Beim Umsetzen wird der Kompost nicht einfach nur umgeschaufelt. Äußere und innere Bereiche werden neu verteilt, verdichtete Schichten gelockert und trockene sowie feuchte Stellen miteinander ausgeglichen. Dadurch gelangt wieder Sauerstoff in das Material und die Rotte kann gleichmäßiger weiterlaufen.
Kurzantwort: Setze den Kompost um, wenn er stark zusammengesackt ist, ungleichmäßig verrottet, zu nass oder zu trocken geworden ist oder unangenehm riecht. Ein günstiger Zeitpunkt liegt nach der ersten intensiven Rottephase, häufig etwa drei Monate nach dem Aufsetzen. Schichte das Material dabei so um, dass grobe äußere Bestandteile in die Mitte gelangen, lockere verdichtete Bereiche und korrigiere die Feuchtigkeit während der Arbeit.
Ein gut gemischter Kompost muss nicht nach einem starren Kalender mehrfach im Jahr umgesetzt werden. Das Umschichten beschleunigt die Reifung jedoch deutlich und wird notwendig, wenn Fäulnis, Staunässe oder trockene, kaum veränderte Bereiche entstanden sind. Das Umweltbundesamt nennt etwa drei Monate nach dem Aufsetzen als möglichen Zeitpunkt und empfiehlt bei zu feuchtem Material ein früheres Eingreifen.

Inhalt
- Warum das Umsetzen die Rotte verbessert
- Der richtige Zeitpunkt zum Umsetzen
- Vorbereitung und benötigte Werkzeuge
- Kompost Schritt für Schritt richtig umsetzen
- Aussieben: nur fertiges oder fast fertiges Material trennen
- Ein-, Zwei- und Dreikammersystem richtig nutzen
- Schwierige Zustände beim Umsetzen korrigieren
- Typische Fehler beim Umsetzen
Warum das Umsetzen die Rotte verbessert
Kompostierung ist ein sauerstoffabhängiger Abbauprozess. Bakterien, Pilze und kleine Bodentiere zerlegen die organischen Materialien und wandeln sie schrittweise in stabile Humusverbindungen um. Dafür benötigen sie Feuchtigkeit, Luft und eine abwechslungsreiche Mischung.
Im Inneren eines Komposthaufens herrschen andere Bedingungen als am Rand. Der Kern ist meist wärmer und feuchter, während die äußeren Bereiche schneller austrocknen und langsamer verrotten. Beim Umsetzen werden diese Unterschiede ausgeglichen.
Das Umschichten bewirkt vor allem:
- Verdichtete Schichten werden gelockert.
- Sauerstoff gelangt wieder in den Haufen.
- Äußeres Material wandert in den aktiveren Kern.
- Feuchte und trockene Bereiche werden vermischt.
- Grobe Bestandteile lassen sich zerkleinern oder aussortieren.
- Bereits weitgehend verrottetes Material kann getrennt werden.
- Das Volumen des Haufens sinkt und Platz für neues Material entsteht.
Das Umweltbundesamt beschreibt regelmäßiges Auflockern und Umsetzen als Maßnahme, die die Belüftung verbessert und sauerstoffarme Bereiche vermindert.
Umsetzen ist hilfreich, aber nicht immer zwingend
Ein richtig angelegter Kompost mit ausreichend Strukturmaterial kann auch ohne häufiges Umschichten verrotten. Das gilt besonders für einen locker befüllten Haufen, dessen Feuchtigkeit stimmt und der weder riecht noch verdichtet ist.
Die Bundesgütegemeinschaft Kompost weist darauf hin, dass ein gut aufgesetzter Kompost nicht grundsätzlich erneut umgesetzt werden muss. Der Vorgang beschleunigt die Rotte jedoch erheblich und wird unverzichtbar, sobald Fäulnis und unangenehme Gerüche auftreten.
Wer möglichst wenig Arbeit investieren möchte, kann den Kompost deshalb länger ruhen lassen. Soll das Material schneller und gleichmäßiger reifen oder zeigen sich Probleme, lohnt sich das Umsetzen.
