Kompost richtig pflegen: Aufbau, Rotte, Probleme und Verwendung

Aus Rasenschnitt, Laub, Pflanzenresten und geeigneten Küchenabfällen kann im eigenen Garten ein lockerer, nährstoffreicher Kompost entstehen. Dafür musst du weder komplizierte Schichten aufbauen noch den Haufen ständig kontrollieren. Entscheidend sind eine abwechslungsreiche Mischung aus feuchtem und trockenem Material, genügend Luft und eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Besonders häufig entstehen Probleme, wenn große Mengen Rasenschnitt oder Küchenabfälle verkleben, der Kompost vernässt oder überwiegend aus trockenem, holzigem Material besteht. Als Übersichtsseite führt dich dieser Beitrag deshalb von der richtigen Befüllung über Pflege und typische Störungen bis zur Reife des Komposts und zeigt dir an den entscheidenden Stellen die passende Detailanleitung.

Kompost richtig pflegen heißt: feuchte, stickstoffreiche Abfälle mit trockenem, strukturreichem Material mischen, den Haufen feucht, aber nicht nass halten und für ausreichend Luft sorgen. Riecht der Kompost angenehm erdig und zersetzen sich die Materialien sichtbar, läuft die Rotte meist richtig. Fauliger Geruch, matschige Schichten oder über Monate kaum verändertes Material zeigen dagegen, dass Feuchtigkeit, Luft oder Mischung nicht passen.

Holzkomposter mit Rasenschnitt, Laub und Küchenabfällen neben fertigem Kompost und bepflanztem Hochbeet.
Kompost pflegen und im Garten verwenden
Inhalt
  1. So funktioniert ein Komposthaufen
  2. Der passende Komposter für deinen Garten
  3. Was darf auf den Kompost?
  4. So pflegst du den Kompost während der Rotte
  5. Warmrotte und Kaltrotte unterscheiden
  6. Woran du reifen Kompost erkennst
  7. Probleme am Kompost schnell erkennen
  8. Kompost im Jahresverlauf pflegen
  9. Fertigen Kompost bedarfsgerecht nutzen
  10. Diese Fehler bremsen einen Kompost besonders häufig
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So funktioniert ein Komposthaufen

Beim Kompostieren bauen Bakterien, Pilze und zahlreiche Bodentiere organisches Material schrittweise ab. Diese natürlichen Zersetzer im Kompost benötigen Sauerstoff, Feuchtigkeit und geeignete Nahrung. Stimmen die Bedingungen, entsteht aus Garten- und Küchenabfällen nach und nach stabileres organisches Material und schließlich Kompost.

Ein guter Kompost ist deshalb weder trocken noch nass. Bei der einfachen Faustprobe bleibt eine zusammengedrückte Handvoll Material deutlich feucht, ohne dass Flüssigkeit zwischen den Fingern herausläuft.

Feuchtes Grünmaterial liefert schnell abbaubare Nahrung

Frischer Rasenschnitt, weiche Pflanzenreste, Gemüseabfälle und Fallobst enthalten viel Wasser und vergleichsweise viel Stickstoff. Sie werden von Mikroorganismen schnell umgesetzt.

Genau das kann zum Problem werden, wenn große Mengen auf einmal auf den Kompost gelangen. Feines, nasses Material sackt zusammen, Hohlräume verschwinden und die Sauerstoffversorgung nimmt ab. Statt einer gut belüfteten Rotte können Gärung und Fäulnis einsetzen.

Trockenes Braunmaterial hält den Kompost locker

Zerkleinerte Zweige, trockene Staudenstängel, Herbstlaub, Stroh und kleine Mengen unbeschichteter Pappe bringen Struktur und kohlenstoffreiches Material in den Haufen. Zwischen gröberen Bestandteilen bleiben Hohlräume, durch die Luft eindringen kann.

Du musst Grün- und Braunmaterial nicht grammgenau abwiegen. Praktischer ist eine einfache Regel: Entsteht beim Befüllen eine feuchte, weiche oder dicht zusammensackende Schicht, mischst du trockenes und gröberes Material darunter.

Eine dicke Schicht frischen Rasenschnitts sollte deshalb beispielsweise nicht als geschlossene grüne Decke liegen bleiben.

Kleine Stücke werden schneller abgebaut

Dicke Stängel, Zweige und große Blätter verrotten schneller, wenn sie vorher zerkleinert werden. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche, die Mikroorganismen besiedeln können.

