Kompost-Check: Ursache finden und richtig handeln

Der Kompost riecht faulig, ist klatschnass, schimmelt, bleibt kalt oder verändert sich seit Monaten kaum? Solche Anzeichen können ähnlich wirken, haben aber nicht automatisch dieselbe Ursache. Ein nasser und verdichteter Kompost braucht mehr Luft und trockenes Strukturmaterial, während ein ausgetrockneter Haufen genau das Gegenteil benötigt. Auch Schimmel ist nicht pauschal ein Zeichen dafür, dass der Kompost verdorben ist. Wer ohne Gegenprüfung Wasser, Kalk oder Kompostbeschleuniger zugibt, kann das eigentliche Problem deshalb verschärfen. Der Kompost-Check verbindet Geruch, Feuchtigkeit, Materialzusammensetzung und sichtbare Veränderungen, um die wahrscheinlichste Ursache einzugrenzen und daraus die sinnvollsten nächsten Schritte abzuleiten.

Mit dem Kompost-Check kannst du prüfen, ob dein Kompost zu nass, zu trocken, verdichtet, einseitig befüllt, auffällig verschimmelt oder bereits weitgehend reif ist. Zusätzlich lassen sich häufige Materialfragen zu Rasenschnitt, Laub, Unkraut, kranken Pflanzen und Küchenresten einordnen. Das Ergebnis nennt nicht nur eine mögliche Ursache, sondern auch eine kurze Gegenprobe und die richtige Reihenfolge der nächsten Maßnahmen.

Geöffneter Holzkomposter mit nassem, trockenem und reifem Kompost sowie Gartengabel und Behälter mit fertigem Kompost.
Kompost-Check – Ursache erkennen und richtig handeln
Inhalt
  1. Warum eine Kompost-Diagnose besser ist als Raten
  2. So funktioniert der Kompost-Check
  3. Vier Beobachtungen liefern besonders wichtige Hinweise
  4. Welche Probleme der Kompost-Check abdeckt
  5. So liest du dein Ergebnis richtig
  6. Was darf auf den Kompost?
  7. Was der Kompost-Check bewusst nicht ersetzt
  8. Nach der Diagnose in der richtigen Reihenfolge handeln
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Kompost-Check: Ursache finden und richtig handeln
4–7 kurze Fragen zu Geruch, Feuchtigkeit, Material oder Reife. Du bekommst die wahrscheinlichste Ursache und den passenden nächsten Schritt.
1–2 Min.
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Was möchtest du prüfen?
Was fällt am stärksten auf?
Wie fällt die Faustprobe im Inneren aus?
Eine Handvoll aus dem Kern zusammendrücken – nicht nur die Oberfläche prüfen.
Woraus besteht der betroffene Bereich hauptsächlich?
Wie ist die Struktur?
Wo befinden sich die Fliegen oder Tiere vor allem?
Wie fühlt sich der Kompost innen an?
Welches Material überwiegt?
Wie fein ist das Material?
Wie wird der Kompost befüllt?
Welche Jahreszeit passt?
Hat sich das Material bereits verändert?
Wie sieht das Material aus?
Wie riecht es?
Fühlt sich das Material noch warm an?
Wie viel Ausgangsmaterial erkennst du noch?
Wie lange ruht diese Charge bereits?
Um welches Material geht es?
Wie ist der Rasenschnitt?
Was passt?
Welche Art von Schaden liegt vor?
In welchem Zustand ist das Unkraut?
Was möchtest du einfüllen?
Was ist es?
Was passt?
Was passt?

Warum eine Kompost-Diagnose besser ist als Raten

Ein funktionierender Gartenkompost braucht vor allem Luft, ausreichend Feuchtigkeit und eine abwechslungsreiche Mischung geeigneter organischer Materialien. Dabei soll das Material feucht, aber nicht vernässt sein. Zu viel Wasser und verdichtete Schichten können die Sauerstoffversorgung verschlechtern und Fäulnis fördern.

Trotzdem lässt sich nicht jedes Kompostproblem mit derselben Maßnahme lösen:

  • Ein trockener Kompost braucht Feuchtigkeit.
  • Ein nasser Kompost darf nicht zusätzlich gegossen werden.
  • Verdichteter Rasenschnitt braucht mehr Struktur und Luft.
  • Große Mengen Laub oder Holz können deutlich langsamer verrotten.
  • Ein kühler Kompost kann trotzdem weiterarbeiten.
  • Dunkles Material ist nicht allein deshalb vollständig reif.
  • Sichtbare Pilze oder weißliche Beläge sind nicht automatisch ein Schaden.