Der richtige Zeitpunkt zum Umsetzen
Der Zustand des Materials ist wichtiger als ein festes Datum. Ein frisch aufgesetzter Kompost sollte zunächst Zeit bekommen, damit die erste intensive Abbauphase beginnen kann. Wird er bereits nach wenigen Tagen vollständig auseinandergerissen, verliert der Haufen unnötig Wärme.
Ein sinnvoller Zeitpunkt ist erreicht, wenn:
- das Volumen deutlich abgenommen hat,
- die erste starke Erwärmung abgeklungen ist,
- einige Materialien bereits weich und dunkel geworden sind,
- am Rand noch viele unveränderte Bestandteile liegen,
- der Haufen im Inneren verdichtet wirkt,
- die Rotte merklich langsamer geworden ist.
Beim klassischen Gartenkompost ist das häufig nach ungefähr zwei bis vier Monaten der Fall. Das Umweltbundesamt nennt etwa drei Monate nach dem Aufsetzen als möglichen Zeitpunkt. Diese Angabe ist keine feste Frist: Bei einem kleinen, nach und nach befüllten Komposter kann die Entwicklung länger dauern.
Frühjahr und ausgehender Winter
Sobald der Kompost vollständig aufgetaut und der Boden begehbar ist, lässt er sich zum Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahrs gut umsetzen. Dabei kannst du bereits weitgehend verrottetes Material entnehmen und Platz für die neue Gartensaison schaffen.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt idealerweise zwei oder drei Kompostmieten, die jährlich umgesetzt werden, und nennt den Ausgang des Winters als günstigen Termin.
Warte jedoch, wenn der Haufen noch gefroren oder vollständig durchnässt ist. Gefrorene Klumpen lassen sich nicht sinnvoll mischen, und nasser Gartenboden wird durch Schubkarre und häufiges Betreten unnötig verdichtet.
Sommer
Im Sommer kannst du umsetzen, wenn der Kompost stark zusammengesackt ist oder Probleme zeigt. Wähle möglichst einen bedeckten Tag und arbeite nicht während einer längeren Hitzeperiode. Offen liegendes Material trocknet bei Sonne und Wind schnell aus.
Kontrolliere die Feuchtigkeit besonders sorgfältig. Trockene Bereiche werden beim Neuaufsetzen portionsweise angefeuchtet, statt den fertigen Haufen erst anschließend oberflächlich zu gießen.
Herbst
Ein Umsetzen im frühen Herbst ist sinnvoll, wenn der Komposter für Laub und andere Gartenabfälle geleert werden soll. Bereits angerottetes Material kommt in einen zweiten Behälter, während der erste Platz für die neue Befüllung bietet.
Spät im Jahr solltest du einen bewohnten Komposthaufen nicht ohne Grund vollständig auseinandernehmen. Igel, Kröten, Blindschleichen und andere Tiere können Komposthaufen als Rückzugs- oder Winterquartier nutzen. Hinweise zum schonenden Umgang während der kalten Jahreszeit findest du unter ➡️ Kompost im Winter.
Sofort umsetzen bei Fäulnis
Fauliger, stechender oder schwefeliger Geruch verlangt unabhängig von der Jahreszeit eine Reaktion. Solche Gerüche entstehen, wenn nasse und verdichtete Bereiche nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
Lockere den betroffenen Kompost vollständig auf und mische trockenes Strukturmaterial ein. Eine genaue Rettungsanleitung findest du unter ➡️ Kompost stinkt oder fault.
Vorbereitung und benötigte Werkzeuge
Plane vor Beginn genügend freie Fläche ein. Bei einem Einkammersystem brauchst du neben dem Komposter einen Platz, auf dem das Material vorübergehend abgelegt werden kann. Eine Plane hält den Untergrund sauber, darf aber nicht dauerhaft unter dem neu aufgesetzten Kompost liegen.
Praktisch sind:
- Grabegabel oder Mistgabel
- Schaufel
- Schubkarre
- Gartenschere
- stabile Handschuhe
- Plane für die Zwischenlagerung
- Gießkanne mit Brause
- Häckselgut, trockene Stängel oder Laub
- Kompostsieb nur bei Bedarf
Eine Mist- oder Grabegabel eignet sich besser als eine Schaufel, um lockeres und faseriges Material herauszuheben. Mit der Schaufel lassen sich schwere, bereits weitgehend verrottete Bereiche und feiner Kompost leichter aufnehmen.