Sehr feines Material allein ist allerdings ebenfalls ungünstig. Wird alles stark zerkleinert und anschließend verdichtet eingefüllt, fehlen wiederum die für die Belüftung wichtigen Zwischenräume.

Wie du Standort, Untergrund und erste Befüllung richtig planst, zeigt die Anleitung ➡️ Kompost richtig anlegen.


Der passende Komposter für deinen Garten

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Kompostieren funktioniert als offener Haufen, in einem Lattenkomposter oder in einem geschlossenen Schnell- beziehungsweise Thermokomposter. Auch eine Wurmkiste kann für kleinere Mengen pflanzlicher Küchenabfälle interessant sein.

Die biologischen Grundregeln bleiben bei allen Systemen gleich. Unterschiede entstehen vor allem bei Belüftung, Feuchtigkeit, Platzbedarf und Witterungsschutz.

SystemGeeignet fürVorteilDarauf achten
Offener Haufengroße Gärten, viel Schnittgutleicht zu befüllen und umzusetzenvor Austrocknung und Vernässung schützen
Lattenkomposternormale Hausgärtenguter natürlicher Luftaustauschnicht zu dicht befüllen
Thermokomposterwenig Platz, kleinere Mengenkompakt und besser vor Witterung geschütztBelüftung und Feuchtigkeit besonders beachten
WurmkisteBalkon oder Innenbereichpflanzliche Küchenreste auf kleinem Raum verwertenvor Frost, Hitze und Überfütterung schützen

Für Gartenkompost ist ein gut erreichbarer, eher halbschattiger Standort auf offenem Boden sinnvoll. Ein engmaschiges Drahtgitter am Boden kann Nagern den Zugang erschweren, ohne den Komposter vollständig vom Untergrund abzutrennen.

Geschlossene Komposter arbeiten nicht automatisch schneller oder besser. Werden sie überwiegend mit feuchtem Material gefüllt oder ist die Luftzufuhr unzureichend, kann darin genauso Fäulnis entstehen wie in einem offenen Haufen.

Wenn du noch kein geeignetes System hast, hilft dir die ➡️ Kaufhilfe für Komposter bei der Auswahl. Für kompakte geschlossene Systeme findest du zusätzlich den Vergleich ➡️ Thermokomposter auswählen.


Was darf auf den Kompost?

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Ein guter Kompost entsteht aus unterschiedlichen organischen Resten. Gemüse- und Obstreste, zerkleinerter Strauch- und Baumschnitt, Laub, trockene Pflanzenreste und gesunde alte Blumenerde lassen sich grundsätzlich gut verwerten.

Andere Materialien sind nur eingeschränkt geeignet oder gehören nicht auf den heimischen Gartenkompost.

Eine ausführliche Entscheidung für Kaffeesatz, Eierschalen, Zitrusfrüchte, Pappe, Fallobst, Asche und viele weitere Materialien findest du unter ➡️ Was darf auf den Kompost?.

Für den Alltag helfen diese Grundregeln:

  • feuchte Küchenabfälle mit trockenem Material mischen oder abdecken
  • grobe Gartenabfälle vor dem Einfüllen zerkleinern
  • frischen Rasenschnitt nicht in dicken Schichten einfüllen
  • Fleisch, Fisch und Knochen nicht auf den offenen Hauskompost geben
  • Kunststoff, Glas, Metall, beschichtetes Papier und behandeltes Holz vollständig fernhalten
  • problematisch kranke Pflanzenteile und samentragende Unkräuter nicht unkritisch kompostieren
  • nur so viel Kompost erzeugen, wie später im Garten sinnvoll eingesetzt werden kann

Rasenschnitt braucht trockenes Gegenmaterial

Frisch gemähtes Gras ist fein, feucht und stickstoffreich. Wird eine größere Menge als dicke Schicht eingefüllt, kann sie innerhalb kurzer Zeit zusammenkleben. Die Luftzufuhr sinkt und das Material beginnt zu gären oder zu faulen.

Breite große Mengen deshalb zunächst zum Antrocknen aus oder mische sie direkt mit Laub, Häckselgut, trockenen Pflanzenstängeln oder kleinen Zweigen.

Was bei größeren Mengen sinnvoll ist und wie bereits verklebter Schnitt gerettet werden kann, erklärt ➡️ Rasenschnitt richtig kompostieren.

Laub verrottet je nach Baumart unterschiedlich schnell

Nicht jedes Herbstlaub verhält sich im Kompost gleich. Weiche Blätter zerfallen vergleichsweise schnell, während festes oder gerbstoffreiches Laub wesentlich länger brauchen kann.