Auch der Geruch liefert Hinweise. Faulige oder schwefelige Gerüche passen eher zu sehr feuchten und sauerstoffarmen Bereichen. Ein stechender, an Ammoniak erinnernder Geruch kann dagegen auf ein starkes Übergewicht frischen stickstoffreichen Materials hindeuten.

Der Kompost-Check verbindet deshalb mehrere Beobachtungen miteinander, statt aus einem einzelnen Merkmal sofort eine Diagnose abzuleiten.


So funktioniert der Kompost-Check

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Zu Beginn entscheidest du, welches Problem du untersuchen möchtest. Dadurch werden nur die Fragen gestellt, die für deine Situation tatsächlich relevant sind.

Geruch, Nässe, Schimmel oder andere Auffälligkeiten prüfen

Dieser Weg passt beispielsweise, wenn der Kompost:

  • faulig oder stechend riecht,
  • sehr nass oder schleimig ist,
  • sichtbar schimmelt,
  • viele kleine Fliegen enthält,
  • auffällig viele Tiere oder Pilzstrukturen zeigt,
  • im Inneren schwarz, nass und stark verdichtet wirkt.

Der Check fragt anschließend nach Feuchtigkeit, Geruch, Material und Struktur. So lässt sich beispielsweise unterscheiden, ob nasser Rasenschnitt, verdichtete Küchenabfälle oder eine normale biologische Zersetzung wahrscheinlicher sind.

Langsame Rotte oder fehlende Wärme einordnen

Dieser Weg hilft, wenn Pflanzenreste über lange Zeit kaum kleiner werden oder der Kompost nicht warm wird.

Dabei spielen unter anderem eine Rolle:

  • Jahreszeit,
  • Menge des Materials,
  • Feuchtigkeit,
  • Zusammensetzung,
  • Größe der Bestandteile,
  • erkennbare Veränderungen.

Ein kleiner oder laufend befüllter Gartenkompost muss keine ausgeprägte heiße Rotte entwickeln. Auch im Winter kann der Abbau deutlich langsamer sein. Bleibt das Material dennoch ausreichend feucht, riecht unauffällig und verändert sich allmählich, liegt nicht automatisch ein Fehler vor.

Reife des Komposts einschätzen

Für die Reifeprüfung werden mehrere Merkmale zusammen betrachtet:

  • Farbe,
  • Struktur,
  • Geruch,
  • Restwärme,
  • erkennbare Ausgangsmaterialien,
  • bisheriger Rotteverlauf.

Das Ergebnis unterscheidet zwischen vermutlich reifem Kompost, teilweise verrottetem Material und einem Haufen, dessen Rotte noch deutlich aktiv oder gestört ist.

Einzelne Materialien kontrollieren

Bei einer Materialfrage wählst du zuerst die passende Gruppe. Dazu gehören unter anderem:

  • Rasenschnitt,
  • Laub,
  • Gehölz,
  • Küchenabfälle,
  • Unkraut,
  • kranke Pflanzen,
  • Papier,
  • Asche,
  • Tierstreu,
  • Biokunststoffe.

Je nach Material folgen nur die notwendigen Zusatzfragen.

Das Ergebnis kann anschließend beispielsweise lauten:

  • für den Hauskompost geeignet,
  • nur vorbereitet oder begrenzt geeignet,
  • besser nicht auf den Hauskompost,
  • ohne genauere Bestimmung nicht sicher zu beurteilen.

Vier Beobachtungen liefern besonders wichtige Hinweise

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Für die meisten Kompostprobleme brauchst du kein Messgerät. Eine Handvoll Material aus dem Inneren, der Geruch und ein Blick auf die Zusammensetzung liefern bereits viele Informationen.

BeobachtungMögliche RichtungWas du zusätzlich prüfen solltest
fauliger Geruchzu nass, verdichtet, LuftmangelFeuchtigkeit und Struktur
stechender Ammoniakgeruchviel stickstoffreiches MaterialAnteil von Gras und weichen Küchenabfällen
trockenes, raschelndes MaterialWassermangelFeuchtigkeit im Inneren
kaum sichtbare Zersetzungtrocken, grob, kalt oder ungünstig gemischtJahreszeit und Materialgröße
dunkel, krümelig und erdig riechendfortgeschrittene RotteRestwärme und erkennbare Bestandteile
viele kleine Fliegenoffene feuchte Küchenabfälle möglichBefallsort und Oberfläche
weißliche Pilzbelägehäufig Teil der Rotte, bei starkem Auftreten Bedingungen prüfenFeuchtigkeit, Geruch und Ausbreitung

Geruch

Prüfe möglichst nicht nur die Oberfläche. Ziehe etwas Material aus dem Inneren heraus.

