Rasen mähen ist nicht einfach „kurz machen“. Der Schnitt entscheidet, ob dein Rasen dicht bleibt – oder ob er nach dem Mähen gelb wirkt, schnell austrocknet, fleckig wird oder über Wochen immer dünner erscheint. Wenn du ein paar klare Regeln einhältst, wird Mähen planbar: weniger Stress für den Rasen, sauberer Wuchs, weniger Problemstellen.

Inhalt
Kurzstart: 3 Regeln, die fast immer passen
1) Nicht mehr als 1/3 kürzen
Die 1/3-Regel ist der wichtigste Schutz vor Stress: Du nimmst dem Rasen nie zu viel Blattmasse auf einmal. Das ist genau der Moment, in dem viele Rasen nach dem Mähen „hell“ wirken oder in der Woche danach schwächeln.
Praxis-Tipp: War der Rasen zu hoch? Dann nicht einmal „runterrasieren“. Lieber in 2–3 Schritten: heute moderat, nach ein paar Tagen nochmal – erst dann wieder normal.
2) Bei Hitze höher schneiden
Je wärmer und trockener es ist, desto mehr hilft Höhe. Ein etwas höherer Rasen beschattet den Boden, bremst Verdunstung und schützt die Wurzeln. Zu kurzer Schnitt bei Hitze ist einer der häufigsten Auslöser für Sommerstress.
3) Trocken mähen, Messer scharf
Nasses Gras wird eher gerissen als sauber geschnitten. Das sieht schnell strohig aus, klebt im Auswurf, und die Fläche wirkt unruhig. Ein scharfes Messer sorgt für glatte Schnittkanten – der Rasen regeneriert schneller und sieht direkt besser aus.
Schnitthöhe – der größte Hebel
Die Schnitthöhe ist der Punkt, an dem du am schnellsten „gut“ oder „schlecht“ entscheiden kannst. Zu kurz ist meist der Anfang vom Ärger: Der Rasen wird heller, trocknet schneller aus und verliert Dichte. Zu hoch ist in der Regel weniger schlimm – solange du regelmäßig mähst und nicht ständig riesige Mengen abschneidest.
Woran du „zu kurz“ erkennst:
- Der Rasen wirkt nach dem Mähen hellgrün, matt oder gräulich.
- Sonnige Bereiche (Südseite, offene Flächen, Kanten) kippen zuerst.
- Du siehst mehr Boden zwischen den Halmen und der Rasen wird langsam dünner.
Schnitthöhe: Zielwerte & praktische Faustregeln: ➡️ Schnitthöhe richtig einstellen
Schnitthöhe hängt von der Rasenart ab: ➡️ Rasenarten
Wie oft mähen – Rhythmus statt Gefühl
Viele mähen „wenn’s nötig ist“. Das führt fast automatisch dazu, dass man dann zu viel auf einmal schneidet. Besser ist ein Rhythmus, der die 1/3-Regel leicht macht.
So findest du deinen Rhythmus:
- Starkes Wachstum (Frühjahr, nach Regen, nach Düngung): lieber öfter – dann schneidest du pro Mähgang weniger ab.
- Schwaches Wachstum (Sommer, Trockenphasen): seltener, aber weiterhin sauber – und eher höher.
- Wenn du merkst, du müsstest deutlich mehr als 1/3 kürzen: das ist das Signal, dass dein Rhythmus zu selten ist (oder die Schnitthöhe zu niedrig gewählt wurde).
Wie oft mähen: Rhythmus finden (ohne Gefühl): ➡️ Wie oft mähen?
Mähen bei Hitze: Sommerstress vermeiden
Bei Hitze entstehen viele „Mähschäden“ nicht durch den Mäher, sondern durch Timing und Höhe. Wenn der Rasen ohnehin am Limit ist (heiß, trocken, Wind), dann ist ein tiefer Schnitt wie „Extra-Stress obendrauf“.
So mähst du bei Sommerwetter deutlich sicherer:
- Höher schneiden als üblich (das ist der größte Hebel).
- Nicht mittags mähen – besser morgens oder später am Tag, wenn es nicht brennt.
- Nicht „retten“ durch extra kurz: Das macht es fast immer schlimmer, weil mehr Boden frei liegt und noch schneller austrocknet.
- Nur mähen, wenn er es wirklich braucht: Wenn kaum Wachstum da ist, kannst du auch einmal aussetzen.