Große Mengen sollten nicht als kompakte nasse Schicht eingefüllt werden. Zerkleinern und das Mischen mit anderem Material vergrößern die Angriffsfläche und verbessern die Struktur.

Wenn im Herbst sehr viel Laub anfällt, zeigt ➡️ Laub richtig kompostieren, wann das Beimischen und wann eine separate Laubkompostierung sinnvoller ist.

Kranke Pflanzen nicht pauschal auf den Kompost geben

Ein einzelner Blattfleck bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Pflanze im Restmüll landen muss. Trotzdem gibt es Pflanzenkrankheiten und Schädlinge, deren widerstandsfähige Dauerstadien im heimischen Kompost überleben können.

Besonders kritisch sind unter anderem bestimmte Erkrankungen im Wurzel- und Stängelbereich, bodenbürtige Erreger sowie Pflanzen mit problematischen Dauerorganen. Die für eine sichere Hygienisierung nötigen Temperaturen werden in einem normalen, nach und nach befüllten Hauskompost nicht überall zuverlässig erreicht.

Welche befallenen Pflanzen kompostiert werden können und welche besser getrennt entsorgt werden, findest du unter ➡️ Kranke Pflanzen kompostieren oder entsorgen.

Bei Unkraut entscheidet der Entwicklungszustand

Junge Unkräuter ohne Samenstände sind wesentlich unproblematischer als Pflanzen mit bereits reifen Samen.

Noch vorsichtiger solltest du bei ausdauernden Wurzelunkräutern und lebenden Rhizomen sein. Überstehen sie die Rotte, können sie später zusammen mit dem Kompost wieder im Garten verteilt werden.

Die Unterschiede und geeignete Entsorgungswege erklärt ➡️ Unkraut richtig kompostieren.


So pflegst du den Kompost während der Rotte

Ein gut angesetzter Kompost benötigt weniger Pflege, als häufig angenommen wird. Du musst ihn nicht täglich kontrollieren oder nach einem festen Kalender wenden.

Wichtiger ist, auf Veränderungen zu reagieren.

Feuchtigkeit im Inneren prüfen

Die Oberfläche kann nach Sonne und Wind trocken aussehen, obwohl der Kompost wenige Zentimeter tiefer noch ausreichend feucht ist. Prüfe deshalb bei Verdacht nicht nur die oberste Schicht.

Ist das Material sehr trocken und staubig, fehlt den Mikroorganismen Wasser. Vernässtes Material ist dagegen ebenfalls ungünstig, weil wassergefüllte Poren kaum noch Sauerstoff enthalten.

Bei trockenem Kompost wird vorsichtig und möglichst gleichmäßig befeuchtet. Bei Nässe helfen trockenes Strukturmaterial und eine bessere Belüftung.

Luft muss in den Haufen gelangen können

Sauerstoff gelangt vor allem über die Zwischenräume im Material in den Kompost. Deshalb sind unterschiedliche Stückgrößen und strukturreiche Bestandteile so wichtig.

Besonders verdichtungsgefährdet sind:

  • dicker Rasenschnitt
  • große Mengen weicher Küchenabfälle
  • feuchtes, verklumptes Laub
  • sehr fein zerkleinertes Material ohne gröbere Beimischung

Wird der Haufen matschig oder riecht faulig, reicht es häufig nicht, nur oben trockenes Material aufzulegen. Dann müssen verdichtete Bereiche geöffnet und miteinander vermischt werden.

Umsetzen ist hilfreich, aber kein Pflichttermin

Beim Umsetzen gelangen innere Bereiche nach außen und äußere nach innen. Gleichzeitig wird verdichtetes Material gelockert und Feuchtigkeit neu verteilt.

Ein gut gemischter Kompost muss trotzdem nicht alle paar Wochen nach einem festen Zeitplan umgesetzt werden.

Sinnvoll ist das Umschichten besonders, wenn:

  • der Haufen stark zusammengesackt ist
  • einzelne Zonen sehr nass oder trocken sind
  • sich verdichtete Schichten gebildet haben
  • die Rotte trotz geeigneter Jahreszeit kaum noch vorankommt

Den richtigen Zeitpunkt und die Vorgehensweise findest du unter ➡️ Kompost richtig umsetzen.