Ein unauffälliger erdiger Geruch passt zu einer normalen Rotte. Faulige oder schwefelige Gerüche sprechen eher dafür, dass feuchtes Material verdichtet ist und zu wenig Sauerstoff erhält.

Feuchtigkeit

Nimm eine Handvoll Material aus dem Inneren und drücke sie zusammen.

Für die Einordnung sind besonders diese Zustände hilfreich:

  • Wasser tritt deutlich zwischen den Fingern aus.
  • Das Material ist feucht, aber tropft nicht.
  • Es fühlt sich trocken an und zerfällt beziehungsweise raschelt.
  • Oberfläche und Inneres unterscheiden sich stark.

Die bekannte Orientierung „wie ein ausgedrückter Schwamm“ beschreibt einen Kompost, der deutlich feucht ist, aber beim Zusammendrücken kein Wasser verliert.

Zusammensetzung

Ein vielfältig gemischter Kompost verhält sich anders als ein Haufen, der fast ausschließlich aus Rasenschnitt, Laub oder Holz besteht.

Frischer Rasenschnitt und weiche Pflanzenreste bringen viel Feuchtigkeit und leicht verfügbare Nährstoffe mit. Zweige, Häckselgut, trockene Stängel und andere gröbere Materialien schaffen dagegen Struktur und Lufträume.

Ein starkes Übergewicht einzelner Materialien kann die Rotte deshalb deutlich verändern.

Sichtbare Veränderung

Nicht jeder Kompost muss spürbar heiß werden.

Aussagekräftiger ist häufig, ob:

  • das Volumen langsam sinkt,
  • Pflanzenreste dunkler werden,
  • die ursprüngliche Struktur zunehmend zerfällt,
  • das Material krümeliger wird,
  • der Geruch unauffällig bleibt.

Auch bei der Reifeprüfung zählt deshalb nicht nur das Alter des Haufens.


Welche Probleme der Kompost-Check abdeckt

Der Check soll zuerst die Richtung bestimmen. Ausführliche Reparaturanleitungen bleiben in den passenden Ratgebern, damit nicht mehrere unterschiedliche Maßnahmen gleichzeitig ausprobiert werden.

Der Kompost ist zu nass, stinkt oder fault

Nässe, Verdichtung und Luftmangel treten häufig gemeinsam auf. Besonders problematisch können dicke, zusammengeklebte Schichten aus frischem Rasenschnitt oder anderen sehr feuchten Materialien werden.

Wenn sich beim Zusammendrücken Wasser herauspressen lässt und gleichzeitig ein fauliger Geruch auffällt, solltest du kein weiteres Wasser zugeben.

Je nach Befund sind dann vor allem drei Schritte wichtig:

  1. Material lockern,
  2. trockene strukturreiche Bestandteile untermischen,
  3. weitere Vernässung vermeiden.

Die ausführliche Vorgehensweise findest du unter ➡️ Kompost stinkt oder fault: Ursachen erkennen und den Kompost retten.

Der Kompost schimmelt

Weißliche Pilzgeflechte oder einzelne Schimmelstellen sind bei der Zersetzung organischer Materialien nicht automatisch problematisch. Pilze gehören zu den Organismen, die Pflanzenmaterial abbauen.

Entscheidend ist deshalb das Gesamtbild.

Eher unauffällig:

  • einzelne weißliche Bereiche,
  • erdiger Geruch,
  • lockeres Material,
  • normale Feuchtigkeit,
  • erkennbare fortschreitende Zersetzung.

Genauer prüfen solltest du:

  • sehr starke flächige Schimmelbildung,
  • gleichzeitig klatschnasses Material,
  • fauligen Geruch,
  • stark verdichtete Schichten,
  • kaum Luft im Inneren.

Dann ist nicht der sichtbare Pilz allein das eigentliche Problem, sondern häufig die Kombination aus Feuchtigkeit, Material und Luftversorgung.

