnose.
Ab Woche 3: Übergang in „normalen“ Pflegeplan
Wenn der Rollrasen nach 14 Tagen stabil sitzt, beginnt im Grunde die normale Rasenpflege. Das heißt:
- gießen nach Wetter und Boden statt nach „Rollrasen-Regel“
- mähen im passenden Rhythmus, ohne ihn zu stressen
- Probleme früh erkennen (Flecken, Moos, Verdichtung), bevor sie groß werden
Gerade beim Gießen lohnt sich ab jetzt saubere Routine statt Bauchgefühl:



FAQ
Wie oft muss ich Rollrasen in Woche 1 wirklich gießen?
So oft, dass die Rollen nicht austrocknen und der Boden darunter feucht bleibt. Die Häufigkeit hängt stark von Wetter, Wind und Boden ab. Entscheidend ist die Kontrolle: unten muss es ankommen, ohne dass Staunässe entsteht.
Ab wann darf ich Rollrasen betreten?
Leichtes Betreten geht oft recht früh, aber starke Belastung solltest du erst steigern, wenn er fest verwurzelt ist. In den ersten Tagen möglichst wenig, damit Nähte nicht aufgehen.
Wann ist der erste Schnitt sinnvoll?
Wenn der Rollrasen fest sitzt und sich nicht mehr leicht anheben lässt. Dann beim ersten Schnitt nicht zu kurz und nur mit scharfen Messern.
Warum wird Rollrasen gelb, obwohl ich gieße?
Typisch sind ungleichmäßiges Gießen, Hitze/ Wind (Austrocknung trotz Gießen) oder Staunässe. Gelb ist oft Stresssignal, nicht automatisch „Nährstoffmangel“.
Soll ich in den ersten 14 Tagen düngen?
Meist ist das nicht nötig und kann sogar Stress erhöhen, wenn Wasser/Boden noch nicht passen. Erst die Basics stabilisieren – dann später gezielt.