Warmrotte und Kaltrotte unterscheiden

Werden größere Mengen geeigneten Materials auf einmal aufgesetzt, kann sich ein Kompost im Inneren deutlich erwärmen. Mikroorganismen setzen schnell abbaubare Bestandteile um und produzieren dabei Wärme.

Ein Kompost, der dagegen über Wochen und Monate immer wieder mit kleinen Mengen ergänzt wird, verliert diese Wärme schneller an die Umgebung. Die Rotte läuft dann überwiegend kühler ab.

Beides kann funktionieren.

Wichtig ist nur, die Erwärmung eines Hauskomposts nicht mit der kontrollierten Hygienisierung professioneller Kompostierungsanlagen gleichzusetzen. Die Temperatur ist innerhalb eines Gartenkomposts nicht überall gleich, und insbesondere Randbereiche bleiben oft deutlich kühler.

Deshalb sollten problematische Krankheitserreger, Wurzelunkräuter und reife Unkrautsamen nicht allein in der Hoffnung auf hohe Temperaturen in den Haufen gegeben werden.


Woran du reifen Kompost erkennst

Die Reifedauer lässt sich nicht zuverlässig mit einer einzigen Monatsangabe bestimmen. Ausgangsmaterial, Temperatur, Feuchtigkeit, Größe des Haufens und Pflege beeinflussen die Geschwindigkeit erheblich.

Reifer Kompost besitzt typischerweise eine dunkle, krümelige Struktur und einen angenehmen erdigen Geruch. Die meisten ursprünglichen Materialien sind dann nicht mehr eindeutig zu erkennen.

Kleine holzige Stücke können trotzdem zurückbleiben. Sie müssen nicht vollständig verschwunden sein und lassen sich bei Bedarf aussieben und erneut kompostieren.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob der Kompost bereits für empfindlichere Pflanzen geeignet ist, kann ein Keimtest zusätzliche Hinweise liefern.

Die Merkmale und den Ablauf findest du unter ➡️ Kompostreife sicher erkennen.


Probleme am Kompost schnell erkennen

Viele Fehler lassen sich beheben, solange die eigentliche Ursache richtig erkannt wird. Dabei liefern Geruch, Feuchtigkeit und Struktur meist deutlich bessere Hinweise als das Alter des Komposts.

Der Kompost stinkt oder wird matschig

Ein gesunder Kompost riecht erdig und nicht dauerhaft faulig.

Stechender, säuerlicher oder fauliger Geruch zusammen mit einer nassen, verdichteten Struktur weist häufig auf Sauerstoffmangel hin. Typische Auslöser sind zu viel Feuchtigkeit, dicke Schichten frischen Rasenschnitts oder große Mengen weicher Küchenabfälle.

Als Sofortmaßnahme muss die Masse gelockert und mit trockenem, strukturreichem Material vermischt werden.

Hat sich bereits eine schwarze, schmierige Masse gebildet, hilft eine dünne Abdeckung allein kaum noch. Die ausführliche Rettung findest du unter ➡️ Kompost stinkt oder fault.

Der Kompost verrottet kaum

Das Gegenproblem entsteht bei überwiegend trockenem oder schwer abbaubarem Material.

Große Mengen trockenen Laubs, grober Zweige und verholzter Stängel liefern Struktur und Kohlenstoff, werden ohne ausreichende Feuchtigkeit und leichter abbaubare Bestandteile aber nur langsam umgesetzt.

Auch sehr kleine Haufen und stark ausgetrocknete Bereiche entwickeln wenig biologische Aktivität.

Prüfe zuerst Feuchtigkeit und Mischung. Welche Maßnahmen bei trockenem, kaltem oder langsam verrottendem Material helfen, zeigt ➡️ Kompost verrottet nicht.

Ein gekaufter Zusatz ist dabei nicht automatisch die Lösung. Fehlen Wasser, Sauerstoff oder eine passende Materialmischung, kann auch ein Aktivator diese Grundbedingungen nicht ersetzen. Wann ein Produkt sinnvoll sein kann, erklärt die ➡️ Kaufhilfe zu Kompostbeschleunigern.

Tiere und Pilze gehören teilweise dazu

Kompostwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben, Pilze, Bakterien und viele weitere Organismen beteiligen sich am Abbau.

Weißes Pilzgeflecht auf verholzendem oder faserigem Material ist deshalb nicht automatisch ein Warnzeichen. Auch zahlreiche kleine Bodentiere sind in einem funktionierenden Kompost völlig normal.