Eine genauere Unterscheidung von Pilzen, Tieren und tatsächlichen Warnsignalen findest du unter ➡️ Tiere und Pilze im Kompost richtig einordnen.

Der Kompost ist zu trocken

Trockenes Material verrottet nur langsam, weil die beteiligten Mikroorganismen ausreichend Feuchtigkeit benötigen.

Typische Hinweise sind:

  • Material raschelt stark,
  • Blätter und Stängel bleiben lange unverändert,
  • auch das Innere fühlt sich trocken an,
  • das Volumen verändert sich kaum.

Jetzt hilft nicht einfaches Umsetzen ohne weitere Maßnahme. Das Material muss gleichmäßig angefeuchtet werden, ohne den Haufen anschließend zu vernässen.

Der Kompost verrottet kaum

Nicht nur Trockenheit kann die Rotte bremsen.

Mögliche Gründe sind auch:

  • überwiegend grobes Holz,
  • sehr große Pflanzenreste,
  • große Mengen trockenes Laub,
  • geringe Füllmenge,
  • kalte Jahreszeit,
  • einseitige Materialzusammensetzung.

Ein Kompostbeschleuniger sollte deshalb nicht der erste Reflex sein. Zuerst müssen Feuchtigkeit, Luft und Zusammensetzung stimmen.

➡️ Kompost verrottet nicht: Ursachen erkennen und Rotte wieder starten

Rasenschnitt bildet dichte Schichten

Frischer Rasenschnitt kann schnell zusammensacken. Dadurch gehen Lufträume verloren und eine feuchte, kompakte Schicht entsteht.

Der Check berücksichtigt deshalb:

  • ob der Rasenschnitt frisch oder angetrocknet ist,
  • wie dick die Grasschicht ist,
  • ob trockenes Strukturmaterial eingemischt wurde,
  • ob der Haufen bereits riecht oder schmierig geworden ist.

➡️ Rasenschnitt kompostieren, ohne dass er fault und verklumpt

Laub und Holz bleiben lange erhalten

Laub, Zweige und feste Stängel können deutlich langsamer zerfallen als weiches Pflanzenmaterial.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Kompost gestört ist.

Zerkleinern, ausreichende Feuchtigkeit und eine abwechslungsreiche Mischung können die Rotte unterstützen.

➡️ Laub richtig kompostieren

Fliegen, Würmer und andere Tiere erscheinen

Nicht jedes Tier im Kompost ist ein Schädling.

Würmer, Asseln, Springschwänze und zahlreiche andere Organismen gehören zur Zersetzung. Viele kleine Fliegen an offen liegendem Obst oder anderen Küchenabfällen können dagegen darauf hinweisen, dass feuchtes Material unbedeckt an der Oberfläche liegt.

Der Kompost-Check fragt deshalb nicht nur nach „Tieren“, sondern nach deren Auftreten und dem umgebenden Material.

➡️ Tiere und Pilze im Kompost: Nützlinge und Warnsignale unterscheiden

Der Kompost könnte bereits reif sein

Eine dunkle Farbe allein reicht zur Beurteilung nicht aus.

Sinnvoller ist die Kombination aus:

  • dunkler Farbe,
  • krümeliger Struktur,
  • erdigem Geruch,
  • kaum noch erkennbaren weichen Ausgangsstoffen,
  • fehlender deutlicher Selbsterwärmung.

Gröbere Holzstücke können trotzdem noch vorhanden sein und später ausgesiebt beziehungsweise erneut kompostiert werden.

➡️ Kompostreife sicher erkennen


So liest du dein Ergebnis richtig

Der Kompost-Check soll nicht nur einen Zustand wie „zu nass“ ausgeben. Das Ergebnis besteht aus mehreren Teilen, die zusammengehören.

Wahrscheinlichste Ursache

Zuerst erscheint die Einordnung, die am besten zu deinen Angaben passt.

Das kann beispielsweise sein:

  • Vernässung mit Luftmangel,
  • Trockenheit,
  • verdichteter Rasenschnitt,
  • ungünstige Materialmischung,
  • normale langsame Rotte,
  • weit fortgeschrittene Reife.

Sind mehrere Probleme gleichzeitig plausibel, kann auch eine Kombination sinnvoll sein.

Kurze Gegenprobe

Bevor du größere Änderungen vornimmst, solltest du das Ergebnis direkt am Kompost überprüfen.