Stelle trockenes Strukturmaterial bereit, bevor du beginnst. Bei einer nassen oder verdichteten Füllung ist es unpraktisch, erst während der Arbeit nach Häckselgut oder trockenen Stängeln suchen zu müssen.
Kompost vor dem Umsetzen prüfen
Öffne den Haufen an mehreren Stellen und achte auf Geruch, Feuchtigkeit und Struktur. Der obere Rand kann trocken sein, während sich weiter unten eine nasse Schicht befindet.
| Beobachtung | Wahrscheinlicher Zustand | Maßnahme beim Umsetzen |
|---|---|---|
| Erdiger Geruch, lockere Krümel | Rotte verläuft gut | äußere und innere Bereiche tauschen |
| Trocken, hell, kaum verändert | Wassermangel | portionsweise anfeuchten |
| Nass, klebrig, fauliger Geruch | Luftmangel | lockern und trockenes Grobmaterial mischen |
| Viele grobe Zweige | Material zu groß | zerkleinern oder erneut aufsetzen |
| Dunkel, krümelig, erdig | möglicherweise reif | getrennt sammeln und prüfen |
| Nester oder größere Tiere | bewohnt | Arbeit unterbrechen und Tier schonen |
Ob dunkles Material tatsächlich fertig ist, lässt sich nicht allein während des Umschichtens entscheiden. Die sichere Beurteilung erklärt ➡️ Reifen Kompost erkennen.
Kompost Schritt für Schritt richtig umsetzen
Beim Umsetzen wird der Haufen vollständig von einem Platz auf einen anderen übertragen. Nur mit einer Stange einige Löcher hineinzudrücken kann kurzfristig Luft schaffen, ersetzt aber kein vollständiges Umschichten bei Verdichtung oder Fäulnis.
1. Abdeckung entfernen und Arbeitsbereich vorbereiten
Nimm Deckel, Matte oder sonstige Abdeckung ab. Lege neben dem Kompost eine Plane aus oder stelle den zweiten Behälter bereit.
Prüfe vorsichtig, ob sich im Randbereich ein Tiernest befindet. Entdeckst du einen Igel oder ein anderes größeres Tier, unterbrich die Arbeit. Ein bewohnter Haufen wird nicht vollständig auseinandergerissen.
2. Oberes grobes Material abnehmen
Die oberste Lage enthält häufig frische Abfälle, trockene Blätter und noch kaum veränderte Pflanzenreste. Lege diese Bestandteile getrennt ab. Sie kommen beim Neuaufsetzen später in die Mitte und erhalten dort bessere Rottebedingungen.
Offen liegende Küchenabfälle werden sofort abgedeckt, damit sie keine Fliegen oder Tiere anziehen.
3. Kompost schichtweise abtragen
Arbeite dich mit der Grabegabel von oben nach unten vor. Zerreiße verfilzte Gras- oder Laubschichten und lockere zusammengepresste Bereiche.
Achte darauf, was du findest:
- unveränderte Zweige,
- trockene Hohlräume,
- nasse Klumpen,
- dunklen krümeligen Kompost,
- Fremdstoffe wie Kunststoff oder Aufkleber.
Kunststoff, Glas, Metall und andere nicht verrottbare Stoffe werden vollständig entfernt. Lange Zweige und harte Stängel schneidest du kleiner, bevor sie erneut in den Kompost kommen.
4. Boden und Abfluss kontrollieren
Ist der Behälter leer, prüfst du den Untergrund. Das Wasser muss versickern können. Verdichtete Erde wird vorsichtig mit der Grabegabel gelockert.
Steht Wasser auf dem Boden oder riecht die unterste Schicht besonders stark, lag vermutlich Staunässe vor. Ein Kompost auf Beton, Pflaster oder in einer tiefen Grube lässt sich durch wiederholtes Umschichten nicht dauerhaft verbessern. Wie ein geeigneter Untergrund vorbereitet wird, zeigt ➡️ Kompost richtig anlegen.
5. Eine lockere Grundlage einbringen
Beginne mit einer lockeren Lage aus zerkleinerten Zweigen, groben Stängeln oder Häckselgut. Diese Grundlage soll Luftwege schaffen und den Wasserabfluss unterstützen.