Genauer hinsehen solltest du dagegen, wenn Nager angelockt werden, ungewöhnlich viele Fliegen auftreten oder unbekannte Larven in großer Zahl erscheinen.

Die Einordnung findest du unter ➡️ Tiere und Pilze im Kompost.

Wenn du ein konkretes Symptom vor dir hast und die Ursache nicht erkennst, führt dich der ➡️ Kompost-Check direkt zum passenden nächsten Schritt.


Kompost im Jahresverlauf pflegen

Die Aktivität im Kompost verändert sich mit Temperatur und Witterung.

Im Frühjahr und Sommer läuft die Rotte bei ausreichender Feuchtigkeit meist schneller. In längeren Trockenperioden können vor allem offene Haufen austrocknen. Nach anhaltendem Regen besteht dagegen die Gefahr, dass das Material zu nass und luftarm wird.

Im Herbst fällt oft besonders viel Laub und Schnittgut an. Ein Teil des trockenen Materials kann bewusst zurückgehalten werden. Dieser Vorrat ist später hilfreich, wenn wieder größere Mengen feuchter Küchenabfälle oder im Frühjahr frischer Rasenschnitt anfallen.

Im Winter sinkt die biologische Aktivität deutlich. Ein ausreichend großer Haufen kann im Inneren dennoch weiterarbeiten, solange die Bedingungen passen. Entscheidend ist jetzt vor allem, den Kompost nicht durch große Mengen nassen Materials zu verdichten.

Was Frost, Schnee und lange Regenperioden verändern und wie du den Haufen über die kalte Jahreszeit bringst, erfährst du unter ➡️ Kompost im Winter.


Fertigen Kompost bedarfsgerecht nutzen

Reifer Kompost liefert organische Substanz und Pflanzennährstoffe und kann die Eigenschaften von Gartenböden verbessern. Gleichzeitig ist er ein Dünger – und sollte deshalb nicht unbegrenzt ausgebracht werden.

Zu hohe oder ständig wiederholte Gaben können insbesondere bei bereits gut versorgten Böden zu einer Nährstoffanreicherung führen. Deshalb ist Eigenkompostierung besonders sinnvoll, wenn im Garten tatsächlich genügend Fläche vorhanden ist, auf der der entstehende Kompost bedarfsgerecht eingesetzt werden kann.

Wie viel Kompost sinnvoll ist, hängt außerdem stark von der Nutzung ab. Gemüsebeete, Gehölze, Stauden, Rasen und Pflanzgefäße haben unterschiedliche Ansprüche.

Für Pflanzgefäße wird Kompost normalerweise als Bestandteil eines geeigneten Substrats eingesetzt. Wie hoch sein Anteil sein sollte, hängt unter anderem von Reifegrad, Nährstoff- und Salzgehalt sowie von der Pflanzenart ab. Für Aussaaten und empfindliche Jungpflanzen sind stark nährstoffhaltige Mischungen ungeeignet; auch stark säureliebende Pflanzen benötigen besondere Substrate.

Die genaue Verwendung, geeignete Mengen und Einsatzzeitpunkte gehören deshalb auf die dafür vorgesehene Detailseite ➡️ Kompost richtig verwenden.


Diese Fehler bremsen einen Kompost besonders häufig

Die meisten Probleme entstehen nicht durch einen fehlenden Spezialzusatz, sondern durch eine ungünstige Kombination aus Material, Feuchtigkeit und Luft.

Vermeide vor allem diese Fehler:

  • große Mengen eines einzigen Materials auf einmal einfüllen
  • nassen Rasenschnitt als dicke geschlossene Lage aufschichten
  • den Gartenkompost auf Beton, Pflaster oder einer dichten Folie aufstellen
  • einen geschlossenen Behälter ohne ausreichende Luftzufuhr betreiben
  • ausschließlich feines Material ohne strukturgebende Bestandteile einfüllen
  • grobe Zweige und harte Stängel unnötig groß lassen
  • einen ausgetrockneten Kompost nur oberflächlich befeuchten
  • bei einem vernässten Kompost noch mehr feuchtes Material hinzufügen
  • samentragendes Unkraut und problematisch kranke Pflanzen unkritisch kompostieren
  • fertigen Kompost wie unbegrenzt verfügbaren Dünger verwenden

Ein Kompost muss dabei nicht sauber oder einheitlich aussehen. Unterschiedlich große Bestandteile, Pilzgeflechte und zahlreiche kleine Tiere gehören zu einer natürlichen Rotte.