Je nach Befund kann das beispielsweise bedeuten:

  • eine Faustprobe aus dem Inneren,
  • Geruch kontrollieren,
  • eine verdichtete Grasschicht auseinanderziehen,
  • das Material im Kern betrachten,
  • offene Küchenabfälle suchen,
  • erkennbare Ausgangsmaterialien prüfen.

Maßnahmen für heute

Danach folgen nur die wichtigsten ersten Schritte.

Bei einem sehr nassen Kompost sind beispielsweise Lockern und trockenes Strukturmaterial sinnvoll. Bei trockenem Kompost wäre gerade diese Empfehlung falsch – dort muss zuerst die Feuchtigkeit korrigiert werden.

Was du nicht tun solltest

Auch dieser Teil gehört zur Diagnose.

Typische Fehlreaktionen sind beispielsweise:

  • einen nassen Kompost zusätzlich gießen,
  • bei Fäulnis noch mehr frischen Rasenschnitt einfüllen,
  • einen trockenen Haufen nur umsetzen, ohne Wasser zuzuführen,
  • bei langsamer Rotte sofort Kompostbeschleuniger verwenden,
  • sichtbare Pilze automatisch mit einem verdorbenen Kompost gleichsetzen.

Woran du eine Verbesserung erkennst

Nach einer Korrektur solltest du nicht nur auf Wärme achten.

Positive Veränderungen können beispielsweise sein:

  • fauliger Geruch nimmt ab,
  • Material wird lockerer,
  • Feuchtigkeit verteilt sich gleichmäßiger,
  • Pflanzenreste werden sichtbar abgebaut,
  • das Volumen sinkt langsam.

Was darf auf den Kompost?

Der Material-Check ist besonders sinnvoll, wenn nicht der Zustand des Haufens, sondern ein einzelner Abfall unklar ist.

Rasenschnitt

Rasenschnitt ist grundsätzlich kompostierbar, sollte aber nicht als dicke frische Matte eingebracht werden.

➡️ Rasenschnitt richtig kompostieren

Laub

Viele Laubarten können kompostiert werden. Große Mengen bestimmter fester Blätter können aber sehr langsam verrotten und sind eventuell in einer getrennten Laubrotte besser aufgehoben.

➡️ Laub kompostieren

Unkraut

Hier muss unter anderem unterschieden werden, ob Samen oder stark austriebsfähige Pflanzenteile vorhanden sind. Ein Hauskompost erreicht nicht zuverlässig überall Bedingungen, unter denen solche Bestandteile sicher unschädlich werden.

➡️ Unkraut kompostieren oder besser entsorgen?

Kranke Pflanzen

Bei kranken Pflanzen hängt die Entscheidung vom konkreten Problem ab. Nicht jeder Krankheitserreger wird in einem normalen Hauskompost zuverlässig unschädlich.

Deshalb gibt der Check bei unklarer Krankheit bewusst keine pauschale Freigabe.

➡️ Kranke Pflanzen kompostieren: Was darf darauf und was nicht?


Was der Kompost-Check bewusst nicht ersetzt

Der Check ist eine praktische Einordnung anhand deiner Beobachtungen. Er ersetzt keine Laboruntersuchung.

Nicht sicher bestimmt werden können beispielsweise:

  • der konkrete Krankheitserreger einer Pflanze,
  • der genaue Nährstoffgehalt des fertigen Komposts,
  • die Temperatur in sämtlichen Bereichen des Haufens,
  • die sichere Abtötung aller Unkrautsamen oder Krankheitserreger,
  • unbekannte Larven ohne ausreichende Merkmale,
  • ein nicht eindeutig bezeichnetes Fremdmaterial.

Gerade bei kranken Pflanzen, problematischem Unkraut oder unbekannten Materialien ist eine vorsichtige Einstufung besser als eine pauschale Freigabe.

Der Check ist für gewöhnliche Gartenkomposte, offene Haufen, Lattenkomposter sowie Schnell- und Thermokomposter gedacht. Wurmkisten und Bokashi-Systeme arbeiten teilweise unter anderen Bedingungen und sollten nicht automatisch nach denselben Kriterien beurteilt werden.


Nach der Diagnose in der richtigen Reihenfolge handeln

Mehr Maßnahmen gleichzeitig bedeuten nicht automatisch, dass sich der Kompost schneller erholt.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  1. Grundproblem korrigieren: Nässe, Trockenheit oder Verdichtung beheben.
  2. Material ausgleichen: Struktur und Mischung verbessern.
  3. Entwicklung beobachten: Geruch, Feuchtigkeit und Abbau erneut prüfen.
  4. Erst danach weitere Hilfsmittel erwägen.