Verwende keine dichte Schicht aus dicken Ästen. Sie würde große Hohlräume bilden, sich beim nächsten Umsetzen verhaken und nur sehr langsam verrotten.
6. Äußere und innere Bereiche tauschen
Nun wird der Haufen in umgekehrter Verteilung neu aufgebaut. Das zuvor außen liegende und noch grobe Material kommt weiter in die Mitte. Dunkleres Material aus dem bisherigen Kern wird mit den übrigen Bereichen vermischt oder weiter außen angeordnet.
Es müssen keine exakt abgemessenen Schichten entstehen. Entscheidend ist eine lockere Mischung. Sehr nasse, sehr trockene oder einseitige Partien dürfen nicht unverändert wieder übereinandergelegt werden.
7. Feuchtigkeit während des Aufsetzens korrigieren
Prüfe jede größere Portion mit der Hand. Das Material soll feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein. Beim Zusammendrücken dürfen keine Tropfen austreten.
Trockene Bereiche werden lagenweise mit der Gießkanne angefeuchtet. Gib das Wasser langsam hinzu und mische anschließend nach. Wird erst der vollständig aufgebaute Haufen von oben gegossen, erreicht die Feuchtigkeit das trockene Innere häufig nicht gleichmäßig.
Bei zu nassem Material helfen:
- trockenes Häckselgut,
- zerkleinerte Staudenstängel,
- trockenes Laub,
- kleine Mengen zerrissene unbeschichtete Pappe.
Das Strukturmaterial wird gründlich eingemischt. Nur eine trockene Schicht auf die nasse Masse zu legen, beseitigt die sauerstoffarmen Bereiche nicht.
8. Haufen locker abschließen und abdecken
Forme die Oberfläche flach oder leicht gewölbt, damit Regenwasser nicht in einer Mulde stehen bleibt. Eine luftdurchlässige Abdeckung schützt vor Dauerregen und Austrocknung.
Geeignet sind ein passender Kompostdeckel, eine Kompostmatte, Stroh oder eine lockere Lage trockenen Pflanzenmaterials. Luftdichte Kunststofffolie ist ungeeignet.
Das Umweltbundesamt empfiehlt nach dem Aufsetzen eine Abdeckung zum Schutz vor Vernässung, Austrocknung und Stickstoffverlusten.



Aussieben: nur fertiges oder fast fertiges Material trennen
Umsetzen und Sieben sind nicht dasselbe. Beim Umsetzen wird das gesamte Material neu gemischt. Beim Sieben werden feine Bestandteile von groben Resten getrennt.
Sieben lohnt sich, wenn ein Teil des Komposts bereits dunkel und krümelig ist, während noch Zweige, Nussschalen, Kerne oder feste Stängel enthalten sind. Das feine Material wird getrennt gesammelt. Grobe Bestandteile kommen zurück in den neuen Haufen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, fertigen Kompost abzusieben und nicht verrottetes Material erneut aufzusetzen.
Grobes Material ist nicht wertlos
Im Sieb zurückbleibende Zweige, Holzstücke und feste Pflanzenreste sorgen beim nächsten Durchgang für Struktur. Zerkleinere sehr lange oder dicke Teile und mische sie mit frischen Gartenabfällen.
Steine, Kunststoff, Metall, Glas und behandelte Holzstücke werden dagegen aussortiert. Sie gehören nicht zurück in den Kompost.
Nicht bei jedem Umsetzen sieben
Ist der Kompost noch überwiegend frisch und deutlich als Pflanzenmaterial erkennbar, bringt ein Sieb wenig. Das feuchte Material verstopft die Maschen, und die Trennung kostet viel Arbeit.
Auch grober Kompost muss nicht zwangsläufig gesiebt werden. Für das Mulchen unter Gehölzen oder für robuste Beete können kleinere Holzreste erwünscht sein. Wie der jeweilige Reifegrad eingesetzt wird, gehört zur ➡️ richtigen Verwendung von Kompost.
Ein-, Zwei- und Dreikammersystem richtig nutzen
Die Anzahl der Behälter entscheidet nicht über die Qualität des Komposts, beeinflusst aber den Arbeitsaufwand erheblich.
Einkammersystem
Bei nur einem Behälter wird der gesamte Inhalt zunächst auf einer Plane zwischengelagert. Anschließend setzt du ihn im geleerten Komposter neu auf.