Handlungsbedarf besteht vor allem bei anhaltendem Fäulnisgeruch, schmierigen und vernässten Schichten, völliger Austrocknung oder Material, das auch unter günstigen Bedingungen über lange Zeit praktisch unverändert bleibt.


Häufige Fragen zu Kompost

Wie pflegt man einen Kompost richtig?
Halte den Kompost gleichmäßig feucht, aber nicht nass, sorge durch strukturreiches Material für ausreichend Luft und mische feuchte, schnell abbaubare Abfälle mit trockeneren Bestandteilen. Kontrollieren solltest du vor allem dann, wenn Geruch, Feuchtigkeit oder Rottegeschwindigkeit auffällig werden.

Wie kompostiert man richtig?
Mische unterschiedliche geeignete Garten- und Küchenabfälle miteinander. Dicke Lagen aus Rasenschnitt, nassem Laub oder Küchenabfällen solltest du vermeiden, weil sie sich verdichten können. Grobes Material sorgt für Struktur und damit für die notwendige Luft im Haufen.

Was sind Zersetzer im Kompost?
Zu den Zersetzern gehören vor allem Bakterien, Pilze und zahlreiche kleine Bodentiere. Sie bauen das organische Material schrittweise ab. Damit sie aktiv bleiben, benötigen sie Feuchtigkeit, Sauerstoff und eine geeignete Mischung unterschiedlicher Ausgangsmaterialien.

Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
Das lässt sich nicht pauschal in Monaten angeben. Material, Temperatur, Feuchtigkeit, Größe und Pflege beeinflussen die Dauer stark. Orientiere dich deshalb stärker an Geruch, Struktur und Reife als an einer festen Zeitangabe.

Muss ein Kompost regelmäßig umgesetzt werden?
Nein. Ein gut gemischter und ausreichend belüfteter Kompost kann auch ohne häufiges Umschichten verrotten. Umsetzen ist besonders sinnvoll bei verdichteten, sehr nassen, stark ausgetrockneten oder nur langsam verrottenden Bereichen.

Warum wird mein Kompost nicht warm?
Ein kleiner oder nach und nach befüllter Kompost entwickelt häufig keine deutlich spürbare Hitze und kann trotzdem funktionieren. Bleibt das Material jedoch über lange Zeit praktisch unverändert, solltest du Feuchtigkeit, Mischung und Belüftung kontrollieren.

Darf Rasenschnitt direkt auf den Kompost?
Ja, aber nicht als dicke, nasse Schicht. Größere Mengen sollten kurz antrocknen oder mit trockenem Laub, Häckselgut, Zweigen beziehungsweise trockenen Pflanzenstängeln vermischt werden.

Darf Unkraut auf den Kompost?
Junges Unkraut ohne reife Samen ist meist deutlich unproblematischer. Samentragende Pflanzen sowie hartnäckige Wurzelunkräuter können im Hauskompost überleben und später erneut im Garten verteilt werden. Für diese Pflanzenteile ist eine sichere alternative Entsorgung häufig die bessere Wahl.

Ist weißer Schimmel im Kompost gefährlich?
Pilze gehören zu den natürlichen Zersetzern und weißes Pilzgeflecht kann besonders auf holzigem Material völlig normal sein. Kritisch wird es eher bei fauligem Geruch, schmieriger schwarzer Masse oder dauerhaft starker Vernässung.

Kann man Kompost als Blumenerde verwenden?
Kompost kann ein wertvoller Bestandteil von Pflanzsubstraten sein, sollte aber nicht für jede Pflanze und Anwendung unverändert verwendet werden. Nährstoff- und Salzgehalt sowie der Reifegrad unterscheiden sich, weshalb besonders bei Topfpflanzen, Aussaaten und Jungpflanzen eine passende Mischung wichtig ist.

Wie erkenne ich, ob mein Kompost zu nass ist?
Wenn beim Zusammendrücken deutlich Wasser austritt, das Material schmiert oder der Haufen faulig riecht, ist er wahrscheinlich zu nass beziehungsweise zu schlecht belüftet. Mische trockenes, strukturreiches Material ein und lockere verdichtete Bereiche.

Was tun, wenn der Kompost nicht verrottet?
Prüfe zuerst die Feuchtigkeit im Inneren. Ist genügend Wasser vorhanden, können zu viel trockenes Holzmaterial, fehlende leicht abbaubare Bestandteile oder eine ungünstige Struktur die Rotte bremsen. Die genaue Ursache findest du mit dem Kompost-Check.