Mähen bei Hitze: Sommerstress vermeiden: ➡️ Mähen bei Hitze
Gießen bei Hitze & Hitzewelle (einmal sinnvoll): ➡️ Rasen gießen bei Hitze & Hitzewelle
Mähen nach Nachsaat
Nachsaat klappt am besten, wenn du die jungen Halme nicht zu früh belastest. Gleichzeitig willst du den Bestand nicht „verwildern“ lassen. Entscheidend ist nicht ein fixes Datum, sondern ob die neuen Halme stabil genug sind.
Sicherer Ablauf:
- Vor der Nachsaat darfst du den Altbestand ruhig etwas kürzer bringen (nicht rasieren), damit Licht an den Boden kommt.
- Nach der Nachsaat: Geduld. Sobald die neuen Halme gut stehen und du sie nicht mehr „mitziehst“, ist der erste Schnitt möglich.
- Erster Schnitt nach Nachsaat immer vorsichtig: höher schneiden, scharfes Messer, trocken mähen.
Mähen nach Nachsaat: wann wieder schneiden?: ➡️ Mähen nach Nachsaat
Nachsaat richtig wässern (einmal sinnvoll): ➡️ Nachsaat wässern
Mulchen oder Fangen?
Mulchen kann super funktionieren – aber nicht immer. Der wichtigste Faktor ist, wie viel Material du pro Schnitt liegen lässt. Wenn du regelmäßig mähst und nur wenig abschneidest, ist Mulchen oft unauffällig und praktisch. Wenn du selten mähst und viel Material anfällt, landet zu viel auf der Fläche: Das kann verklumpen, Licht nehmen und Filz fördern.
Gute Mulch-Bedingungen:
- Regelmäßig mähen (kleine Mengen)
- Trockenes Gras
- Scharfes Messer / Mulchmesser
- Keine „Berge“ auf dem Rasen
Fangen ist meist besser, wenn:
- Du gerade viel Wachstum hast (Frühjahr)
- Du selten mähst
- Du merkst, dass der Rasen zu Filz neigt
- Du nach einer Krankheit/Stressphase „sauber“ halten willst
Mulchen: wann sinnvoll, wann nicht: ➡️ Mulchen oder Fangen?
Fehlerbilder: so erkennst du falsches Mähen
Manchmal sieht man am Rasen sehr klar, dass der Schnitt (Höhe, Timing oder „zu viel auf einmal“) gerade der Auslöser ist. Diese Seiten helfen dir, das Bild schnell einzuordnen und nicht am falschen Hebel zu drehen.
Rasen wird gelb/hellgrün nach dem Schnitt: ➡️ Gelb / hellgrün
Sommerflecken & Stressbilder: ➡️ Rasen-Schäden im Sommer
Rasen wird dünn, wächst kaum: ➡️ Rasen dünn, wächst kaum
Filz/Moos als Folge von Pflegefehlern: ➡️ Moos & Filz
Welcher Mäher passt grob?
Du musst hier keine Grundsatzfrage draus machen – wichtig ist zuerst, dass Schnitt und Rhythmus stimmen. Wenn du aber grob wissen willst, welche Mäher-Kategorie zu Fläche, Gelände und Engstellen passt, nutz den Finder: Der spart Zeit und verhindert typische Fehlkäufe.
In 2–3 Minuten passende Mäher-Kategorie finden: ➡️ Rasenmäher-Finder
Wenn du schon Richtung Kaufentscheidung willst: ➡️ Kaufhilfe Rasenmäher



FRQ
Warum wird der Rasen nach dem Mähen gelb?
Meist war der Schnitt zu tief (mehr als 1/3) oder du hast bei Hitze/trockenem Stress zu kurz gemäht. Erhöhe die Schnitthöhe und geh zurück in einen Rhythmus, der die 1/3-Regel einhält.
Darf ich nassen Rasen mähen?
Besser nicht. Der Schnitt wird unsauber, Gras klebt und verklumpt – das sieht schlechter aus und kann Filz fördern.
Wie kurz darf ich grundsätzlich mähen?
So kurz, dass du nie mehr als ein Drittel auf einmal abschneidest. Wenn du beim nächsten Schnitt regelmäßig „zu viel“ wegnehmen müsstest, ist die Höhe zu niedrig oder der Rhythmus zu selten.
Muss ich im Sommer überhaupt mähen?
Wenn nötig: ja – aber höher, seltener und ohne „Skalpieren“. Wenn kaum Wachstum da ist, darfst du auch mal aussetzen, statt den Rasen zusätzlich zu stressen.