Das funktioniert, hat aber zwei Nachteile: Während der Arbeit fehlt Platz, und frische Abfälle können nicht sauber von nachreifendem Material getrennt werden.
Für kleine Gärten mit wenig Schnittgut kann eine Kammer trotzdem ausreichen. Wichtig ist ein freier Arbeitsbereich neben dem Behälter.
Zweikammersystem
Zwei Behälter erleichtern das Umsetzen deutlich. Eine Kammer nimmt frisches Material auf, die andere dient für den bereits gemischten und nachreifenden Kompost.
Ist die erste Kammer voll, wird ihr Inhalt in die zweite umgesetzt. Die erste steht danach wieder für neue Garten- und Küchenabfälle zur Verfügung.
Dreikammersystem
Drei Kammern ermöglichen eine klare Trennung:
- Sammelkammer für frisches Material
- Rottekammer für umgesetzten Kompost
- Reifekammer für weitgehend fertiges Material
Das System eignet sich für größere Gärten mit regelmäßigem Rasenschnitt, Laub und Pflanzenresten. Es benötigt mehr Platz, verhindert aber, dass frische Abfälle ständig auf bereits reifenden Kompost gelangen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Holzkompostern zwei oder drei Behälter, weil sich Materialien so besser mischen, zwischenlagern und von einer Kammer in die nächste umsetzen lassen.
Für die Entscheidung zwischen offenem Behälter, Lattenkomposter und Thermokomposter hilft die ➡️ Kaufhilfe für Komposter.
Schwierige Zustände beim Umsetzen korrigieren
Das Umschichten ist der beste Zeitpunkt, um Fehler im gesamten Haufen zu beheben. Oberflächliche Maßnahmen reichen bei verdichteten oder ausgetrockneten Bereichen meist nicht aus.
Zu nasser Kompost
Nasses Material fühlt sich schwer und schmierig an. Es kann faulig riechen und sackt stark zusammen. Häufige Ursachen sind dicke Schichten aus Rasenschnitt, Küchenabfällen oder nassem Laub sowie eindringender Dauerregen.
Beim Umsetzen:
- alle Klumpen vollständig auseinanderziehen,
- trockenes Grobmaterial einmischen,
- vernässte Schichten nicht erneut zusammenpressen,
- Wasserabfluss und Abdeckung prüfen,
- sehr nasse Küchen- oder Graslagen mit trockenen Stoffen ausgleichen.
Stark faulender Kompost benötigt eine gezielte Rettung. Beachte dafür ➡️ Kompost stinkt oder fault.
Zu trockener Kompost
Trockenes Material ist hell, raschelt und zeigt auch nach längerer Zeit kaum Veränderungen. Besonders Laub, Stroh und holziger Schnitt können vollständig austrocknen.
Feuchte den Kompost beim Neuaufsetzen in kleinen Portionen an. Jede Lage sollte Wasser aufnehmen, bevor weiteres Material darüberkommt. Ein geschlossener Wasserstrahl verdichtet die Oberfläche; eine Brause verteilt das Wasser schonender.
Weitere Ursachen und Maßnahmen findest du unter ➡️ Kompost verrottet nicht.
Sehr grasreicher Kompost
Zusammengeklebter Rasenschnitt muss auseinandergezogen und mit Häckselgut, trockenem Laub oder Stängeln vermischt werden. Ganze Grasplatten werden nicht unverändert zurückgelegt.
Wie du größere Mengen bereits vor dem Einfüllen vorbereitest, erklärt ➡️ Rasenschnitt kompostieren.
Viele Würmer, Asseln oder Pilze
Kompostwürmer, Asseln, Springschwänze und Pilzgeflechte gehören zur normalen Rotte. Sie müssen beim Umsetzen nicht entfernt werden.
Vermeide es, wurmreichen, bereits abgekühlten Kompost vollständig austrocknen zu lassen. Arbeite zügig und decke den neu aufgesetzten Haufen wieder ab. Auffällige Larven, Nester oder Tiere kannst du unter ➡️ Tiere und Pilze im Kompost einordnen.