Wenn ein sehr ungleichmäßiger oder verdichteter Haufen vollständig neu gemischt werden muss, hilft ➡️ Kompost richtig umsetzen.

Ist der Kompost dagegen weitgehend reif, geht es nicht mehr um schnellere Rotte, sondern um die richtige Nutzung.

➡️ Kompost im Garten richtig verwenden

Ein anderer Komposter löst ein Feuchtigkeits- oder Mischungsproblem nicht automatisch. Wenn Größe, Belüftung oder Handhabung des vorhandenen Behälters tatsächlich nicht zum Garten passen, kannst du anschließend die ➡️ Kaufhilfe für Komposter nutzen.

Ein ➡️ Kompostbeschleuniger ist ebenfalls kein Ersatz für Luft, Feuchtigkeit und eine sinnvolle Materialmischung. Er kommt erst dann als zusätzliche Option infrage, wenn die Grundbedingungen stimmen.


Häufige Fragen zum Kompost-Check

Was prüft der Kompost-Check?
Der Check bewertet Geruch, Feuchtigkeit, Materialzusammensetzung, Struktur und sichtbare Veränderungen. Dadurch lassen sich unter anderem Nässe, Trockenheit, Verdichtung, langsame Rotte und fortgeschrittene Kompostreife unterscheiden.

Was kann ich tun, wenn mein Kompost zu nass ist?
Gib zunächst kein weiteres Wasser hinzu. Lockere verdichtetes Material, mische trockenes strukturreiches Material ein und prüfe, ob Regen oder ein ungeeigneter Behälter die Vernässung zusätzlich fördern.

Ist Schimmel im Kompost schlimm?
Nicht automatisch. Pilze gehören zur Zersetzung organischer Stoffe. Stark flächiger Schimmel zusammen mit Nässe, Verdichtung oder fauligem Geruch ist dagegen ein Grund, Feuchtigkeit und Luftversorgung genauer zu prüfen.

Warum schimmelt mein Kompost?
Pilze können bei der normalen Zersetzung auftreten. Wird der Belag sehr stark und ist das Material gleichzeitig auffällig nass oder verdichtet, können ungünstige Rottebedingungen beteiligt sein.

Wie genau ist das Ergebnis?
Der Check nennt die Ursache, die am besten zu deinen Angaben passt, und ergänzt eine Gegenprobe. Mehrere Probleme können gleichzeitig auftreten. Eine Laboranalyse oder genaue Erregerbestimmung ersetzt das Tool nicht.

Muss ich die Feuchtigkeit mit der Hand prüfen?
Die Faustprobe mit Material aus dem Inneren verbessert die Einordnung deutlich. Kannst du die Feuchtigkeit nicht prüfen, sollte das Ergebnis entsprechend vorsichtiger bewertet werden.

Ist ein kalter Kompost automatisch kaputt?
Nein. Kleine, laufend befüllte oder winterkalte Komposte können ohne deutlich spürbare Wärme weiterverrotten. Entscheidend ist, ob Geruch, Feuchtigkeit und sichtbare Zersetzung insgesamt plausibel sind.

Kann der Check feststellen, ob mein Kompost fertig ist?
Er kann den Reifezustand anhand mehrerer sichtbarer Merkmale einordnen. Für empfindliche Anwendungen kann anschließend eine genauere Reifeprüfung sinnvoll sein.

Empfiehlt der Kompost-Check automatisch einen Beschleuniger?
Nein. Bei Vernässung, Fäulnis, Verdichtung oder ungeeignetem Material müssen zuerst die Grundbedingungen korrigiert werden.

Kann ich mit dem Tool prüfen, was auf den Kompost darf?
Ja. Der Materialweg unterscheidet unter anderem Rasenschnitt, Laub, Küchenabfälle, Unkraut, kranke Pflanzen, Papier, Asche, Tierstreu und Biokunststoffe. Bei unklaren Materialien oder Krankheiten gibt der Check bewusst keine pauschale Freigabe.

Funktioniert der Kompost-Check auch bei einem Thermokomposter?
Ja. Die Grundfragen zu Feuchtigkeit, Geruch, Material und Luftversorgung gelten auch dort. Für Wurmkisten und Bokashi-Systeme gelten dagegen teilweise andere Bedingungen.