Kompostbeschleuniger nicht automatisch einstreuen
Frische Luft, passende Feuchtigkeit und eine ausgewogene Mischung sind wichtiger als Zusätze. Ein Beschleuniger kann fehlenden Sauerstoff, dicke Grasschichten oder Staunässe nicht ausgleichen.
Prüfe zunächst, ob das Umschichten und passendes Strukturmaterial ausreichen. Welche Mittel sinnvoll sein können und wann ein Kauf wenig bringt, erklärt die ➡️ Kaufhilfe für Kompostbeschleuniger.
Typische Fehler beim Umsetzen
Zu häufiges oder falsches Umschichten kann den Prozess unnötig stören. Besonders während der ersten warmen Rottephase sollte der Haufen nicht alle paar Tage geöffnet werden.
Vermeide diese Fehler:
- einen frisch angelegten Kompost sofort wieder auseinandernehmen,
- gefrorenes Material umsetzen,
- nassen Gartenboden mit der Schubkarre verdichten,
- trockene Schichten unverändert zurücklegen,
- faulige Klumpen nur oberflächlich abdecken,
- grobes Außenmaterial erneut ganz außen anordnen,
- dicke Äste unzerkleinert zurückgeben,
- den neu aufgesetzten Haufen festtreten,
- fertige und frische Bestandteile ungeprüft vermischen,
- einen bewohnten Komposthaufen im Winter vollständig räumen.
Ein umgesetzter Kompost muss nicht besonders ordentlich aussehen. Entscheidend sind lockere Struktur, gleichmäßige Feuchtigkeit und ein erdiger statt fauliger Geruch.
Häufige Fragen zu Kompost umsetzen
Wann sollte man Kompost umsetzen?
Ein günstiger Zeitpunkt liegt nach der ersten intensiven Rottephase, häufig ungefähr drei Monate nach dem Aufsetzen. Setze früher um, wenn der Haufen vernässt, verdichtet oder faulig riecht. Ende des Winters und das zeitige Frühjahr eignen sich gut, sobald der Kompost aufgetaut ist.
Wie oft muss Kompost umgesetzt werden?
Ein gut gemischter Kompost muss nicht zwingend mehrfach umgesetzt werden. Einmaliges Umschichten kann die Rotte deutlich gleichmäßiger machen, zwei Durchgänge beschleunigen sie zusätzlich. Der Zustand des Materials ist wichtiger als ein fester Kalender.
Muss Kompost jedes Jahr umgesetzt werden?
Nein, wenn der Haufen locker bleibt, erdig riecht und gleichmäßig verrottet, kann er auch länger ruhen. Jährliches Umsetzen erleichtert jedoch die Entnahme und schafft Platz für neues Material. Bei Fäulnis oder starken Feuchteunterschieden solltest du sofort handeln.
Kann man Kompost im Winter umsetzen?
Gefrorener Kompost sollte nicht umgesetzt werden. Zudem können Igel und andere Tiere den Haufen als Winterquartier nutzen. Warte bis zum Ende des Winters, prüfe den Haufen vorsichtig und beginne erst, wenn das Material aufgetaut ist.
Soll man Kompost beim Umsetzen sieben?
Nur wenn bereits dunkles, krümeliges Material von groben Resten getrennt werden soll. Frischer oder sehr feuchter Kompost lässt sich schlecht sieben. Die groben organischen Bestandteile kommen anschließend zurück in den neuen Haufen.
Wie feucht muss umgesetzter Kompost sein?
Das Material soll sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen. Beim Zusammendrücken darf kein Wasser austreten, es soll aber deutlich feucht bleiben. Trockene Stellen werden während des Aufsetzens portionsweise angefeuchtet.
Was kommt beim Umsetzen nach innen?
Äußere, noch wenig verrottete Bestandteile kommen in die wärmere Mitte. Bereits stärker zersetztes Material aus dem bisherigen Kern wird mit den übrigen Bereichen vermischt oder weiter außen angeordnet. Nasse und trockene Stoffe müssen dabei ausgeglichen werden.
Braucht man zum Umsetzen einen zweiten Komposter?
Nein, bei einem einzelnen Behälter kannst du das Material vorübergehend auf einer Plane lagern. Zwei oder drei Kammern machen die Arbeit jedoch deutlich leichter und erlauben eine Trennung von frischem, rottendem und nachreifendem Material.